Köln zeigt Solidarität mit Israel

Gestern Nachmittag fand auf dem Kölner Roncalliplatz eine beachtliche Israelkundgebung statt, auf der rund 1000 Teilnehmer ihre Solidarität zur einzigen Demokratie im Nahen Osten bekundeten und sich für eine faire Berichterstattung über Israel aussprachen. Zum Verlauf der Demonstration erreichten uns zwei Berichte von PI-Lesern.

Photobericht von B. Sham:

Das rechtlich nicht zu beanstandende Aufbringen der beflissen von den Medien sogenannten „Peace Flotilla“, die unter dem Vorwand der „Hilfslieferungen“ ihr Mütchen an Israel kühlen wollte, führte unseeligerweise zu Toten, da die israelischen Soldaten diesmal in eine Falle liefen und sich ihres Lebens wehren mussten. Dazu gibt es mittlerweile sogar in den Qualitätsmedien zunehmend nachdenkliche, teilweise sogar zutreffende Berichterstattung („Nützliche Idioten“ FOCUS 23/2010 07.06.2010 S.124 ff).

Am Mittag begannen bereits reichlich vor der veröffentlichten Anfangszeit Sympathisanten einzutrudeln, die sich an den Ständen ausführlich über die Details der Demonstration informierten. Träger der Veranstaltung war diesmal die Synagogen Gemeinde Köln, die dazu einiges auf die Beine gestellt hatte.

Gegen 14 Uhr hatten sich dann bereits unzählige Teilnehmer und Sympathisantengruppen auf dem von der Polizei mit Argusaugen überwachten Roncalliplatz eingefunden und bekundeten an jeder Stelle ihren Wunsch nach objektiver, anständiger Berichterstattung über Israel und das Aufhalten der Provokateursschiffe:

Die Kundgebung selber begann pünktlich um 14 Uhr mit Reden von Michaela Fuhrmann von der veranstaltenden Synagogen Gemeinde Köln, die gleichzeitig Vorsitzende eines jüdisch-türkischen Arbeitskreises ist. Fuhrmann lehnte in ihrer lebendigen Rede (Video: Teil 1Teil 2Teil 3Teil 4) die doppelte Berichterstattungsmoral auch in dem Fall der verunglückten Blockadebrecher nachdrücklich ab und verwies auf die unzähligen Raketen, die Terroristen von der Hamas wahllos aus dem von Israel geräumten Gaza auf israelische Dörfer und Stadte abfeuern.

Von Personenschützern bewacht setzte sich Dieter Graumann, stellvertretender Vorsitzender des Zentralrats der Juden in seiner Rede (Video) mit der Linkspartei und deren historischem Israelhass kämpferisch auseinander. Der traurige Aspekt, dass ein Großteil der modernen anti-israelischen Ausfälle auf das Konto moslemischer Zugereister geht, war allerdings sowohl in seiner Rede als auch in dem vorausgegangenen Grußwort der Staatssekretärin Ursula Heinen von der CDU kein Thema:

Nach einer Rede von Johannes Gerster, dem Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) setzte sich der mittlerweile sehr stattliche Demonstrationszug vom Roncalliplatz Richtung Kölner Innenstatt in Bewegung, wobei die Polizei die obligatorische, allerdings etwas ausgezehrt wirkende „Gegendemonstration“ der modischen links- und islamfaschistischen Einheitsfront umsichtig von den Israel-Sympathisanten separierte:

PI-Leser „Der Kulturbanause“ schreibt:

Gestern Morgen schrieb ich um kurz vor Acht der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf eine Mail und bat darum, mir den Treffpunkt und die Abfahrtszeit mitzuteilen. Diese Angaben erhielt ich postwendend. So machte ich mich von Wuppertal auf den Weg nach Düsseldorf und wurde am Treffpunkt herzlich empfangen. Der Bus fuhr pünktlich los und es war eine gute Allgemeinstimmung. Für die Jüngsten im Bus, die ganz hinten saßen, war die enorme Polizeipräsenz ein wenig überraschend. Von einer geplanten Gegendemo, die von mir im Vorfeld leicht beängstigend eingestuft wurde, war nichts zu sehen. Zwei Polizisten begleiteten uns vom Bushalteplatz zum Dom.

Als die Veranstaltung eröffnet wurde, war vor der Bühne ein Meer von Israelfahnen zu sehen. Nicht nur die Sonne sorgte für sehr gute Laune, denn es herrschte eine positive Grundeinstellung. Von mehreren Personen habe ich vernommen, dass man sich über die rege Beteiligung gefreut hat. Auch ich war überwältigt, zumal ich mit knapp 200 Teilnehmern gerechnet habe. Die ganze Zeit war ich bemüht ein paar gute Fotos zu machen. Dabei führte ich ein paar sehr gute Gespräche.

– Christen auf schweren Maschinen (Christian Motorcyclists Association) machen sich in der Motorradsaison auf und unterhalten sich mit Motorradrockern über Jesus. Auf die Idee muss man erst einmal kommen. Glaube und Hobby derart gut unter einen Hut zu bekommen scheint nicht ganz so schwer zu sein, wie ich immer glaubte.

– Eine Frau legte ihrem Hund einen weißblauen Kragen um. Schnell kam man ins Gespräch über den Hund und die Veranstaltung.
– Auf der Domplatte gibt es nur wenige erhöhte Stellen, um gute Schnappschüsse zu machen. Ganz fair tauschten wir die Plätze, so dass jeder gute Bilder machen konnte.
– Über die Delegation der Linken wurde auch gerne gesprochen, zumal sie ja an der Hetze gegen Israel stark beteiligt ist. Die einsame Fahne der Antifa gab Hoffnung, dass nicht die ganze Linke Jugend den Verstand versoffen oder weggerauscht hat.

Als von der Bühne alles von den Rednern gesagt wurde, machten wir uns auf den Weg zum Demozug durch die Stadt. Es war einfach überwältigend. Auf der Domplatte war es schon schwer alle Teilnehmer auf ein Foto zu bekommen. Beim Demozug war es schlichtweg unmöglich. Ich habe es versucht und bin jämmerlich gescheitert. Deshalb habe ich mich zwischendurch bis an die Spitze vorgekämpft, einen Papierkorb erklommen und den gesamten Zug gefilmt. Es dauerte ganze sieben Minuten bis der gesamte Zug an mir vorbei gezogen ist.

Der Demonstrationszug fand sein Ziel auf dem Rudolfplatz. Was für eine Kulisse (Video). Im Vordergrund die Bühne und dahinter die Burgmauern/Stadtmauern. Hinzu kamen polizeilich bestätigte 1500 Teilnehmer mit fast genau so vielen Israelfahnen. Kurz nach Beginn der ersten Rede hörte man schon die ersten Rufe “Geistes Verwirrter“, wie man sie in der Presse gerne nennt, wenn deren fehlgeschlagene Integration ans Tageslicht kommt. Geschätzte 50 Hasserfüllter forderten in Anwesenheit von 30 Polizisten ein freies Gaza.

Die Gesamtsituation war etwas bizarr. Wir standen in Höhe der Burgmauer/Stadtmauer, dann kam eine Reihe Polizeifahrzeuge zwischen denen jeweils ein Polizist stand. Dahinter war ein Café, in dem Gäste ein wenig verwundert saßen. Weitere zehn Meter stand eine massive Polizeikette, die das brüllende Elend der Gazademo in Schach hielt. Von uns ertönte abwechselnd „No Hamas vor Gaza“ und „Lang lebe Israel“. Es war ergreifend.

Als die Veranstaltung zu Ende war machten wir uns auf die Heimreise. Im Bus diskutierte ich noch ein wenig mit den Jungen Menschen über den Koran/Islam. Teilweise waren sie verwundert darüber, was der Koran/Islam von sich gibt. Vorher verteilte ich ein paar Bierdeckel von der Grünen Pest (Mullahbräu) und Aufkleber „Islam macht frei“ (mit dem Koranschüler in Ketten). Mit zwei Teilnehmerinnen fuhr ich dann noch zum Hauptbahnhof.

Alles im allem war das ein sehr schöner und gelungener Tag. Ein Fernsehteam von „Monitor“ war anwesend, wovon der Tonassistent Israeli ist. Auch mit ihm habe ich mich kurz unterhalten können. Selten trifft man so viele nette Menschen. Kaum führt man mit Fremden so gute Gespräche.

Ich kann nur jedem empfehlen, bei der nächsten Möglichkeit an so einer Veranstaltung dabei zu sein. Es war nach der Solidaritätsdemo in Duisburg (dessen Redner als Gast heute auch dabei war) die zweite Israeldemo, an der ich teilgenommen habe. Man trifft alte Bekannte von PI und tauscht Erfahrungen aus. Ich bin mir sicher, dass sich jeder ärgert, der sich zwar vorgenommen hat an der Israeldemo teilzunehmen, dann aber doch ferngeblieben ist. Solche Momente will ich nicht verpasst haben. Sie werden mir lange in Erinnerung bleiben.

Videos:

» Video der PI-Gruppe Köln: Fairplay für Israel
» Rede von Graumann (Teil 1Teil 2)
» Demozug Anfang
» Szenen Domplatte Gegendemo
» Demozug Hohenzollernring
» Rede von Sacha Stawski (Honestly Concerned)
» Abschlussworte und Hymne

Fotogalerie:

» Weitere Fotos von Honestly Concerned und von David
» Haolam: Fulminante Solidaritätsdemonstration für Israel in Köln

(Fotos: B. Sham, Kulturbanause, Antivirus / Videos: Antivirus und Michael S.)