Nationalspieler wollen die Hymne nicht singen

Das Singen der deutschen Nationalhymne hat Franz Beckenbauer als Teamchef bereits im Jahre 1984 eingeführt, weil aus seiner Sicht der Gesangsakt die Einstellung der Spieler verstärkt. Nun ist Deutschland im Jahre 2010 leider etwas anders. Einige der passdeutschen Nationalspieler weigern sich jetzt kategorisch, die deutsche Nationalhymne mitzusingen. Teilweise betet man währenddessen lieber Koranverse. Dem derzeitigen Cheftrainer Joachim Löw macht das nichts: „Sie fühlen mit dem Herzen auch für ein anderes Land – und verzichten auf das Singen der Hymne.“

Die BILD berichtet:

Morgen beim letzten WM-Test gegen Bosnien (20.30 Uhr, live ARD und im BILD.de-Ticker) schauen Millionen TV-Zuschauer unseren Nationalspielern wieder auf die Lippen. Wer singt die Nationalhymne mit? Beim letzten Länderspiel waren es gerade sechs Mann.

Franz Beckenbauer forderte am BILD-WM-Telefon: „Alle sollten die Hymne singen, man hat dann eine ganz andere Einstellung. Ich habe das Mitsingen 1984 als Teamchef eingeführt. “

Jetzt gibt’s einen Sänger-Streit. Bundestrainer Joachim Löw („Ich singe die Hymne gerne mit“) verweigert einen Hymnen-Zwang für seine Spieler.

Löw gestern zu BILD: „Ich habe vor einiger Zeit mit einigen Spielern über das Thema gesprochen. Eins ist klar: Wir freuen uns, wenn möglichst viele Spieler mitsingen, aber wir zwingen niemanden dazu. Unsere Jungs identifizieren sich total mit der Nationalmannschaft und Deutschland. Aber man muss auch an ihre Herkunft denken.“

Was Löw meint: Viele Spieler sind zwar in Deutschland geboren, doch ihre Familien haben Wurzeln in anderen Ländern. Wie Lukas Podolski, dessen Familie aus Polen kommt. Oder Mesut Özil und Serdar Tasci, deren Familien türkisch sind. Oder Sami Khedira (Tunesien), Jerome Boateng (Vater kommt aus Ghana) oder Dennis Aogo (Vater kommt aus Nigeria). Sie fühlen mit dem Herzen auch für ein anderes Land – und verzichten auf das Singen der Hymne.

Aogo begründete seinen Hymnen-Verzicht so: „Das ist eine persönliche Sache. Ich bin stolz, für mein Land zu spielen, auch wenn ich die Hymne nicht singe.“

Khedira: „Das muss jeder für sich selbst entscheiden.“

Löw zeigt Verständnis. „Viele sind in Deutschland geboren, aber ihre ganze Familie eben nicht. Das kann dann schwierig sein für sie bei der Hymne.“

Diese Spieler sollten wohl besser für das Land in der Nationalmannschaft spielen, wo sie das Mitsingen der Nationalhymne vertreten können – und nicht dort, wo man am meisten Geld verdient!

» info@dfb.de
» Multikulturelle Zwangsverordnung beim DFB