Nationalflaggenverbots-Irrsinn auch in den USA

Wer immer noch glaubt, dass das „Gutmenschentum“ und die Unterwerfung unter Einwandererkulturen eine rein europäische Krankheit ist, wird aus den USA – Tea-Party-Bewegung hin oder her – eines besseren belehrt.

Wie die FAZ in ihrer Ausgabe vom 26. Juni unter Berufung auf US-Medien meldet, mussten im Bezirk Morgan Hill bei San Francisco / Kalifornien drei amerikanische Schüler für ihr Recht in ihrem Land in der Schule T-Shirts mit dem Sternenbanner zu tragen vor Gericht ziehen. Ein Streit, der erschreckend an ähnliche Flaggenstreitigkeiten bezogen auf Schwarz-Rot-Gold während der Fußball-WM erinnert.

Auslöser für das Verbot durch die Schulleitung waren diesbezügliche Beschwerden durch Schüler mexikanischer Herkunft, die in dem bevölkerungsreichsten amerikanischen Bundesstaat inzwischen die Mehrheit der Schüler stellen dürften. So waren diese am 5. Mai, dem mexikanischen Unabhängigkeitstag, besorgt, dass durch die amerikanischen Flaggen von diesem Feiertag abgelenkt werden könnte. Der Rektor der Live Oak High School hatte daraufhin den amerikanischen Jungen aus Angst vor Schlägereien mit dem Ausschluss vom Unterreicht gedroht, sollten sie die Stars-and-Stripes nicht verdecken.

Selbst wenn die Schulleitung nun Wochen später unter dem Druck dieser Klage eingelenkt hat und künftig Schüler nicht mehr für das „Tragen patriotischer Kleidung“ bestrafen möchte, ist dies ein erschreckendes Signal. Zeigt diese Begebenheit doch, wie sich auch die westliche Führungsmacht in der Auflösung befindet und ihre Einwanderer nicht mehr wie früher integrieren kann. Die absehbare Bevölkerungsmehrheit der Latinos in Kalifornien (vermutlich ab 2020) ist bei einer solchen durch die Schulleitung manifestierten Geisteshaltung der Eliten für einen US-Bundesstaat, der direkt an Mexiko angrenzt, brandgefährlich. Vielleicht diskutiert Kalifornien schon in einer Generation „ganz demokratisch“ über die Rückkehr zu Mexiko, zu dem es bis 1846 übrigens gehört hat.

Video zum Thema:

(Text: Thorsten M. / Foto oben: Die vier Live Oak High School-Schüler, v.l.n.r.: Daniel Galli, Austin Carvalho, Matt Dariano und Dominic Maciel)