Polizeieinsatz im Gericht

Multikulti vom Feinsten gabs gestern im Amtsgericht Geislingen (Foto), wo es in einem Prozess gegen türkische Jugendliche um „gefährliche Körperverletzung“ ging. Ihre – ebenfalls überwiegend polizeibekannten – Kumpels und Verwandte versammelten sich daraufhin im Gericht und bedrohten Zeugen. Der zuständige Amtsrichter holte die Polizei.

Die Südwestpresse schreibt:

Der Geislinger Amtsrichter Reinhard Wenger hat gestern die Polizei um Hilfe gerufen. Vor Beginn einer Verhandlung gegen fünf Jugendliche hatten mehrere Gruppen junger Männer versucht, Zeugen zu bedrohen.

Mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften hat die Polizei gestern Nachmittag auf einen Anruf von Amtsrichter Reinhard Wenger reagiert. Der hatte gegen 13.30 Uhr Polizeischutz angefordert, weil sich vor Beginn einer Verhandlung annähernd 40 Jugendliche, überwiegend türkischer Abstammung, auf der Eingangstreppe und im Flur des Amtsgerichts aufhielten. Dort versuchten sie, die zahlreich geladenen Zeugen einzuschüchtern oder zu bedrohen. Einem wurde sogar eine Ohrfeige verpasst.

Die Polizisten, die sowohl mit Streifenwagen als auch vom nahen Revier zu Fuß anrückten, bugsierten die jungen Männer aus dem Gebäude, notierten ihre Personalien und machten Videoaufnahmen. Nach Angaben von Revierleiter Manfred Malchow sind die meisten Personen polizeibekannt. Entsprechend gering war der Respekt vor den Uniformierten – was durch entsprechendes Verhalten zum Ausdruck kam.

Amtsrichter Wenger hatte auf 13.30 Uhr eine nichtöffentliche Verhandlung gegen fünf Jugendliche terminiert (15 bis 17 Jahre alt). Den jungen Männern, ebenfalls überwiegend türkischer Abstammung und in Geislingen und Umgebung wohnhaft, wurde gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. An dieser Tat, die sich am 8. April in der Parkstraße ereignet hat, waren offenbar zwei rivalisierende Gruppen beteiligt gewesen – die einen aus dem Raum Geislingen, die anderen aus dem Bereich Donzdorf. Was damals genau geschehen ist, konnte die Polizei aufgrund widersprüchlicher Aussagen nur mühsam ermitteln. Jedenfalls wurde mit Baseballschlägern auf Personen und ein Auto eingedroschen, wobei offenbar die Auswärtigen den Kürzeren gezogen haben. Offenbar sollte es einen Monat später am Gingener Bahnhof um eine Revanche gehen. Doch dank eines Hinweises war die Polizei schnell zur Stelle und konnte Schlimmeres verhindern. Die Ermittlungen jedoch bezogen sich auf die „Bildung einer bewaffneten Gruppe.“
(…)
Innerhalb des Amtsgerichts sollen sie derart massiv in Erscheinung getreten sein, dass sich Zeugen nicht mehr getrauten, das Gebäude zu betreten oder das Zeugenzimmer zu verlassen. Erst als die Polizei hinzugerufen wurde, konnte die Verhandlung ungehindert vonstattengehen.

Wir müssen uns eben an etwas robustere Lebensformen gewöhnen. Sind das nicht herrliche Zeiten?

(Spürnase: Reiner H.)