„Hier ist Mohammed!“

ShiningIn Stanley Kubricks Horrorfilm aus dem Jahre 1980, Shining, zerdrischt Jack Torrance, gespielt von Jack Nicholson, mit der Axt eine Tür, um seine Frau und seinen sechsjährigen Sohn zu ermorden, und ruft dabei: „Hier ist Jacky!“ Dieses Filmbild und der Ausruf erlangten Kultstatus. Am vergangenen Freitag fand Shining eine Neuauflage im wirklichen Leben, als ein 28-jähriger, mit einer Axt bewaffneter Somalier auf die Glastür zum Bungalow des 74 Jahre alten Karikaturisten Kurt Westergaard eindrosch, der in einem bürgerlichen Vorort der dänischen Stadt Aarhus lebt.

(Von Thomas Landen, Brussels Journal, Übersetzung: Israel_Hands)

Die Tür, die aus zusätzlich verstärktem kugelsicherem Glas bestand, gab schließlich nach. Westergaard jedoch, der am Stock geht, blieb gerade noch Zeit, das Schlafzimmer seiner fünfjährigen Enkelin aufzusuchen, sie zu wecken und sich mit ihr im Badezimmer einzuschließen.

Das Badezimmer der Westergaards ist zu einem Panikraum umfunktioniert worden. Es besitzt eine Stahltür und ist mit einem Alarmknopf mit direkter Verbindung zur Polizei ausgestattet. Drei Minuten später waren die Beamten vor Ort. Inzwischen hieb der Somalier mit seiner Axt auf die Stahltür ein, schrie „Blut“ und „Rache“, während er versuchte, sich Zugang zu verschaffen. „Hier ist Mohammed!“

Als die Polizei eintraf, drang der Somalier mit seiner Axt auf einen Beamten ein, bis Schüsse ins Knie und die Schulter aus den Waffen weiterer Beamter ihn aufhielten. Westergaard und seine Enkeltochter kamen unverletzt davon, doch das Grauen, das sie erlebten, entzieht sich jeder Schilderung. Der Vorfall erinnert an eine andere Horror-Szene aus dem wirklichen Leben, die sich vor sechs Jahren am hellichten Tag auf einer Amsterdamer Straße abspielte. Ein junger Marokkaner namens Mohammed Bouyeri verübte eine rituelle Schlachtung an dem niederländischen Filmemacher Theo van Gogh; er schlitzte van Goghs Hals auf, weil jener einen Dokumentarfilm über die Stellung der Frau in traditionellen muslimischen Gesellschaften gedreht hatte.

Kurt Westergaard konnte von Glück reden, dass der Anschlag vom Freitag verhältnismäßig früh am Abend stattfand, gegen 22 Uhr, als er noch in seinem Wohnzimmer saß und sofort erkannte, was vorging. Er konnte von Glück reden, dass er doppelt starkes kugelsicheres Glas hatte, das ihm genug Zeit verschaffte, um seine Enkelin aus dem Bett zu holen und mit ihr ins Badezimmer zu flüchten. Hätte sich der Anschlag mitten in der Nacht ereignet, während Westergaard schlief, hätte er womöglich nicht die selbe Geistesgegenwart besessen und hätte nicht derart schnell reagiert. Er, seine Enkelin oder beide hätten in Stücke gehackt werden können.

Vor fünf Jahren, als die ersten Todesdrohungen gegen den Karikaturisten laut wurden, verwandelten die dänischen Behörden den Bungalow der Westergaards in eine Festung. Sie ersetzten sämtliche Fensterscheiben durch kugelsicheres Glas, bauten das Badezimmer der Familie zu einem Panikraum um und installierten Überwachungskameras rund ums Haus. Diese Maßnahmen retteten Westergaard, wenn auch nur knapp. Für die Zukunft benötigt die Familie Westergaard einen noch besseren Schutz.

Vor fünf Jahren setzten muslimische Geistliche ein Kopfgeld in Höhe von 1 Million Dollar auf Kurt Westergaard aus, weil er eine Karikatur gezeichnet hatte, die den Propheten Mohammed mit einer im Turban steckenden Bombe darstellt. Diese Karikatur, so Westergaard, „war ein Versuch, jene Fanatiker bloßzustellen, die massenhaft Sprengstoffanschläge, Morde und weitere Scheußlichkeiten mit dem Hinweis auf die Aussprüche ihres Propheten rechtfertigen. Wären viele Muslime der Ansicht, dass ihre Religion solche Taten nicht billigt, dann wären sie aufgestanden und hätten deutlich gesagt, dass diese Gewalttäter die Bedeutung des wahren Islam falsch verstanden haben. Doch dies taten nur sehr wenige von ihnen.“

Bis heute tun das nur sehr wenige von ihnen. Der Kommentar, den die „moderate“, in Dubai ansässige Zeitung Gulf News am 2. Januar über den versuchten Anschlag auf Kurt Westergaard veröffentlichte, liest sich wie folgt:

Die Karikatur war ganz ohne Frage zutiefst beleidigend für alle Muslime. Für seine Tat wird Westergaard von allen, die an die wahre Religion des Islam glauben, mit äußerster Verachtung angesehen. Einen Anschlag auf ihn zu verüben, bedeutet gleichwohl, sich auf das Niveau eines jämmerlichen und widerwärtigen Menschen hinab zu begeben.

Dieser Vergeltungsanschlag dient nur dazu, erneut das Ausmaß der Kränkung deutlich zu machen, die dänische Zeitungen begingen, indem sie die Funken der Beleidigung mit dem Brennstoff des Hasses entfachten.

Westergaard und seinesgleichen sollten besser vergessen werden.

Obwohl die Gulf News das versuchte Attentat verurteilt, nennt sie es einen „Vergeltungsanschlag“ und stellt es moralisch auf eine Stufe mit Westergaards Verfertigung einer „zutiefst beleidigenden Karikatur“. Die Gulf News kritisiert den Möchtegern-Attentäter, aber nicht für den Versuch, den Karikaturisten umzubringen, sondern dafür, sich „auf das Niveau“ dieses „jämmerlichen und widerwärtigen Menschen hinab begeben“ zu haben. Hat denn auch Westergaard versucht, einen Menschen mit einer Axt zu töten? Nein, er hat lediglich mit einem Stift eine Zeichnung angefertigt.

Welten liegen zwischen der Bekundung einer politischen Meinung – egal wie beleidigend, verächtlich oder widerwärtig sie manchen erscheinen mag – und einem Axtmord. Ein Mordanschlag kann niemals mit einer Beleidigung gleichgesetzt werden. Ein Bild zu zeichnen, einen Dokumentarfilm zu drehen, ein Buch zu schreiben oder eine Meinung zu äußern, kann niemals damit gleichgesetzt werden, loszuziehen, um jemanden mit einer Axt zu töten. Das ist sonnenklar. Und doch hat es den Anschein, dass sogar die „moderaten“ Muslime der Gulf News in den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht in der Lage sind, das zu begreifen.

Es ist schlichtweg unmöglich, irgendwelche Illusionen bezüglich der „wahren Religion des Islam“ zu hegen, so lange Muslime nicht imstande sind, diesen Unterschied zu erkennen. „Auge um Auge“, sagt die Bibel und schränkt damit das Ausmaß jeder Vergeltung auf eine gleichwertige Strafe ein. Eine Karikatur als Strafe für eine Karikatur, das wäre fair. Der Koran jedoch schränkt das Ausmaß der Vergeltung nicht ein. Ganz im Gegenteil, der Islam fordert einen Kopf für eine Karikatur (Westergaard), einen Kopf für ein Buch (Rushdie), einen Kopf für einen Film (van Gogh), einen Kopf für eine politische Meinungsäußerung (Wilders). Jeder, der den Islam „beleidigt“, oder den Koran, oder Allah, oder seinen Propheten, verdient die Todesstrafe.

Vor zwei Jahren wurde Westergaards Ehefrau von dem Kindergarten vor die Tür gesetzt, der ihr Arbeitsplatz war. Sie wurde entlassen, weil mehrere Eltern Sorge um die Sicherheit ihrer Kinder äußerten. Es fällt nicht schwer, die Sorge der Eltern dieser Kinder, die in Frau Westergaards Obhut standen, nachzuvollziehen. Diese Eltern hatten Angst, eines Morgens könnten irgendwelche axtschwingenden Barbaren an der Tür auftauchen und „Hier ist Mohammed!“ rufen. Ihre Besorgnis ist vernünftig, denn jeder weiß, wozu diese Leute fähig sind. Und dennoch, statt Frau Westergaard hinauszuwerfen, wie es der Kindergarten auf Ersuchen der besorgten Eltern tat, sollten die Eltern sich lieber fragen, ob es nicht an der Zeit ist, die eingedrungenen Barbaren hinauszuwerfen.

Für den Westen ist es an der Zeit, die Augen vor der „wahren Religion des Islam“ zu öffnen. So lange der Westen dies nicht tut, wird er nicht in der Lage sein, gegen jene zu bestehen, die sich den Weg zum Herz unserer Zivilisation mit der Axt freihauen. Der Möchtegern-Attentäter Kurt Westergaards war ein 28 Jahre alter Somalier, der in Dänemark lebte, seit er 16 war. Der Mann besaß eine dänische Aufenthaltserlaubnis, obwohl er Mitglied einer terroristischen Vereinigung war. Die dänischen Behörden wussten, dass er Mitglied von Al-Shabaab war, dem somalischen Ableger von Al Quaida. Vor fünf Monaten wurde eben dieser Fanatiker in Kenia festgenommen und sieben Wochen lang in Haft gehalten, weil man ihn verdächtigte, in eine Verschwörung zur Ermordung der amerikanischen Außenministerin Hillary Clinton verwickelt zu sein, wobei das Hotel in die Luft gejagt werden sollte, in dem sie logierte.

Was hätte die Gulf News geschrieben, wenn dieser Anschlag Erfolg gehabt hätte? Dass „Clinton und ihresgleichen“ besser vergessen werden sollten? Weitaus schlimmer als die muslimische Rechtfertigung des jüngsten muslimischen Terrorakts ist die Tatsache, dass Dänemark es diesem Mann gestattete, nach Dänemark zurückzukehren. Mann sollte doch wohl annehmen, dass, wenn Kenia den Mann als unerwünschten Ausländer hinauswerfen konnte, Dänemark dasselbe hätte tun können?

Die dänischen Behörden gestatteten ihm, zurückzukehren. Sie machten geltend, dass sie keine Befugnis gehabt hätten, ihn rund um die Uhr zu überwachen, da er, obwohl als gefährlich bekannt, bislang kein tatsächliches Verbrechen begangen habe. Und doch hätten sie ihn nicht ins Land lassen dürfen. Gefährliche Somalier haben einen eigenen Ort zum Bleiben. Man nennt ihn das gefährliche Somalia. Dänemark ist die Heimat von Menschen wie Kurt Westergaard, seiner Frau, seiner Enkeltochter und anderer Dänen.

Am Samstag verkündete der dänische Integrationsminister, Birth Rønn Hornbech, dass Dänemark seine Lektion gelernt habe und es Ausländern erschweren wolle, eine ständige Aufenthaltserlaubnis zu bekommen, wenn sie die Integration verweigern. Warum verwehren die Behörden westlicher Staaten nicht jedem Muslim die Einreise, der nicht eine verpflichtende Erklärung unterschreibt, dass er nach unseren Gesetzen leben wird statt nach denen des Islam? Wenn Muslime, einschließlich der „moderaten“, dies verweigern, gibt es weltweit 56 Staaten, die der Organisation der Islamischen Konferenz angehören, wo sie entweder bleiben oder wohin sie zurückkehren können.

Es ist weder unverschämt noch intolerant noch „islamophob“ von gewöhnlichen Bürgern, keine axtschwingenden, halsabschneidenden Fanatiker in der eigenen Nachbarschaft dulden zu wollen. Hier ist das Gesetz, Mohammed! Du kannst nicht hier leben und uns deine barbarische Lebensweise aufzwingen.