20-Cent-Mörder hofft auf Bewährung


Einer der Mörder des 44-jährigen Dachdeckers Thomas M., der diesen wegen 20 Cent erschlug (PI berichtete), hofft auf eine Bewährungsstrafe. Da hat er – zumal in Hamburg – gute Chancen: Er ist jung, hat einen Migrationshintergrund, das Opfer ist nur ein Deutscher, er fühlte sich bedroht, hat die Tat zugegeben, und es tut ihm leid. (Foto: Tatort Hamburg-Harburg)

Der Spiegel schreibt:

Zwei Jugendliche sollen in Hamburg einen Mann getötet haben, weil er ihnen keine 20 Cent geben wollte. Im Prozess hat nun einer von ihnen erstmals zugegeben, das Opfer malträtiert zu haben. Er habe sich bedroht gefühlt, sagte der 17-Jährige – und hofft durch sein Geständnis auf eine Bewährungsstrafe.

Hamburg – Es war eine tödliche Prügelattacke auf einen 44-jährigen Mann, und es ging laut Anklage nur um 20 Cent: Einer von zwei angeklagten Jugendlichen hat am Mittwoch vor dem Hamburger Landgericht eine Beteiligung an der Tat eingeräumt. „Mein Mandant hat gesagt, dass er den Mann geschlagen hat und dann weggelaufen ist. Getreten hat er ihn nicht“, sagte der Verteidiger des 17-Jährigen, Rechtsanwalt Siegfried Schäfer, nach der nicht öffentlichen Verhandlung.

Der 17-Jährige habe sich von dem Dachdecker bedroht gefühlt, weil dieser ihn verbal angegriffen habe und dann mit einer Flasche in der Hand auf ihn zugegangen sei. „Das Ganze war natürlich ein Fehler. Er weiß das auch, und es tut ihm leid. Aber da sind unglückliche Dinge zusammengekommen“, sagte Schäfer. Von einer provokanten Frage nach 20 Cent will sein Mandant nichts wissen.

Die Staatsanwaltschaft sieht das anders: „Das war eine anlasslose, rein provozierende Gewalttat“, hatte Behördensprecher Wilhelm Möllers vor Beginn der Verhandlung betont. Demnach hätten die damals 16 und 17 Jahre alten Jungen den 44-Jährigen in einer Fußgängerunterführung gezielt angesprochen und ihn um das Geld angebettelt. Als der Mann ablehnte, habe der ältere Junge unvermittelt zugeschlagen. Der Dachdecker sei ungebremst mit dem Kopf auf die Steine gefallen. Anschließend sollen ihn beide Jungen mit Tritten traktiert haben. Das Opfer starb knapp vier Wochen nach dem Überfall. Die Anklage lautet auf Körperverletzung mit Todesfolge und versuchten Totschlag.

Mal sehen, wie der Richter das sieht. Die Jugendlichen, die wegen der Aschewolke auf freiem Fuß auf den Prozess warten (PI berichtete), sind sicher wertvoller als eine deutscher Kartoffel. Und sie haben ja noch ihr ganzes Leben vor sich…

(Spürnase: Chester)