Parallele Welten am 3. Oktober

Parallele Welten am 3. Oktober: Bundespräsident Christian Wulffs Rede – und der Tag der offenen Moschee in Rostock. Ein FAZ-Leser – dahinter steckt wohl tatsächlich hin und wieder ein kluger Kopf – hat in der Hansestadt den Realitätstest gemacht. In der Moschee an der Ostsee erhielt er vom Imam die volle Packung: Homosexuelle begehen eine Todsünde und müssen weg (wohin wohl bei TOD-Sünde), Islamabtrünnige sind Verräter und müssen getötet werden. Steinigungen und Ehrenmorde sind o.k., wenn „autorisierte Henker“ sie vornehmen.

Vielleichte meinte Wulff genau das: Integration ist, wenn der Staat dem Imam hilft, „autorisierte Henker“ zu finden. Fordern und FÖRDERN: Steinigung und Ehrenmord mit staatlich geprüften Henkern. So hat am Ende der Islam-Unterricht doch seinen Zweck. Ach ja, und jenen Rostocker Imam sollte man gleich zum deutschen Imam-Ausbilder und Islam-Lehrer befördern – bei soviel Sensibilität für abendländische Rechtstaatlichkeit.

Der Leserbrief im Wortlaut:

Eine Lehrstunde in der Moschee

Während der Bundespräsident am 3. Oktober seine vielleicht gutgemeinte Rede zum Tag der Deutschen Einheit in Bremen hielt, waren mein Lebenspartner und ich unmittelbar nach dem Erntedankgottesdienst unserer evangelischen Kirche beim „Tag der offenen Moschee“ in den Räumen der Rostocker muslimischen Gemeinde. Dort hielt der Imam einen Vortrag und beantwortete Besucherfragen. So erfuhren wir, dass der Islam die einzige Wahrheit auf der Welt ist, die alle Menschen besser anerkennen sollten. Homosexualität bezeichnete der Imam als Todsünde, die mit dem Islam unvereinbar sei. Schwule in muslimischen Staaten müssten dann eben in Länder auswandern, in denen ihr Treiben legal sei. Da wir in unserer Gemeinde einen jungen Mann aus Pakistan haben, der vom Islam zum Christentum konvertierte und seitdem um sein Leben fürchtet, fragte ich den muslimischen Geistlichen nach dem Umgang des Islam mit Abtrünnigen. Diese betitelte er sofort als Verräter und informierte uns darüber, dass innerhalb seiner Religion momentan kontrovers diskutiert werde, ob man solche Abtrünnigen töten solle oder nicht. Nach Steinigungen und Ehrenmorden gefragt, bedauerte der Mann, dass zu viele Muslime das Recht in ihre eigenen Hände nähmen, obwohl laut Scharia nur autorisierte Henker andere Menschen hinrichten dürften.

Nach diesen Informationen verweigere ich mich der Behauptung, dass der Islam ein Teil unserer deutschen Kultur sei und irgend etwas mit den Werten unserer Nation und Europas zu tun habe. Als Christ bin ich entsetzt darüber, dass der Bundespräsident meine Religion und das Judentum mit dem Islam auf eine Stufe stellt.

HOLGER ARPPE, ROSTOCK

(Foto oben: Bundespräsident Wulff bei seiner Islam-Rede am 3. Oktober / Öffentliche Exekution zweier homosexueller Männer im Iran)