Treffen in Berlin mit unseren türkischen Freunden

Türkische Fußballfans in BerlinDas Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat mit Präsident Theo Zwanziger auf seiner Sitzung am Freitag in Frankfurt am Main entschieden, dass das Länderspiel zur Europameisterschafts-Qualifikation gegen die Türkei am 8. Oktober 2010 im Berliner Olympiastadion ausgetragen wird. „Das Treffen mit unseren türkischen Freunden in Berlin wird sicher ein absolutes Highlight“, meinte der DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach dazu.

Und die Berliner Morgenpost ergänzt:

In Berlin haben deutsch-türkische Vergleiche Tradition. […] So strömten am 3. Dezember 2008 zum Uefa-Cup-Spiel gegen Galatasaray Istanbul 62 600 Zuschauer ins Olympiastadion (0:1). Im Oktober 1999, als es in der Champions League gegen denselben Kontrahenten eine 1:4-Niederlage setzte, kamen 71.500 Fans.

Es wird daher bei dem Spiel gegen die türkische Nationalelf wieder mit einem vollen Haus gerechnet. Peter von Löbbecke, Geschäftsführer der Olympiastadion GmbH, freut sich: „Es hätte in Deutschland keinen besseren Austragungsort für dieses Match geben können. Die größte türkischstämmige Gemeinde in Deutschland lebt in Berlin.“

Ja, unseren türkischen Freunden kommen wir gerne entgegen, nicht wahr? Doch das Ansinnen des DFB ist nicht mehr „fair“ oder „sportlich“, sondern einfach nur noch dumm. Die deutschen Türken, die für ihren fanatischen Nationalismus bekannt sind, werden für ihre Elf ein kostenloser zwölfter Mann sein. Dem Niersbach mögen die Türken „seine Freunde“ sein, bei der Qualifikation sind es Konkurrenten um die Teilnahme bei der EM 2012 in Polen und in der Ukraine. Darum gibt es auf dem Platz keine „Freunde“ mehr, sondern nur sportliche Gegner! Der DFB gibt einen wichtigen Vorteil aus der Hand. Warum kann die Partie nicht im WM-Stadion von Leipzig stattfinden? Oder ist man stets so entgegenkommend? Begegnungen gegen die Niederlande setzen wir in Aachen an, damit die holländischen Fans eine leichte Anreise haben, gell? Und Spiele gegen Griechenland finden in Frankfurt statt, wegen der vielen Griechen im Rhein-Main-Gebiet…