Wer „A“ sagt, muss auch „B“ sagen!

WächterGestern kam ich nach Hause voller Wut über, die Medien im Internet lügen über unsere Soldaten und schon wieder Israel wird als Feind der Menschheit dargestellt! Natürlich sind wir russische Emigranten sehr aufgeregt, aber wir sind noch von den sowjetischen Zeiten gehärtet worden von unseren Opas, die Stalins Gulags und Strafbattalions, Chruschtschows Antisemitismus und Breschnews „Antizionismus“ überlebt haben… Wie man es bei uns sagt „Kosack du sollst es erleiden, erst danach wirst du ein Ataman“.

(Übersetzung eines Textes auf dem russischsprachigen israelischen Blog „pivoman“ von Bella A.)

Aber es freut mich, dass ich in meinem Land bin, weil Gestern bekam ich einen Skypeanruf von einem alten Freund, mit dem ich zusammen bei der Armee war.

Er ist ein guter Kerl, aber hat ein Problem, er wollte um jeden Preis in der Musikindustrie arbeiten, dafür hat ihn die Schicksal noch von Israel ferngehalten. Er stammt aus einer sephardischen Familie – nicht einer einfachen Familie, sondern „Sfaradi Tahor“. Seine Familie besteht aus super-konservativen sephardischen Kriegern. In ihrem Haus haben sie ein Portrait und eine Säbel von ihrem Großvater oder Uhrgroßvater, der noch in den osmanischen Zeiten gegen Türken und Araber in Gilead (heute Syrien) kämpfte. Eigentlich haben diese Sepharden einen ähnlichen Kampfgeist wie wir. Sie sagen „lieber tot, aber im Talith“, genauso wie es bei uns war „Für das Vaterland! Für Stalin!“. Nach israelischen Standarten gehört er zu den „Ultrarechten“ (wie die meisten „Sfaradi Tahoren“), aber er ist ein rechter Anarchist, ihm ist egal welcher Nationalität man ist, welche Religion man praktiziert und so weiter. Hauptsache „Du lebst in Israel, verteidige das Land!“, und natürlich Standards für Tahoren wie „gebt uns Gaza, die Westbank, die Eastbank und Gilead zurück!“.

Eigentlich sind diese Sepharden ein besonderes Problem für die israelischen Politiker. Sie unterstützen keine Partei, nicht einmal die sephardische Schas. Um ihre Stimmen zu bekommen, muss man mit Themen konfrontieren wie die Anerkennung des osmanischen Völkermordes an den Armeniern, Griechen, Aramäern und natürlich der Sepharden. Selbstverständlich will keiner die freundliche Verbindung zur Türkei wegen dieser Minderheit aufs Spiel setzen… Und der Hauptheld dieser Sepharden war ein Rabbiner, der überall wo es möglich war, gegen Osmanen kämpfte. Wahrscheinlich nur dank diesen Sepharden haben wir die Organisation „NILI“ nicht vergessen, die die Juden 1916 vor einem Völkermord gerettet hatte.

Einmal habe ich den Freund gefragt: „Warum machst du dir so viele Sorgen um NILI, sie hat doch keine große Bedeutung, Ben Gurion und kein anderer israelischer Politiker mochten sie?“ Und er antwortete: „Wenn die Menschen öffentlich über NILI sprechen, wird auch von der Kfar Nase gesprochen!“ (Kfar Nase ist heute Kafar Nasej in Syrien – eine jüdische Stadt zu Dona Gracia Naci’s Zeiten).

SephardenNach der Armee wollte er an der Musikakademie in Tel Aviv studieren, aber leider wurde sein Platz an einen Araber vergeben. Dann wollte er ins Head College gehen, hat die Prüfungen bestanden, aber sein Platz war wieder an einen Araber vergeben worden. In den Musikhochschulen ist eine sehr begrenzte Anzahl von Plätzen und die Araber bekommen diese Plätze ohne Prüfungen. Das Studium für die Araber bezahlt der „böse“ israelische Staat (deswegen sind unsere Hochschulen so antiisraelisch, besonders die Uni Haifa). Mein Freund litt unter einer starken Depression. Aber nach der Armee gingen wir, wie es zwischen uns abgesprochen war, in die Ukraine und ich hab versprochen, ihm zu helfen, einen Studienplatz in einem „Kulyok“ zu finden (ukrainischer Slang für die Hochschulen die sich auf die Kunst und Musik spezialisieren).

Wir fuhren in die Ukraine, seine Depression war sofort weg. Wir haben die historischen Orte der ostukrainischen jüdischen Kultur und der Partisanen von Gulay Pole besucht. Er war begeistert. Aber in Dnipropetrowsk hat er eine Werbung von einer Britischen Akademie gesehen uns ist 2005 ist nach London umgezogen. Nach einem halben Jahr hat er schon einen Job gefunden und arbeitete in der Firma, in der auch mit Madonna arbeitet. 2007 ist er nach Deutschland umgezogen, weil er einen Job bei einer sehr bekannten Firma bekam. Danach hat er auch mit Spanien gearbeitet und organisierte Festivals mit dem türkischen Kulturministerium, und ich habe mich für ihn gefreut.

Vor ein paar Monaten habe ich ihn über Skype angerufen und spürte, dass irgendetwas stimmt mit ihm nicht. Dann habe ich angefangen, in seiner Seele zu bohren. Wir sind doch keine Fremden nach alldem, was wir in Rammallah und Gaza gemeinsam erlebt haben… Er erzählte mir, dass er mit einer spanischen Sängerin arbeitet, deren Management in die Show ein paar Pallywood Elemente eingefügt hat. Er sagte, als er eine Diskussion angefangen hatte, warum diese Propaganda-Bilder aus der Show entfernt werden sollten, wurde er als Mörder und Nazi beschimpft. Sein spanisches Blut hat gebrodelt und seitdem arbeitete er nur noch in Deutschland.

Gestern hat er mich über Skype angerufen. Wieder die gleiche Geschichte. Er sagte, dass es sehr viele Türken auf der Arbeit hat und dass er ihr Mobbing nicht dulden will. Im Juli kehrt für immer er nach Israel zurück.

Gestern habe ich die Geschichte dem Onkel Mikola erzählt, er ist ein Freund der Familie, Weltmeister im Litterball (im Saufen), breite ukrainische Seele. Als wir in der Ukraine waren, sagte er ständig: „Wenn ich Rentner werde, gehe ich nach Israel, um in einem Kibbuz Tomaten zu pflanzen“. Gestern im Skype sagte er: „Seid ihr von den Türken gepresst worden? Findet euch einen „Bat’ko“ (Kosakenfürher) und hop hop mit den Türken und Gaza. Es ist doch euer Land, das Land liebt euch und nicht die Araber. Bat’ko wird einmal pfeifen, Jungs auf die Pferde und die Türken werden sich aus Angst vor den jüdischen Kosaken in die Hose machen“.

Ich hab mir überlegt, Onkelchen Mikola und unsere Sepharden haben Recht, wie lange wird man die Menschen wegen Gaza terrorisieren? Mein Freund ist ein gut erzogener und gebildeter Mensch. Ja er war bei der Armee, ja er hat gekämpft, aber nicht weil „das Vaterland ruft“, sondern wegen Seelenschmerzen und dem Wunsch nach historischer Gerechtigkeit. Besuchen Sie irgendeine sephardische Familie, sie werden Ihnen erzählen, was für Wein früher in Gaza produziert wurde, welche Stoffe in Schehem (Nablus) gewebt wurden, welche Säbel die Juden von Kfar Nase machten. Sie werden auch erzählen, wie sie sich vor den osmanischen Pogromen im 19. Jahrhundert verteidigt haben. Wie sie gegen die haschemitischen Horden in den 40er Jahren kämpften. Oder will niemand es hören? Deswegen nennt man es auch „Silent Exodus“, weil niemand etwas davon wissen will! Aber die Lügen, wie böse Israelis ihre Oliven geklaut hätten, diese Geschichten liebt die Welt! Warum will sich keiner daran erinnern, dass diese Oliven von den Juden gepflanzt wurden?

Wenn es diese blöden türkischen Terroristen, die unsere Soldaten angegriffen haben und den ganzen Psychoterror (den die „zivilisierte Welt“ gegen uns betreibt) nicht gäbe, wäre ich nicht in der Lage, Onkel Mikolka und meinen sephardischen Freund zu verstehen!

Ja, zum Teufel! Ich will die Gerechtigkeit! Ich will den Bat’ko Machno hier in Israel! Ich will, dass keiner unserer Soldaten verleumdet wird und dass alle meine Freunde nach Israel zurückkehren können. Dass Israel auf ihre Familiengeschichten Rücksicht nimmt!

Wenn man schon öffentlich von „NILI“ spricht und die Türken kritisieren darf, dann lasst uns auch von dem „Silent Exodus“ und dem sephardischen Land sprechen!