Man stelle sich vor, vor neuntausend Jahren hätten die damals lebenden Jäger und Sammler sich Gedanken über Nachhaltigkeit gemacht und wären dabei zu demselben Ergebnis gekommen wie die heutige UN-Weltkommission für Umwelt und Entwicklung.

(Warum die Nachhaltigkeits-Ideologie unsere Freiheit gefährdet und ein Totalitarismus neuer Art ist – Ein Essay von Wolfgang Halder)

Nämlich zu der Vorgabe, dass „die gegenwärtige Generation ihre Bedürfnisse befriedigt, ohne die Fähigkeit der zukünftigen Generation zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen zu können“. Was wäre die Folge gewesen? – Der Übergang zu Seßhaftigkeit, zu Ackerbau und Viehzucht wäre nie erfolgt. Denn dieser Übergang zur neuen äußerst unsicheren Lebensform garantierte der gegenwärtigen Generation keinesfalls die Befriedigung ihrer Bedürfnisse, und er war ohne Frage eine Gefährdung der zukünftigen Generationen, da niemand wissen konnte, ob er erfolgreich sein würde. Es war ein zutiefst riskanter Schritt ins Ungewisse. Eine steinzeitliche UN-Kommission hätte die Einführung von Ackerbau und Viehzucht wegen Verstoßes gegen das Nachhaltigkeits-Prinzip abgelehnt – mit der Folge, dass einer der wichtigsten Entwicklungsschritte der Menschheitsgeschichte nicht stattgefunden hätte.

Nachhaltigkeit erweist sich als die politische Religion der Kleinmütigen, die Nachhaltigkeits-Prediger sind Verteidiger einer Schrebergarten-Idylle. Der Zoologe Josef H. Reichholf betont in seiner „Kurzen Naturgeschichte des letzten Jahrtausends“ den Kontrast zwischen einer freien geistigen Atmosphäre, wie sie zur hohen Zeit des politischen Liberalismus herrschte, und der heutigen Verzagtheit: „Im 19. Jahrhundert herrschten mehr geistige Freiheit und viel größere Beweglichkeit als im ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhundert. Damals suchten wir noch aktiv nach neuen Horizonten. Heute wird fast immer das Neue erst einmal gebremst und bekämpft, weil es am bekannten Zustand etwas ändern könnte. Altes behält man wider besseres Wissen stur bei“. Nichts läuft der Wirklichkeit unserer Welt und dem von den Gesetzen der Evolution bestimmten Leben mehr zuwider als die Idee eines kontrollierbaren globalen Gleichgewichts.

Reichholf führt diese Verzagtheit unserer Zeit darauf zurück, daß sich „die evolutionäre Betrachtung der Natur“ bis heute nicht durchgesetzt habe. Die Essenz der Evolution, daß Leben Veränderung ist und nur durch unablässige Veränderung Entwicklung und Verbesserung möglich sind, werde nicht anerkannt. Statt dessen herrsche der Katastrophismus: „Längst glauben im Abendland mehr Menschen an ein katastrophales Ende als eine bessere Zukunft“. Diese Ablehnung des evolutionären Denkens verbunden mit dem Hang zur katastrophischen Weltwahrnehmung ist zum einen unseliges Erbe der christlich-apokalyptischen Tradition, zum anderen geht solch perspektiv- und mutlose Nachhaltigkeits-Verzweiflung aus der Überalterung der abendländischen Gesellschaften hervor. Nachhaltigkeit ist eine Greisen-Ideologie, sie schreibt im Namen der künftigen Generationen die Gegenwart einer überalterten Gesellschaft in alle Zukunft fest. Ihr liegt ein museales Weltbild des übervorsichtigen Erhaltens zugrunde, das lebens- und entwicklungsfeindlich ist und alles der „Tyrannei des Wirklichen“ (Nietzsche) unterwirft. Die Welt muß bleiben, wie sie jetzt ist. So, wie wir Heutigen leben, müssen auch alle künftigen Generationen leben. Gerade diejenigen, die im Namen zukünftiger Generation zu handeln vorgeben, sind im Begriff, mit atemberaubender Überheblichkeit und Ignoranz den zukünftig Lebenden eine lebenswerte Zukunft unmöglich zu machen, indem sie ein „globales Gleichgewicht“ anstreben, das „nachhaltig und ohne plötzliche und unkontrollierbare Zusammenbrüche“ sein soll.

Nachhaltigkeit bedeutet somit Stillstand und Erstarrung. Gesellschaften, die ein Gleichgewicht als Ideal anstreben, entwickeln sich nicht, sind anfällig und Änderungen wehrlos ausgeliefert. Der Ethnomediziner Wulf Schiefenhövel illustriert das am Beispiel der Stämme Neuguineas. „Ich habe Dörfer in Tälern Neuguineas wissenschaftlich untersucht, die über Tausende von Jahren nicht wesentlich expandierten. Vor 50.000 bis 60.000 Jahren kamen die ersten Papua, und die lebten dann wirklich im Einklang mit der Natur. Das funktioniert aber nur im kleinen Maßstab. Und dieses Nullwachstum beobachtet man auf steinzeitlichem Niveau, wenn zum Beispiel Wald mit Steinbeilen gerodet werden muss und keine idealen ökologischen Bedingungen herrschen. Ressourcen-Engpässe hat es sicherlich von Zeit zu Zeit gegeben, aber meist bestand eher ein Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur, weil eben die Möglichkeiten größerer Veränderungen wegen begrenzter Technik beschränkt waren. Das Gleichgewicht konnte aber gestört werden, der Kulturwandel heute zeigt das in dramatischer Weise. Bis 1975 trafen die Menschen dort eine drastische Maßnahme: den Mädchen-Infantizid. Nach der Geburt blieben die meisten Buben am Leben, denn ein gewisser Prozentsatz starb bei der Jagd, bei Kämpfen und Stammeskriegen. Aber von den Mädchen wurden etwa 25 Prozent von der Mutter nicht angenommen, also geopfert. (…) Damit konnten sie die Bevölkerungszahl konstant halten und verhindern, in eine Hungersnot zu geraten. Erst als die Süßkartoffel vor etwa 350 Jahren kam, gab es einen dramatischen Bevölkerungszuwachs, weil das die Ernährungssituation enorm verbesserte. In den letzten Jahrzehnten sehen wir die Folgen der Gesundheitsfürsorge und Christianisierung: Keine Kriege, kein Infantizid, jetzt platzt es aus allen Nähten. In Neuguinea findet gerade eine gewaltige Bevölkerungsexplosion statt.“ Diese Stämme sind gerade wegen ihrer nachhaltigen Lebensweise unfähig, sich an veränderte Bedingungen anzupassen.

Ein weiteres Beispiel, diesmal aus unseren Breiten soll verdeutlichen, wie zukunftsermöglichend ein Denken und Handeln ist, das sich nicht einem Gleichgewichtsideal unterwirft. Als Anfang des 20. Jahrhunderts die Mittenwaldbahn von Innsbruck nach Garmisch-Partenkirchen von Wilhelm von Doderer, dem Vater des Schriftstellers Heimito von Doderer, geplant wurde, gab es die Elektrolokomotiven, die nötig waren, um die steile Tunnelstrecke am Martinsberg oberhalb Innsbrucks zu befahren, noch gar nicht. Trotzdem wurde die Strecke für Elektroloks konzipiert und gebaut – im Vertrauen darauf, dass es bis zur Fertigstellung 1912 so eine Lok geben würde. Das Gleichgewicht in der Region wurde – zum Vorteil der Menschen – zerstört und eine neue Dynamik angestoßen. Wo vorher nur Fels war, fuhr nun dank unternehmerischem Wagemut eine Eisenbahn.

Ein auf Gleichgewicht und Nachhaltigkeit fixiertes Denken macht es Unternehmern unmöglich, ihre wichtigste Funktion zu erfüllen, die darin besteht, sich nicht von Vergangenheit und Gegenwart bestimmen zu lassen, sondern aufgrund ihrer Vermutung über das, was in der Zukunft sein wird, zu handeln – sprich zu investieren und zu produzieren. Das Nachhaltigkeitsdenken setzt konstante Präferenzen und Ressourcenausstattung voraus und verordnet Gleichgewicht und Erhaltung eines bestehenden Zustandes. In der Folge wird unternehmerisches Handeln in die Ungewißheit hinein, das die notwendige Bedingung für Weiterentwicklung der Menschheit ist, ausgeschlossen, ja es wird zur gesetzwidrigen, unmoralischen Tat. Dass Nachhaltigkeit schon in der ursprünglichen, nur auf die Forstwirtschaft bezogenen Bedeutung keine Gewähr für gute, wünschenswerte und langfristig positive Ergebnisse ist, zeigt ein Gang in die deutschen Wälder, die nach dem forstwirtschaftlichen Nachhaltigkeits-Prinzip im 19. Jahrhundert angelegt wurden und bis heute bestehen: öde, häßliche, anfällige Fichtenmonokulturen, die eine Karikatur dessen sind, was ein Wald sein kann.

Es ist vermessen zu glauben, wir könnten die Bedingungen, unter denen wir leben, konstant halten. Troja wurde wegen Klimaveränderungen siebenmal aufgegeben und wieder neu besiedelt. Ein Versuch, diese Klimaveränderungen zu verhindern, wäre töricht und erfolglos gewesen. So wie ein Organismus nicht deshalb gesund ist, weil er den Kontakt mit Krankheitserregern vermeidet, sondern weil er stark genug ist, sie zu bekämpfen, so kommt es darauf an, die Anpassungsfähigkeit unserer Gesellschaften zu stärken und möglichst variabel zu halten, damit sie mit sich wandelnden Bedingungen fertig werden. Die Basis dafür ist wirtschaftliche und politische Freiheit.

Der Biologe Hansjörg Küster formuliert es in seinem Buch „Was ist Ökologie“ wunderbar: „Leben heißt sich ändern – eigentlich eine banale Aussage, aber man vergißt sie immer wieder. (…) Menschen wünschen sich das ewige Leben, das Paradies. Im Paradies fließen nicht nur Milch und Honig; dort verändert sich auch nichts. (…) Die Öffentlichkeit wünscht sich Rezepte für eine immer weitergehende Stabilisierung der Lebensverhältnisse und eine Vorhersagbarkeit künftiger Entwicklungen“. Die Simulation von Ökosystemen mittels mathematischer Methoden – auch hier sieht man Hayeks „scientistic error“ am Werk – lege den „Trugschluß nahe, die Zukunft lasse sich exakt planen. Diese Illusion hat zur Verbesserung der Welt in den vergangenen Jahrzehnten nicht viel Gutes beigetragen“, wie Küster mit der Zurückhaltung des Naturwissenschaftlers formuliert. Doch genau diese Illusion soll nun im Gewand der Nachhaltigkeit die Menschheit ein für alle Mal retten.

Mit der Überdehnung und inflationären Anwendung des Nachhaltigkeitsgedankens auf alle Lebensbereiche der Menschen steuern wir auf einen totalitären Nachhaltigkeitsterror zu. Das ganze Leben droht zur bürokratisch gesteuerten Nachhaltigkeits-Monokultur zu werden. So wie der Sozialismus Wohlstand und Freiheit für alle versprach, aber – außer für eine winzige Funktionärsschicht – Armut und Gefangenschaft für alle brachte, so wird die Nachhaltigkeitsideologie auch das Gegenteil dessen bringen, was sie verheißt. Statt Schönheit, Freude, Wohlstand, Vielfalt, Erkenntnisfortschritt und Freiheit erwarten uns Einfalt, Ödnis, Häßlichkeit, Überwachung, Dumpfheit, Armut, Stillstand.

Der „Nachhaltige Warenkorb“

Was Ludwig von Mises, der große Ökonom der Österreichischen Schule, in seinem Hauptwerk „Human Action“ in bezug die Wirtschaft sagte, gilt erst recht für die Entwicklung der gesamten Welt: Alle Versuche, die Wirtschaftsentwicklung vorherzusagen sind unsinnig und verkennen die Tatsache, daß Handeln immer ins Ungewisse hinein geschieht. Unsicherheit und Veränderung sind die Grundlage jeder Verbesserung. Der Wunsch der Menschen nach Verbesserung ihrer Lebensumstände erzeugt eben die Unsicherheit und ständige Veränderung der Produktionsweisen und damit des Lebens der Menschen, die im Ruf nach Stabilität und Sicherheit beklagt wird. Doch wo Menschen handeln, kann es keine Stabilität geben. Die Menschen möchten, daß es ihnen besser geht – aber zugleich soll alles so bleiben, wie es ist.

An diesem Paradox krankt auch das Warenkorb-Modell, besonders in seiner neuen Nachhaltigkeits-Ausprägung. Da die Wertschätzungen der Verbraucher nicht konstant sind, hat ein Warenkorb keine Aussagekraft. Normativ auf zukünftige Zeiten angewandt, wird er sogar gefährlich, da er ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit – d.h. der wahren Verbraucher-Präferenzen – erzeugt, dadurch Fehlanreize und somit Fehlinvestitionen schafft und in der Folge genau zu dem führt, was er verhindern möchte: Ressourcen-Verschwendung, die die Befriedigung der Bedürfnisse der Menschen verhindert.

Was uns in Zukunft erwartet, zeigt ein Blick in die Broschüre „Nachhaltiger Warenkorb“, eine Art Katechismus der Nachhaltigkeit, die von „nachhaltigen Lebensmitteln“ bis zum „nachhaltigen Investment“ Empfehlungen gibt. Zusammengestellt hat ihn der steuerfinanzierte „Rat für nachhaltige Entwicklung“. Dieser Rat verkündet, es gebe „ohne nachhaltigen Konsum keine nachhaltige Entwicklung“ und verlangt von der Regierung, sie solle „ihren gesamten wirtschaftspolitischen Kurs auf Nachhaltigkeit trimmen“.

In der harmlos klingenden Wendung „auf Nachhaltigkeit trimmen“ kommt die Forderung nach umfassender Kontrolle und Eingriffen in die Wirtschaft wie der Wolf im Schafspelz daher. Dieses Trimmen muss einen hellhörig machen, denn hier äußerst sich der totalitäre Anspruch des Nachhaltigkeitsdenkens. Ein Blick in den „Nachhaltigen Warenkorb“ bestätigt die Vermutung. Im einleitenden Kapitel heißt es: „Eine ideale Welt bleibt vorerst ein Wunschtraum“. Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen, denn das „vorerst“ zeigt, worum es letztlich geht: die ideale Welt. Und die soll den Bürgern schließlich von der Regierung aufgezwungen werden, indem diese den wirtschaftspolitischen Kurs auf Nachhaltigkeit „trimmt“.

Der „Nachhaltige Warenkorb“ signalisiert zudem allen, die sich nicht an ihn halten, daß sie sich falsch und das Gemeinwohl schädigend verhalten und erzeugt so einen Konformitätsdruck, der zu Präferenzverfälschungen führt und dadurch die „Botschaft“ des Warenkorbs zu bestätigen scheint, obwohl in Wirklichkeit kaum jemand diesen Warenkorb will, ihn aber nach außen hin akzeptiert, weil er nicht zum Außenseiter werden will. Der „Nachhaltige Warenkorb“ versucht, den Menschen eine Schuldbewußtsein einzuimpfen, denn als neue Form der Gewissensprüfung, ob man „sündig“ handelt, wird gleich zu Beginn auf den „ökologischen Fußabdruck“ und die „CO2-Bilanz“ hingewiesen: „Versuchen Sie Ihre CO2-Emissionen auf zwei Tonnen pro Jahr zu verringern“.

Warum man das tun sollte, wird nicht gesagt, denn das Nachhaltigkeits-Schuldprinzip baut auf der quasi-religiösen CO2-Propaganda auf, die als unumstößliche Gewißheit setzt, dass CO2 etwas Schädliches sei. Wie weit diese Propaganda schon den Verstand vieler Menschen zerstört hat, zeigt eine Überschrift der „Süddeutschen Zeitung“, die allen Ernstes ein „CO2-freies München“ forderte. Und Siemens veröffentlichte im Frühjahr 2009 stolz die Studie mit dem denglischen Titel „Sustainable Urban Infrastructure: München – Wege in eine CO2 -freie Zukunft“. Es ist erschütternd, daß man den Verantwortlichen einer einflußreichen Zeitung und einer angesehenen Stiftung wie einem Schüler erklären muß, daß CO2 eine Grundlage des Lebens auf der Erde ist ein CO2-freies München ein totes München wäre. Der ökologische Furor verdrängt die Vernunft, und die CO2-Hysterie ist ein Mittel der Schuldproduktion. Allein die Tatsache, dass wir leben und atmen, macht uns zu CO2-Sündern.

Noch hat der „Rat für Nachhaltige Entwicklung“ keine Exekutivgewalt, noch ist der „Nachhaltige Warenkorb“ eine Empfehlung, doch was aus solchen Empfehlungen werden kann und sehr wahrscheinlich werden wird, zeigt das Glühbirnen-Verbot der EU: Die Empfehlung von heute ist das Gesetz von morgen, das mit Gewalt und Strafe durchgesetzt wird.

Nachhaltigkeit als neue Spielart des Anti-Kapitalismus

Um die ideologische Bedeutung des Nachhaltigkeitsbegriffs in Deutschland zu verdeutlichen, ist ein Blick in die Geschichte aufschlußreich, denn gerade in Deutschland speist sich das Umwelt- und Nachhaltigkeitsdenken aus einem tiefen verwurzelten anti-liberalen und anti-kapitalistischen Ressentiment. Es ist kein Zufall, dass es die National-Sozialisten waren, die 1935 das erste Naturschutzgesetz in Deutschland erlassen haben. Im Vorwort zum Gesetzestext heißt es: „Nur ein Staatswesen, das die inneren Zusammenhänge von Blut und Boden, Volkstum und Heimat erkennt, das wirklich Gemeinnutz über Eigennutz stellt, vermag auch dem Natur- und Heimatschutz seine Rechte zu geben und ihm seine Stellung ihm Staate einzuräumen“.

Das Reichsnaturschutzgesetz wird als Zeichen der Überlegenheit des Volksgemeinschafts-Staates der NSDAP gesehen, denn „in der liberalistisch-parlamentarischen Zeit“ sei man in dieser Sache nicht weitergekommen. Der Staat weiß besser als die nur auf Eigennutz bedachten entarteten Individuen des Liberalismus, was die „richtige“, dem Gemeinwohl dienende Natur ist.

Der Biologe Hans-Jörg Küster weist auf den Zusammenhang solcher ideologischen Gesetzgebung mit dem Gleichgewichtsdenken hin: „In der gleichen Zeit, in der das Reichsnaturschutzgesetz erlassen wurde, wurden in den Naturwissenschaften Vorstellungen über Gleichgewichte in der Natur entwickelt“. Als Folge dieser Gleichgewichtsvorstellungen wurden typische, stabile Vegetationen definiert und zur „natürlichen Vegetation“ erklärt, d.h. zu der Vegetation, die sich ohne Menschen entwickeln würde. Dieses „angemaßte Wissen“ über die natürliche Natur wurde im Dritten Reich gleich tatkräftig umgesetzt: Der „Reichslandschaftsanwalt“ Alwin Seifert ließ die Ränder der neuen Autobahnen gemäß den pflanzensoziologischen Erkenntnissen mit der „natürlichen deutschen Vegetation“ bepflanzen, denn, so Seifert, „zu allem, was deutschem Wesen nahesteht, gehören Baum und Busch“. Über diese Formulierung lacht heute jeder, der sie hört. Doch Seifert fährt fort: „Die Wiederherstellung des ursprünglichen Reichtums und der einstigen Mannigfaltigkeit ist das biologische Ziel“ – und dieser NS-Forderung würden nicht nur die Nachhaltigkeitsapostel von heute begeistert zustimmen.

In der Annahme, es gebe eine ursprüngliche, vom Menschen nicht beeinflusste „natürliche Natur“ wird eine Denkfigur deutlich, die auch im Nachhaltigkeitsdenken zum Ausdruck kommt: Der Mensch wird – anti-evolutionär – außerhalb der Natur gestellt und seine reine Anwesenheit als Naturzerstörung gebrandmarkt. Hier entfaltet sich ein säkularisiertes Erbsünden-Konzept, das den Menschen allein aufgrund der Tatsache schuldig spricht, daß er existiert. Er soll sich möglichst unsichtbar machen, indem er z.B. seinen CO2-Fußabdruck durch CO2-Ablaßhandel tilgt; seine Existenz muß durch staatliche Kontrolle eingeschränkt werden, damit die Natur sich frei entfalten kann. Im Namen der Natur wird die Freiheit der Menschen zerstört.

Wie immer, wenn vorgegeben wird, dass im Namen des Gemeinwohls gehandelt werde, sollte man auf der Hut sein. Da im Falle der Nachhaltigkeit nicht nur das jetzige Gemeinwohl, sondern auch das künftiger Generationen in Anschlag gebracht wird, gilt doppelte Vorsicht. Den moralisch-erpresserischen Mechanismus, der hier greift, hat Ayn Rand in ihrem Roman „Atlas shrugged“ glänzend dargestellt. In seiner großen Radio-Ansprache sagt John Galt: „Ihr räumtet ein, dass es böse ist, für euch selbst zu leben, doch moralisch, um euer Kinder willen zu leben. Dann räumtet ihr ein, dass es egoistisch ist, für eure Kinder zu leben, doch moralisch, für eure Gemeinde zu leben. Dann räumtet ihr ein, dass es egoistisch ist, für eure Gemeinde zu leben, doch moralisch, für euer Land zu leben. Jetzt beteuert ihr, dass es egoistisch ist, für euer Land zu leben, und eure moralische Pflicht, für die ganze Erde zu leben“.

Die Forderung, es sei jedermanns „moralische Pflicht, für die ganze Erde zu leben“, ist der Kern der neuen Menschheitsbeglückungsideologie namens Nachhaltigkeit, die immer mehr zu einem zentralen politischen Kampfbegriff wird, mit dem Kontroll- und Machtansprüche kaschiert werden. Die große Gefahr, die von der Unbedingtheit solch einer Welt- und Menschheitsrettungsidee ausgeht, hat der Sozialphilosoph Panajotis Kondylis in seinem Buch „Macht und Entscheidung“ formuliert: „Die größten Zerstörungen und Leiden in der bisherigen Geschichte sind nicht von Relativisten, Skeptikern oder Nihilisten verursacht worden, sondern von Moralisten und Normativisten – und zwar im Namen der ‚einzig‘ wahren Religion, der ‚einzig‘ richtigen Politik oder der ‚einzig‘ zur Herrschaft geeigneten Rasse“. Nachhaltigkeit ist so ein „Einziges“, in dessen Namen bald Sonder- und Machtinteressen, die Zerstörung und Leiden bringen, rücksichtslos durchgesetzt werden.

Die Nachhaltigkeitsideologie vernichtet die Voraussetzungen des guten Lebens

Die Praxis des guten und freien Lebens gründet auf dem Gedanken, daß Gewalt im Zusammenleben der Menschen keine Rolle spielen sollte und jeder seine Fähigkeiten nach eigenem Ermessen einsetzen kann, um die von ihm selbst gesetzten Ziele zu erreichen. Wann immer eine Regierung versucht, eine Gesellschaft auf ein von ihr gesetztes Ziel hin ingenieursartig zu „gestalten“, muß sie Gewalt anwenden. Jeden Euro, den sie für diese Zwecke einsetzt, muß sie den Bürgern erst mit Gewalt („Steuern“) wegnehmen. Die Umsetzung der UNO-Nachhaltigkeitsvorgaben führt unweigerlich zu einer enormen Steigerung der Regierungseingriffe – also zu einer Zunahme der Gewalt, die dem freien guten Leben die Luft zum Atmen nimmt.

„Nachhaltiges Handeln bedeutet den Erhalt unserer Lebensgrundlagen auch für nachfolgende Generationen und damit die Verwirklichung von Generationengerechtigkeit“, schreibt der „Rat für Nachhaltige Entwicklung“. Doch „Generationengerechtigkeit“ ist ein Unding, weil sie sich anmaßt zu wissen, welche Bedürfnisse künftige Generationen haben werden. Wer das Wohl jetziger und künftiger Generationen befördern will, muß die Freiheit in allen Dimensionen stärken. Eingriffe in Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft durch den Staat, dieses „kälteste aller kalten Ungeheuer“ (Nietzsche), zerstören gerade im Namen der Verantwortung für die Zukunft die Zukunft.

Wenn, wie behauptet, wegen knapper und zu Ende gehender Ressourcen Nachhaltigkeit eine notwendige Bedingung fürs Überleben der Menschheit wäre, dann würden die Mittel der Nachhaltigkeits-Verfechter das Gegenteil dessen bewirken, was beabsichtigt ist. Je knapper die Ressourcen, um so wichtiger ist es, dass das kreative Entdeckungsverfahren des unregulierten Marktes sich unbehindert entfalten kann, dass der Einfallsreichtum produktiver Geister frei tätig werden und so den Wohlstand erhalten und vergrößern kann.

Ludwig von Mises betont in „Human Action“, dass der Alarmismus in bezug auf Ressourcen-„Verschwendung“ unsinnig sei: „Wir wissen nicht, ob spätere Zeitalter dieselben Rohstoffen benötigen wie wir heute. Der Verbrauch von Öl und Kohle steigt zwar ständig an, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass die Menschen in hundert oder fünfhundert Jahren andere Methoden zur Erzeugung von Wärme und Energie verwenden werden. Niemand weiß, ob wir uns nicht, wenn wir weniger verschwenderisch mit diesen Vorräten umgingen, vieler Vorteile berauben, ohne dass die Menschen des 24. Jahrhunderts dadurch irgendeinen Nutzen hätten. Es ist nutzlos, für die Bedürfnisse von Zeitaltern vorzusorgen, von deren technischen Fähigkeiten wir nur träumen können.“

Wie unsinnig es ist, die Ressourcen-Bedürfnisse der Gegenwart in die Zukunft hochzurechnen, zeigt ein Beispiel vom Ende des 19. Jahrhunderts. In London wurde damals errechnet, daß die Straßen der Stadt in wenigen Jahren meterhoch mit Pferdeäpfeln bedeckt wären, wenn der Verkehr weiterhin so wachse. Nachhaltiges Wirtschaften im Sinne der UNO-Definition hätte damals bedeutet, mit einem staatlich gesteuerten Programm die Anbauflächen für die Pferdefutterproduktion zu vergrößern und zugleich die Zahl der in der Stadt erlaubten Pferde zu regulieren, damit auch zukünftige Generationen mit Pferdedroschken zur Arbeit fahren können. Dazu ist es nicht gekommen. Statt dessen haben Gottlieb Daimler und Carl Friedrich Benz das Auto erfunden …

Paradoxerweise begünstigt gerade der große materielle Erfolg des Kapitalismus, durch den ein welthistorisch einmaliges Maß an Wohlstand, Freiheit und Selbstbestimmung erreicht wurde, das Entstehen von wirklichkeitsfremden Ideologien. Der Massenwohlstand verhindert die Konfrontation mit der Wirklichkeit. Wer von den Wohlfahrtssystemen alimentiert wird, kann es sich lange leisten, die Grundlagen seines Wohlstandes zu ignorieren, ja zu verachten und gar zu bekämpfen.

Das Tragische an der um sich greifenden Nachhaltigkeitsideologie ist, dass sie beim Versuch, das Leben der Menschen zu verbessern, eben die Grundlagen, die eine Verbesserung möglich machen, zerstört. Die fatale Verschränkung von gutem Willen und daraus folgendem zerstörerischen Handeln hat die kanadisch-amerikanische Schriftstellerin und Philosophin Isabel Paterson 1943 in ihrem Buch „The God of the Machine“ dargestellt: „Das meiste Leid in der Welt wird von guten Menschen verursacht. Nicht durch Zufall, Versehen oder Versäumnis – es ist die Folge ihrer vorsätzlichen Handlungen, die in hohen Idealen gründen und tugendhaften Zielen dienen. (…) Wenn Millionen abgeschlachtet werden, wenn gefoltert wird, wenn Hungersnöte herbeigeführt werden, wenn Unterdrückung die gängige Politik ist, wie es derzeit in vielen Teilen der Welt der Fall ist und wie es häufig in der Vergangenheit war, dann geschieht das auf das Geheiß sehr vieler guter Menschen und gerade durch Handlungen, mit denen diese hehre Ziele zu erreichen glauben“.

Das Nachhaltigkeitsdenken ist gut gemeint, seine Motive sind ehrenwert, doch die verwendeten Mittel führen zum Gegenteil des Angestrebten. Denn die Menschen handeln dann besonders rücksichtslos, wenn sie mit bestem Gewissen handeln und keine Zweifel haben, dass sie Gutes tun. Dann meinen sie auch, dass Zwang gerechtfertigt sei, denn der Zwang dient dem „Gemeinwohl“ und ist nur „zum Besten aller“; der gute Zweck rechtfertigt alle Mittel. Wenn also dem neuen Götzen Nachhaltigkeit mit der tiefsten Überzeugung, Gutes zu tun, Opfer dargebracht werden, dann sind Wohlstand, Freiheit und Vernunft in höchster Gefahr und eine neue dunkle Zeit droht uns.

Von Alfred Hitchcock ist folgende Anekdote überliefert: Auf einer Fahrt durch die Schweiz sah Hitchcock einen Priester, der mit einem kleinen Jungen sprach und diesem dabei die Hand auf die Schulter legte. „Das war der beängstigendste Anblick, den ich jemals gesehen habe“, soll Hitchcock diese Szene kommentiert haben. Er beugte sich aus dem Autofenster und rief: „Lauf, kleiner Junge! Lauf um dein Leben!“

Laufen auch wir, wenn die Nachhaltigkeits-Priester uns die Hand auf die Schulter legen und uns mit ihrer Lehre vergiften wollen, denn es geht um unser Leben, unser gutes Leben.

» PI v. 24.9.: Der neue Götze Nachhaltigkeit (Teil 1)

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45 KOMMENTARE

  1. Heute am Samstag findet in Mannheim eine Informationsveranstaltung der Bürgerbewegung Pax Europa in Kooperation mit der PI-Gruppe Rhein-Neckar unter dem Motto “Frauenrechte = Menschenrechte, gegen den islamischen Verschleierungszwang” statt. Das Thema Frauenrechte im Islam hat in letzter Zeit besonders aufgrund des Burkaverbotes in Frankreich einiges an öffentlicher Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Ziel wird es am Samstag sein, noch mehr Leute als bisher für die katastrophale Lage der Frauen im Islam zu sensibilisieren. Die Mitglieder der Gruppe freuen sich auf jeden islamkritischen Mitbürger, der am Samstag in Mannheim vorbeischaut.

    Termin: 25.9.2010, 11 bis 15 Uhr, Paradeplatz in Mannheim

    http://www.pi-news.net/2010/09/bpe-infoveranstaltung-frauenrechte-im-islam/

  2. Wir sollten „nachhaltig“ den Islam ablehnen und die „kulturelle Bereicherungen“, wie Handabhacken, Frauensteinigungen, Schwuleaufhängen, Ungläubigeabstechen, Kitzlerabschneiden, usw. auf das Schärfste bekämpften!

  3. früher wollten wir mit Raumschiffen im Sonnensystem reisen und fremde Galaxien erkunden —
    — heute sind wir zufrieden , wenn der Sonnenkollektor den Kamillentee wärmt. —

  4. geht solch perspektiv- und mutlose Nachhaltigkeits-Verzweiflung aus der Überalterung der abendländischen Gesellschaften hervor. Nachhaltigkeit ist eine Greisen-Ideologie, sie schreibt im Namen der künftigen Generationen die Gegenwart einer überalterten Gesellschaft in alle Zukunft fest.

    Treffer!

    Und um mich meinem Vorkommentator anzuschliessen (@#3), mal was visionaeres fuer die nicht-vergreisenden Familien unter euch:

    en.wikipedia.org/wiki/Terraforming_of_Mars

  5. #3 Teufel (25. Sep 2010 07:26)

    Die Grünen zusammen mit die Anhänger des Islams werden uns ins Mittelalter katapultieren!

    Wenn wir Glück haben!

    Weil, wenn die Moslems das alleinige Sagen haben, dann kommen wir direkt in der Steinzeit an.

  6. Da wollte mir doch neulich so ein grün-islamistischer Öko-Gutmensch verbieten, den fälligen Ölwechsel meines Autos im Wald zu machen. Das würde unsere Natur zerstören. Na und? Was intgeressiert mich denn bitteschön die Natur? Soll ich jetzt etwa 20 € ausgeben, damit die Ökofaschisten in Ruhe durch ihren blöden Wald latschen können? Mein Auto fährt auch ohne Wald, so schauts aus. Dem Bübchen hab ich erstmal ordentlich die Fresse poliert, jetzt kann er aus der Schnabeltasse trinken, hehe!

  7. Ein toller Artikel. Kann auch besonders den ersten Teil empfehlen. Da lernt man einiges über Friedrich von Hayek.
    Die grünlackierten Faschisten werden immer stärker. Das beunruhigt mich zur Zeit weit mehr als die Muslime. Den Islam kann man wieder zurück ins Morgenland verfrachten, aber wo soll die Ökoideologie hin?

  8. Der Islam war wenigstens einmal in seiner Geschichte nicht vollkommen nutzlos (ca. 800 n.Chr.), als die antiken Schriften kopiert wurden.

    Was haben die Grünen je Sinnvolles auf die Beine gestellt außer haufenweise Verbote und Steuern und fett leben vom Staat? Das würde ich von den S21-Treehuggern hier gerne mal wissen.

  9. Meine These ist, dass nicht nur Grün, sondern auch Braun Naturfarben sind. Und weiter, wenn man grün mit rot vermischt, bekommt man auch braun. 🙁

    Die Mülltrennungsideologie ist nichts anderes, als Fortsetzung der Selektionsrampe, um nicht aus der Übung zu kommen und dennoch weiterhin die Massen zu gängeln und dabei zu erklären, deren Wohl wird dadurch gesichert.
    Der Umweltschutz ist ebenso eine kaschierte Variante der Rassenhygiene, aber in einem ganz anderen propagandistischen Mantel eingehült. Man versucht, die Diktatur des Gemeingutes mit verbalen und optischen Tricks zu verwässern, hiesige Menschheit in Partylaune zu halten und die ferne, unbekannte Zukunft für Sakrileg zu erklären. Eben dies machten Kommunisten und Nazis gleich. Wir müssen uns jetzt opfern, damit den künftigen Generationen, ergo unseren „Kindern“ besser geht und automatisch alles besser wird. Der Islam verhält sich nicht anders, er verspricht seinen Märtyrern sogar den verbrieften Einzug ins Paradies, wo sie ad infinitivum 72 Huris begattern werden. Im Islam ist dies das höchste Lebensziel, was ebenso viel Intelligenz verlangt.
    Meine ich ketzerisch, auch so kann man – „Jedem das Seine“ – verwenden.

  10. Wirklich ein guter Artikel.

    Besonders die Anspielung mit der Schrebergartenmentalität kommt ziemlich hin, denn der Normalbürger interessiert sich nur für seinen Mikrokosmos, so dass das Nachhaltigkeitsprinzip erstmal eine gute Sache für ihn ist und sogar unterstützt wird (denn es geht ja darum, dass es so bleibt, das glaubt er zumindest), so dass es überhaupt erst zu dieser möglichen offiziellen Doktrin kommen konnte.

    Diese Gutgläubigkeit wird solange ausgenutzt bis es zu spät ist, nur dann merkt es keiner mehr bzw. der gar nicht mal mehr schleichende Prozess an sich wurde noch gar nicht bemerkt, so dass es eventuell sogar jetzt schon zu spät ist.

    Die Sozialsysteme in vielen westlichen Ländern sind ein gutes Beispiel, wie mit Schuldkomplexen umgegangen wird, es ist wahrlich keine Überraschung, dass die BRD das Sozialamt der Welt ist.

    Analog dazu ist auch die Leichtigkeit, mit der die Klimaideologie installiert wurde, denn die Leute glauben es nicht nur, sie sind sogar fanatisch, wenn es darum geht, Sünder anzuklagen bzw. sich durch gutgemeinte Maßnahmen von ihnen (und der Schuld im Allgemeinen) zu distanzieren, um ja auf der guten Seite zu sein.

    Diese Selbstüberhöhung durch eine vermeintlich überlegene Moral ist typisch für Leute, die es (zumindest vorerst) gutmeinen und allein durch diese überlegenen Werte werden radikale Maßnahmen in ihren Augen gerechtfertigt, zum Wohle aller Menschen, bis in alle Ewigkeit.

  11. Eine steinzeitliche UN-Kommission hätte die Einführung von Ackerbau und Viehzucht wegen Verstoßes gegen das Nachhaltigkeits-Prinzip abgelehnt

    Dazu hätte es keinen Grund gegeben, denn die neolithische Wirtschaftsform war nicht weniger nachhaltig als die paläolithische.

    Ackerbau und Viehzucht zerstören ihre eigenen Grundlagen nicht. Beides kann man beliebig lange betreiben.

    Soviel nur zum ersten Punkt. Auf jeden einzelnen einzughen, würde hier zu weit führen.

    Der Autor hat sich da in eine unhaltbare These verrannt und verteidigt sie wie das Manifest einer neuen Anti-Nachhaltigkeits-Ideologie.

    Einer unvoreingenommenen, vernünftigen Betrachtung kann das alles nicht standhalten.

  12. Das Beste, was ich bisher dazu lesen konnte.

    Nachhaltigkeit ist eine besonders häßliche, weil sich tarnende Variante des Anti-Kapitalismus und stellt einen Totalitarismus neuer Art dar, der bereits heute den überlebensnotwendigen Teil von Freiheit der Menschheit eingrenzt.

  13. Grenzen muß es nicht nur für die Nachhaltigkeitspriester geben, sondern auch für den Kapitalismus.
    Er hat uns in die soziale Marktwirtschaft eingebunden, einen Wohlstand bescherrt.

    Das darf aber nicht heißen, daß die Wirtschaft Narrenfreiheit genießt. Sie muß ebenso wie so manche Klima-und CO2 Untergangsverkünder, an die Leine genommen werden.

    Denn auch Kapitalisten im positiven Sinne gemeint, sind keine Engel. Ließen wir ihnen freie Hand, dann würden einige von ihnen, um des Profitwillens unsere Umwelt nachhaltig zerstören(z.b. Radioaktiver Atommüll).

    Diesen Aspekt vermisse ich im Artikel von Wolfgang Halder.

  14. Erstaunliche Erkenntnisse vom TAZ-Kommunisten Rainer Kreuzer! 😯 :mrgreen: 😈

    Früher wie heute geht es um die Ressentiments gegenüber Parallelgesellschaften, die zu leugnen keinen Sinn macht. Da scheren Leute aus, missachten „die guten Sitten und Gebräuche“ der Mehrheit, vielleicht strafen sie die „deutsche Leitkultur“ sogar mit Hohn und Verachtung.
    Diesen kulturellen Minderheiten eine Integrationsverweigerung vorzuwerfen, verkennt allerdings deren innere Struktur. Denn diese Gruppen tun in ihren Milieus nichts anderes, als sich zu integrieren. Wer exklusive Subkulturen errichtet, schließt den Rest der Gesellschaft von der Teilhabe darin aus und bleibt selber in seiner kleinen Welt mit sich identisch. Das ist Integration.
    http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/im-brutalen-wettbewerb/

    Parallelgesellschaft = Integration 😆 😆 😆 😆 😆 😆 😆 😆

  15. „So wie ein Organismus nicht deshalb gesund ist, weil er den Kontakt mit Krankheitserregern vermeidet, sondern weil er stark genug ist, sie zu bekämpfen“
    Richtig. Der Glaube, dass man durch Vermeiden von Ungesundem gesund bleiben könnte, stammt aus der vorwissenschaftlichen Medizin. Heute steht fest, dass sich der Kontakt mit potentiell schädlichen Viren und Bakterien überhaupt nicht vermeiden lässt, denn die sind überall. Analog ist das Verhältnis zwischen der leiblichen Unversehrtheit und dem Kontakt mit den Erregern von Vergewaltigung, Schädelbruch oder Stichwunde auf unseren Straßen. „Davonlaufen ist die freiwillige Übernahme der Opferrolle“ war auch das erste, was ich im Selbstverteidigungskurs gehört habe.

    „Doch “Generationengerechtigkeit” ist ein Unding, weil sie sich anmaßt zu wissen, welche Bedürfnisse künftige Generationen haben werden.“
    Auf den Punkt gebracht! Wie die Mode wandelt sich auch das Ess- und Trinverhalten. So ist nicht auszuschließen, dass die derzeitige hohe Akzeptanz von käuflichen Wasserflaschen noch zunimmt und damit die Unabhängigkeit künftiger Generationen von der örtlichen Wasserqualität. In einem großen chinesischen Industriegebiet zeigt sich die Bevölkerung sogar schon der örtlichen Luftqualität überlegen: Unverzagt hat sie sich für Gasmasken, für Wachstum und gegen das Wegziehen entschieden.

  16. #11 Atheismus_ist_heilbar (25. Sep 2010 08:16)

    Türkischer General gesteht das Niederbrennen einer Moschee, um es Nichtmuslimen in die Schuhe zu schieben!

    Daß er das getan hat, wundert mich nicht, wohl aber, daß er es gestanden hat.

    Und noch etwas wundert mich: Daß es in Europa fast keine Gewalttaten gegen islamische Einrichtungen gibt.

    Nicht, daß ich das hier befürworten würde (im Gegenteil: aus rechtlichen Gründen distanziere ich mich sogar ausdrücklich davon), aber aus dem Blickwinkel des Historikers ist es seltsam. Reicht denn der Leidensdruck noch nicht aus?

    Aus wissenschaftlicher Sicht ist der exzessive Gewaltverzicht der Europäer gegenüber ihren offensichtlichen Todfeinden jedenfalls erklärungsbedürftig.

    So langmütig waren doch unsere Vorfahren in der gesamten bekannten Geschichte Europas nie. Warum heute plötzlich?

  17. Nachhaltigkeit ist ja an sich nichts schlechtes. Man sollte doch darüber nachdenken was unser Handeln für Konsequenzen hat.

    Aber heute wird dieses Wort (und auch andere Buzzwords) von gewissen Eliten inflationär benutzt um sich selber mit einer Aura des „um die ganze Welt besorgt sein“ oder „vom betroffen sein“ zu umgeben. Mit dieser Aura umgeben können die Eliten dann das Volk dorthin bringen wo sie es haben wollen.

    Das ist die Masche wie sie z.B. Al Gore zelebriert hat:
    – „Wir“ haben ein Problem (Sünde, weltweiter Temperaturanstieg)
    – „Ihr“ (Sünder) seid schuld (menschlich verursachtes CO2)
    – „Ich“ (Messias) habe die Lösung: (der Götze)
    – „Ihr“ (die Jünger) müsst die Lösung (Götze) glauben/tun (anbeten).

    Gewisse Eliten spielen sehr gerne die Rolle des „Messias“.
    Wir (Sünder) sollten jedoch die falschen „Messiasse“ und ihre Götzen entlarven.
    Diejenigen die dies tun, stehen in der Gefahr „gekreuzigt“ zu werden (Aktuell Sarrazin).

    Dies alles sollte uns aber nicht davon abhalten:
    – reale Probleme und Ursachen erkennen
    – Lösungen suchen
    – umsetzen
    und auf eine bessere Zukunft hin arbeiten.

  18. ====== Aufruf gegen die Salafisten ========
    Leute kommt bitte alle am 9.10 zur Demo gegen die geplante Koranschule nach Mönchengladbach
    =============================================
    Pro NRW hat am 9.10 eine Großdemo ab 11 Uhr angemeldet !
    Bitte unterstützt uns gegen diese Steinzeitislamisten !
    Wir brauchen gegen Mann und jede Frau !
    11 uhr in MG-Eicken Eickener Markplatz ca.1.5 KM vom HB MG entfernt.
    Mit Auto A52 Ausfahrt MG Nord, dann Richtung Bökelberg/Eicken Markt

  19. Kurz gesagt: Einige wenige kontrollieren und unterdrücken das freiheitliche und fortschrittliche Denken, und deshalb wird der Islam „verdientermaßen“ die westliche Welt nachhaltig übernehmen.

    Amen

  20. Dann ist es also auch nachhaltig, wenn ich
    als schwarzer Bewohner Afrikas rammle wie
    ein Steinesel und die Ernährung der 10 – 12
    Kinderlein den Europäern überlasse.
    Oder ist dann Frau Neger hinhaltig. Oder ist
    der Türke hinterhältig.
    Fragen über Fragen.

  21. Da wollte mir doch neulich so ein grün-islamistischer Öko-Gutmensch verbieten, den fälligen Ölwechsel meines Autos im Wald zu machen. Das würde unsere Natur zerstören. Na und? Was intgeressiert mich denn bitteschön die Natur? Soll ich jetzt etwa 20 € ausgeben, damit die Ökofaschisten in Ruhe durch ihren blöden Wald latschen können? Mein Auto fährt auch ohne Wald, so schauts aus. Dem Bübchen hab ich erstmal ordentlich die Fresse poliert, jetzt kann er aus der Schnabeltasse trinken, hehe!

    Aha.

  22. #24 Heike (25. Sep 2010 10:46)

    Einverstanden mit dem
    – Gesundheit = u.A. kämpfen gegen Krankheit.
    – keine freiwillige Übernahme der Opferrolle.

    Aber das Tragen von Gasmasken wegen der schlechten Luftqualität scheint mir eben auch freiwillige Übernahme einer Opferrolle.
    Je nach Luftqualität muss man sich dann auch noch voll verkleiden, so quasi eine Burka mit Gasmaske, schauder …

    Also ich werde weiter kämpfen für eine gute Luft- und Wasserqualität. Ich bin gar kein Grüner oder ein Umweltfundi. Aber Gifte in Wasser und Luft machen Mensch und Natur krank. Dagegen kämpft ein gesunder Mensch. Gasmaske und industriell hergestelltes „gesundes“ Wasser sind Notlösungen, welche vielleicht situativ und vorübergehend akzeptierbar sind. (Trinkwasser aus dem Wasserhahn ist schon ein Luxus, ich weiss).
    Die Natur kann keine Gasmaske anziehen und industriell „gesundes“ Wasser beziehen. Die Natur muss ja auch überleben, weil sie eine wichtige Lebensgrundlage für uns Menschen ist.

    Ich muss aber zugestehen, dass ich nicht weiss, wie ich entscheiden würde, wenn die Frage wäre: „Verhungern oder Gasmaske“. Ich würde mich wahrscheinlich auch eher fatalistisch für die Gasmaske entscheiden und mich dabei aber nicht der Luftqualität überlegen und unverzagt fühlen.

    Und trotzdem sollte man dann dafür kämpfen nicht mehr vor eine solche Frage gestellt zu werden. Ich weiss aber auch, dass die von Ihnen erwähnten Chinesen dazu eher schlechte Erfolgsaussichten haben. Wir hier in unseren Demokratien haben aber die Möglichkeiten dazu!
    (Eh… zum Teil, Eh… noch, … 😉

  23. Der Teufel persönlich könnte in unserem Bundestag eine Rede über Nachhaltigkeit halten, und ich wette 90% würden ihm lemminghaft applaudieren.

  24. #25 Argutus rerum existimator

    Genau das habe ich mich auch schon öfter gefragt. Eine Erklärung wäre, dass die Medien ganze Arbeit leisten und das Volk völlig mit ihrer Friede-Freude-Eierkuchen-Ideolgie eingelullt haben. Sowas wirkt besser als jede Droge. Aber aus jedem Traum erwacht man irgendwann mal …

  25. Klasse! Nur Greise (Konservative) planen für die Zukunft! Ängstlichkeit und das Festklammern an der „bewährten“ Vergangenheit ist so verdammt typisch für Kommunisten.

    Das Leben selbst ist immer dynamisch, genau wie eine richtige Marktwirtschaft. Die zerstört und schafft neu. Die ist das genaue Gegenteil von konservativ.

    Die Masseneinwanderung hat zu einer extrem dynamischen Veränderung der europäischen Gesellschaften geführt. Wer kann heute sagen, wohin das in 10, 20 Jahren führt? Wie sich der Islam und seine Anhänger in Europa weiterentwickeln?

    Nur Greise haben Angst vor „Islamisierung“, Staatsbankrotten und was es sonst noch an paranoiden Wahnvorstellugen gibt!

    Alle Wirtschaftsführer wollen die momentane Entwicklung. Diese Superkapitalisten wissen schon, was gut für’s Geschäft ist, keine Sorge!

    Alles wird gut!

    Die bigotte Ideologie, für die in Deutschland am am reinsten die Grünen stehen, ist weder links noch nachhaltig. Sie zerstört und schafft Platz für Neues. Sie ist gut für’s Geschäft. Wir können alle beruhigt schlafen gehen.

    Es ist immer wieder erstaunlich, welche Blüten die Verschwörungstheorie treibt, daß Sozialisten die Welt beherrschen.

  26. Am besten an dem Artikel haben mir die Schlussabsätze gefallen, wo der Hinweis unter Zitaten kommt, dass Moralisten und Heilsprediger jeglicher Couleur den meisten Schaden auf dieser Welt angerichtet haben, u. zw. immer unter der Berufung, dass der gute Zweck die Mittel heilige.

    Die Lüge, die alle menschenfeindlichen Ideologien entlarvt, lautet „Der Zweck heiligt die Mittel“. Das lässt sich auf Naziideologie, Kommunismus, Islam, Nachhaltigkeitsideologie usw. anwenden.

    Sie alle demaskieren sich eben dadurch, dass sie das Gute bringen wollen und damit jedes Opfer damit rechtfertigen. Wahrlich, den nachhaltigsten Schaden haben diejenigen auf dieser Erde angerichtet, die das Paradies zu kennen meinten und denen jedes

    Mit dieser schlichten Lehre wird man ideologieunanfällig.

  27. Was neben der Aufdeckung des totalitären Potentials der Nachhaltigkeits-Ideologie ebenfalls eine eingehende Würdigung wert wäre sind die derzeitigen Vorgänge in Kuba.

    50 Jahre nach Etablierung des Sozialismus in Kuba erkennt das leuchtende Vorbild der Internationale der Pantoffel-Revolutionäre dieser Welt, Fidel Castro, daß Staats-Planwirtschaft eine Versorgung seiner Bürger tatsächlich wohl nicht sicherstellen kann.

    Sämtliche Indoktrinations- und Unterdrückungsmaßnahmen haben es also auch in Kuba nicht vermocht, den Sozialismus als Modell für ein leidliches Auskommen etablieren zu können.

    Arme, betrogene Kubaner.

    Der Maximo Leader hat nun immerhin die Eier, daraus die Konsequenzen zu ziehen – anders als alle linken Träumer, die ihm auf diesem Wege nun als Geisterfahrer entgegenkommen, die erstaunliche Entwicklung in Kuba jedoch offenbar totschweigen, sich nicht eingestehen können, übergehen müssen, um den uns diktierten Marsch an die globale Hungerfront ungehindert fortsetzen zu können.

    Soll keiner behaupten, unsere Gesellschaften wären nicht von ihrem festen Glauben an die Wohltätigkeit und das Allwissenheit des planenden Staates bis ins Mark durchseelt.

    Das groteske Treiben unserer Dressureliten, insbesondere das sogenannte liberal-konservative (ha) Kabinett unter dieser sozialistisch sozialisierten Merkel, dazu einer allgegenwärtigen Medien-Pädagogik, die das Umerziehungslager BRD bearbeitet, dazu eine kaum legitimierte EU-Kommision, bis hin zur staatsplanerischen Obama-Administration.

    Dies alles erlangt vor dem Hintergrund, was Castro gerade durchzieht, die Dimensionen einer Tragik-Komödie.

  28. Mutter Natur gibt dem Menschen schon ein Verhaltensprogramm mit was zu Nachhaltigkeit führt.

    z.b. Ficken ohne Kondom und ohne Pille. Das ist Nachhaltig, eine Kultur die das tut gibt es auch in 500 Jahren noch.
    Eine Kultur die ihre Onanie-Schuldgefühle auf den Co2 Ausstoss projeziert muss leider von der Erde verschwinden da sie keine Kinder bekommt.

  29. Toller Beitrag!
    In der Tat ist das viel Wahres dran. Ist der Mensch einmal besessen von der Idee etwas für eine „Gute“ Sache zu tun, ohne diesen „Guten“ Zweck einer ständigen kritischen Prüfung zu unterziehen, folgt er diesem Weg bis in sein Verderben.

  30. „DEUTSCHLAND MUSS NACHHALTIG VERRECKEN !“

    Daran arbeiten bolschewistische und grüne Gewohnheitsverbrecher Tag und Nacht.

    Unermüdlich. Zielstrebig. Mit Erfolgsgarantie.

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