TV-Tipp: Dialog der Religionen

Diskussionsteilnehmer (v.l.n.r.): Dr. Erwin Teufel, Prof. Richard Heinzmann, Moderator Prof. Martin Balle, Prof. Walter Homolka und Prof. Abdullah Takim.

Heute läuft auf BR Alpha seit 11.45 Uhr der interessante TV-Talk: „Dialog der Religionen“. Die PI-Gruppe München war mit zehn Vertretern bei der Aufzeichnung in der St. Bonifaz-Kirche anwesend und bekam durchaus islamkritische Töne zu hören. Der Moderator Professor Dr. Martin Balle, Verleger und Mitherausgeber des Straubinger Tagblattes sowie der Landshuter Zeitung, war nicht besonders islamkuschelig aufgelegt. So musste der muslimische Teilnehmer Professor Dr. Abdullah Takim auf heikle Themen wie Toleranz und Gewalt eingehen.

Weiter mit dabei: Dr. Erwin Teufel, früherer Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Professor Dr. Richard Heinzmann von der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Rabbiner Dr. Walter Homolka, Honorarprofessor an der Uni Potsdam.

Auffallend war, wie dieser jüdische Mitbürger bei jeder sich bietenden Gelegenheit den Islam in Schutz nahm. Als die Intoleranz des Islam angesprochen wurde, hielt er entgegen, wie die Juden im Zuge der Reconquista aus Spanien rausgeschmissen und vom Osmanischen Reich wohlwollend aufgenommen wurden. Dort seien die Juden sogar gleichberechtigt gewesen.

Als es um den Gewaltaspekt im Islam ging, betonte Homolka sogleich, dass es auch im Alten Testament genügend Gewalt gäbe. „Hier muss ich Professor Takim zur Seite springen“ sagte der Rabbiner wörtlich. Ohne auf den großen Unterschied zwischen Gewaltbeschreibung und göttlicher Gewaltaufforderung im Imperativ einzugehen.

Aber dieser Vorgang ist ja leider kein Einzelfall. Seit Wochen ist zu beobachten, wie immer wieder jüdische Mitbürger den Aufklärungsfeldzug über den Islam torpedieren. Sei es der Generalsekretär des Zentralrats der Juden Stephan J. Kramer (”Sarrazin ist wie Hitler”) oder auch der frühere stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats Michel Friedman (”es sollten erstmal Millionen von Nazis in Deutschland integriert werden, bevor man sich um die Muslime kümmert”).

Wenn man sich die Presseerklärungen des Zentralrates der Juden ansieht, behandeln sie fast ausschließlich die rechtsradikale Bedrohung, legen aber meist betretenes Schweigen an den Tag, wenn der Islam mal wieder seine hässliche Fratze zeigt.

Wir fragen uns: Was geht hier vor? Wollen die jüdischen Repräsentanten in Deutschland Solidarität mit einer anderen religiösen Minderheit zeigen? Denken sie, wenn es den Moslems jetzt an ihre „Religion“ geht, sei die jüdische als nächstes an der Reihe? Oder haben sie ganz einfach nur Angst vor der Militanz des Islam? Erkennen sie die kommenden Mehrheitsverhältnisse und wollen sich schon mal Bonuspunkte bei den zukünftigen Herren verschaffen? Was steckt hinter diesen völlig irrationalen Beschwichtigungsversuchen?

Dass die Juden Todfeinde des Islam sind, seit Mohammed aus Wut über ihre Gegenwehr rund 700 Gefangene in Medina hat köpfen lassen, dürfte wohl hinreichend bekannt sein. In der gesamten arabischen Welt hetzen TV-Sender und Zeitschriften Tag für Tag gegen die „Affen und Schweine“. Hassprediger und Organisationen wie die Hamas fordern auf, „die Juden hinter jedem Stein zu töten“, wie es der Prophet angeordnet habe.

Und in Europa versuchen die Juden jetzt einen Kuschelkurs mit diesen Feinden? Glauben sie, den Drachen besänftigen zu können, bevor er seinen Feuerstrahl auf sie richten könnte?

Die Münchner PI-Gruppe saß fassungslos im Saal und bekam das untrügliche Gefühl, dass der Rabbiner der islamkritischen Bewegung in den Rücken fällt. Es ist bekannt, dass PI im Nahost-Konflikt fest an der Seite Israels steht. Und die jüdischen Mitbürger in Israel wie auch in Europa und anderswo als „Brüder und Schwestern im Geiste“ angesichts der Bedrohung durch den Islam sieht. Aber diese seltsamen Verhaltensweisen machen uns nachdenklich. Bei der Recherche nach den Motiven finden wir einen Artikel des Zentralrates vom April 2006, in dem stolz verkündet wird, dass „Juden und Muslime an einem Strang ziehen“. Ein Europaweites Forschungszentrum wolle „Daten über Antisemitismus und Islamophobie sammeln, analysieren und Strategien zu ihrer Bekämpfung erarbeiten“. Das Kaninchen verbündet sich also mit der Schlange. Ist das naiv oder einfältig? Der jüdische Konvertit Stephan J. Kramer verkündete stolz:

„Die Ursachen von Antisemitismus und Islamophobie sind weitgehend die gleichen, deshalb soll das geplante Forschungszentrum die grundsätzlichen Mechanismen erforschen, um aus den Ergebnissen konkrete Handlungsschlüsse zu ziehen und Konzepte zu entwickeln, wie wir diese vor Ort wirksam bekämpfen können.“

Das Projekt, das vom European Jewish Congress Ende März 2006 beschlossen worden ist, sei „auf europäischer Ebene auf viel Unterstützung gestoßen.“ Das trojanisch-muslimische Pferd wird also offenbar auch von jüdischer Seite angeschoben.

Wenn sich Juden jetzt mit dem Islam auf die gleiche Stufe stellen wollen, dann räumen sie ja damit gleichzeitig ein, dass ihre Religion genauso gewaltverherrlichend und intolerant sei. Wenn diese Einstellung immer noch die offizielle Strategie des Zentralrates ist, dann wissen wir, was wir von dieser Institution zu halten haben. Und deren Generalsekretär Kramer ergänzt allen Ernstes:

„Integration kann nur funktionieren, wenn die Zuwanderer ein klares Bild ihrer eigenen Kultur und Religion haben, wenn ihr eigenes Wertesystem ein stabiles Fundament hat“.

Nun, wenn sich Muslime noch stärker auf ihre Religion besinnen, dann kann es noch lustig werden in Europa. Was diesen Kramer reitet, wie groß seine Unkenntnis oder ideologische Verblendung ist, lässt sich nur erahnen. Aber Fakt ist: Der Zentralrat der Juden lässt ihn gewähren. Das sollte uns zu denken geben. Wenn es Henryk M. Broder nicht gäbe, könnte man im Moment an den wahrnehmbaren jüdischen Mitbürgern in Deutschland verzweifeln. Aber Broder bezeichnet sich auch regelmäßig als „unreligiöser“ Jude.

Wir setzten in der anschließenden Diskussionsrunde den muslimischen Vertreter Professor Takim unter Druck. Unsere Nachfragen gingen um seine seltsamen Aussagen, dass im Islam Angriffskriege verboten seien. „Man dürfe sich immer nur verteidigen“, hatte er gemeint. Nun, wie kam es dann, dass sich der Islam von der arabischen Halbinsel in Windeseile bis nach Frankreich „hineinverteidigt“ habe? Hier gab es von ihm nicht die übliche Taqiyya-Antwort, dass dies alles rein friedlich abgelaufen sei, sondern er versuchte diese militärischen Feldzüge damit abzuschwächen, dass es dabei „nur“ um „Raub und Beute“ gegangen sei. Nun, aus muslimischer Sicht dürfte das ja auch in Ordnung sein, denn dem Beutemachen und seinem Verteilen ist im Koran schließlich eine ganze Sure gewidmet. Gottgewollt und berechtigt. Immer im Einklang mit der Verbreitung des Islam.

Außerdem hatte Takim berichtet, wie flexibel der Islam doch in der Auslegung der Scharia sei. So habe ein Sultan während einer Hungersnot das Handabhacken als Strafe für Diebstahl ausgesetzt. Da wegen der Notsituation so viele Menschen zum Klauen gezwungen waren. Aber Takim entlarvte sich dabei durch die Formulierung „vorübergehend“. Denn als die Hungersnot vorbei war, wurde das gottgewollte Strafrecht wieder in vollem Umfang angewendet. So wie Allah es eben will.

Diese dreiteilige Talkrunde auf BR Alpha (11.45-12.15, 12.45-13.45) ist in jedem Fall empfehlenswert. Es zeigt sich die Tendenz, den Islam immer deutlicher in offene Diskussionen zu verwickeln. Wobei die leicht angezogene Handbremse zu spüren war, denn schließlich waren alle Diskussionsteilnehmer Mitglieder der „Eugen Biser Stiftung“, die das Ganze veranstaltete. Aber dies ist ein weiterer Stein, der aus der Mauer des Schweigens herausgebrochen wurde.

» Der Dialog der Religionen – Teil 1
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(Text: byzanz / Fotos: RChandler)