Der Lehrplan des Friedens

Es geschehen noch Zeichen und Wunder: weil sich die Behörden offensichtlich nicht allzu sehr für das Treiben an britischen Islamschulen interessiert haben, machte sich die BBC auf, einen Blick in die Lehrpläne dieser Einrichtungen zu werfen. Was dabei zum Vorschein kam, wird keinen regelmässigen PI-Leser verwundern. Frank Furter über Hand-Abhacken und Juden-Hassen, kurzum: den Lehrplan des Friedens.

Welt-Online berichtet über die Enthüllungen der BBC-Reporter wie folgt:

Wie man Dieben Hände und Füße amputiert und dass sich Juden in Schweine oder Affen verwandeln – solch bizarrer Lehrstoff wird nach Recherchen der BBC muslimischen Kindern beigebracht, die an Wochenenden in saudi-arabischen Einrichtungen in Großbritannien unterrichtet werden. Die britische Regierung reagierte empört.

Empört? Regieren in Großbritannien etwa schon die Grünen? Nein, Spaß beiseite. Empörung lässt auf Verwunderung deuten, und das wiederum hieße, man sei in der britischen Regierung überrascht davon, dass in Islamschulen tatsächlich das gelehrt wird, was im Koran geschrieben steht.

Das ist schon von beachtlicher Naivität. Eigentlich sollte man von Regierenden erwarten, dass sie zumindest über ein grundlegend realitätskonformes Weltbild verfügen. Vielleicht ist das auch so, und die Empörung ist gespielt. Vielleicht wissen die Behörden schon lange von dem Treiben, und wurden von der BBC nun quasi dazu genötigt, sich zu äußern, überrascht und empört zu sein. Denn Fakt ist: die Schulen, von denen hier die Rede ist, werden von den Saudis betrieben, an deren Ölhahn auch der Brite eifrig nuckelt. Da hält man besser die Klappe – selbst wenn der Saudi sich aufmacht, in Großbritannien Schulen zu sponsorn, an denen seine archaische Moral gelehrt wird.

So wird beispielsweise nach den BBC-Recherchen von Schülern verlangt, „verwerfliche“ Charaktereigenschaften von Juden aufzulisten. In einem Lehrbuch für Sechsjährige heiße es, dass Menschen, die nicht an den Islam glauben, nach dem Tod in der Hölle landen. Fünfzehnjährige lernten das Gesetz der Scharia. Dazu gehöre unter anderem eine durch Grafiken unterstützte Anleitung, wie man Dieben Hände und Füße amputiert.

Nun denn: früh übt sich, wer ein wahrer Anhänger der Religion des Friedens™ werden will. Alle anderen landen ohnehin in der Hölle – mit so einem simplen Weltbild gesegnet braucht man sich mit Nebensächlichkeiten wie Toleranz und Nächstenliebe freilich gar nicht erst zu beschäftigen. Die Friedensvorstellung des Islam ist schon von einer ausserordentlich perversen Gestalt.

Apropos pervers. Der Lehrstoff an diesen Schulen kann auch von daher nicht verwundern, da eben dieser Stoff in Saudi-Arabien längst nicht nur graue Theorie, sondern die realexistierende Karikatur eines Rechtssystems ist:

Ein Gericht in Saudi-Arabien hat einen jungen Mann wegen Homosexualität zu 500 Peitschenhieben und fünf Jahren Haft verurteilt. Das berichteten saudische Medien.

Es brauchte übrigens keiner langen Recherche, um diesen Bericht zu finden. Er ist bei Welt-Online gleich unter den „weiterführenden Links“ zum erst-zitierten Artikel aufgeführt.

Wenn es also gang und gäbe ist, dass Menschen in Saudi-Arabien für das „Vergehen“ Homosexualität die unglaubliche „Strafe“ von 500 Peitschenhieben droht, was bitte schön darf man dann für Lehrstoff an saudischen Schulen erwarten? Kant’sche Vernunft? Einstein’sche Relativitätstheorie? Waldorf’sche Eurythmie?

Wohl kaum. Das wirklich irrwitzige an dieser Geschichte ist nicht, was an diesen Schulen gelehrt wird, sondern die große Überraschung, die nun in manchen Kreisen zu herrschen scheint. Da kann es eigentlich nur zwei Erklärungen für geben: entweder große Teile der Regierenden und der Regierten im Westen sind tatsächlich so abgrundtief unwissend über die Lehren des Islam und die Zustände in Ländern wie Saudi-Arabien; oder die Regierenden, zumindest viele unter ihnen, wissen sehr wohl, was Sache ist, aber machen gute Miene zum ölgetränkten Spiel. Tatsächlich weiß man gar nicht, welche Variante einem (un)lieber wäre.

(Spürnasen: Freak, Nahshon, Oldie, Eli)