Das Dschihadsystem„Drei Blinde sollen einen Elefanten ertasten. Der erste bekommt den Rüssel zu fassen und sagt: ‚Eine Schlange!‘ Der zweite betastet den Rumpf und sagt: ‚Ein Berg!‘ Der dritte, der den Schwanz erwischt, meint: ‚Ein Pinsel!‘ Jeder dieser drei Blinden ist fest überzeugt von seiner Auffassung und vermag sie sogar mit scheinbar starken Argumenten zu untermauern, und doch erfassen sie alle drei nicht, was sie eigentlich vor sich haben. Der westliche Diskurs über den Islam gleicht frappierend dem jener drei Blinden.“

Mit diesen einleitenden Sätzen beginnt das Buch „Das Dschihadsystem“ des Berliner Sozialwissenschaftlers Manfred Kleine-Hartlage, dessen Blog „Manfreds politische Korrektheiten“ manchen PI-Lesern vertraut sein dürfte. (Das Dschihadsystem. Wie der Islam funktioniert. Resch Verlag Gräfelfing, 296 S., € 19,90).

Kleine-Hartlage geht davon aus, dass der Islam so lange nicht begriffen werden kann, wie man ihn durch eine westliche, speziell eine linke ideologische Brille betrachtet. Deshalb seziert er als erstes diese Ideologie. Allein für dieses erste Kapitel, in dem der Autor reihenweise die heiligen Kühe der Political Correctness schlachtet, lohnt es sich schon, das Buch zu lesen. Die besondere Würze liegt in der ideologiekritischen Methode. Der Autor hält sich gar nicht erst damit auf, die PC-Dogmen inhaltlich zu widerlegen, er führt sie stattdessen knapp und trocken ad absurdum – so zum Beispiel in dem Abschnitt über den Kulturrelativismus,

dessen Grundaussage lautet: „Alle Kulturen sind gleichwertig“. Wieder so ein Glaubensartikel, der der Überprüfung nicht standhält. Wäre dieser Satz nämlich wahr, dann beruhte jede Kultur, die auf dem Glauben an die eigene Überlegenheit aufbaut, auf einer Unwahrheit, und spätestens dann wäre es mit der „Gleichwertigkeit“ nicht mehr weit her.

Ähnlich dort, wo er sich über das Unwort „Islamophobie“ mokiert:

Das Wort „Phobie“ hat eine erstaunliche Karriere gemacht: An sich handelt es sich um einen psychiatrischen Fachbegriff, dessen Verwendung in sozialwissenschaftlichen Zusammenhängen sich schon deshalb verbietet, weil Sozialwissenschaftler gar nicht kompetent sind zu beurteilen, ob die Abneigung gegen eine Personengruppe auf einer Phobie beruht oder nicht. Wenn Soziologen diesen Ausdruck trotzdem benutzen können, ohne sich zumindest fachintern Kritik einzuhandeln, so ist bereits dieser Umstand ein starkes Indiz für die Wirksamkeit ideologisch motivierter Vor-Urteile bis ins wissenschaftliche Vokabular hinein.

Nachdem er auf diese Weise den Leser aus den eingefahrenen Gleisen etablierter Denkgewohnheiten geworfen hat, geht der Autor ans Eingemachte, also an die Frage des Untertitels „Wie der Islam funktioniert“. Indem er die Frage so stellt und den Islam als Gesellschaftssystem behandelt, das eine ganz bestimmte Mentalität hervorbringt, statt als Religion, an die man mehr oder weniger inbrünstig glauben kann, entzieht er der Islamapologetik die Grundlage: Das bekannte Spiel, zwischen den guten Gemäßigten und den bösen Islamisten zu unterscheiden, verliert jede Relevanz, wenn man zeigen kann, dass der Islam ein zusammenhängendes System ist, das die Gemäßigten ebenso sicher hervorbringt wie die sogenannten Fundamentalisten. Das System ist auf beide angewiesen.

Der Autor demonstriert anhand einer tiefen und exakten Analyse des Korans, wie das „System der kulturellen Selbstverständlichkeiten“ aussieht, das praktisch jeder verinnerlicht, der in eine islamische Gesellschaft sozialisiert wird. Jede Gesellschaft, so der Autor, beruht auf einem solchen System, weil sie sonst nicht existieren könnte, aber je nach prägender Religion sehen diese Systeme ganz unterschiedlich aus. Das heißt, eine islamische Gesellschaft funktioniert anders als eine christliche. Kleine-Hartlage führt den Nachweis

dass dieses [islamische] Normensystem primär auf die Ausdehnung seines eigenen Geltungsbereiches abzielt. Prägnanter: Der Inhalt des Islam ist seine eigene Verbreitung!

Daher die griffige Formel vom „Dschihadsystem“. Die Besonderheit des Buches liegt darin, dass der Autor nicht einfach zeigt, dass der Islam den Dschihad theoretisch fordert – das wäre ja einfach und ist schon hundertmal geschehen -, sondern dass der Islam effektiv eine Gesellschaft hervorbringt, die gar nicht anders kann, als nichtislamische Gesellschaften zu zerstören, unabhängig davon, ob der einzelne Muslim das will.

Die Mentalitätsunterschiede zwischen christlichen und muslimischen Gesellschaften betreffen so fundamentale Fragen wie die Kriterien von gut und böse, wahr und unwahr, gerecht und ungerecht, legitimer und illegitimer Herrschaft, vor allem aber „wir“ und „sie“: „Wir“, das ist die islamische Umma. Gut, wahr, gerecht und legitim ist, was der Umma nützt, mit dem Islam übereinstimmt und seine Konsolidierung und Ausbreitung fördert.

Auf dieser Mentalität beruht der Islam als Dschihadsystem. Kleine-Hartlage zeigt, wie dieses System in der Vergangenheit funktioniert hat, als es die Islamisierung ehemals christlicher Kerngebiete erzwang, und er demonstriert, wie es heute funktioniert. In der Einleitung zu dem entsprechenden Kapitel schreibt er:

Wie schon in der Vergangenheit ist der Dschihad nicht ausschließlich – und nicht einmal überwiegend – Sache prominenter, strategisch platzierter Akteure. Der Islam ist ein dezentrales System: Jeder einzelne Muslim, der sich (etwa als Immigrant in westlichen Ländern) entsprechend islamischen Normen, Werten, Traditionen und Mentalitäten verhält, trägt zum Dschihad bei. Ob er das subjektiv will, ja ob es ihm überhaupt bewusst ist, ist dabei zweitrangig. Mag der bewusst geführte Dschihad auch verdienstvoller sein, so kalkuliert der Islam, mit dem für ihn charakteristischen realistischen Menschenbild, den weniger frommen Muslim ebenso ein wie den glühenden Fanatiker, und stellt beide in den Dienst des Dschihad, wenn auch auf verschiedene Weisen.

Der Dschihad spielt sich deshalb auf zwei miteinander verschränkten und wechselwirkenden Ebenen ab: Auf der Ebene bewussten zielgerichteten Handelns begegnen wir den eigentlichen Dschihadisten, auf der Alltagsebene der mal mehr, mal minder traditionsorientierten Lebensweise von Muslimen, deren scheinbar unzusammenhängende private Handlungen sich wie von selbst zu einer mächtigen gesellschaftlichen Kraft verdichten, die die nichtislamischen Gesellschaften unter Druck setzt. Der Islam ist ein Dschihad-System, weil er beides notwendig hervorbringt.

Was nicht nur Islamkritikern, sondern praktisch jedem Nichtmuslim an Muslimen so unangenehm auffällt, also zum Beispiel die kollektive Selbstgerechtigkeit, der Hang zur Gewalt, die Verachtung von Frauen, die Integrations- und Bildungsverweigerung, wird plötzlich verständlich, weil der Autor an knapp einem Dutzend Einzelthemen aufzeigt, wie in diesem System ein Rädchen ins andere greift. Der Leser fragt sich nach den ungezählten Aha-Erlebnissen, die das Buch ihm verschafft, wie man jemals an die Integrations- und Reformfähigkeit des Islam glauben konnte.

Einen kurzen, aber alarmierenden Abschnitt widmet der Autor zum Schluss der demographischen Dynamik der islamischen Parallelgesellschaften. Die Muslime werden nicht eine abgeschottete Minderheit bleiben, sondern in wenigen Jahrzehnten die europäischen Länder dominieren, wenn diese Länder weiterhin eine Immigrationspolitik betreiben, die auf Illusionen beruht. Die Herrschaft der Muslime bedeutet aber, dass die christliche und westliche Kultur verschwindet.

Mit diesem Buch wird nicht nur den faulen Ausreden der politisch korrekten Freunde des Islam der Todesstoß versetzt, sondern die Debatte über den Islam auf ein ganz neues Niveau gehoben. Das Wort „Dschihadsystem“ hat alle Aussichten, zum Leitbegriff der Islamdebatte zu werden, über den die die Apologeten sich aufregen, an dem sie aber nicht mehr vorbeikommen werden. Immer vorausgesetzt, dass es den MSM nicht gelingt, das Buch totzuschweigen.

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27 KOMMENTARE

  1. erinnert sich noch jemand an das bon mot der ca 70er jahre?

    was ist der unterschied zwischen humanismus, kapitalismus und marxismus?

    humanismus sucht schwarze katze in völlig dunklem raum

    kapitalismus findet nicht vorhandene katze in völlig dunklem raum

    marxismus sucht nicht vorhandene katze in völlig dunklem raum und ruft: ich hab sie, ich hab sie.

    unsere politiker rufen auch ständig: ich hab sie, ich hab sie 🙂

  2. Erste Sahne, Manfred. An diesem Werk kommen die MSM nicht vorbei. Bestseller ? Ich wünsche es mir.

    Ich glaube, das „Kulturjournal“ nimmt schon Maß.Habe sowas flüstern hören…

    Täglich mal auf´m Blog vorbeischaun. Sowieso.

    http://www.korrektheiten.com/

  3. Man könnte auch sagen, daß sie den Wecker wegen dem Klingeln nicht hören (wollen).

  4. Gegen den Autor und sein Buch wird es Klagen wegen Volksverhetzung hageln.

    Wir erinnern uns an Ulfkottes Buch „Der Krieg in unseren Städten.“
    Auch dieses Buch wurde vom Markt genommen, da es zuviel Realität als gewünscht besaß.

  5. Kleine-Hartlage geht davon aus, dass der Islam so lange nicht begriffen werden kann, wie man ihn durch eine westliche, speziell eine linke ideologische Brille betrachtet.

    Da liegt der Schlüssel zur Wahrheit. Die meisten kennen den Koran nicht, Interpretierem Ihm aber dennoch westliche Wertvorstellungen und Demokratieaspekte hinein. Dabei ist die ehmalige Talibangesellschaftsstruktur mit dem Islam vereinbar, unsere westlich und damit christlich sekulare nichtmal ansatzweise.

  6. Es ist gut, wenn solche Bücher geschrieben und gelesen werden.
    Allein die Wirkung bleibt begrenzt.
    Die einzig heilsame Wirkung ist das eigene Erleben. Bücher und Websites können dann bei der Orientierung helfen, um die Hintergründe zu erläutern…
    Zumindest ist es mir so ergangen…

  7. Es wird schwierig sein das Buch zu bekommen, denn die Wähler müssen blöd gehalten werden. Unsere Regierung ist bestrebt das zu erreichen. Werden wir eine konservative Partei 2013 haben, um dann die heutigen Schwachköpfe in die Wüste zu schicken. Hoffentlich !!

  8. An Columbin:

    Hmm… wäre eine Überlegung wert.
    Wo im Münsterland ist denn Euer “Hauptsitz”?

  9. Exakt auf den Punkt gebracht:

    Der Islam ist ein dezentrales System: Jeder einzelne Muslim, der sich (etwa als Immigrant in westlichen Ländern) entsprechend islamischen Normen, Werten, Traditionen und Mentalitäten verhält, trägt zum Dschihad bei. Ob er das subjektiv will, ja ob es ihm überhaupt bewusst ist, ist dabei zweitrangig.

  10. DAS erinnert mich an die Worte Paulus , der avon spricht das der Satan den Sinn der menschen verbledet , so das sie Tatsachen nicht erkennen WOLLEN

    (2. Korinther 4:4) 4 unter denen der Gott dieses Systems, Satan , den Sinn der Ungläubigen verblendet hat, damit das erleuchtende Licht der herrlichen guten Botschaft über den Christus, der das Bild Gottes ist, nicht hindurchstrahle.. . .

    Immerwieder stells Satan seinen teuflischen Islam als was Begehrenswertes hin :

    (2. Korinther 11:13-15) . . .. 14 Und kein Wunder, denn der Satan selbst nimmt immer wieder die Gestalt eines Engels des Lichts an. 15 Es ist daher nichts Großes, wenn auch seine Diener immer wieder die Gestalt von Dienern der Gerechtigkeit annehmen. Ihr Ende aber wird gemäß ihren Werken sein.

  11. #5 r2d2

    Dass es Klagen geben wird, glaube ich weniger. Aber es ist sicher wie der Ruf des Muezzins (vormals „wie das Amen in der Kirche“), dass das Buch von den üblich verächtigen Rezensenten von Spiegel & Co. verrissen wird. Aber sowas adelt und ist eine kostenlose Werbung.

  12. Es wäre gut, wenn die Interessierten hier, die das Buch z.B. bei Amazon oder anderen Versendern beziehen, dort auch entsprechende Kommentare und Rezensionen hinterlassen würden.

    Habe mir das Buch bei Amazon und bei buch.de schon auf die Wunschliste gesetzt.

  13. Den Resch-Verlag, Gräfelfing, kannte ich etwa 1980 vom „Handbuch für Kesselwärter“.
    Das ist ein sehr gutes Buch über energiewirtschaftliche Fragen.
    Der Verfassername „Netz“ ist mir noch in der Erinnerung.
    Zwischenzeitlich hat der Verlegersohn übernommen und geht mehr in die christlich-europabewahrende Ecke.

    ***

    Die PI-Linie findet sich wieder bei zehntausenden von Lesern und auch bei mittelgroßen Verlagen wie dem Resch-Verlag. Das ist sehr schön.
    Ich habe die Bücherliste auf deren Verlagsseite durchgesehen, das scheint mir sehr empfehlenswert zu sein.

    http://www.resch-verlag.com/catalog/politik-recht-wirtschaft-12-0.html

  14. ich glaube wenn ichs lese muss ich kotzen….
    kann ja im grunde nix neues drinn stehen!

    genauso wenig denke ich im traum daran das sich dadurch irgendwas ändert, solange die deutschen dhimmies weiter ihre dhimmie parteien wählen.

  15. Danke PI, für die Rezension!
    Manfreds Analysen haben mich, seit ich seinen Blogg besuche, fasziniert.
    Meine Islam-Bibliothek ist zwar schon ziemlich umfangreich, aber es gab für mich keinen Zweifel: Dieses Buch muß ich haben!
    Noch am selben Tag, an dem das Angebot vorlag, am 30. Juni, habe ich das Buch bestellt. Minuten später, lt. e-mail-Protokoll um 23:45 Uhr, lag die Auftragsbestätigung des Resch Verlag vor. Samstag, den 3. Juli, war die Lieferung an meiner Haustür, nur ich war nicht da und konnte sie erst am Montag, 5. Juli bei der Poststelle abholen.
    Und ich bin nicht enttäuscht worden. Der Titel hält, was er verspricht.
    Das Buch muß unter die Leute!
    Deshalb werde ich im Interesse unserer Kinder und Enkel noch in einige weitere Exemplare investieren, damit ich das Buch nicht aus der Hand geben muß.
    Praktisch ist, daß die Randbemerkungen am Fuß der selben Seite stehen, eben echte Fußnoten.
    AT II

  16. Der Islam ist ein perfides imperialistisches und daher uch politisches System. Jeder „Gläubige“ ob sich dessen bewußt oder nicht, wird selbst durch Konkruenz Mohammeds Handlanger. Immanent ist jede Art des Gehorsams, ob im bewaffneten Kampf oder durch Vermehrung. Sinn und Zweck der Muselmanen ist der Sieg auf allen Gebieten. Unsere westliche Berachtungsbrille trübt den Blick für die Wirklichkeit. Nur aus seiner Zeit und durch seine Zeit läßt sich der Islam ‚BEGREIFEN‘.
    Wer sogar den Islam reformieren will, sagt damit, zurück zur ursprünglichen Form. Achtet auf die Gedanken, sie werden zu Worten, dann zu Handlungen und dann haben wir den Salat.

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