Europa hasst die Juden, weil man sich selbst hasst

Europas jüdisches Problem


Antipathie unter den Europäern gegenüber Israel wächst und erschüttert, während zugleich Kampagnen zur Delegitimation und Verunglimpfung Israels sich rund um die Welt ausbreiten – angeheizt durch moslemische Propaganda und Gelder und verschärft durch den Hunger nach Öl. Sogar einst freundschaftliche europäische Länder, jene die geholfen haben den Staat Israel aufzubauen und während dem Holocaust versuchten den Juden zu helfen, sind mehr und mehr feindselig gegenüber Israel. Die kurze Liebesaffäre von Europa mit Israel scheint vorbei zu sein. Warum?

(Originalartikel: „Europe’s Jewish Problem“ von Mosche Dann / Übersetzung aus dem Englischen von „die Realität“)

Yoram Hazony, Direktor des Shalem Centers in Jerusalem, bietet eine einzigartige und überzeugende Perspektive:

„Der Weg nationaler Selbstbestimmung … liegt unterhalb der beinahe grenzenlosen Abscheu, die so viele gegenüber Israel fühlen, und im Besonderen gegenüber allem, was mit dem Versuch Israels zu tun hat, sich selbst zu verteidigen … angetrieben durch das schnelle Vordringen eines neuen Paradigmas welches Israel, und besonders der unabhängige israelische Einsatz von Gewalt zur eigenen Verteidigung, bis ins Mark als illegitim ansieht.“

Trotzdem erklärt dies nicht, warum das Recht auf Selbstverteidigung, hochheilig und verankert im nationalen und internationalen Recht, bei Israel nicht gelten soll.

Für heutige Europäer, die den Holocaust nicht erlebt haben, ist Israel eine konstante Erinnerung an ihre Mittäterschaft und Schuld beim Genozid an den Juden. Sie wollen vergessen; Israel kann das nicht.

Vor und nach dem zweiten Weltkrieg ließ die Sowjetunion Juden abschlachten, verfolgen und in Gulags versklaven, sponserte und trainierte arabische Terroristen und unternahm den Versuch, das Judentum auszulöschen. Schließlich fielen die Barrieren, die Juden emigrierten und die UdSSR folgte nach und wurde zur FSU.

Jedes Mal, wenn wir europäische Abgesandte dazu zwingen, Yad Vashem zu besuchen, reiben wir ihnen unter die Nase, was die erlaubt haben; eine Rückkehr an die Tatorte ihrer Verbrechen. Wir lassen sie büßen, wenn sie sehen, wie vibrierend wir sind und das – als das ultimative vor den Kopf stoßen, mit Ausnahme von Russland – mit einer Armee, die stärker ist als deren eigene!

Absichtlich, methodisch, wurde Europa Judenrein; stattdessen hat es Moscheen und Schleier und primitive islamische Gesetze, über die man sich Sorgen machen sollte.

Europa wurde die meisten seiner Juden los – einige flüchteten, bauten ein Land auf und nun wurde Israel eine stabilere Wirtschaft als die eigene. Welch Demütigung, dass diejenigen, welche man so lange bestrafte und verfolgte nun vor einem singen und tanzen und einem büßen lassen, indem man zusehen muss, wie die eigene Herkunft in archäologischen Stätten enthüllt wird.

2.000 Jahre lang vertrieb oder ermordete Europa Juden, stahl deren Eigentum, versuchte deren Geist zu zerstören und trotzdem kamen sie nur noch stärker zurück. Juden sind in allem brillant und führend, während Europa anscheinend die Werkzeuge dazu nicht findet. Es macht einfach keinen Sinn.

Juden hätten eigentlich in Ghettos, Gasöfen und versklavt in Arbeitsgefängnissen ausgelöscht werden sollen. Das hat nicht funktioniert. Ok, gebt ihnen einen Staat und lasst sie von den Arabern, großzügig von den meisten europäischen Regierungen und Unternehmen versorgt, fertig machen; auch das hat nicht funktioniert.

Ok, Oslo, ein diplomatischer Putsch, Land-für-Nichts: immer noch offen. Den Iran hofieren um die Arbeit zu tun, seine nuklearen Reaktoren wurden von den Russen, den Franzosen und den Deutschen gebaut, von der immer-neutralen Schweiz finanziert; hm, vielleicht wird das klappen.

Der Erfolg von Israel offenbart die Fehler Europas. Und, obwohl die europäischen Wirtschaften den Bach runter gehen, finanzieren die EU Länder immer noch arabische und palästinensische Hassgruppen und helfen Terroristen. Nachdem man die mächtigsten Waffen der Welt eingesetzt hat, um das jüdische Volk zu eliminieren, müssen sich die Europäer über die Dreistigkeit der Juden frustriert fühlen, die sich nicht nur selbst verteidigen, sondern auch als Juden überlebt haben und die europäischen Führer zwingen, eine Fahne zu salutieren die ein jüdisches Symbol darauf trägt und die Hände jüdischer Generäle zu schütteln.

Anstatt ihrem traditionellen Judenhass, lächeln die Europäer und schieben den Arabern Geld zu, um die Drecksarbeit zu tun. Israel zu verurteilen ist einfacher, als Scham zu fühlen.

Juden in Israel sind traumatisierte Menschen. Vom Holocaust und konstantem arabischem Terrorismus traumatisiert, werden wir auch durch unsere eigenen Politiker traumatisiert, die im Namen des Friedens unsere Erzfeinde stärken und uns deren mörderischen Anstrengungen aussetzen. Zudem verpassen viele israelische Akademiker niemals eine Möglichkeit, das Land zu verurteilen, das ihre Löhne bezahlt. Die israelischen Medien operieren oft als Propagandamaschine der Linken.

Wie müssen sich Europäer ihre Scheinheiligkeit schmecken lassen, wenn sie in israelischen Polit-Karikaturen, Meinungsartikeln (als „Nachrichten“), Literatur und Kunst die Israelis als boshaft, Juden als verachtenswert und das Judentum als wertlos präsentiert bekommen.

Ach, Europa, wie musst du vor lauter Erniedrigung zittern, wenn du israelisch-produzierte Technologie, Wissenschaft und Medizin benutzt. Welch Angst muss dich überkommen, wenn du dich entscheiden musst, ob du israelische Früchte und Gemüse boykottieren oder aber genießen willst.

Wie ein nur vermeintlich schnell erledigtes Opfer, kommt Israel zurück, um Europa zu jagen, nicht nur um es mit seiner Stärke zu konfrontieren, sondern auch mit seiner Jüdischheit. Welch Demütigung für Europäer, blühende jüdische Gemeinschaften anstatt eines gestapelten Haufens von Körpern und die Knochen von jenen, die in Massenexekutionsgräbern begraben wurden, in israelischen Kindern erneuert sehen zu müssen.

Europa hasst die Juden letzten Endes, weil man sich selbst hasst; man weiß, was die europäische Zivilisation zuließ, erlaubte und verzieh. „Nie wieder“ ist das jüdische Passwort; die Europäer wissen, dass es möglich ist.

(Übersetzung aus dem Englischen von „die Realität“. Der Originalartikel „Europe’s Jewish Problem“ von Mosche Dann wurde im Original bei YNet publiziert und ist hier zu finden. Mosche Dann ist Schriftsteller und Journalist und lebt in Jerusalem)