Islamgelehrte im Jemen drohen mit Dschihad

Nach dem vereitelten, in Jemen geplanten Flugzeugattentat bei Detroit am Weihnachtstag hatten US-Politiker über die Frage diskutiert, ob man Truppen in den Jemen entsenden müsste, um das Terrornetzwerk Al-Kaida zu bekämpfen. Als Reaktion darauf drohten mehr als 150 islamische Hassprediger und „Gelehrte“ in Sanaa, sollten ausländische Truppen in den Jemen entsandt werden, den Dschihad auszurufen.

Letzten Juni waren im Jemen mehrere Deutsche brutal ermordet worden.

N-tv berichtet:

Mehr als 150 muslimische Prediger und Gelehrte machten während eines Treffens in einer Moschee in der Hauptstadt Sanaa gemeinsam Front gegen eine eventuelle ausländische Intervention in ihrer Heimat.

„Der Heilige Krieg ist eine Verpflichtung, wenn ausländische Truppen in ein Land eindringen“, erklärten sie. Das Treffen wurde von Scheich Abdul Madschied al-Sindani geleitet, der von den USA 2004 als „Unterstützer und Financier“ des islamistischen Terrors identifiziert worden war.

Nasser al-Bahri, ein früherer Leibwächter von El-Kaida-Anführer Osama bin Laden, sagte der arabischen Zeitung „Al-Hayat“, die jemenitische Regierung kämpfe seit zehn Jahren ohne Erfolg gegen Al-Kaida. „Die beste Lösung wäre die Rückkehr zum Dialog mit diesen jungen Männern (den Al-Kaida-Terroristen), allerdings unter der Bedingung, dass dieser Dialog nicht von Regierungsbeamten geführt wird, sondern von Religionsgelehrten.“ Am sinnvollsten wäre es, für diese Aufgabe Geistliche auszuwählen, die einst Jemeniten für den „Heiligen Krieg“ in Afghanistan rekrutiert hätten.

Die Hassprediger sollen also den Terroristen den Terror ausreden und sie sattdessen vom Dschihad überzeugen, um die jemeinitische Regierung zu stützen? Offenbar ist dies auch die von Präsident Obama bevorzugte Variante. Er will keine eigenen Truppen in den Jemen schicken, sondern „den Anti-Terror-Kampf der Regierung in Sanaa“ unterstützen.

(Spürnase: Andreas H., Foto oben: Scheich Abdul Madschied al-Sindani)