Dschihad gegen Schweizer Gipfelkreuze?

In den Greyerzerbergen in der Schweiz sind in den letzten neun Monaten fünf Gipfelkreuze beschädigt worden. Die Täter nahmen für die Vandalenakte große Mühen auf sich. Ein vier Meter hohes Kreuz in Eis und Schee auf einem steilen Berggipfel abzusägen, ist ein ziemlicher Aufwand und kein dummer Jungenstreich. Die Bürger im Greyerzerland sind erzürnt über die Entweihung ihrer Berggipfel.

20 Minuten berichtet:

Alpinist M.N. bot sich ein tristes Bild, als er letzten Freitag den 1907 Meter hohen Sommet des Merlas bei Estavannes FR bestieg: Das vier Meter hohe Gipfelkreuz lag abgesägt am Boden, bedeckt mit einer dünnen Schneeschicht. „Am Wochenende davor war ich auch auf dem Gipfel, da stand das Kreuz noch“, sagt der Berggänger. Spuren seien keine zu erkennen gewesen. Der zweistündige Marsch auf den Gipfel dürfte für den oder die unbekannten Täter beschwerlich gewesen sein: Laut M.N. liegt derzeit etwa ein Meter Schnee. Der Vorfall ist der vorläufige Höhepunkt einer unheimlichen Serie: In den letzten neun Monaten sind in der Region laut der Zeitung „La Gruyère“ vier weitere Gipfelkreuze beschädigt worden.

Im kleinen Ort Estavannens ist nach dem jüngsten Vandalenakt der Teufel los: „Die Leute sind wütend. Die Anschläge werden als Angriff auf die Religion und das kulturelle Erbe verstanden“, sagt der Greyerzer Präfekt Maurice Ropraz. Man habe deshalb eine Untersuchung eröffnet wegen „Entweihung eines religiösen Gegenstandes“. Während im Dorf heftig über die Täterschaft spekuliert wird, kommen für Religionswissenschaftler Georg Schmid am ehesten „militante Atheisten“ in Frage: „Sie finden, dass die Christen die Natur in Ruhe lassen sollen.“

An die These der „Religionswissenschaftler“, militante Atheisten, die mit der Zerstörung die Natur von den Christen schützen wollten, hätten die Taten begangen, mag im Greyerzerland niemand so recht glauben, wie schon beim Kirchenbrand in Wahlern (PI berichtete). Die Bürger fühlen sich nicht ernst genommen. Man will dem „Berggipfeldschihad“ auf jeden Fall mit einem „Kreuzzug“ begegnen: Die Bergkreuze werden wieder aufgestellt.

(Spürnase: Christian M.)