Wagner solidarisch mit Westergaard

Franz Josef Wagner (l.) und Kurt WestergaardFranz-Josef Wagner (l.) schreibt jeden Tag in der BILD auf Seite zwei einen Kommentar zu einem aktuellen Thema. Gestern lieferte er eine Glanzleistung ab: Er stellte sich solidarisch an die Seite von Kurt Westergaard.

Wagner schreibt:

Lieber Mohammed-Karikaturist,

das Attentat auf Sie ist missglückt, Sie konnten sich ins Bad, einen gesicherten „Panikraum“, retten. Ihrer 5-jährigen Enkelin ist nichts passiert. Gott sei dank. Geglückt ist dem Attentäter allerdings, dass die Angst lebt, selbst in diesem Brief. Verteidige ich Ihre Karikaturen, spaltet mir morgen ein fanatischer Al-Quaida-Idiot womöglich den Schädel. Habe ich 0,01 Prozent Verständnis für seine „verletzten religiösen Gefühle“, kann ich mir im Spiegel nicht mehr in die Augen sehen.

Seit wann hat ein Mordversuch etwas mit Gott zu tun oder dem Explodieren von Flugzeugen, Zügen? Ja, ich verteidige den dänischen Karikaturisten. Eine Karikatur ist keine Axt, kein Dynamit. Eine Karikatur ist eine freie Meinung. Diese Terror-Arschlöcher können mich mal, diese Dumpfbacken.

Unser Problem ist, dass wir als Komfort-Gesellschaft nicht kämpfen. Wir liegen an Pools in Florida, fahren Ski in Kitzbühel, sind auf Kreuzfahrtschiffen, wir merken die Katastrophe nicht, weil uns gerade der Kellner ein Glas Champagner bringt.

Franz Josef Wagner, wir stoßen auf Sie an. Mit Champagner, Sekt, Wein oder Bier. Egal, Hauptsache haram. Dieser Kommentar ist genau die Zivilcourage, die seit Neuestem allerseits gefordert wird. Sie sprechen uns mit jedem Wort aus der Seele. Hoffentlich haben viele Menschen Ihren Kommentar gelesen und denken über ihren vielleicht verlorenen Kampfgeist nach. Möglicherweise ist die Bedrohung durch die Islamisierung ja wenigstens für Eines gut: Dass diese Wohlstandsgesellschaft nicht in der Degeneration versinkt, sondern sich wieder auf ihre Wehrhaftigkeit besinnt. Dass all dies, was wir seit Jahrzehnten als selbstverständlich ansehen, auch wert ist, verteidigt zu werden.

Prost, Franz Josef Wagner!

» fjwagner@bild.de

(Text: byzanz)