Führendes CDU-Mitglied fordert Muezzinrufe

Das verunglückte Wort unseres Bundespräsidenten vom „Islam, der zu Deutschland gehört“ ist ja nun die aktuellste „Migrationssau“, die durchs mediale Dorf getrieben wird. Entsprechend lässt unser Staatsfernsehen nun reihum die „üblichen Verdächtigen“ als Claqueure für die Rede von Christian „Mohammed“ Wulff zu Wort kommen. Gestern war es so weit, dass auch das NRW-CDU-Landesvorstandsmitglied, der Vorsitzende des Deutsch-Türkischen Forums der CDU, Bülent Arslan, etwas sagen durfte. Und das hatte es in sich.

Claus Kleber vom heute Journal befragte ihn nach seiner Einschätzung der Bundespräsidentenrede. Ein harmloser, ja fast beliebiger Start: „Das, was der Bundespräsident gesagt hat, ist ein wahnsinnig starkes Symbol für die Zukunft.“ Dann eine klare Ansage: „Auf die Zukunft betrachtet wird natürlich der Islam mit unser Land prägen.“

Eine durch ihre Inhaltsleere geradezu höhnische Ankündigung: „…wird das Zusammenleben zu wahnsinnigen Chancen führen, nur wir müssen dafür noch einiges anders machen“. (Ob er die Chancen meint, sein Handy nachts heil in Berlin-Wedding nach Hause zu bringen, oder die in der Schule noch einen vernünftigen deutschen Unterricht zu erleben…?!)

Dazu eine gönnerhafte Bemerkung: „Der Islam stützt sich natürlich auch ein bestimmtes Wertefundament. In Deutschland erleben wir einen Islam, der sehr stark von der Türkei geprägt ist…“ …was für Deutschland den Vorteil der Laizismuserfahrung mit sich bringen würde. (Als wenn Erdogan diesen in der Türkei nicht gerade demontieren würde.)

Interessant dann die Frage, womit der Islam Deutschland denn bereichern könnte: Arslan fiel dazu – wie zu erwarten war – nur die Rolle der Familie und die Solidarität in der Gesellschaft ein. (Vermutlich meinte er damit das messerbewehrte Mitspracherecht der Eltern bei der Ehegattenwahl und die Nutzung unserer Sozialsysteme… …für alles andere sollte nämlich ein erst genommener abendländischer Wertekanon völlig ausreichend sein, dessen menschliche Solidarität schließlich im Gegensatz zum Islam auch Nicht-Christen unterschiedslos mit einschließt).

Dann das übliche Gejammere: „Wenn wir nicht die Herzen dieser Menschen (der eingewanderten Moslems) gewinnen…“ – …sinngemäß: Dann sei die Integration zum Scheitern verurteilt… „Das können wir nur [ändern], wenn auch die Staatsspitze solche starken Symbole aussendet.“ (Hat Arslan schon einmal daran gedacht, die Vorzeichen zu wechseln? Vielleicht müssten die Muslime nämlich die Herzen der Deutschen gewinnen?! Wie wäre es damit, wenn diese erst einmal beginnen würden, in den Sozialamts- und Kriminalitätsstatistiken durch Abwesenheit zu glänzen?!)

Nach einer beruhigenden Bemerkung, dass sich die Stellung der Frau im islamischen Deutschland ja unter dem Einfluss der Einheimischen deutlich verbessert hätte, dann aber der Hammer: Claus Kleber fragte, ob er – Bülent Arslan – noch erleben werde, dass in Deutschland gleichberechtigt und mit großer Selbstverständlichkeit am Wochenende Muezzinrufe und Glockengeläut erklingen:

„Herr Kleber. Ich hoffe, dass ich das erleben werde und ich hoffe das insbesondere für meine Kinder und für die nächsten Generationen. Und zwar sowohl für die Muslime als auch für die Christen in Deutschland. Nur, damit das geschieht, müssen wir noch einiges verändern. Und wir haben in den letzten Jahren viel gemacht, aber ich glaube, dass wir noch nicht am Ziel angekommen sind.“

Das ist doch eine klare Ansage!

Arslan ist übrigens auch Mitglied der Grundsatzprogramm-Kommission der CDU. Da muss sich eine Partei, die uns Bürgern im Moment weismachen möchte, dass sie Heimat der Konservativen sei, doch eine Frage gefallen lassen: Nannte man sowas früher nicht „Fünfte Kolonne“, „Unterwanderung“ und „Zersetzung“?! Was macht so jemand in der Union, wenn man gleichzeitig einen René Stadtkewitz vertreibt?!

(Text: Thorsten M.)