Noch ein Mossad-Thriller?

Kaum haben sich die Wogen über einen angeblichen Mossad-Anschlag in Dubai geglättet, gibt es neue Gerüchte. Diesmal soll der israelische Auslandsgeheimdienst im ungarischen Budapest zugeschlagen haben. Und wieder erscheint der Aufwand, um eine einzelne Person auszuschalten, für den besten Geheimdienst der Welt reichlich übertrieben – es sei denn, man würde aus nicht bekannten Gründen Wert darauf legen, möglichst auffällig zu agieren.

Während bei der Liquidierung eines arabischen Waffenhändlers in Dubai mindestens 18 Agenten in unterschiedlichen Teams operiert und dabei in jede auffindbare Überwachungskamera gegrinst  haben sollen (PI berichtete), klingt die neueste „Mossadstory“ aus Ungarn fast noch abenteuerlicher. Dieses mal war zwar anscheinend nur eine Person nötig, um einen Syrer in Budapest zu töten und eine Aktenmappe zu entwenden –  allerdings soll der Mann am Boden Unterstützung von zwei geheimnisvollen Spionageflugzeugen aus der Luft erhalten haben. Das berichtet die israelische Nachrichtenseite Ynet News.

Demnach meldeten ungarische Medien die Sichtung zweier israelischer Spionageflugzeuge in der Nähe des Budapester Flughafens, die allerdings nicht gelandet seien. Den Berichten zufolge hätten die Flugzeuge sich auf einer Spionagemission befunden, die mit der Tötung eines syrischen Geschäftsmannes in Budapest zusammenhängen soll.

Die zwei Gulfstream-Jets (Foto), die mit modernster Spionagetechnik der israelischen Luftwaffe ausgestattet sein sollen, flogen über die Türkei, Bulgarien und Rumänien in den ungarischen Luftraum ein. Nach dem Ende ihrer Mission verließen die Flugzeuge Ungarn, ohne dort gelandet zu sein.

Ein Sprecher des ungarischen Verteidigungsministeriums antwortete auf Presseanfragen, die Flugzeuge hätten sich auf einer diplomatischen Mission befunden.

Das ungarische Außenministerium lehnte jede Stellungnahme ab und verwies auf die Zuständigkeit der Luftverkehrsbehörde.

Die Identität des syrischen Staatsangehörigen, der offenbar zeitgleich am Boden getötet wurde, ist noch nicht bekannt gegeben worden. Ein unbekannter Täter erschoss den 52-Jährigen, während dieser sein Auto fuhr und entkam unerkannt mit einer schwarzen Brieftasche des Toten.

Ob seinerzeit bei der Dubaiaktion tatsächlich eine ganze Schulklasse israelischer Agenten sich so ungeschickt verhalten hat, dass die arabischen Behörden aus Überwachungsbildern nach kurzer Zeit einen kompletten Tatort-Krimi zusammenschneiden konnten, oder die ganze Geschichte von welcher Seite auch immer gefaket wurde – darüber gab es schon damals bald ernstzunehmende Zweifel. Jetzt also folgt offenbar der zweite Teil der rätselhaften Serie um einen angeblich Hollywood reif agierenden, wenig geheimen Geheimdienst.