Ein ungeheuerliches Verbrechen

Ein ungeheuerliches Verbrechen erschüttert Deutschland – eine neue Qualität von politischem Terrorismus! In Berlin wurde nachts von Unbekannten ein Auto angezündet. Das ist nichts besonderes, sagen Sie? In Berlin und Hamburg würden doch jede Nacht Autos brennen – hunderte inzwischen, und die Täter bleiben im Dunkeln? Schon. Aber diesmal sind zwei bedeutende Dinge anders.

Erstens gehört das Auto nicht einem kapitalistischen Ausbeuter, sondern einer Funktionärin der Linkspartei, die ganz legal von unseren Steuergeldern lebt. Und zweitens ist das Auto, im Gegensatz zu den hunderten davor, nicht wirklich abgebrannt, sondern nur ein Reifen angekokelt. Warum das die Sache schlimmer macht? Weil es beweist, dass die Stasidame nicht zufälliges Opfer der eigenen Leute wurde, die wahllos Autos abfackeln – aber eben gründlich abfackeln – sondern dass aufgrund der laienhaften Ausführung die Tat ein rechtsextremer Anschlag war.

Damit man es sich besser vorstellen kann, bringen Qualitätszeitungen wie RP-online gleich ein passendes Symbolbild mit Glatzen dazu (Foto). Oi Gewalt – das sieht gefährlich aus!

Auf das Auto der Berliner Linke-Abgeordneten Evrim Baba ist ein Brandanschlag verübt worden. Ein Nachbar habe am frühen Freitagmorgen an der Rummelsberger Bucht in Lichtenberg bemerkt, dass ein Reifen in Flammen stand, sagte Baba. Der Nachbar habe das Feuer gelöscht und die Polizei alarmiert.

Nach bisherigen Erkenntnissen müsse von einer rechtsextremistischen Motivation ausgegangen werden, sagte ein Polizeisprecher. Laut Zeuge ist der Tatverdächtige mit einem Fahrrad in Richtung Ostkreuz geflüchtet. Der Staatsschutz ermittelt.

Baba, die sich in der Vergangenheit sehr stark gegen Rechtsextremismus engagiert hatte, äußerte sich „entsetzt“ über den „gezielten Anschlag vor ihrer Haustür“. Auch sie schloss nicht aus, dass der Täter aus der rechten Szene komme, weil sie früher aus diesem Lager öfter bedroht worden sei.

Linksfraktionschef Udo Wolf verurteilte die „feige Straftat auf das Schärfste“. Er habe der Abgeordneten die Solidarität der Fraktion in dieser „schwierigen Situation“ übermittelt. Die Linke werde sich in ihrem politischen Handeln „von derartigen Bedrohungen nicht beeindrucken lassen“.

Als „Angriff auf die Demokratie“ verurteilte SPD-Fraktionschef Michael Müller den Anschlag. „Diese Täter maßen sich an, bestimmen zu wollen, wer wo zu leben hat, oder wollen ihnen unliebsame Personen unter Druck setzen. Das werden wir nicht hinnehmen“, betonte Müller.

Das muss eine schwache Demokratie sein, die durch einen einzelnen angekokelten Reifen ins Wanken gerät. Keine Angst, liebe Genossen! Unsere Demokratie hat schon hunderte abgebrannte Autos durch Linksextremisten überstanden und wird auch diesen „Brandanschlag auf Linke Evrim Baba„, wie die taz den Fall betitelt, überleben. Den beschädigten Reifen kann Frau Baba ja der Antifa spenden. Zum Barrikadenbau gegen Rechts.