Abstieg einer Gesellschaft

Germanenapostel BonifatiusDer Abstieg der westeuropäischen Gesellschaft hat im Kern damit zu tun, dass der Islam auf dekadente, fett gewordene, der Gegenwehr nicht mehr fähige Völker trifft und somit leichtes Spiel hat. Der eigenen Werte ist man sich nicht mehr sicher, oft verleugnet man sie offensiv. Die Werte gründen – historisch gesehen – christlich, und es war der Mission zu verdanken, dass wir in den Genuss dieser – nun zur Disposition stehenden – Werte gekommen sind.

(Von Andreas F.)

Anhand eines kleinen Beispiels lässt sich exemplarisch nachvollziehen, wie mit den eigenen Werten umgegangen wird. So schauen wir hier darauf, wie das genannte Thema „Mission“ in Schulbüchern vermittelt wurde und wird an die Generation, die zukünftig den Wertekanon unseres Landes gestalten soll.

In einem noch leidlich soliden ev. Religionsbuch von 1990 („Lebenszeichen“, Verlag V+R) für die Klassen 7 und 8 (Gymnasium) werden in einem eigenen Kapitel „Kirche in Bewegung – Mission“ auf 17 Seiten (überwiegend Text) missionsgeschichtliche, theologische und biblische Aspekte beleuchtet. Dabei erfahren die Schüler auch über den „Germanenapostel“ Bonifatius einige grundlegende Daten, die zum Kommentar im Jahr 2010, 20 Jahre nach Druck, herausfordern (jeweils in eckigen Klammern). Ein Auszug:

Kirche in Bewegung – Mission [heute: Kirche in Agonie – „Dialog“]

Bonifatius: Missionar [heute grundsätzlich schief angesehen, darf nicht mehr erwähnt werden] zwischen Königen und Päpsten.
Ein Mann aus Wessex [heute: Britannistan] predigt [ja so war das damals noch: Mission hieß predigen und nicht „den interreligiösen Dialog fördern“ und Geld für Heiligtümer fremder Religionen sammeln] den Deutschen.

Auch Deutschland, in dessen Städten und Dörfern wir überall Kirchen finden [und zwar heute immer häufiger als überflüssige Immobilie wg. Christenschwunds], ist einmal Missionsland gewesen [und nun wieder ganz dringend!]. Und wir kennen den Mann, dessen unermüdliche Bemühung aus einem Volk, das überwiegend dem Germanenglauben anhing, ein Volk von Christen [das war einmal; Atheismus und „Wertewandel“ seit `68 haben den Wertekanon sturmreif geschossen, den Rest besorgt nun der Islam] gemacht hat: Es ist der Mönch Winfrid, vom Papst »Bonifatius« (»einer, der Gutes tut«) genannt. Er lebt in einer Zeit, in der das alte Reich der Römer schon lange vergangen ist [ja: erstaunliche Parallelen zwischen untergehendem Rom und untergehendem Westeuropa]. (…)

Die religiösen Zustände sind ungeordnet [genau wie bei uns heute]. Christliche Bewohner leben neben andern, die am Germanenglauben festhalten. Wo es christliche Priester und Bischöfe gibt, herrschen Zustände, die der Vorstellung des Papstes in Rom nicht entsprechen: Priester heiraten, Adlige verteilen Bischofsämter unter sich, um sich Einnahmen zu sichern, das kirchliche Recht wird mißachtet [heute eifern politisierte Amtsträger einfach linken Parteien nach und schaffen so „Zustände“].

Zwar sind Gegenkräfte vorhanden, aber sie können sich nur an einzelnen Orten durchsetzen [genau wie bei uns heute]. So kommen etwa zahlreiche Missionare aus Irland und Schottland [ob das dortige Traditonsbewusstsein heute noch etwas für Europa retten kann?]. Einzelne Namen sind bis heute bekannt geblieben: Kilian in Würzburg, Emmeran in Regensburg, Pirminus auf der Insel Reichenau im Bodensee, Gallus, der Stifter von St. Gallen, und andere.

In dieser Situation findet sich in Winfried-Bonifatius der Mann, der im Zusammenspiel mit den fränkischen Königen und dem Papst in Rom eine Veränderung der Verhältnisse erreicht [das ist der Punkt: weder dem Staat noch den Kirchen ist heute an der Behauptung christlich-abendländischer Identität gelegen]. 672 oder 673 wird er in Wessex als Sohn eines Bauern geboren. Er wächst seit seinem siebten Lebensjahr im Kloster auf. Nach dem Grundsatz der Benediktinermönche: Ora et labora (Bete und arbeite) [täte der Kirche heute auch wieder gut] erzogen, wird er Lehrer und Priester. Im Alter von vierzig Jahren entschließt er sich, auf das Festland zu gehen und Missionar zu werden [Mission im Ausland: heute politisch inkorrekt; Mission im Inland, sowohl bei entkirchlichten Deutschen als auch bei eingedrungenen Moslems: dringendst notwendig, entfällt aber wg. Krankheit der Kirche bzw. aus Angst vor den „Dialog“-Partnern]. (…)

Karl Martell fördert ihn, weil er im einheitlichen Glauben aller Untertanen Vorteile für den Zusammenhalt des Reiches sieht [welch weise Strategie – unsere Regierung tut genau das Gegenteil und fördert nach Kräften islamische Landnahme. Erst langfristig kann in Europa von einheitlichem – islamischem – Glauben gesprochen werden].

Er fällt bei Geismar die heilige Donareiche, das Heiligtum der Chatten, um die Macht des Christengottes zu zeigen [bei uns will niemand die Macht des Christengottes zeigen, schließlich gibt es ja nur den „selben“ Gott für Moslems, Juden, Christen…; allerdings hört man immer mehr über die Macht eines gewissen „Allah“; auch fällt hier niemand das Heiligtum der Mohammedaner, vielmehr beeilen sich alle (christlichen Würdenträger), möglichst viele, große, teure Moscheen mit hohen Minaretten zu bauen oder diese Bauten zu unterstützen].

Ganz selbstverständlich zitiert dieses Buch (noch!) aus einer ökumenischen Erklärung von 1982 zu den Zielen der Mission:

In Erfüllung ihres Auftrags ist die Kirche dazu aufgerufen, Gute Nachricht in Jesus Christus, Vergebung, Hoffnung, einen neuen Himmel und eine neue Erde anzukündigen; sie soll Machthaber und Gewalten, Sünde und Ungerechtigkeit anklagen; sie soll Witwen und Waisen trösten und die, welche zerbrochenen Herzens sind, heilen und wieder aufrichten; und sie soll das Leben inmitten des Todes feiern. ( … ) Wieviele von den Millionen Menschen in der Welt, die Jesus Christus nicht bekennen, haben ihn aufgrund dessen zurückgewiesen, was sie im Leben von Christen sahen! So muß der Ruf zur Bekehrung mit der Buße derer beginnen, die rufen, die die Einladung aussprechen. ( … ) Christen schulden die Botschaft von Gottes Heil in Jesus Christus jedem Menschen und jedem Volk.

Besonders der letzte Satz lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig.

In einem anderen Religionsbuch für die Klassen 7 und 8, jetzt aber aus dem Jahr 2001 („Religionsbuch 7/8“, Cornelsen-Verlag), fehlt das Thema „Mission“ gänzlich. Im entsprechenden Band für die Klassen 5 und 6 findet sich lediglich ein Kapitel „Unsere Kirche hat eine Geschichte“, darin als Unterpunkt „Der Glaube breitet sich aus“ auf einer (!) Doppelseite. Damit hat es sein Bewenden. Zur Konzeption der Doppelseiten heißt es in der Verlagsinfo (Hervorhebungen nicht im Original):

• Jede Doppelseite zeigt im oberen Viertel kurze, informierende Texte sowie veranschaulichende Illustrationen und Grafiken, die die selbstständige Bearbeitung erleichtern.
• Zusätzliche Materialien, vor allem große Bilder, regen das Gespräch über religiöse Erfahrungen der Lerngruppe an und stellen Zusammenhänge mit anderen Unterrichtsfächern her.
• Die Arbeitshinweise zielen auf Formen des sozialkommunikativen und affektiven Lernens sowie auf die Erweiterung der Methodenkompetenz.

Mit großen Bildern wird die „Methodenkompetenz“ nicht von Chirurgen oder Ingenieuren, sondern von 13-Jährigen (!) erweitert und werden deren religiöse Erfahrungen aktiviert. Lesen, Verstehen, Lernen ist zu viel verlangt. Es wird deutlich, was hier unter „Unterricht“ und „Bildung“ verstanden wird, die Folgen der Bildungskatastrophe sind im Handwerk und auf den Universitäten bekannt. Und das Wort „Mission“ traut man sich nicht mehr auszusprechen. Und damit einen Bereich, der für Leben und Erhaltung des Christentums und der von ihm geprägten Gesellschaften zentral und unverzichtbar ist. So schlägt die Kultur, Werte- und Selbstvergessenheit auf die Schulen durch. Insofern ist das Schulsystem und sind die damit zusammenhängenden Elemente ein getreuer Spiegel einer verrottenden, verkommenen Gesellschaft, die nicht mehr zu sich selber findet und die der systemsprengenden Kraft des einbrechenden Islam hilf-, wehr- und ratlos ausgesetzt ist.