Hurra, Akademie der Weltreligionen gegründet!

Im Vorprogramm multikulturelles Musizieren. Frau Halima Krausen - vorne rechts, lachend - von der aus Teheran gesteuerten schiitischen Moschee an der Außenalster, ist froh gestimmtAm 23. Juni, unmittelbar vor dem Achtelfinale-WM-Spiel Deutschland gegen Ghana, wurde mit einem Festakt an der Hamburger Universität die „Akademie der Weltreligionen“ gegründet. Mehrere 100 Menschen des akademischen, des politischen und des religiösen Milieus feierten in schönen Reden, dass ab sofort das Potential der religiösen Vielfalt der Stadt kreativ genutzt werden solle. Worte wie Respekt, Toleranz, gegenseitiges Verstehen, religiöse Diversität, diversity management, Pluralität als Ressource füllten den Hörsaal der Pädagogischen Fakultät mit ihrer dünnen akademischen Luft.

(Gastbeitrag von Fleet)

Die anwesenden Vertreter von Judentum, protestantischer und katholischer Christenheit, Buddhismus und Hinduismus erfüllten ihre Alibifunktion brav, konnten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in erster Linie um den Islam geht. Während seitens der Schura ein großer Büchertisch mit Agitationsmaterial aufgebaut worden war, zeichneten sich die anderen „Weltreligionen“ durch agitatorische Abstinenz aus. Bescheiden lässt man eben dem Islam den Vortritt. Denn auch wenn geplant ist, anderen Religionen irgendwann einmal ihren Lehrstuhl und ihre Gastprofessuren zu geben, so ist heißt es doch jetzt erst mal: Wir beginnen mit dem Islam, dort stecken wir alles eingeworbene Geld (von der Stadt Hamburg, der EU, der Körberstiftung u.v.m.) rein, indem wir eine islamische Professur mit allem Drum und Dran einrichten…

Die lange Vorarbeit der Schura – alles begann schon 1999 – zahlt sich endlich aus. Nachdem Islam-Lobbyistin Christa Goetsch (Zweite Bürgermeisterin, GAL – Die Grünen und zugleich Mitglied des Kuratoriums im Islamischen Wissenschafts- und Bildungsinstitut) im Koalitionsvertrag mit von Beust (CDU) die Etablierung der Akademie festgeschrieben hatte, kam es nun endlich zur Umsetzung des ersten Teils des Beschlusses: Hamburg wird einen Lehrstuhl für islamische Theologie einrichten. Mustafa Yoldas, der Vorsitzende der Schura, hat ja schon angemahnt, dass der Mann von der gesamten Umma akzeptiert sein, Arabisch können und am besten in einem islamischen Land studiert haben müsse, damit es ihm nicht so ergehe wie Herrn Kalisch an der Universität Münster.

In seiner Rede ließ Professor Wolfram Weiße, der Direktor der Akademie der Weltreligionen, die Katze aus dem Sack. Er hoffe, dass, befördert durch die Akademie der Weltreligionen, die Schura Hamburg als Religionsgemeinschaft anerkannt werde, auf dass es zu einem Staatsvertrag mit dieser kommen möge.

Das ist es, was sie wollen: den Islam den christlichen Kirchen gleichstellen und als staatstragend etablieren. Integration nach dem Geschmack der Islamverbände! Das pluralistisch anmutende Dach „Akademie der Weltreligionen“ bietet einen wunderbaren Schutzschirm für die zu erwartende gezielte Förderung des Islam in Hamburg.

Und alle machen mit und finden es wundervoll. Alle, das heißt: alle Parteien der Hamburger Bürgerschaft, alle Fakultäten der Universität, die großen Stiftungen der Stadt, die Kirchen, die jüdische Gemeinschaft, die Buddhisten, die Aleviten, das Institut für Lehrerbildung.

Dazu muss man wissen, dass in der „Schura“ (das ist ein Zusammenschluss aller möglichen islamischen Organisationen) die aus Teheran gesteuerten Schiiten und die vom Verfassungsschutz zu Recht beobachtete Milli Görüs den Ton angeben. Man muss das wissen, um zu ermessen, welch großartiger Sieg dem politischen Islam am 23. Juni 2010 in Hamburg gelungen ist.

Auf die konkrete Besetzung der Professur für Islamische Theologie sind wir gespannt.

(Foto oben: Im Vorprogramm multikulturelles Musizieren. Frau Halima Krausen – vorne rechts, lachend – von der aus Teheran gesteuerten schiitischen Moschee an der Außenalster, ist froh gestimmt)