Revierkämpfe

Politiker und Gewerkschafter werden nicht müde, die positive Situation und das friedliche Zusammenleben rund um die Duisburger Großmoschee zu loben. So ist es kein Wunder, dass die örtliche Polizei zunächst an eine Störung  des legendären Friedens durch ungläubige Rocker dachte, als sich 40 Männer mit Baseballschlägern vor einer friedlichen Begegnungsstätte von Rechtgläubigen versammelten und mit angemessener Mannstärke zum Ort des Geschehens eilte.

Zum Glück war es aber falscher Alarm – lediglich ein Dialog zwischen friedlichen Bewohnern, der die Polizei eigentlich nichts angeht. Aber weil man schon mal da war, gab es dann doch noch ein paar Festnahmen – vorläufige natürlich nur. BILD berichtet:

Gegen 17.15 Uhr ging der erste Notruf bei der Polizei ein: „Hier wird aus einem Café heraus geschossen!“ Außerdem teilten die Zeugen mit, dass sich 40 Männer vor einer Gaststätte versammelt hätten.

Ein Polizist: „Da die möglichen Angreifer Baseballschläger dabei hatten, befürchteten wir eine erneute Auseinandersetzung unter Rockern.“

Sofort wurde Großalarm ausgelöst, über 100 Polizisten riegelten den Tatort weiträumig ab.

Ein Augenzeuge zu BILD: „In dem Café sollen zwielichtige Typen verkehren, krumme Geschäfte machen. Da ist von Glücksspiel und Waffen die Rede.“ Bei der Durchsuchung fanden Beamte eine Pistole, 17 Männer wurden vorläufig festgenommen.

Wer die Angreifer waren und was sie wollten, ist unklar. Ein Anwohner: „Hier werden Dinge unter den türkischen Gangs geklärt, da droht noch neuer Ärger. Eine Gang hat wohl das Revier der anderen verletzt.“

Revierverletzungen sind in Duisburg eine schlimme Sache, die Politiker und Gewerkschafter mit deutlichen Worten auf den Plan rufen. Oberbürgermeister Adolf Sauerland:

„Die erfolgreiche Integrationsarbeit der vergangenen Jahre in Duisburg wurde versinnbildlicht im Bau und der Eröffnung der Marxloher Merkez-Moschee. Dass jetzt politische Kräfte am äußersten rechten Rand der Gesellschaft gerade die Duisburger Moschee zur Zielscheibe gewählt haben, halte ich für einen Skandal. Ohne irgendjemandem sein grundgesetzlich verbrieftes Versammlungs- und Demonstrationsrecht streitig machen zu wollen, werde ich die Initiative ergreifen und mit den friedliebenden Duisburgerinnen und Duisburgern unterschiedlichster Herkunft mich schützend vor unsere Moschee stellen.“

DGB-Vorsitzender Rainer Bischoff:

„Das ist abscheulich, politische Brunnenvergiftung mit von außen geholten Truppen, um die positive Situation rund um die Moschee zu zerstören.”

SPD-MdL Sören Link:

„Wir brauchen dieses braune Pack in Duisburg nicht!“

Bedauerlicherweise beziehen sich diese Statements aber nicht auf prügelnde Türken im Revierkampf, sondern auf die Ankündigung der Kleinpartei Pro-NRW, im März in Duisburg demonstrieren zu wollen. Dann gibt es endlich wieder einen guten Grund, die Hundertschaften aufmarschieren zu lassen.

(Foto: Es geht auch friedlich – Revierübergabe an neuen Besitzer in Duisburg Marxloh)




Auch Hessen demonstriert für ermordete Kopten

Nach Düsseldorf und Stuttgart findet am Samstag, dem 23. Januar 2010, eine weitere Solidaritätskundgebung für die verfolgten Christen in Ägypten (und anderen islamischen Ländern) in Wiesbaden statt. Treffpunkt ist um 11 Uhr auf dem Mauritiusplatz (gegenüber Karstadt). Veranstalter ist die Koptisch-Orthodoxe Kirche Frankfurt e.V., unterstützt wird die Kundgebung durch die Syrisch-Orthodoxe Kirche Wiesbaden und die überkonfessionelle Bewegung „Himmel über Frankfurt“.




Köhler-Rückzieher: Doch nur Kampf gegen Rechts

Kristina KöhlerFamilienministerin Kristina Köhler (Foto), die sich zuletzt dafür ausgesprochen hatte, die Mittel der Regierung auch zum Kampf gegen den Linksextremismus und gegen islamische Extremisten einzusetzen, hat dem öffentlichen Druck nachgegeben. Wie die WELT berichtet, wird sich die Ausrichtung der Extremismusbekämpfung für 2010 nicht ändern. Sprich: Die 24 Millionen Euro, die im Haushaltsentwurf des Familienministeriums für Extremismusbekämpfung vorgesehen sind, werden nun doch ausschließlich für den Kampf gegen Rechts verwendet.

Die WELT schreibt:

Die neue Familienministerin Kristina Köhler (CDU) lässt ihrer Ankündigung, die Extremismusbekämpfung der Bundesregierung neu auszurichten, vorerst keine Taten folgen. Konkret geht es um die Programme, mit denen die Bundesregierung Projekte gegen Rechtsextremismus fördert – und nur gegen Rechtsextremismus. Eine Ausrichtung, die Köhler schon als Abgeordnete kritisierte und als Ministerin zu ändern versprach: „Wir haben uns im Koalitionsvertrag geeinigt, künftig die Programme gegen den Rechts- und Linksextremismus und ebenso gegen den islamischen Extremismus auszurichten“, sagte sie WELT ONLINE noch im Dezember: „Das werde ich umsetzen.“

Doch davon kann keine Rede sein. Im Haushaltsentwurf des Familienministeriums für 2010, der wegen der Bundestagswahl erst heute im Parlament eingebracht wird und WELT ONLINE vorliegt, werden vielmehr die Mittel zur Extremismusbekämpfung fortgeschrieben.

Insgesamt 24 Millionen Euro sind für die Programme „Kompetent. Für Demokratie – Beratungsnetzwerke gegen Rechtsextremismus“ und „Vielfalt tut gut. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ vorgesehen. Die gleiche Summe wie im Vorjahr. Eine Förderung von Programmen, die sich explizit gegen Linksextremismus oder Islamismus richten, ist hingegen nicht vorgesehen.

Der Beschluss des Haushalts ist in diesem Fall eine Formsache. „Wir gehen, vorbehaltlich der Zustimmung des Parlaments, davon aus, dass der Haushalt so beschlossen wird“, sagt eine Sprecherin.

Damit beugt sich Köhler dem enormen öffentlichen Druck. Nach ihrer Ankündigung, die Extremismusbekämpfung neu auszurichten, zürnten nämlich nicht nur die grüne Vorsitzende Claudia Roth und einige Sozialdemokraten. Kein Geringerer als DGB-Chef Michael Sommer hatte die Familienministerin wegen ihrer Pläne quasi zur Persona non grata erklärt: „Köhler wurde bisher nicht eingeladen. Und das wird sie in der nächsten Zeit auch nicht.“

Allerdings warnte auch das Bundeskriminalamt angesichts vieler rechter Gewalttaten davor, Maßnahmen gegen den Rechtsextremismus zu reduzieren, wie es bei einer Umwidmung eines Teils der Mittel in Programme gegen Linksextremismus zwangsläufig der Fall gewesen wäre.

Köhler ist mittlerweile kleinlaut geworden. Über eine Sprecherin teilte sie WELT ONLINE mit: „Es gibt neue Entwicklungen im Bereich des islamistischen Extremismus und des Linksextremismus. Entsprechend müssen auch die Präventionsprogramme des Bundes laufend evaluiert und weiterentwickelt werden.“

Als einfache Abgeordnete hatte die Ministerin noch forscher geklungen: Ein Teil der Millionen gegen rechts solle künftig zur Bekämpfung des Islamismus verwendet werden, erklärte sie 2006. „Beide Phänomene sind etwa gleich groß und gleich gefährlich. Dies sollte auch bei der Verteilung der Mittel berücksichtigt werden.“ Damals verwahrte sich Köhler sogar explizit gegen den Vorschlag, die Mittel nicht umzuwidmen, sondern aufzustocken: „Woher soll das Geld denn kommen?“

Im gleichen Jahr erklärte sie laut „Süddeutscher Zeitung“, bei den Projekten gegen rechts gebe es „ein Sparpotenzial“. Und noch im vergangenen November ließ Köhler sich von der „Frankfurter Rundschau“ zitieren, es sei „ein Skandal, dass es zum Beispiel bisher nicht möglich war, Aussteigerprogramme für islamistische Extremisten einzurichten“.

» kristina.koehler@bundestag.de
» twitter.com/kristinakoehler

PI-Beiträge zum Thema:

» Extremismusdebatte: Gutmenschen laufen Amok
» Kristina Köhler, PI und der Spiegel
» Köhler will Extremismus-Programme “umsetzen”
» Schwarz-Gelb: Kampf gegen jeden Extremismus
» Kristina Köhler wird Bundesfamilienministerin!

(Danke allen Spürnasen)




Türkei: Zwölfjährige „ehren“gemordet

Angeblich erschossen mit der Kalaschnikow ihres Vaters hat sich eine Zwölfjährige in der Türkei. Sie hatte auf ein Zettelchen „Ich liebe dich“ geschrieben. Ein freundlicher Lehrer fand ihn und gab ihn dem Vater. Daraufhin jagte sich das Kind drei Kugeln in den Körper?

Die Münstersche Zeitung schreibt:

Die Familie behaupte, dass das Kind mit der Kalaschnikow des Vaters Selbstmord begangen habe, berichteten türkische Zeitungen am Montag. Es werde aber ein sogenannter Ehrenmord vermutet.

Meryem aus dem osttürkischen Dogubeyazit hatte in ihrer Schulklasse „Ich liebe Dich“ an einen Junge geschrieben. Der Lehrer fand den Zettel. Den Berichten zufolge bestellte er den Vater ein und übergab das Papier. Er habe damit „Gerüchten vorbeugen“ wollen, wurde der Lehrer zitiert. Sein Verhalten wird von der Schulaufsicht untersucht.

Der Vaters des Mädchens hat ein Sturmgewehr, weil er einer Dorfschützer-Einheit angehört. Diese Miliz wurde von der türkischen Regierung im Kampf gegen die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK ausgerüstet. Meryems ältere Schwester soll sich 1997 erhängt haben, berichtete die Zeitung „Radikal“.

Natürlich hat diese Sache nichts… wir wissen schon!

(Spürnasen: Simon Z., Kooler, serioussam und Eli & Stoyan M.)




Wie man Islamkritikern einen Maulkorb verpasst

Wie man Islamkritikern einen Maulkorb verpasstIm Zuge der Islamkritiker-Debatte in der FAS, der Süddeutschen und im Spiegel meldet sich jetzt auch die WELT zu Wort. Der Ägypter Hamed Abdel-Samad, Autor des Buches „Mein Abschied vom Himmel“ und PI-Lesern bestens bekannt, gibt in seinem exzellenten Essay eine Art Gebrauchsanweisung, wie man nichtmuslimischen (leicht) und muslimischen (schwer) Islamkritikern einen Maulkorb verpasst.

Abdel-Samad schreibt:

Wie verpasst man eigentlich einem Islamkritiker einen Maulkorb? Falls Sie gegen Islamkritik allergisch sind und aus beruflichen oder ideologischen Gründen oder vielleicht einfach aus intellektueller Trägheit zur Verteidigung des Islam neigen, werden diese Gebrauchsanweisungen für Sie äußerst hilfreich sein: Wenn der Kritiker ein Nichtmuslim ist, haben Sie ein leichtes Spiel.

Zermürbungstaktik ist angesagt: Sie werfen ihm Mangel an Kenntnis des Islam vor, reden über die Heterogenität und Vielschichtigkeit der jüngsten abrahamitischen Religion und fragen ihn, von welchem Islam er denn nun rede. Bald verliert er die Übersicht im Labyrinth der islamischen Rechtsschulen und Strömungen, und die Debatte verläuft im Sande. Der Vorwurf der Islamophobie sollte nicht lange auf sich warten lassen.

Gebrauchsanweisung für Verteidiger des Islam

Sie sollten zwar das Wort „Rassismus“ nicht in den Mund nehmen, aber lassen Sie den Islamkritiker spüren, dass das genau das ist, was sie ihm unterstellen. Reden Sie über Stimmungsmache, den Applaus von der falschen Seite und das Wasser auf der Mühle der Fremdenfeindlichkeit. Und bevor er Ihnen widerspricht, erinnern Sie ihn an die schrecklichen Ereignisse vor 70 Jahren in Deutschland. Damals warnten die Antisemiten vor der Judaisierung Europas, genauso wie die Islamophoben heute vor der Islamisierung des Abendlandes warnen. Das Wort „Holocaust“ sollten Sie aber lieber nicht aussprechen.

Eine Erwähnung des Kalten Kriegs gehört ebenfalls zum Programm. Denn schließlich sei nach der „roten“ und der „gelben“ Gefahr nun das Feindbild Islam an der Reihe, um die Angstlust der Europäer zu stillen und die Konturen der europäischen Identität zu schärfen. Kaum einer wird merken, dass Ihre Argumentation verbohrt ist und dass sie die falschen Vergleiche ziehen, weil sie Ihre Gegner mit ihren eigenen Traumata die ganze Zeit beschäftigen und nie über das reden, worum es geht.

Bei islamischen Islamkritiker sind härtere Bandagen erforderlich

Diese Taktik funktioniert fast immer, es sei denn, der Islamkritiker ist selber ein Muslim und weiß, wovon er redet. Da haut der Vorwurf des Rassismus und des Mangels an Islamkenntnis natürlich nicht hin. Deshalb muss mit harten Bandagen gekämpft werden. Greifen Sie ihn in seiner Integrität an. Er muss ein pathologischer Selbsthasser sein, der durch seine Kritik am Islam eine Abrechnung mit seiner Kultur anstrebt. Stöbern Sie in seiner Biografie, ein Schandfleck lässt sich immer finden. Und wenn er eine Frau ist, dann ist sie natürlich emotional, sprunghaft und unsachlich.

Nach dem Minarettverbot der Schweizer und dem vereitelten Attentat auf Kurt Westergaard hatte ich die Hoffnung, dass endlich eine unverkrampfte Streitkultur entstehen würde, wo über die Themen Islam und Migration eine tiefgründige Debatte geführt werden könnte. Meine Hoffnung wurde durch einige Medienbeiträge in der islamischen Welt beflügelt, die diesmal nicht versuchten, die Wutindustrie anzukurbeln, sondern Besinnung und Zurückhaltung anmahnten. Die ägyptische Wochenzeitung „al-Youm al-Sabea“ fragte sogar in einem kritischen Bericht nach den Sünden der Muslime weltweit, die diese ablehnende Haltung gegenüber dem Islam in Europa verursacht hätten. Sogar die Beiträge eines „Häretikers“ wie mir wurden veröffentlicht. Dort hat die Islamkritik scheinbar Früchte getragen und einen Denkprozess unter Muslimen über die eigenen Versäumnisse ausgelöst.

Europa ist eine feste Burg für Islamversteher

Und in Europa? Zwar wurden einige äußerst seltene islamkritische Beiträge in den Mainstream-Medien veröffentlicht, doch bald hatte sich meine Befürchtung bestätigt: In Europa wird ein Maulkorb schneller gefertigt als jedes Gegenargument.

Allein am 14. Januar veröffentlichten die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) und der Berliner „Tagesspiegel“ zwei Beiträge, die von der gleichen Person hätten stammen können. In dem SZ-Beitrag mit dem Titel „Unsere Hassprediger“ vergleicht Thomas Steinfeld Islamkritiker wie Henryk Broder und Necla Kelek mit den von ihnen kritisierten islamischen Fundamentalisten. Der ganze Text scheint – zumindest im Tenor – eine Kopie des Beitrags von Claudius Seidl in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS) vom 10. Januar zu sein. Dort waren die Hassprediger sogar „heilige Krieger“. Besonders Seidls Schlusswort fand ich amüsant. In Anlehnung an ein Zitat von Voltaire schreibt er: „Ich mag Ihr Kopftuch nicht, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sich kleiden dürfen, wie Sie wollen.“ So resümiert er sein verkürztes Verständnis von Freiheit.

„Kopftuchmärtyrer“ in deutschen Zeitungen

Mit seiner eigenen Logik darf man Seidl eigentlich „Kopftuchmärtyrer“ nennen. Aber sonst würde er sein Leben ganz sicherlich nicht dafür opfern, damit eine muslimische Frau in Deutschland ein selbstbestimmtes Leben jenseits der strengen Moralvorstellung der muslimischen Communities führen kann. Er würde niemals über sie in der FAS einen Artikel schreiben, falls sie vom eigenen Bruder im Namen der Ehre ermordet würde, denn diese „orientalischen Verhältnisse“ sind seines feuilletonistischen Dschihads nicht würdig.

Im „Tagesspiegel“ vom 14. Januar wundert sich Andreas Pflitsch über die scharfe Islamkritik, die aus den muslimischen Reihen kommt, und nennt diese den „kalten Krieg der Aufgeklärten“. Die Beiträge einiger Islamkritiker wie des in den USA lebenden Islamwissenschaftlers Ibn Warraq, der Vorsitzenden des Zentralrats der Ex-Muslime, Mina Ahadi, und des Verfassers dieses Beitrags, sieht Pflitsch als „plumpes Aufwärmen alter Ressentiments“, das mit dem Programm der Aufklärung nicht zu verwechseln sei. Was Herr Pflitsch zwischen den Zeilen sagen wollte, ist meines Erachtens: „Was Kritik und was Aufklärung ist, das bestimmen immer noch wir. Muslime, die sich artikulieren können und das Heft in die Hand nehmen, gibt es nicht und darf es nicht geben, deshalb müssen wir Deutsche dies übernehmen, um Muslime vor sich selbst zu beschützen.“ Nein, danke, Herr Pflitsch, ich heile mich selbst!

Beiträge aus dem Nobelturm des schlechten Gewissens

Solche Beiträge mögen zwar gut gemeint sein, weil sie aus dem Nobelturm einer Kultur des schlechten Gewissens und nicht aus der Praxis stammen. Sie helfen uns aber weder, zu einer ehrlichen Debatte zu gelangen, noch helfen sie Muslimen, aus der eigenen Lethargie herauszukommen. Im Gegenteil, diese Vorwürfe bestätigen die hartnäckigen Verschwörungstheorien und zementieren die Opferhaltung vieler Muslime.

Man mag manche Islamkritik für überzogen oder provokativ halten. Ich persönlich bin nicht mit allem einverstanden, was Frau Kelek und Herr Broder sagen. Doch deren Islamkritik halte ich nicht für das Hauptproblem des Islam, sondern für einen Spiegel dieses Problems. Der Islam hat ein Problem mit sich selbst, mit seinen Ansprüchen und Weltbildern. Und ihm läuft die Zeit davon. Relativismus und Wundenlecken sind da die falschen Rezepte.

Relativismus und Wundenlecken sind da die falschen Rezepte

Ein altägyptisches Sprichwort sagt: „Der wahre Freund bringt mich zum Weinen und weint mit mir. Er ist aber kein Freund, der mich zum Lachen bringt und innerlich über mich lacht.“ Wer Muslime tatsächlich ernst nimmt, muss Islamkritik üben. Wer mit ihnen auf gleicher Augenhöhe reden will, sollte mit ihnen ehrlich sein, statt sie als Menschen mit Mobilitätsstörungen zu behandeln. Schlimm genug ist es, wenn jemand Menschen für Behinderte hält, die keine sind. Noch schlimmer ist es, wenn er anfängt, vor ihnen zu hinken, um eine Behinderung vorzutäuschen, in der Illusion, sich mit ihnen dadurch zu solidarisieren.

Hamed Abdel-SamadHamed Abdel-Samad wird 1972 in einem ägyptischen Dorf geboren, erlebt als Moslem Gewalt und Missbrauch, studiert erst Englisch und Französisch in Kairo, später Politikwissenschaft in Augsburg. Heute lehrt und forscht er als Kulturwissenschaftler am Institut für Jüdische Geschichte und Kultur an der Universität München.

» Email an Abdel-Samad: abdel-samad@gei.de

(Karikatur: Wiedenroth)




Bushido wird Aushängeschild der CSU

Nachdem einst der damalige Außenminister Steinmeier mit seinem französischen Amtskollegen an der Seite von Wolf im Schafspelz Muhabbet sang (PI berichtete), macht jetzt Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) Wahlkampf mit Skandalrapper Bushido.

Dieser soll in die CSU eintreten und der Partei eine neue Hymne schreiben. Ob Seehofer wirklich weiß, welches Zugpferd er sich da in den Stall geholt hat, ist nicht so ganz klar, denn er hält Bushido, wie die Bildzeitung berichtet, für einen „ein sehr höflichen jungen Mann“. Seine Ex sieht das wohl eher anders und Bushido-Sprüche wie „ihr wollt Romantik, doch ich ficke mit der Faust“, gelten auch in Bayern nicht unbedingt als höflich.

Wird die neue CSU-Hymne so ähnlich klingen?

» Aufklärungsmails richten Sie bitte an: horst.seehofer@csu.de




Armutsrisiko Rot

Der linken Theorie nach sollte die Not der Menschen dort am größten sein, wo Heuschrecken und andere Raubtiere erbarmungslos den kleinen Mann ausbeuten und Wohlstand und Freude sollten regieren, wo Münte und Lafontaine den Ausbeutern mit gestählter Arbeiterfaust Paroli bieten. Leider will sich die Wirklichkeit wieder einmal nicht an die Theorie aus dem 19. Jahrhundert halten.

Eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung bestätigt, was jeder Deutschlandreisende auch durch bloßen Augenschein wahrnehmen kann: Je mehr rot oder grün in der Politik, desto schlechter geht es besonders den armen Menschen. Um diese Tatsache nicht aussprechen zu müssen, sprechen linkslastige Journalisten von einem „Nord-Süd-Gefälle“ – als ob Armut vom Sonnenstand bestimmt würde. Die WELT berichtet:

Nirgendwo ist das Armutsrisiko in Deutschland so groß wie in Berlin. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung. Danach weist Berlin den höchsten Anteil von Beziehern staatlicher Transferleistungen wie Hartz IV auf. Knapp 20 Prozent der Berlinerinnen und Berliner seien auf staatliche Unterstützung angewiesen, schreiben die Autoren der Studie „Die Bundesländer im Standortwettbewerb 2010“. Sie deckt nach eigenen Angaben den Zeitraum 2006 bis 2008 ab und hat die Aspekte Soziale Sicherheit, Einkommen und Beschäftigung unter die Lupe genommen.

Im Unterschied zu Berlin sei das Armutsrisiko in Bayern und Baden-Württemberg gering, hieß es weiter. In den beiden süddeutschen Bundesländern waren demnach durchschnittlich nur rund fünf Prozent der Einwohner auf staatliche Hilfen angewiesen. Insgesamt zeige sich sowohl im Westen als auch im Osten Deutschlands bei Armutsrisiken beziehungsweise sozialer Absicherung ein deutliches Nord-Süd-Gefälle, lautet der Befund der Expertengruppe unter Leitung des Würzburger Wirtschaftswissenschaftlers Norbert Berthold.

So wiesen auch Rheinland-Pfalz mit sieben Prozent sowie Hessen und das Saarland mit neun Prozent einen relativ geringen Anteil an Transferempfängern auf, hieß es. Damit sei die soziale Absicherung in diesen Ländern überdurchschnittlich hoch.

Die rote Laterne tragen mit Ausnahme Sachsens durchweg die Hochburgen roter – und mit Bremen grüner – Hochburgen, wo man stets gutes will und schlechtes schafft: Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Bremen und die Bundeshauptstadt Berlin als Schlusslicht. Traurig für die klugen und leistungsbereiten Menschen, die es auch dort gibt, die aber durch die Politik der Dummen gehindert werden, ihre Fähigkeiten für sich und die Allgemeinheit zu entfalten. Noch trauriger für die Schwachen, die abhängig am sozialen Tropf hängen und keine Chance erhalten, ihren Lebensunterhalt aus eigener Kraft zu erarbeiten. Menschen, die mit den Jahren Initiative und Selbstbewusstsein soweit eingebüßt haben, dass sie sich selbst aufgeben und in der Rolle des ewigen Almosenempfängers zu willigem Stimmvieh für die roten Scharlatane werden, die die Armen selber schaffen, die sie zu retten vorgeben.




Haiti: Wo ist die Solidarität der muslimischen Welt?

Die Katastrophe in Haiti ist schwer mit anzusehen und geht wohl jedem zu Herzen, der die Bilder dort sieht. Man erinnert sich an Erdbebenkatastrophen in anderen Teilen der Welt und natürlich an die Bilder vom Tsunami mit vielen muslimischen Opfern. Viele haben ohne zu fragen gespendet – wie es sich gehört.

(Von humanitas)

Solidarität ist eine grundlegende menschliche Eigenschaft, die noch vor Gewissen und Verstand angesprochen wird und menschliches Elend erkennt und darauf reagiert. Entsprechend hat der Verfasser zum Beispiel bei der Tsunami-Katastrophe mitgeholfen, ein lokales Spendenprojekt auf die Beine zu stellen, bei dem etliche tausend Euro Reinerlös zusammenkamen.

Man spendet ohne zu fragen.

Im Nachgang dann, nun nach dem ersten Schock und der ersten Spendenwelle für Haiti, nagen doch einige Unklarheiten. Nämlich unter anderem die, welche Hilfe eigentlich von muslimischer Seite gewährt wird. Darf man diese Frage stellen? Sie erscheint mir politisch inkorrekt, trotzdem oder gerade deshalb stelle ich sie.

Muslime wollen als „normal“ wahrgenommen werden, als gleichberechtigt, sie propagieren das „Miteinander“ – national und global. Bewährt sich diese Selbstdarstellung nun mit Blick auf die schrecklichen Bilder und Meldungen aus Haiti? Ich wäre froh und dankbar, Meldungen lesen zu können, die Anteilnahme und tätige Hilfe von Muslimen in und für Haiti bezeugen würden. Wer kann dazu Hinweise beisteuern?

Meine Suche im Netz hat nichts dazu erbracht. Die Seite muslimehelfen.org etwa kennt die Katastrophe in Haiti nicht, ähnlich sieht es auf von mir gefundenen anderen Seiten aus. Es kommt noch viel schlimmer. Auf ahlu-sunnah.com etwa teilt Nutzer „Muslim1“ mit Blick auf die Opfer mit:

„ich weiss nicht ,ob ich darum jeutzt trauern soll.“

„Arabi_Muslim90“ hat eine Erklärung, die hoffentlich nicht repräsentativ für Muslime ist:

„naja ich weiß nicht was ich dazu sagen soll, Allah subhana wa taaala hat es so gewollt. Ich denke das war eine Strafe an das Volk von Haiti. Aber ich kenne mciht nicht genau aus was in Haiti so passiert ist in den letzten Jahren. Nun machen die Kuffar so ein aufriss und fangen an Spenden zu sammeln was war denn mit gaza? Keiner außer Muslime haben zu Spenden aufgerufen. Und es passieren fast nie Erdbeben in muslim. Länder , außer im Taghut-Staat Türkei und im Rafida-Paradies Iran. Auch einmal gab es in Algerien ein Erdbeben. Sonst immer bei Kuffar. Die meisten Erdbeben sind ja bei den gottlosen Chinesen.“

Auf islam.de finde ich keinen Hinweis auf Haiti. Jedoch auf cbsnews.com erscheint eine Liste, welche die Hilfeleistenden namhaft macht, nämlich:

• The U.S. government is making an initial $100 million relief effort and is sending ships, helicopters, transport planes and 2,000 Marines.

• Canada is sending $5 million Canadian (US$4.8 million) and matching contributions by individual Canadians to eligible charitable organizations up to a total of $50 million Canadian (US$47 million). Ottawa also is sending two navy ships, helicopters, transport planes and a disaster response team.

• The World Bank is providing a $100 million grant, and the U.N. is sending $10 million.

• Britain is sending $10 million. A four-person government assessment team and 71 rescue specialists along with search dogs and heavy equipment arrived Thursday.

• Australia has pledged $9.3 million; Norway, about 30 million kroner ($5.3 million); Japan, up to $5 million; Italy, euro1 million ($1.46 million); and the European Commission, euro3 million ($4.37 million).

• The Netherlands and the Italian bishops‘ conference have each donated euro2 million. Denmark has donated 10 million kroner ($1.9 million) and Finland is giving euro1.25 million ($1.8 million). South Korea has pledged aid worth $1 million.

• Irish telecommunications company Digicel said it would donate $5 million and help repair the phone network.

• Spain has pledged euro3 million ($4.37 million), and sent rescue teams and 100 tons of equipment. Germany gave euro1.5 million ($2.17 million) and sent an immediate response team.

• India and China will each donate $1 million and China is sending a 60-member relief team with sniffer dogs.

• Sweden has offered 6 million kronor ($850,000), along with tents, water purification equipment and medical aid. It is also sending a team to build a new base to replace the U.N.’s destroyed headquarters.

• Venezuela has sent doctors, firefighters and rescue workers. Mexico will send doctors, search-and-rescue dogs and infrastructure experts. French President Nicolas Sarkozy said 400 staff from the public security authority are being sent, as well a ship with two surgical operating units, 50 beds for injured and earth-moving equipment.

• Iceland and Portugal are each sending more than 30 rescue workers. Taiwan has sent 23 rescue workers and two tons of aid and equipment.

• Israel plans to open a field hospital and is sending 220 rescue workers.

• A Swiss rescue team is arriving overland from the Dominican Republic. A flight carrying 40-50 tons of aid goods is planned for Friday.

Wie ist diese Liste zu verstehen? Ist sie vom Westen manipuliert? Der „große Satan“ USA mit großem Abstand an der Spitze der Hilfeleistenden – sollte das nicht die Kritiker der USA (wieder einmal) beschämen? Andere Länder (auch Israel) und Organisationen folgen, wobei die Spendengelder kirchlicher und sozialer Organisationen der westlichen Welt hier offenbar nicht einmal auftauchen.

Angesichts dieses Bildes die ehrliche Frage: Wo bleibt die menschliche Solidarität der Muslime? Habe ich sie übersehen? Bitte um Hinweise im Kommentarbereich, damit mein einseitiges Bild vielleicht doch korrigiert werden kann!

Übrigens: Die Webseite der Tagesschau ruft zu Spenden auf, die überwiegend Katastrophen in der muslimischen Welt betreffen. Dies finde ich absolut in Ordnung. Geholfen wird da, wo die Not ist und wo sie am größten ist. Sollte man diese Einstellung aber nicht von ALLEN Menschen erwarten können?

Ich bin selbstverständlich dafür, auch zukünftig bei Katastrophen in islamischen Gebieten zu helfen – initiativ, großherzig, ohne auf Bitten zu warten. Dies sollte selbstverständlich sein. Auch umgekehrt würde ich dies erwarten, auch aus islamischen Ländern, die in Petrodollars schwimmen. Zu viel verlangt?

Spenden für Haiti gehen beispielsweise an:

Deutsches Rotes Kreuz
Konto: 41 41 41
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ 370 205 00
Stichwort: Erdbeben Haiti
www.drk.de

(Foto oben: US-Hubschrauber werfen Hilfslieferungen an die haitianische Bevölkerung)




Brennende Schweizerfahnen in Pakistan

In Pakistan brennen seit Freitag Schweizer Flaggen gemeinsam mit dänischen. Das Feindsymbol des Dschihad ist rot mit weißem Kreuz in der Mitte. Ob das Kreuz dabei schmal durchgezogen, wie bei der dänischen, oder fett in der Mitte wie bei der Schweizerfahne ist, spielt eine untergeordnete Rolle. Karikatur-Dänen und Anti-Minarett-Schweizer sind beide Feinde des Islams.

Experten gehen davon aus, dass in anderen Ländern Ähnliches passiert und sind „besorgt“ (vermutlich eher um den Dhimmi-Frieden als um das Wohlergehen der Schweizer und Dänen). 20Minuten berichtet:

Mitglieder muslimischer Organisationen gingen in den pakistanischen Städten Islamabad und Rawalpindi auf die Straßen und verbrannten Schweizer Flaggen. Dazu skandierten sie Parolen gegen das Minarett-Verbot und die Schweizer Regierung. Für nächsten Freitag haben die Organisatoren laut „Sonntag“ bereits eine nächste Demonstration angekündigt. Darüber zeigt sich Erich Gysling, Experte für den Mittleren Osten, besorgt: „Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass es bald wieder zu ähnlichen Vorfällen kommt, auch in anderen Ländern.“

Pakistan nehme in der Region eine Vorreiterrolle ein – das sei auch bei den Eskalationen um den Karikaturenstreit so gewesen. Dass es erst knapp zwei Monate nach der Abstimmung zu diesem Akt gekommen ist, erklärt Gysling „mit dem anderen Zeitgefühl der Muslime. Verdikte wie das Abstimmungsresultat gehen aber keinesfalls vergessen.“

Das Außendepartement EDA hat Kenntnis von den Demonstrationen. „Die Botschaft in Islamabad ist in ständigem Kontakt mit den Behörden und religiösen Meinungsführern. Auch schon vor der Minarett-Abstimmung“, so Sprecherin Nadine Olivieri.

Na bei den Gesprächen mit den moderaten Taliban wird sich bestimmt eine Einigung im Kampf gegen die Islambeleidiger finden lassen.

(Spürnase: skeptiker)




Der Professor und der „reformierbare“ Islam

Prof. Dr. Mathias RoheProf. Dr. Mathias Rohe (Foto) ist PI-Lesern kein Unbekannter. Der Jurist und Islamwissenschaftler aus Erlangen bemüht sich seit Jahren, dem Islam auch „moderate“ Aspekte zuzusprechen, die Grundlage für eine gewisse „Demokratie-Kompatibilität“ seien. Hierzu kann der Buchautor offensichtlich auch der Scharia harmlose Seiten abgewinnen. Vergangene Woche hielt er an der Münchner Uni einen Vortrag mit dem Titel: „Islamis- und Pluralismus: Raum und Grenzen der Meinungs- und Religionsfreiheit im islamischen Recht“. Dies klang verheißungsvoll, und so rückte die PI-Gruppe München mit zehn Vertretern in den Hörsaal M 014 der LMU ein.

Veranstaltet wurde diese öffentliche Vorlesung vom „MZIS“, dem Münchner Zentrum für Islamstudien. Eines seiner Ziele ist es laut Flyer, „das gesamte Spektrum der Münchner Islamstudien transparent und einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen“. Wir lauschten also gespannt. Der frühere Richter am Oberlandesgericht Nürnberg scheint nach heftiger Kritik aus der islamkritischen Szene mittlerweile vorsichtiger geworden zu sein, denn er lieferte entgegen unserer schlimmsten Erwartungen eine überraschend realitätsnahe Zustandsbeschreibung der Situation in muslimischen Ländern ab. Rohe verschwieg nicht, dass der Islam ein massives Problem mit Meinungsfreiheit und Toleranz hat.

So habe beispielsweise in der Türkei die alevitische Religionsgemeinschaft große Schwierigkeiten. Erschütternder Höhepunkt sei der Brandanschlag 1993 auf das Hotel in Sivas gewesen, bei dem 35 Aleviten zu Tode kamen. Vor dem Hotel hatte sich eine aufgebrachte Menschenmenge von 20.000 Sunniten befunden. Bis heute werde es abgelehnt, am Ort des Brandanschlages ein Mahnmal zu errichten. Bezeichnend findet es Rohe auch, dass der erste alevitische Religionsunterricht nicht in der Türkei, sondern an einer Berliner Schule stattgefunden habe. Die jetzige türkische Regierung lasse es nicht einmal zu, dass die Aleviten ihren Glauben in offiziellen Gebetshäusern ausüben können. Von der Situation der Christen in der Türkei, die sich nicht viel besser darstellt, erwähnte Rohe nichts.

Der Islamwissenschaftler wies auf die Bahaii im Iran hin, die sich vom Islam losgesagt hätten und seitdem heftig verfolgt würden. Ihr Religionsstifter Baha’u’llah wurde in Teheran 1852 eingekerkert und anschließend vertrieben. Es folgte eine Verbannungs-Odyssee von einem islamischen Land ins nächste, von Bagdad über Istanbul und Alexandria nach Port Said. Schließlich habe er Ruhe in Akkon im heutigen Israel gefunden, wo er zwei Jahrzehnte lebte und die meisten seiner Schriften verfasste, die u.a. von der Einheit der Menschheit und der Aussöhnung der Religionen handeln.

Auch die Ahmadiyya-Gemeinde habe es im Islam schwer gehabt, als sie im späten 19. Jahrhundert in Pakistan entstanden ist. Nach deren Auffassung folge auf Mohammed noch ein weiterer Prophet. Das wird in Pakistan nicht akzeptiert, was die Ahmadiyya dort der Unterdrückung aussetze.

Prof. Dr. Mathias Rohe

Prof. Rohe, der auch schon am Tisch der deutschen Islamkonferenz saß, kam auf einige der aktuellen Hiobsbotschaften aus der Schmiede der Religion des Friedens™ zu sprechen. Er spannte dabei den Bogen vom Mordversuch an Kurt Westergaard über die Ermordung von koptischen Christen in Ägypten, den Brandanschlägen auf Kirchen in Algerien bis zum versuchten Flugzeugattentat von Detroit. Rohe versuchte erst gar nicht, den Zusammenhang zwischen Islam und Terror abzustreiten. Der Professor ist einen Schritt weiter. Er setzt auf angebliche Reformkräfte im Islam. In diesem Zusammenhang brachte er Yusuf Al-Qaradawi ins Spiel, eine der obersten zeitgenössischen Autoritäten im sunnitischen Islam, der in der islamischen Welt als wichtige moralische Instanz gilt.

Sieht man bei diesem „moderaten“ Moslem etwas genauer hin, erkennt man wenig Reformfreudiges: In seinem Buch „Erlaubtes und Verbotenes im Islam“ rechtfertigt er u.a. die körperliche Züchtigung von Ehefrauen bei notorischem Ungehorsam und die Todesstrafe bei „Unzucht“, Homosexualität und „Abfall vom Glauben“. Außerdem rief er im Karikaturenstreit zu einem muslimischen „Tag des Zorns“ und zum Boykott dänischer Importe auf.

Dann beruft sich Rohe noch auf den Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Dr. Nadeem Elyas, der gesagt haben soll: „Apostasie sei kein Problem“. Auch hier lohnt sich wieder ein genauer Blick. Elyas hat 1997 eine Hommage an die Islamwissenschaftlerin Annemarie Schimmel mit dem Titel „Das weiche Wasser wird besiegen den harten Stein“ geschrieben. Diese Schrift hat das niedersächsische Ministeriums für Inneres, Sport und Integration analysiert und festgestellt:

In diesem Werk vertritt Elyas die Auffassung, dass Menschenrechte gottgegeben und somit in Übereinstimmung mit dem Koran stünden. Einige Themen wie die rechtliche Stellung der Frau, werden auffälligerweise nicht angesprochen. Die Religionsfreiheit wird als gegeben dargestellt; nicht jedoch die Tatsache erwähnt, dass ein Muslim bei Todesstrafe von seinem Glauben nicht abfallen darf. Auch ist der Umgang mit Polytheisten, die nach dem islamischen Recht ebenfalls mit dem Tode bedroht sind, nicht thematisiert. Zur Todesstrafe heißt es, es gebe ohnedies kein wirklich islamisches Land; zum anderen würden fast überall auf der Welt Todesurteile vollstreckt.

Diese Taktik kennt man von muslimischen Verbandsvertretern in Deutschland zur Genüge. Man wirft einige nette Begriffe wie „Religionsfreiheit“ in den Raum, versucht damit die Gutmenschen zu beruhigen, verschweigt aber die sich dahinter verbergende knallharte Realität. Trotzdem hofft Mathias Rohe, der dutzende islamischer Länder bereist hat, dass sich im Islam Toleranz und Friedfertigkeit Raum verschaffen. Wie das angesichts der vielfach bluttriefenden Botschaften des Koran und der machtorientierten Anweisungen des Mohammed vor sich gehen soll, bleibt dahingestellt. Rohe hat in Tübingen und Damaskus Islamwissenschaften studiert. Man darf davon ausgehen, dass er den Koran kennt. Seine Vision ist wohl, dass es vielleicht irgendwann muslimische Reformkräfte geben könnte, die es möglicherweise schaffen könnten, dieses Machwerk der Gewalt auf das siebte Jahrhundert einzugrenzen und für die Moderne umzudeuten. Man darf ja noch träumen. Die klare Vorgabe des Islam, dass der Koran das allzeit gültige Wort seines Gottes Allah ist, das nicht verändert werden darf, scheint Rohe zu ignorieren.

Prof. Dr. Mathias Rohe

Professor Rohe wirkt wie auf einer Mission. Man spürt, dass er eine apokalyptische Konfrontation zwischen der islamischen und der nicht-islamischen Welt befürchtet. Dies will er unbedingt verhindern, was ja grundsätzlich eine hehre Absicht ist. Aber für dieses Ziel färbt er eben auch Vieles schön. So sei der Grund für die weitestgehend fehlende Meinungsfreiheit in den für uns so abschreckend wirkenden islamischen Gesellschaften nicht etwa der Islam selbst, sondern hauptsächlich die diktatorischen Regierungssysteme dieser Länder.

An dieser Stelle kommt natürlich eine Zwischenfrage aus unseren Reihen. Könne man diese Zustände nicht klar und deutlich auf den Islam zurückführen, da Mohammed schließlich auch Kritiker töten ließ, keinen Widerspruch gestattete und mit all seinem Verhalten das perfekte und vollkommene Vorbild im Islam ist?

In seiner Antwort versuchte Prof. Rohe Beispiele zu finden, bei denen der Islam scheinbar friedlich und tolerant gewesen sei. Er erwähnte den viel zitierten und natürlich auch heftig umstrittenen „Es gibt keinen Zwang im Glauben“-Vers und beschrieb, dass Andersgläubige im Islam kaum zwangskonvertiert und selten vertrieben wurden, beispielsweise in Al-Andalus.

Hier meldete sich ein weiterer Vertreter von PI München und brachte das Beispiel der osmanischen Knabenlese, was eindeutig Zwangskonvertierung gewesen sei. Außerdem führte er an, dass „Hindukusch“ übersetzt „Tötet die Hindus“ bedeute und auch nicht unbedingt auf Friedfertigkeit hinweise. In beiden Fällen stimmte Rohe zu und lenkte ein, dass es in der Geschichte des Islam genügend Beispiele für Gewalt gebe. Und er führte auch aus, dass die Andersgläubigen in Al-Andalus Unterworfene gewesen seien, die bei weitem nicht die gleichen Rechte wie die Muslime gehabt hätten, immer wieder tief erniedrigt und teilweise auch massakriert worden seien. Nicht unerwähnt ließ Rohe in diesem Zusammenhang auch das gelbe Zeichen und die Dhimmisteuer. Womit die Ungläubigen bekanntlich regelrecht als Melkkühe benutzt wurden, und so hatten die muslimischen Machthaber aus ganz pragmatischen Gründen eher selten Interesse an Zwangskonvertierungen. Denn auf diese Weise ließ es sich schließlich bequem leben.

Prof. Dr. Mathias Rohe

Trotz der bedrückenden Realität versuchte der Professor des Erlanger Zentrums für Islam und Recht, aktuelle Reformen in manchen islamischen Ländern als wichtige Schritte in Richtung Modernisierung darzustellen. So beschrieb er, wie beispielsweise in dem vielleicht nicht ganz so strengen Jordanien die Todesstrafe für Apostaten stillschweigend abgeschafft worden sei, ohne dass dies dort allerdings an die große Glocke gehängt worden sei. Denn mit den „orthodoxen“ Moslems hätten sich die dortigen Machthaber schließlich dann doch nicht anlegen wollen. Und so seien diese Reformen still und heimlich über die Bühne gegangen, ohne in den offiziellen Gesetzestexten Erwähnung zu finden.

In manchen muslimischen Denkstuben würden regelrechte Spagate vollzogen, um von der strengen Islam-Auslegung wegzukommen. So würde zum Beispiel auch die Aussage Mohammeds „Tötet die Apostaten“ hin und herinterpretiert. So sei man auch schon zu dem Schluß gekommen, dass es sich hier statt Religionsabtrünnigen auch um „Hochverräter“ handeln könnte, die einen bewaffneten Aufstand gegen die Staatsgewalt verübten. Und so wäre man von der Todesstrafe wegen Apostasie weg. Ein atemberaubender Tanz um den Vulkan…

Die Realität der islamischen Gesetzgebung hinsichtlich Toleranz und Menschenrechte ist aber trostlos, das gibt auch Rohe zu. Ein Blick in die Kairoer Erklärung für Menschenrechte reiche aus, wo es beispielsweise in Artikel 22 heißt:

Jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsäußerung, soweit er damit nicht die Gesetze der Scharia verlässt.

Prof. Dr. Mathias Rohe

Rohe stellte auch in bemerkenswert offener Weise fest, dass sich in vielen Regionen der islamischen Welt seit dem siebten Jahrhundert substanziell kaum etwas verändert habe. Und er warnte eindringlich vor den Saudis, die durch einen „Roll-Back“ mit massiven Geldflüssen versuchten, die traditionell-wahabitische Linie des Islam in der Welt zu verankern.

Der gebürtige Stuttgarter kritisierte gleichzeitig aber auch die sogenannte „islamophobe Propaganda“, die immer wieder behaupte, dass der Islam nicht reformierbar sei. Nun, wie er um die klare Vorgabe herumkommen möchte, dass der Koran wörtlich zu nehmen und unveränderbar ist, behält Rohe für sich. Auch hier scheint mehr der Wunsch Vater des Gedankens zu sein. Der nach eigenen Angaben gläubige Christ sieht sich als Mahner, dass man die Minderheitenrechte der Muslime in europäischen Ländern nicht beschneiden dürfe. In diesem Zusammenhang erwähnt er natürlich das Schweizer Minarettverbot, das er als klaren Verstoß gegen die Menschenrechte sieht. Hier habe „die Demokratie vor dem Rechtsstaat gesiegt“. Die Religionsfreiheit müsse über dem demokratischen Recht eines Volksentscheides stehen. Dass es allerdings auch Grenzen der Religionsfreiheit gibt, vor allem beim Thema Machtanspruch – was schon in der Weimarer Verfassung festgeschrieben wurde und auch Einzug ins Grundgesetz hielt – sprach Rohe nicht an.

Er mahnte dagegen, dass aus europäischen Muslimen keine Dhimmis gemacht werden dürften. Eine Islamkritikerin wollte an dieser Stelle wissen, ob es in Europa denn schon soweit sei, dass Muslime eine Zusatzsteuer zahlen müssten. Rohe will es anders verstanden wissen: „Wehret den Anfängen“. Allerdings schränkt er ein, dass die Vorstellungen einer Minderheit nicht der Mehrheit übergestülpt werden dürften. Seine These: Es müsse in Europa ein Klima geschaffen werden, dass sich hier eine Interpretation des Islam bilden könne, die in Richtung Reformierung gehe.

Prof. Dr. Mathias Rohe

Leider musste Professor Rohe dann eilig zu seinem Zug nach Erlangen, und so konnten wir dieses spannende Thema nicht mehr weiter vertiefen. Fragen hätte es genug gegeben. Zum Beispiel, wozu der Islam wohl ein besonders „Klima“ in Europa brauche, um sich reformieren zu können. Und ob dieses „Klima für Muslime“ eigentlich noch günstiger sein könne, als es im toleranzverliebten Europa momentan ohnehin schon ist. Nun, es dürfte realistisch gesehen vielmehr so sein, dass der Islam dieses wohlwollende „Klima“ auch in Zukunft dazu nutzen wird, sich immer fester in der Gesellschaft zu verankern, immer mehr Forderungen zu stellen, um die Gesellschaft nach und nach schleichend islamisieren zu können. Mit dem Endziel der Machtübernahme. Ganz im Sinne Mohammeds.

Und Menschen wie Professor Dr. Rohe erweisen sich auf diesem Weg als Steigbügelhalter. Ob willig oder unbewusst, hat keinerlei Bedeutung. Wer den Islam verharmlost, handelt verantwortungslos.

» mathias.rohe@jura.uni-erlangen.de

(Text: byzanz / Fotos: RChandler)




Email einer Konvertitin an PI: „Warum hetzt ihr?“

PI erreichen täglich viele lobende, aber auch kritische Zuschriften. Zum Beispiel die der zum Islam konvertierten 17-jährigen Ferah, die die Art und Weise unserer Berichterstattung nicht in Ordnung findet. „Wie könnt ihr so etwas mit eurem Herz verantworten?“, schreibt Ferah. Die Antwort liegt auf der Hand: Gerade weil uns die Menschenrechte am Herzen liegen, geißeln wir tagtäglich die Gewaltideologie namens Islam – und werden dies auch in Zukunft weiter tun.

Wir veröffentlichen Ferahs Nachricht an uns im Wortlaut:

Hallo zusammen, erst mal zu mir. Ich bin 17 Jahre alt und konvertierte Muslima. Warum hetzt ihr? Was habt ihr davon? Befridigt dies euch? Warum stellt ihr Sachen ins Internet, die so schlecht rechachiert sind? Ich finde es schlimm, das durch eure Hetze schon Schwestern sterben mussten. Wie könnt ihr so etwas mit eurem Herz verantworten?

Durch eure Hetze, werden Muslimische Frauen auf der Strasse mit Gewalt angegriffen. Wie könnt ihr zuschauen und weiter Hetzen? Ich kann nicht mehr zuschauen, wie ihr lügen verbreitet. Warum sucht ihr nicht den Dialog zu uns, warum schreibt ihr nicht über die anschläge auf die muslimischen Frauen in der Schweiz? Es ist verletzen so etwas zu lesen..
Warum hetzt ihr? Ich verstehe es einfach nicht, warum man so etwas macht!

Sie wollen Allahs Licht mit ihren Mündern auslöschen, doch Allah wird Sein Licht vollenden, auch wenn die Ungläubigen es verwünschen. (61:8)
Ich bin sehr gespannt, wie weit ihr noch gehen werdet und wieviel lügen ihr noch verbreiten werdet. Ich bin froh nicht mehr als sexobjekt angeschaut zu werden und ich liebe es mein kopftuch zu tragen. Ich bin froh meine Rechte als Frau bekommen zu haben. Gleichberechtigung hier? Das ich nicht lache! Warum verdienen Frauen weniger ais Männer, obschon sie die selbe Arbeit haben! Warum schreibt, das wir unterdrückt werden? Fragt doch einfach uns und fragt ob wie gezwungen worden sind diese Religion anzunehmen. Ich bin eine stolze muslima und ich werde immer und überall zu meiner religion stehen, den die Warheit wird ans Licht kommen und dies ist nunmal der Islam. Wollt ihr wissenschftliche Beweise? Könnt ihr haben! http://www.youtube.com/watch?v=JK_PbQ8bdL8
Fürchtet Allah und wisst das nur der Islam die einzige wahre Religion ist. Informiert euch bevor es zu spät ist. Möge Allah euch rechtleiten, amin.

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen, da ich wissen möchte, wie ihr das rechtfertig wollt.