Buch von Thilo Sarrazin

Deutschland irre

Von SELBERDENKER | Vorweg: Ich habe keinen Migrationshintergrund, bin kein Jude und auch kein Moslem, bin nicht sozial benachteiligt und auch nicht behindert, besitze weder einen akademischen Titel, noch habe ich eine extrem außergewöhnliche Lebensgeschichte. Ich bin auch keine benachteiligte Frau und auch nicht homosexuell. Kurz: Ich habe keine besondere Lobby in Deutschland und werde deshalb wohl auch nie in irgendeiner Talkshow sitzen. Trotzdem möchte ich mich gerne zu Wort melden – weil mir in diesen Tagen in Deutschland wirklich unwohl wird.

Wir erleben gerade, wie ein gestandener Politiker und Bundesbanker ein Buch geschrieben hat, das Zündstoff beinhaltet, weil es aus bestimmten Zahlen und bereits bekannten Fakten Schlüsse ableitet, die gravierend für Deutschland sind. Noch bevor das Buch überhaupt auf den Markt gekommen war, brachten Zeitungen einige Auszüge heraus, die medien- und parteiübergreifend zu höchstempörten Vorverurteilungen geführt haben.

Die amtierende Bundeskanzlerin dieser Bundesrepublik Deutschland bezieht kurze Zeit später eindeutig Stellung zu etwas, das sie unmöglich in seiner Gänze beurteilt und nachgeprüft haben kann und bringt ihre undifferenzierte Empörung und Ablehnung der Thesen des Buchautors dann wenige Tage später gegenüber populären türkischen Medien zum Ausdruck. Das kommt einer generellen Entschuldigung Deutschlands an die in dem Buch auch kritisierten Türken gleich. Hat Merkel Angst? Wovor hat sie Angst? Sie hat das Buch ja nicht geschrieben.

Sarrazin ist seit Jahrzehnten angesehenes Mitglied der SPD. Die derzeitige Parteiführung denkt aber schon verfrüht darüber nach, den Buchautor aus der Partei zu werfen – ebenfalls ohne das Buch sorgfältig überhaupt gelesen haben zu können und übrigens noch bevor Sarrazin irgendetwas über Genetik erwähnt hat. Die Begründung eines Rauswurfs unter diesem Vorwand wäre also nicht redlich.

Sogar der gerade von der besagten Bundeskanzlerin ins Amt gehobene Bundespräsident Christian Wulff stimmt mit all seinem derzeitigen politischen Gewicht in den Chor der Empörten ein und wird wahrscheinlich bald den im Sinne der Kanzlerin beantragten Rauswurf des Bundesbankvorstands Sarrazin persönlich absegnen.

Was hat Sarrazin denn eigentlich verbrochen?

Er hat zahlreiche, länger schon bekannte Probleme zusammengefasst und nochmals formuliert, offizielle Zahlen zur Hand genommen und seine Schlüsse daraus abgeleitet. Dass selbst „offizielle Statistiken“ ungeprüft nicht uneingeschränkt aussagekräftig sein müssen, weil unter anderem die genauen Umstände ihres Zustandekommens meist nicht offengelegt werden, ist bekannt. Dass in den vielen TV-Schlachten unter dem Mantel der ruhigen Seriosität meistens jeder die Zahlen zur Verfügung hat, die er gerade braucht, ist leider auch kein Geheimnis. Das ist traurig genug, weil es den oft unfreiwilligen Kunden der GEZ-Sender überlassen bleibt, welchen Zahlen sie gerne Glauben möchten, selbst wenn die Redaktionen noch eigene angeblich aussagekräftige Zahlen nachliefern. Ideologische Zahlenschlachten bringen uns im Kern deshalb auch nicht weiter.

Man muss nicht jede von Sarrazins Thesen uneingeschränkt teilen, um in dieser Zeit eindeutig auf seiner Seite zu stehen. Die provozierte Genetikdebatte ist insgesamt nur schädlich und lenkt von den eigentlich brennenden Problemen ab, was die Gegner Sarrazins auch sehr schnell erkannt haben und natürlich geschickt zu nutzen wissen. Das Thema Genetik soll Sarrazins andere berechtigten Kritikpunkte verdecken.

Sarrazin hat durch sein Buch mehrere, bereits leicht undichte, faulende Fässer im Keller des derzeit selbstgerecht linkslastigen Establishments in Deutschland gleichzeitig aufgerissen – was genau richtig war, weil den konzentrierten Mief jetzt keiner der dafür Verantwortlichen mehr verleugnen kann. Damit hat sich Sarrazin mit nahezu der gesamten politischen Klasse und mit der Mehrheit der Medien angelegt, die eine offene Diskussion über bestimmte Themen bisher mit dem Verweis auf einen von ihnen selbst beschlossenen „Pressekodex“ weitgehend vermieden haben. Sie alle tragen direkt Mitverantwortung dafür, dass die Fässer im Keller in den Jahren derart verfaulen konnten. Wir sind gerade Zeitzeugen ihrer Rache an Sarrazin – das Establishment schlägt zurück.

Wer die Suppe einbrockt…

Den typischen Mief und die vielen kleinen Fässer mit verdrängten Problemen kennt schon lange jeder Mensch, der sich mit freier Nase, mit offenen Augen und ohne die verordnete ideologische Scheuklappe in unserem Alltag bewegt. Autochthone Deutsche sind da eindeutig nicht alleine.

Deshalb freut sich auch eine so große Mehrheit darüber, dass Sarrazin den Verantwortlichen die selbst verschuldete Brühe, die vielen im realen Leben an jeder Ecke begegnet, zum Auslöffeln vorsetzt. Sarrazin ist kein Diplomat – davon haben wir eh schon zu viele. Sarrazin hat mit seinem Buch genau den Dampfhammer angeworfen, den Deutschland gebraucht hat, um aus seiner inzwischen völlig verquasten Integrationsdebatte heraus zu kommen.

Der Kanal war politisch korrekt verstopft und so was läuft bekanntlich irgendwann über. Die Rattenfänger der NPD haben darauf spekuliert, dass die stinkenden Fässer irgendwann überschwappen. Das hat Sarrazin verhindert und seinen Kopf dafür hingehalten. Jetzt bleiben den Neonazis nur die erbärmlichen Versuche, Buch und Autor für sich zu instrumentalisieren. Das muss den Buchautor aber nicht jucken. Sarrazin ist und bleibt ein SPDler – selbst wenn die derzeit dort herrschenden Chefideologen ihn aus der Partei werfen werden.

Die etablierten Parteien müssten spätestens jetzt reagieren und die begründeten Befürchtungen und Anliegen der Mehrheit in Deutschland ernst nehmen. Ja, wir sind hier in Deutschland! Wir haben nicht nur ein Recht auf Verwendung unserer eigenen Sprache im eigenen Land, wir haben auch ein Recht auf Respekt vor unserer gewachsenen Kultur, Tradition und modern-freiheitlichen Lebensweise! Wir sind es leid, unsere Bedürfnis nach Erhalt eigener Kultur und Lebensweise im eigenen Land, der eigenen Region, unser Bedürfnis nach Vertrautem, nach Heimat im eigenen Land immer nur belächelt zu sehen, während wir „das Fremde“ stets bewundern sollen.

Respekt setzt Gegenseitigkeit voraus

Ja, ich glaube daran, dass eine Mehrheit es wirklich als Bereicherung empfindet, wenn Menschen aus verschiedenen Kulturen mit uns zusammen leben, die aber alle unsere Kultur und Gesellschaftsform respektieren. Respekt setzt Gegenseitigkeit voraus! Wir wollen auch keine „Multikultur“ sein! Das ist ein Popanz! Wir wollen vielfältige Einflüsse, die unsere eh schon vielfältige deutsche Kultur und Lebensweise positiv bereichert.

Was viele aber vor ihrer Haustüre oder bei ihrer alltäglichen Arbeit erleben, ist das Erstarken einer expansiven islamischen Monokultur, gepaart mit meist türkischem Nationalismus, einem provozierenden Machogehabe, das in Körpersprache nicht selten Aggressivität und verächtliche Ablehnung zeigt, eine rückständige islamische Lebensweise, die sich durch Symbole wie das Kopftuch sehr stark und zunehmend sichtbar wie eine Art Gegengesellschaft abgrenzt und gleichzeitig nachweislich überdurchschnittlich stark unser soziales Netz beansprucht und sich stärker als andere in den Kriminalitätsstatistiken niederschlägt.

Daran ändert es auch nichts, wenn tausend Vorzeigetürken in einer öffentlich rechtlichen Edelquatschbude Herrn Sarrazin betroffen Vorwürfe machen und dabei in gutem Deutsch von den eigenen tollen Integrationserfolgen und den Aufbau Deutschlands durch ihre Eltern berichten. Warum die nicht mehr wegzuredenden Zustände so sind, wäre jetzt zu diskutieren, nicht, wie man mutige Boten unangenehmer Nachrichten gesellschaftlich vernichtet.

Warum gerade aus der riesigen Gruppe der Türken in Deutschland heraus derart große Probleme für unser Land erwachsen, während die meisten anderen Zuwanderer ohne Bezug zum Islam bei uns kaum spezielle Forderungen stellen und gleichzeitig auch weniger Probleme mit sich bringen, stünde jetzt vernünftigerweise auf der Tagesordnung. Dabei einen Gedanken an die Rolle der einflussreichen türkisch/islamischen Politorganisationen in Deutschland, wie DITIB und Co. zu verschwenden, wäre sicher nicht falsch.

Wenn sich im Umgang mit gravierenden Fehlentwicklungen auf dem Feld der Integration der angesprochenen Zuwanderergruppen bei den etablierten Parteien nicht sehr bald ideologisch grundlegend etwas ändert, wird in Deutschland eine neue politische Kraft notwendig werden, mit oder ohne Sarrazin. Für die Interessen der Deutschen und derer, die gerne Deutsche geworden sind.