Frankreich hat erstes „Burka-Gesetz-Opfer“

Vertriebene BurkaIn der Pariser Vorstadt Bobigny wurde eine voll-verschleierte Frau noch vor dem offiziellen Inkrafttreten des französischen Burkaverbots aus einem Gerichtssaal geworfen. Die Richterin forderte die Frau in der ersten Reihe auf, entweder den Schleier abzulegen oder den Raum zu verlassen. Die Muslimin, die es von Anfang an auf die offene Konfrontation angelegt hatte, entschied sich für Letzteres, nicht ohne obligates Beleidigt-Sein, versteht sich. Die Herausgeworfene sieht sich darüber hinaus als tapfere Kopftuch-Heldin und Märtyrerin der westlichen Diskriminierung.

Die Standard berichtet:

„Ich bin nicht erstaunt. Ich habe es erwartet, ich bin sogar das Risiko eingegangen“, sagte die Zuschauerin. …

Erst am Donnerstag hatte der Verfassungsrat das umstrittene Burka-Verbot mit kleineren Einschränkungen gebilligt. Die Entscheidung des Verfassungsrates macht den Weg für die Verkündung des Gesetzes frei, das im nächsten Frühjahr in Kraft treten soll. Das Gesetz verbietet generell die Vermummung in der Öffentlichkeit und nicht nur von muslimischen Frauen getragene Gesichtsschleier.

In Straßburg hätte die Herausgeworfene demnach noch beste Chancen für eine Diskriminierungsklage.

(Spürnase: Martin T.)