„Amir I.“ durfte nicht im Bonner Münster reden

'Amir I.' durfte nicht im Bonner Münster redenEs geht auch anders: Nach einer Entscheidung des Erzbistums Köln haben Muslime bei katholischen Gottesdiensten Redeverbot (was sich ja eigentlich von selbst versteht). In Bonn hat nun Karnevalsprinz Amir I. (Foto), ein Muslim iranischer Herkunft, beim Gottesdienst im Münster Redeverbot erhalten. Das WDR-Fernsehen gibt sich tief betroffen. Der Prinz selbst musste angeblich mehrmals während des Gottesdienstes mit Tränen kämpfen, wie bei der Aktuellen Stunde vom 16.1. auf dem Fernsehbildschirm vermeldet wurde.

Prinz Amir wird es verschmerzen. Der WDR schon weniger, wo man die Erfahrung machen mußte, dass eben doch nicht alle Religionen gleich behandelt werden und man dem Islam nicht Tür und Tor überall öffnet.

Der Bonner General-Anzeiger berichtet:

Prinz Amir I. darf nicht im Münster reden

Erzbistum verbietet dem Moslem das Wort

Prinz Amir I. hat an diesem Samstagnachmittag im Karnevalsgottesdienst im Bonner Münster Redeverbot – und bedauert das. „Er findet das sehr traurig“, sagt Prinzenführer Christoph Arnold. Hintergrund ist eine Regelung der Deutschen Bischofskonferenz, „und das sieht auch der Kölner Erzbischof so“, wie Reinhard Sentis, Pressereferent am Bonner Münster Freirtagabend erklärte.

So werde am Samstag ein ökumenischer Gottesdienst mit katholischer Beteiligung gefeiert. Und da der Prinz ein Moslem ist, dürfe er dort nicht aktiv werden und reden. Es handele sich nicht um einen interreligiösen Gottesdienst, so Sentis.

Schon im November sei über die Regelung mit dem Festausschuss gesprochen worden. „Der Prinz war da einverstanden, dass die Bonna spricht“, sagt Sentis. Er geht davon aus, dass dies heute nun auch so passiere.

Stadtdechant Wilfried Schumacher habe mittlerweile entschieden, eine Klausurtagung in Ahrweiler abzubrechen, um den Gottesdienst selbst zu halten. Laut Sentis wolle er darstellen, worum es im Karneval geht.

Sentis betont: „Wir wollen keinen brüskieren.“

Und ShortNews schreibt:

Weil er ein Moslem ist: Redeverbot für Bonner Karnevalsprinzen in Kirche

Das Grußwort des amtierenden Karnevalsprinzen im Bonner Münster hat Tradition. Dieses Jahr jedoch soll der Prinz schweigen. Der Grund: Amir der Erste ist ein Moslem.

Der Hausherr der Kirche, Stadtdechant Schumacher, wollte sich zum Verbot nicht äußern. Ein Sprecher von ihm verwies auf eine Entscheidung des Erzbistums Köln, wonach Moslems das Reden während katholischer Messen verboten sei.

Amir der Erste ist gebürtiger Iraner. Von Diskriminierung möchte er nicht reden, obwohl viele seiner Landsleute von der Entscheidung tief enttäuscht gewesen sein sollen. Statt ihm soll nun die Karnevalsprinzessin (Bonna) Uta die Erste, die Ansprache an die Jecken halten. Sie ist eine Christin.

(Text: Leserin)