Verbindungen zwischen Iran, Al Kaida und Taliban

Ahmadinejad-KarzaiDie durch Wikileak veröffentlichten Akten hinsichtlich des Afghanistankrieges zeigen laut FoxNews die Verbindung zwischen Al Kaida und den Taliban auf der einen Seite und dem Iran auf der anderen Seite auf. Gemäß den nun der Öffentlichkeit vorliegenden Akten half der Iran den beiden Gruppen dabei, die Bewaffnung aus so unterschiedlichen Quellen wie Nordkorea und Algerien zu ermöglichen. Die amerikanischen Dienste haben danach seit Jahren Informationen erhalten, laut denen der Iran Waffen zu den Taliban geschmuggelt wurden.

Die bei Wikileaks veröffentlichten Dokumente scheinen neue Beweise zu erbringen, dass zwischen iranischen Offiziellen und hohem Führungspersonal der Taliban sowie der Al Kaida direkte Kontakte bestanden, was nach Ansicht amerikanischer Offizieller und Mittlerer Ost Experten die brisantesten Informationen aus dieses Akten darstellen. In den nun veröffentlichten Papieren wird auch die Vermittlerrolle des Iran bei Waffengeschäften zwischen Nordkorea und Militanten in Pakistan, insbesondere dem Militantenführer Gulbuddin Hekmatyar und Al Kaida aufgezeigt.

Die augenscheinlich bestehenden Verbindungen sind erstaunlich, war der Iran historisch doch ein Feind der Taliban, die den schiitischen Islam, der im Iran vorherrscht, als Häresie betrachten.

Einer der bemerkenswertesten Berichte beschreibt eine Reise von Hekmatyar und Bin Ladens Finanzberater nach Nordkorea im November 2005, um dort einen Vertrag über den Kauf von ferngesteuerten Flugabwehrraketen für den Einsatz in Afghanistan abzuschließen.

Das Wall Street Journal, auf das sich der Bericht bei FoxNews bezieht, berichtet zudem von Abschüssen von Hubschraubern der Allianz durch die Taliban mithilfe von im Iran hergestellten Flugabwehrfäusten (rocket propelled grenades) im September 2009.
Nach verschiedenen Berichten war der Iran von zentraler Bedeutung bei der Planung von Angriffen gegen die afghanische Regierung. Ein Bericht aus dem Mai 2006 beschreibt eine Al Kaida-Hekmatyar Planung, Selbstmordattentäter und Autobomben zum Angriff auf die afghanische Regierung und internationale Ziele einzusetzen. Dabei sollte Ausrüstung und Autos verwandt werden, die sie aus dem Iran und Pakistan erhielten .

Im April 2007 scheinen die Berichte eine sogar noch weitergehende Zusammenarbeit aufzuzeigen. Laut einem Bericht aus diesem Monat hatte Al Kaida – „mit Hilfe Irans“ – 72 Luft-Luft-Raketen (air to air missles) aus Algerien erworben und versteckte diese in Zahedan, Iran, um sie später von dort aus nach Afghanistan zu schmuggeln.

(Anmerkung: Da die Nützlichkeit von Luft-Luft-Raketen, mit denen üblicherweise ein Kampflugzeug ein feindliches Flugzeug bekämpft, durch die Taliban zunächst nicht einleuchtete, hat sich PI um Klärung hierzu bemüht.) Unsere Quelle (EntwicklerIn bei einem deutschen Rüstungsunternehmen), die namentlich nicht genannt werden will, hat uns dazu mitgeteilt, dass es Al Kaida und den Taliban wohl nicht um den Einsatz von Flugzeugen aus geht (schon da sie über solche nicht verfügen). Vielmehr dürfte die in den Raketen befindliche Technik im Brennpunkt des Interesses gelegen haben. Jede dieser Raketen ist mit einer Technik ausgestattet, die es erlaubt, die Flugzeuge zu orten und dabei zusätzlich zu erkennen, ob es sich um Flugzeuge der Allianz handelt. Die in den Raketen vorhandenen Feind-Freund-Erkennungsgeräte könnten dazu losgelöst von den Raketen eingesetzt werden, um Feuer simplerer Waffen auf die Kampfflugzeuge lenken zu können. Dazu werden Radar und die erkennenden elektronischen Bauteile funktionstüchtig separiert, um sie so mit geringem technischen Aufwand als ein vollfunktionsfähiges Radargerät einschließlich Feind-Freund-Erkennung einsetzen zu können. Dieser Einsatz ist auch gegen Drohnen und alle anderen Flugobjekte möglich. Algerien wird unter anderem aus den Lagerbeständen der USA, Frankreichs, Großbritanniens und Deutschlands beliefert.)

Die Akten berichten auch von der wachsenden Sorge der Amerikaner im Jahr 2007 über die iranische Einmischung. Diese bestand laut eines Berichtes in Zahlungen des Iran insgesamt 4 Millionen Dollar an insgesamt 90 Mitglieder des afghanischen Parlaments. Die amerikanische Botschaft in Kabul sagte jedoch, die Mitglieder des Parlaments wären aufgrund lokaler Angelegenheiten daran interessiert, den Iran zu unterstützen. Dazu gehörte auch, dass die afghanische Regierung in der Frage der Abschiebung von Afghanen aus dem Iran ein schlechtes Bild abgab.

Manche der in den Berichten erwähnten Planungen, so die Einschätzung des Wall Street Journal, scheinen nicht sonderlich glaubwürdig, wie der Bericht aus dem Februar 2007, der eine Mitteilung der Amerikaner beschreibt, laut dem der Iran die Taliban mit Gift belieferte, dass in das Essen und in den Tee von Offiziellen der afghanischen Regierung gemischt werden kann.

(Gastbeitrag von Chamäleon)