Buchtipp: Kirsten Heisigs “Das Ende der Geduld”

Kirsten Heisig: 'Das Ende der Geduld'In ihrem Buch „Das Ende der Geduld: Konsequent gegen jugendliche Gewalttäter“ beschreibt Kirsten Heisig auf eindrucksvolle Weise, wie das Ausmaß der Jugendkriminalität stetig wächst – und auf welch geschicktem Wege diverse Versuche unternommen werden, um der Öffentlichkeit das Gegenteil zu suggerieren; so zum Beispiel anhand von positiv erscheinenden Statistiken, die – näher betrachtet – auf geradezu irrwitziger Basis durchgeführt wurden.

(Von Mühlenmädel)

Anhand zahlreicher Fallbeispiele und schockierender Blicke hinter die Kulissen schildert die Autorin, wie Kriminalität in unserem heutigen Deutschland die Möglichkeit zur Entstehung, Steigerung und Ausweitung hat. Durch ihre Betrachtung der Delikte aus unterschiedlichsten Blickwinkeln, wie z.B. denen von Täter, Opfer, Polizei, Jugendamt und Schule, gelingt ihr diesbezüglich die Zusammenfügung eines schlüssigen Bildes. Das umfangreiche Wissen hierzu schöpft sie aus mühseligen Nachforschungsarbeiten in unterschiedlichste Richtungen, dank derer sie dem Leser nebenbei viele persönliche Erfahrung vermitteln kann.

Themenschwerpunkte setzt Heisig unter anderem auf die so gut wie allen Intensivtätern gemeine und völlig unzureichend bekämpfte „Schuldistanz“ (=schwänzen), die mangelhafte Zusammenarbeit zwischen Schule, Polizei, Erziehungsberechtigten und Jugendamt in Kombination mit unklaren Zuständigkeiten sowie die erschreckende Tatsache, dass bereits viele ausländische Kinder keinerlei Integration in unsere Gesellschaft erfahren haben und von Grundschulalter an völlig orientierungslos in den Tag hineinleben – eine der Hauptursachen für das spätere Abdriften ins kriminelle Milieu.

Neben der Unterbreitung zahlreicher Verbesserungs- und Lösungsvorschläge steht Kirsten Heisig die Aufklärung der Allgemeinheit im Vordergrund. Überzeugend wirkt sie dabei in erster Linie durch ihre ehrliche, direkte Art und den bewundernswerten Charakterzug, die Realität unzensiert auszusprechen – ohne sich von der heutzutage weitverbreiteten, leider meist berechtigten Befürchtung beeinflussen zu lassen, man könnte ihr die Worte direkt im Munde umdrehen, um sie als Rassist abzustempeln. Sätze wie „x % der Gewalttäter sind Migranten“ sorgen vielerorts bereits für pseudogerechtigkeitsorientierte Aufschreie – nicht etwa aus Entsetzen über diese Tatsache, sondern die „Unverschämtheit“, sie auszusprechen. Die diesbezügliche Verblendung und das konsequente Wegschauen des Staates werden in unserer heutigen Zeit nicht nur toleriert, sondern gefördert.

Dabei wird jeder unvoreingenommene und vor allem aufmerksame Leser, der weder einzelne Sätze aus ihrem Zusammenhang reißt, um sie anschließend verteufeln zu können, noch sich in den modernen wahnsinnigen Gedanken hineinsteigert, jegliche Kritik an jeglichem Nichtdeutschen sei mit Rechtsextremismus gleichzusetzen, feststellen, dass die Autorin das genaue Gegenteil von Ausländerdiskriminierung fordert: Nämlich die Vermeidung einer „gespaltenen“ Gesellschaft durch Förderung und konsequente Durchsetzung der Integration, um Ausländern überhaupt erst die Möglichkeit zu geben, sich in Deutschland zurechtzufinden und harmonisch mit den Einheimischen zu leben.

Ein hochinformatives, durchdachtes, leicht verständliches und von Grund auf ehrliches Buch, das ganz Deutschland gelesen haben sollte!

» Das Ende der Geduld – Kirsten Heisig: Aufl./Jahr: 1. Aufl. 2010, Verlag Herder, Format: 12,0 x 19,0 cm, 208 Seiten, Flexcover €[D] 14,95/ sFr 23.50, ISBN 978-3-451-30204-6.