Der Pate an einer Aalener Schule

Während früher Deutschlands Bildungssystem und seine Schulen Vorbild für andere Länder waren, sind diese heute nur noch für Negativschlagzeilen gut. So fand ein Vorfall in Aalen/Raum Neresheim sogar bei den us-amerikanischen FoxNews Beachtung. Kein Wunder, hatten doch mehrere Teenager nach Darstellung von SpiegelOnline von ihrem Opfer und Mitschüler 17.000 € erpresst.

Wie SpOn berichtet, seien die Täter nicht in der Gruppe vorgegangen, sondern hätten alle als Einzeltäter den 10-Jährigen zur Herausgabe von immer größeren Summen genötigt. Der die Tat abstreitende Haupttäter soll das Opfer damit erpresst haben, es durch seinen als gewalttätig bekannten älteren Bruder verprügeln zu lassen. Wie die anderen Täter von dieser Geldquelle erfahren haben könnten, ist nicht klar, was aber bei der Theorie der Einzeltäter nicht weiter störend ist.

Einem Täter soll das Opfer auch Schweigegeld entrichtet haben. Etwa um die Gruppe der Einzeltäter nicht zu vergrößern? Durch diese Eindämmungstaktik gelang es dem Opfer den Betrag in den Grenzen von 17.000 Euro zu halten, den es wohl aus den Barbeständen der im Ort als wohlhabend geltenden Familie entnahm.

Aber es gibt auch ein Zeichen der Hoffnung: So hatte sich schon zuvor ein 15-Jähriger eingeschaltet, um dem Opfer seinen Schutz anzubieten. Einen kleinen Haken hatte die Sache allerdings: Dieser verlangte für den Schutz eine „Aufwandsentschädigung“. Das war natürlich ein Angebot, von dem er annahm, der 10-Jährige werde dem nicht widerstehen können. Diese Art seine Hilfe anzubieten scheint nach den deutschen Strafnormen auch vollkommen zulässig. Hat doch laut SpOn keiner der an diesem Geschäftsmodell Beteiligten ein Strafverfahren zu erwarten. Da der Schutzpatron als einziger der bislang Genannten mit 15 Jahren strafmündig ist, müssen wir davon ausgehen, dass er rechtlich einwandfrei gehandelt hat.

Erst als die Eltern eines der Einzeltäter bei diesem 100 Euro fanden und die Angelegenheit der Schulleitung berichteten und diese in der Folge der Polizei meldete, konnte das Geschäftsgebaren unterbunden werden. Allerdings bleibt festzustellen, dass die Schule in Aalen wohl wirklich auf die Realitäten des Lebens vorbereitet. Es besteht also noch Hoffnung für das deutsche Bildungswesen.