Jede Diskussion allein eine Frage von Autorität

Meiner Erfahrung nach macht es in der Regel keinen Sinn, mit Mohammedanern zu diskutieren, denn wie auch? Zwar scheinen sehr viele Moslems geradezu darauf erpicht zu sein, zu „diskutieren“, weil sie darunter etwas völlig Verschwommenes verstehen, wobei es ihnen dabei im Wesentlichen darum geht, Parolen zu dreschen und eine Art Überlegenheit zu demonstrieren.

(Graue Eminenz zur PI-Serie “Mit Muslimen diskutieren – aber wie?”)

Diskutieren kommt vom lateinischen discutere, das neben „erörtern“ vielmehr die Bedeutungen „zerschlagen“, „auseinandersetzen“, „zerlegen“ hat. Um aber überhaupt diskutieren zu können, muss eine Übereinstimmung unter den Diskutanten darüber herrschen, was man denn nun konkret zerlegen möchte: So bringt es z.B. nichts, über den Islam im Allgemeinen zu diskutieren, vielmehr ist eine wesentlich konkretere Fragestellung erforderlich; beispielsweise, ob der Islam frauenfeindlich ist. Alles Andere wäre nur inhaltsloses Schwadronieren. Hierbei ist es dabei auch grunderforderlich, sich allein auf diese Frage und deren Aspekte zu konzentrieren und es verlangt von allen Diskutierenden ein erhebliches Maß an Disziplin, auch bei diesem scharf zu umreißenden Thema oder Aspekt eines Themas zu bleiben und nicht vom hundertsten ins tausendste zu kommen.

Hierbei tritt mit Mohammedanern ein unlösbares Problem auf: Ich zumindest habe es noch nie erlebt, dass diese in ihren Denkschemata in der Lage sind, beim eigentlichen Thema zu bleiben, denn schnell entsteht hier bei ihnen eine nicht mehr zu stoppende Vorwurfskette über den Wert von Frauenrechten allgemein und mir-nichts-dir-nichts wird auch schon mit dem Stinkefinger auf vermeintliche Stellen in der Bibel verwiesen, die angeblich auch nicht modernen Frauenrechten entsprächen. Das eigentliche Gesprächsthema war aber in diesem Beispiel nicht die Rolle der Frau im Christentum oder in Japan oder sonst wo, sondern im Islam!

Hinter dieser permanenten Abwehrhaltung, die unweigerlich in Attacken (bestenfalls verbal) endet, verbirgt sich wiederum die Nichtexistenx einer Tradition des Diskurses in der moslemischen Welt, denn die westliche Art, Probleme mittels Kommunikation zu lösen, ist Mohammedanern nur allzu oft völlig fremd und unverständlich. Da sie in einer (Parallel-) Gesellschaft mit starken äußeren Autoritäten und klaren Verhaltensregeln aufwachsen, wird dieser gesellschaftliche Ansatz sogar allein als Schwäche gesehen und dementsprechend reagieren sie auf diesen weicheren Weg mit (verbalen) Aggressionen und den Versuchen, um jeden Preis Dominanz herzustellen.

Anders ausgedrückt: Jemand, der mit Mohammedanern so diskutiert, wie es westlichen Gepflogenheiten entspricht und damit ein Problem von mehreren Seiten beleuchten und zerlegen will, hat für den Mohammedaner eben keine Autorität mehr, die er anerkennen könnte, denn dazu gehört auch, die Argumente des Anderen und damit ihn selbst als gleichwertig zu betrachten. Ein solches Verhalten als pars inter pares ist mit dem hierarchisch aufgebauten Weltbild von Befehlen und Gehorchen des Islam undenkbar, so wie etwa Generale in der Bundeswehr auch nicht mit Rekruten über den Sinn oder Unsinn von Befehlen und Dienstvorschriften diskutieren (können).

Ein mohammedanisches Leben ist aber durchaus mit einem Leben nach Dienstvorschrift vergleichbar; ohne damit jetzt die militärische Welt diskreditieren zu wollen: Diese ist eben aber eine militärische und keine zivile und beide können durchaus parallel bestehen und auch in ein und derselben Person. Der Moslem aber kennt das „zivile“ westliche Leben als selbstbestimmte und damit auch selbstverantwortliche Person überhaupt nicht, und – um beim militärischen Beispiel zu bleiben – kennt nichteinmal den Weg der „Auftragstaktik“. Zu der dazu gehörigen Eigenständigkeit ist er nie erzogen worden und er fühlt sich in dieser Welt verloren und hilflos und gedenkt sogleich Ordnung in dieses ihm so chaotisch Erscheinende zu bringen. Dies tut er, indem er sich zur Autorität erklärt und diese Stellung auch unbedingt durchsetzen will.

Während ein Westler in einer Diskussion also ein Problem unter Gleichen zu zerlegen gedenkt, ist für den Mohammedaner dies im selben Moment ein Autoritätsproblem. Konsequenter Weise kann bei so entgegen gesetzten Grundhaltungen nichts Sinnvolles entstehen. Daher scheint es mir auch angebrachter, konkret über den Islam und dem Umgang mit ihm ausschließlich innerhalb der westlichen, freien Gemeinschaft ergebnisoffen in alle Richtungen (!) zu diskutieren – als mit seinen Vertretern, wie z.B. in der Islamkonferenz, die ja letztendlich ebenfalls und stets an moslemischen Autoritätsproblemen scheitert.

Bisher erschienen folgende Beiträge zur PI-Serie:

» Argumentation mit Logik und Rationalität
» Mit Muslimen diskutieren? Aber selbstverständlich!
» Hat keinen Sinn
» Ablenkungsmanöver
» Nicht stur und dogmatisch sein wie die Gegenseite
» “Ich argumentiere immer mit dem Grundgesetz”
» Vergleiche mit Juden entbehren jeder Grundlage