Heftige Diskussionen bei BPE-Demo in Stuttgart

BPE- und PI-Demo gegen Frauenunterdrückung in StuttgartDas herrliche Frühlingswetter zog am vergangenen Samstag Tausende auf den Stuttgarter Schlossplatz. Geradezu ideale Rahmenbedingungen für die Kundgebung „Gegen Frauenunterdrückung“, gemeinsam organisiert vom Pax Europa Landesverband Baden-Württemberg und der PI-Gruppe Stuttgart.

BPE- und PI-Demo gegen Frauenunterdrückung in Stuttgart

Was Hijab, Tschador und Burka für eine Frau bedeuten, konnte jeder Besucher selbst ausprobieren. Lange hielt das kaum jemand durch. Man fühlt sich wie in einem Gefängnis, und das veranschaulicht auch den Zweck dieser frauenfeindlichen Kleidungsstücke. Die Aktion zog. Hunderte Menschen kamen zum Stand, sahen sich die Infomaterialien an und diskutierten.

Ilona aus Stuttgart hielt die Eröffnungsrede:

BPE- und PI-Demo gegen Frauenunterdrückung in Stuttgart

Wir haben uns hier versammelt, um gegen die Burka und andere Verhüllungsmethoden und Frauenunterdrückungsmethoden zu protestieren. Das islamische Verschleierungsgebot raubt den Menschen ihr Gesicht. Programme für ein offenes, multikulturelles Deutschland verlangen von uns: „Gesicht zeigen“: Gesicht zeigen gegen Rechts“, oder „Stimme werden – Gesicht Zeigen“. Warum aber fordert man nicht dasselbe auch von den muslimischen Frauen?

Die Redewendungen aller abendländischen Sprachen zeigen, wie wichtig uns unser Gesicht und das Gesicht unserer Mitmenschen ist. Man kann das Gesicht wahren oder verlieren. Man kann jemand mutig ins Gesicht sehen oder man kann jemand dreist ins Gesicht lügen. Alle Menschen haben ein Recht auf ihr Gesicht und alle Menschen haben das Recht, ihrem Gegenüber ins Gesicht zu sehen. Das ist die Welt, wie wir sie kennen. Unsere Sprache zeigt: Anständige Menschen zeigen ihr Gesicht, falsche Menschen zeigen ein falsches Gesicht oder verbergen sich hinter einer Maske.

Wir wollen keine verhüllten Gesichter sehen, denn wir können Menschen gar nicht menschlich beurteilen, wir können mit ihnen gar nicht kommunizieren, wenn sie uns ihre Gesichter vorenthalten. Millionen und Abermillionen Frauen in den islamischen Ländern haben nicht dieses Recht. Sie müssen ihr Gesicht in der Öffentlichkeit verbergen, sie müssen sich entmenschlichen. Und einige Frauen in Europa werden von ihren Männern oder von ihren religiösen Vorstellungen dazu verleitet, ihr Gesicht vor den Mitmenschen zu verlieren, hinter Tüchern zu verbergen, die islamische Namen haben: Burka, Tschador, Hijab.

Die Verhüllung ist keine Privatsache. Wenn eine Frau sich verhüllt, trägt sie damit dazu bei, alle Frauen dieser Welt zu entrechten, hier in Deutschland, oder irgendwo in Afghanistan. Damit teilt sie die Frauen der Welt in zwei Klassen ein: Die Guten, die Keuschen, und die Schlechten, die freizügigen. Deswegen verlangen wir, dass man in Deutschland die islamische Verhüllung der Frau verbietet.

BPE- und PI-Demo gegen Frauenunterdrückung in Stuttgart

Auch junge Muslima interessierten sich für das Thema. Aber fast keine sprach kritisch über ihre eigene Religion. Nun, es ist bekannt, welcher Druck oft im familiären Umfeld auf Frauen ausgeübt wird. Viele Muslima machten so den Eindruck, dass sie mit all den Regeln des Islam für Frauen einverstanden sind. Bei einigen spürte man aber auch regelrecht den Stolz, dass sie durch das Kopftuch ihr „anders sein“ im Gegensatz zu westlichen Frauen ausdrücken können.

BPE- und PI-Demo gegen Frauenunterdrückung in Stuttgart

Der Koran liefert in Hülle und Fülle frauenfeindliche Passagen. In Sure 2 Vers 223 wird beispielsweise angeordnet, dass Frauen ihren Männern jederzeit zu Willen sein müssen, Sure 4 Vers 15 fordert für Frauen die Todesstrafe bei Ehebruch, in Sure 4 Vers 34 dürfen sie bei „Widerspenstigkeit“ geschlagen werden, Sure 4 Vers 176 regelt, dass Frauen nur halb so viel erben, vor Gericht zählt ihre Aussage ebenfalls nur halb so viel (2,282), sie sollen sich verschleiern, damit sie „erkannt und nicht belästigt“ werden (33,59) und nach dem Sex sollen sich Männer reinigen, wie auch nach der Notdurft oder bei Krankheit (4,43).

BPE- und PI-Demo gegen Frauenunterdrückung in Stuttgart

All diese Verse verteilten wir als Flugblatt, das reißenden Absatz fand. Michael aus München stellte dar, wie wichtig eine Modernisierung dieser Religion wäre, denn das 1400 Jahre alte Buch Koran gilt im Islam auch für das 21. Jahrhundert als göttliche Anleitung. Wenn muslimische Frauen von all diesen Zwängen befreit werden wollen und sollen, dann ist eine Anpassung an die heutige Zeit unumgänglich. Und der Koran ist schließlich auch nicht nur für Frauen bedenklich:

Historisch gesehen, herrschten in der vor-mohammedanischen Epoche der arabischen Stammesgesellschaft für Frauen furchtbare Zustände. Insofern kann man Mohammeds Regeln für die damalige Zeit in gewisser Weise sogar als fortschrittlich bezeichnen. Denn durch den Propheten des Islam bekamen Frauen wenigstens minimale Rechte. Aber heutzutage sind sie eben hoffnungslos rückständig, veraltet und in vieler Hinsicht grausam. Das Problem ist aber, dass der Koran als Allahs direktes Wort nicht verändert werden darf. Und so berichtete Mirjam aus Reutlingen über schlimme Zustände in islamischen Ländern, die denen des 7. Jahrhunderts ähneln. Und die sich immer mehr auch nach Europa einschleichen:

Der koptische Christ Abdel ergänzte diese Schilderungen mit einigen hautnah erlebten Beispielen aus Ägypten:

Die Bürgerbewegung Pax Europa hat neben dem letzten noch lebenden Mitglied der „Weißen Rose“, das schon vor 70 Jahren gegen den Faschismus kämpfte und heute im Islam eine ähnliche totalitäre Bedrohung sieht, auch viele jüdische Mitbürger in ihren Reihen. Monika aus Erding hat durch das intensive Studieren der islamischen Geschichte gelernt, dass die Juden die ersten bedauernswerten Opfer des Kriegsherrn Mohammed waren und sich seitdem nicht viel gebessert hat. Sie stellte im Übrigen auch fest, dass Kopftücher und Hijabs eine Beleidigung für Männer der westlichen Welt sind:

Für die dreieinhalbstündige Kundgebung interessierten sich viele junge Frauen. Eine davon meldete sich spontan zu Wort und bezweifelte, dass sich Frauen in Afghanistan freiwillig unter die Burka begeben:

Auf dem Stuttgarter Schlossplatz waren viele muslimische Männer, die teils lebhaft mit uns diskutierten. Es waren auch Anhänger der „Grauen Wölfe“ dabei, die interessanterweise zugaben, dass Atatürk islamkritisch eingestellt war. Sie meinten, dass ihnen der Nationalismus wichtiger sei als ihre Religion. Andere Muslime versuchten mit den bekannten Schein-Argumenten wie „falsch übersetzt“ und „aus dem Zusammenhang gerissen“ frauenfeindliche Koranstellen anzuzweifeln, aber das hatten wir schnell ausgekontert. Die offizielle Koran-Übersetzung des Zentralrates der Muslime auf islam.de entspricht allen anderen Übersetzungen. Bei einigen Muslimen hatten wir darüber hinaus den Eindruck, dass sie den Koran selbst gar nicht so gut kennen. Da wir mit allen Mitbürgern über das Thema Islam reden und bei Pax Europa auch drei säkular eingestellte Muslime Mitglieder sind, überließen wir selbstverständlich auch dem türkischstämmigen Mitbürger Emre das Mikrofon, als er darum bat:

Conny aus Heilbronn erinnerte daran, dass am Samstag der Tag des Gedenkens an den Massenmord an den Armeniern in der Türkei war, bei dem unter den 1,5 Millionen bedauernswerten Opfern auch viele Frauen und Mädchen waren. Dieser Genozid an den christlichen Armeniern wird in der Türkei bis heute geleugnet und es steht wegen „Beleidigung des Türkentums“ unter Gefängnisstrafe, diesen Abschnitt der osmanischen Geschichte wahrheitsgemäß darzustellen:

Seine christliche Sicht der Dinge vermittelte Theodor aus Reutlingen:

Die kurdische Journalistin Gül hielt ebenfalls eine Rede, die aber leider nicht auf Video vorliegt. Sie berichtete, dass die türkischen Behörden im Osten der Türkei bereits Dreizehnjährige unter Terrorverdacht verhaften und in Gefängnisse stecken würden. Ihnen drohten dort bis zu 58 Jahre Gefängnisstrafe. Mädchen würden dort regelmäßig vergewaltigt und ihre Familien würden nichts mehr von ihren Kindern erfahren. Die 15-jährige Berivan beispielsweise sei ein kurdisches Mädchen, das ein solches Schicksal erleide. Gül forderte die Freilassung dieser Mädchen.

BPE- und PI-Demo gegen Frauenunterdrückung in Stuttgart

Nach den Redebeiträgen gab es auf dem Schlossplatz viele spannende Diskussionen. Mit am leidenschaftlichsten waren dabei einige, die Henryk M. Broder als „Linksreaktionäre Gutmenschen“ (LRG’s) bezeichnen würde. Sie lehnten es strikt ab, über menschen- und frauenfeindliche Aspekte des Islam zu diskutieren, sondern versuchten immer mit stereotypen Gegenfragen zu kontern: „Was ist mit den Kreuzzügen, Hexenverbrennungen, Misshandlungen, Inquisition“ etc. Abgesehen davon, dass die Kreuzzüge lediglich eine Antwort auf 400 Jahre lang zuvor erfolgte islamische Expansionskriege waren, konnte man ihnen nicht vermitteln, dass diese zweifellos schlimmen Dinge des Mittelalters zwar von „Christen“ verübt wurden, aber nicht durch Taten und Worte von Jesus sowie durch das Neue Testament gerechtfertigt werden können. Ebenfalls nicht durch das durchaus blutige Alte Testament, denn dies ist narrativ und nicht in der Befehlsform geschrieben. Dass es sich im Falle von Mohammed und dem Koran ganz anders verhält, wollten sie nicht so recht einsehen:

Es wurde wirklich leidenschaftlich diskutiert. Aber bis dato blieb alles im friedlichen Rahmen. Alle versuchten, ihre Sicht der Dinge darzustellen und hörten sich dabei gegenseitig zu.

Am Abend trafen sich rund 30 BPE und PI-Gruppen-Mitglieder für eine Nachbesprechung der gelungenen Kundgebung und zur Planung weiterer Aktionen. Bei dieser Gelegenheit wurde der Verbund „PI Süddeutschland“ gegründet. Zur Achse München-Stuttgart gesellten sich die PI-Gruppen Augsburg, Heilbronn, Mannheim, Nürnberg, Regensburg und Reutlingen.

BPE- und PI-Demo gegen Frauenunterdrückung in Stuttgart

Morgen berichten wir, wie eine Ansammlung verwirrter „Antifanten“ versuchte, die Kundgebung zu stören. Einige auf Krawall gebürstete Teenager lösten einen Masseneinsatz der Stuttgarter Polizei aus. Da haben wohl manche schon mal für den 1. Mai geübt…

BPE- und PI-Demo gegen Frauenunterdrückung in Stuttgart

Zum Abschluss noch eine Fotoserie über eine denkwürdige und überaus erfolgreiche Veranstaltung:

(Text: byzanz / Fotos: RChandler / Videos: PI-Gruppe Stuttgart)