Die leise Kehrseite der Gaza-Blockade

Sederot - die leise Kehrseite der Gaza-BlockadeWenn man in den israelischen Ort Sederot hineinfährt, spürt man förmlich das mühsame Streben der Einwohner und ihrer Stadtverwaltung nach Normalität. Es gibt aber leider keine Normalität, denn dieser Ort liegt nur wenige Kilometer vom Gaza-Streifen entfernt und wurde in der Vergangenheit und bis heute mit Tausenden, genauer gesagt fast 10.000 Raketen und Mörsergranaten von dort aus beschossen – wahllos und ungezielt, auf Kinder und Frauen, Alte und Schwache – mit dem Ziel, Terror zu verbreiten und Israelis zu töten. Und von der Weltöffentlichkeit kaum beachtet.

(Fotobericht von B. Sham)

Sederot – auf den ersten Blick eine kleine Pionierstadt, die versucht, sich zwischen Gründerzeit und Moderne zu behaupten.

Sederot - die leise Kehrseite der Gaza-Blockade

Sederot - die leise Kehrseite der Gaza-Blockade

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Das wäre bei normalen Bedingungen schon schwierig genug, aber unter einem Hagel von Raketen aus der arabischen Hamas-Nachbarschaft in Gaza braucht es besonderes Durchhaltevermögen, um nicht zu resignieren. Zwar gibt es mittlerweile ein recht zuverlässig funktionierendes Frühwarnsystem „Red Alert“ gegen die Raketenangriffe der streng moslemischen Hamas aus Gaza, allerdings bleiben dann auch nur etwa 15 Sekunden, um sich in Deckung zu bringen. Da erscheinen die normalen kleinen Gefahren des Alltags eher wie ein ironischer Kontrast.

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Ein zweiter Blick zeigt allerdings in der Tat einige Besonderheiten dieser Stadt am Rande der Negev-Wüste: wo man geht und steht sind Bunker und Schutzbauten mehr oder weniger unauffällig ins Straßenleben integriert: eine Quasi-Normalität im Raketenhagel.

Sederot - die leise Kehrseite der Gaza-Blockade

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Jede Bushaltestelle, jeder Kindergarten, jedes Postamt – alles muss gegen den Terror aus der moslemischen Hamas-Nachbarschaft gepanzert werden.

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Sämtliche Wohnungen werden seit neuestem mit gepanzerten Schutzräumen (israelisch: „Mamad“) nachgerüstet – gegossener Beton gegen den Terror.

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Die große örtliche Yeshiva Sederot (jüdische Bibelschule) hält dagegen: man würde sich nicht vertreiben lassen. Im Gegenteil: trotzig haben die Schüler auf dem Dach der großen Schule einen neunarmigen Chanukka-Leuchter aus Raketenteilen gebaut, durch den Besucher einen Blick in Richtung Gaza werfen können.

Sederot - die leise Kehrseite der Gaza-Blockade

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Sederot - die leise Kehrseite der Gaza-Blockade

Ob die Angriffe die Dankbarkeit der besonders ergebenen Anhänger der Religion des Friedens (RdF) dafür sind, dass die Israelis freiwillig den mit wunderschönen Siedlungsgebieten gesprenkelten Gazastreifen 2005 in einer äußerst umstrittenen Aktion geräumt hatten? Es war der ehemalige Ministerpräsident Ariel Sharon, der dies durchgeboxt hatte.

Die wenigen israelischen Militäreinsätze, gezielt gegen die Raketen-Terroristen im Gazastreifen, wurden von Qualitätsmedien dieser Welt mit Schaum vor dem Mund verurteilt: unverantwortliche israelische Kriegstreiberei sei es usw., usf., sich gegen die RdF und ihre Raketen militärisch zu wehren statt sich in endlosen, unergiebigen Verhandlungen zu verschleißen. Unergiebig? Warum eigentlich wirklich? Israels Ministerpräsident Netanjahu drückte es einmal ganz klar und einfach aus: „Mit einer Hamas könnten wir Israelis nur über unsere eigene Vernichtung verhandeln.“

Hamas-Video dazu:

Diese Raketen haben überhaupt keinen militärischen Wert, da sie ungenau sind. Sie sind nur als Terrorwaffe gegen Ortschaften einsetzbar, irgendwo treffen sie schon.

Das bescheidene Rathaus von Sederot hat für Besucher Ratschläge parat, wie man sich im Angriffsfall verhält sowie eine Broschüre über die jahrelangen Raketenangriffe und Opfer der Terroristen aus dem Gazastreifen vorrätig:

Sederot - die leise Kehrseite der Gaza-Blockade

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Gleichzeitig wird der Besucher auf die Polizeistation verwiesen, wo die Reste der Kassam-Raketen als Asservaten aufbewahrt werden.

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Die Blockade des Gazastreifens hinsichtlich militärisch verwendbarer Güter wird in Sederot als eine absolute Notwendigkeit gesehen; der Rückgang der Raketenangriffe in der letzten Zeit wird einerseits auf die gezielten Anti-Terror-Aktionen des israelischen Militärs und andererseits auf die genaue Kontrolle der großen Mengen der nach Gaza gelassenen Güter zurückgeführt. Bei der einfältigen Berichterstattung vieler Qualitätsmedien mit dem Tenor eines israelischen Angriffs auf eine „Friedensflotte“ und auf die „Versorgung der Bevölkerung“ in Gaza können sich Sederot-Einwohner nur an den Kopf fassen über soviel Realitätsferne und ideologische Verbohrtheit. Sie, die Bewohner von Sederot, wissen, wie es sich unter täglicher Lebensgefahr durch wahllose Raktetenangriffe lebt.

Und doch demonstriert Sederot eine beinahe gelassene Kraft: mit dem überdimensionierten jüdischen Symbol des Schofars

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und der positiven Beharrlichkeit, die sich in dem Vertrauen in die israelische Gemeinschaft zeigt.

Sederot - die leise Kehrseite der Gaza-Blockade

Sie werden von arabischen Terroristen nie zu knacken sein.