Heisig – politischer Erfolg und persönliche Tragik

Kirsten HeisigIch werde die Trauerfeier für Kirsten Heisig in einer Kirche von Berlin-Neukölln nie vergessen. Organisiert vom Bezirksamt Neukölln, waren alle Mitstreiter und Migrantenorganisationen erschienen. Nicht wirklich überraschend, ein Drittel waren muslimische Teilnehmer, sogar eine Frau mit konservativer Verschleierung. Sie standen alle auf beim „Vater Unser“, was äußerst ungewöhnlich für Muslime ist. Ihren Respekt für Kirsten Heisig stellten sie über ihre Glaubensgrundsätze. Ein für mich einmaliges Ereignis.

(Von Sara Lamine)

Als Richterin Kirsten Heisig und ihr Kollege Günther Räcke im Herbst 2006 mit dem spektakulären Interview im Tagesspiegel „Zivilisatorische Standards gelten nicht mehr“ an die Öffentlichkeit gingen, war sie in der Anfangszeit der Medienaufmerksamkeit ganz allein.

Von ihren Kollegen argwöhnisch beäugt, denn als Richter geht man grundsätzlich nicht an die Öffentlichkeit, so die stillschweigende Vereinbarung unter Richtern. Das gebietet der Status als Richter, da thront man über allen anderen Verfassungsorganen, ist nur sich und dem Gesetz verpflichtet.

Die Vorstellung, als Richter zu tagesaktuellen politischen und öffentlichen Debatten über die Medien Stellung zu nehmen, verbietet das Amt, so der informelle Konsens. Daher war ihr Weg in die Öffentlichkeit für ihre Kollegen ein wirklicher Fauxpas. Sie konnte daher nicht mit Zustimmung im Kollegenkreis rechnen, sondern musste mit Argwohn über ihre Motive („Mediengeilheit“, übersteigertes Geltungsbedürfnis, Profilierungssucht etc.) fertig werden. Das ging durch die ganze Gerichtsbarkeit Berlins.

Das erzählte sie mir, als ich im November 2006 zu ihr Kontakt aufnahm. Ich arbeitete Ende 2006 bereits seit drei Jahren für den Bundestag als Beraterin in Islamfragen, für die Bundeswehr, die Polizei, immer im Hintergrund, um mit meinem Job als Unternehmensberaterin nicht in Kollision zu geraten.

Mir war mit meiner Erfahrung mit Politik und Behörden klar, dass Kirsten Heisig abgesichert werden musste, um ihre verfassungsmäßige Position des Richteramtes für Veränderungen nutzen zu können, ohne persönlich in ihrer Position Schaden zu nehmen.

Moralische Werte in Gefahr

Ich merkte von Anfang an, dass sie eine starke innere Motivation besaß, Dinge ganz praktisch ändern zu wollen. Die moralischen Werte auf Basis des Grundgesetzes, der Menschenrechte etc. sah sie immer mehr in Gefahr, weil niemand sie wirklich zu verteidigen schien. Besonders die zu inkonsequenten Jugendrichter ließen sehenden Auges zu, dass sich kriminelle Karrieren Jugendlicher erst richtig entwickeln konnten, durch Endloswiederholung von Ermahnungen, Urteilen zur Verhängung von Sozialstunden, Anti-Aggressionstraining, Exoten-Reisen etc. Respekt vor Personen und Sachen scheinen nichts mehr zu gelten.

Vor der Strafmündigkeit waren die Jugendlichen in der Institution Schule einer windelweichen Pädagogik mit einer Aversion zur Verhängung von Sanktionen konfrontiert. In den Schulen war eine inkonsequente, mit ausgeprägter Diskussionskultur sozialisierte Lehrerschaft mit fatalem Hang zum Verschweigen der Probleme seit Jahren eine bekannte Tatsache. Grenzen setzen wurde als Teil der “preußischen Obrigkeitsschule“ diffamiert.

Völlig hilflos stand das Lehrpersonal daher in den Brennpunktbezirken der wachsenden Aggressivität der Schüler untereinander und vor allem gegen weibliche Lehrer gegenüber. Da ihnen keine klaren Grenzen gesetzt wurden, gingen die Schüler „über Tische und Bänke“. In Neuköllner Schulen bestimmten Schüler aus muslimischen Familien das verbale und tätliche Aggressionsniveau.

Schule und Jugendamt versuchten über Jahre hinweg, aber kaum zielführend, die Schulschwänzer zum Schulbesuch zu überreden. Viel zu selten landete eine Schulversäumnisanzeige vor Gericht, da konnten schon mal fünf Jahre vergehen. Resultat war, dass die Verfassungspflicht zum Schulbesuch durch schleppende Verwaltungsabläufe der Schul- und Jugendbehörden für die verhaltensauffälligen Kinder fast systematisch untergraben wurde.

Ausweg der Schulbehörden: Die Fehltage der Schüler werden im Land Berlin auf dem Jahreszeugnis nicht ausgewiesen. Aber auf dem Halbjahreszeugnis. Die Zusammenarbeit der Schulen mit der Polizei war ideologisch schwierig, denn die Schule sollte ein „Schonraum“ für die Schüler sein. Aber in Neukölln hatte jede Schule zumindest einen Ansprechpartner bei der Polizei.

Das war der Status Quo, als ich zwei Jahre vorher vor Neuköllner Lehrern, Schulräten und Polizeibeamten zum Thema Islam und Umgang mit Jugendlichen einen Vortrag hielt. Aber Ende 2006 waren lediglich wenige Direktoren, die Polizei, Heinz Buschkowsky, Sozialarbeiter, Necla Kelek und ihre Mitstreiter medial öffentlich. Ihnen allen fehlte eine einzig entscheidende Komponente: Sie konnten nicht sanktionieren, also Regelverstöße ahnden. Das konnte nur die Justiz. Das konnten nur die Richter.

Zivilcourage und Unerschrockenheit, die nur Revolutionäre haben

Daher rief ich Kirsten Heisig an und sagte ihr, wie lange ich auf sie als Vertreterin der Justiz gewartet hätte, um endlich das Teil des Puzzles hinzuzufügen, um wirksam etwas ändern zu können. Und ich riet ihr, nach Berlin-Neukölln zur Projektarbeit ins Rollbergviertel, dem Polizeiabschnitt 55 zu gehen und sich an den mir gut bekannten Bürgermeister Heinz Buschkowsky zu wenden. Sie schrieb an Heinz Buschkowsky und bot ihre Mitarbeit an, der Brief liegt heute bei Arnold Mengelkoch, dem Integrationsbeauftragten. Ein historisches Dokument.

Kirsten Heisig besaß einen so starken inneren Antrieb, eine Zivilcourage und Unerschrockenheit, die nur Revolutionäre/Visionäre haben, die immer zuerst vorangehen und alles Feuer ihrer Gegner unmittelbar erleben müssen. Sie konnte das durchstehen, aber nur mit Hilfe von Mitstreitern. Dazu kam ihr strategisches Geschick, der Mutterwitz und die Kraft von wahren Führungskräften, die über die Maßen erfolgreich werden können. Eine glatte Zumutung für ihr Umfeld: Die einen bewunderten sie außerordentlich, die anderen konnten ihren Erfolg schwer ertragen.

Sie strebte eine Änderung im Ablauf der Jugendverfahren an und sie wollte den Verfall der zivilisatorischen Verbalstandards aufhalten, die sinnlose Gewalt aus immer banalerem Anlass. Sie sagte immer „Aber ich bin doch nur ein kleines Amtsrichterlein!“, was stimmte, aber was ich ihr verbat, das zu wiederholen. Ich wollte sie mental meterhoch werden lassen in ihrem Eigenbild, um ihr die Kraft für den Erfolg zu geben, den sie dann auch erreichte.

Es kam nur auf ihr Richteramt an, was ihr die Freiheit gab, Dinge zu benennen, die andere durch Weisungsgebundenheit (z.B. Staatsanwälte) nicht aussprechen dürfen. Das sagte ich ihr immer wieder, bis sie es verinnerlicht hatte.

Live-Interview im ZDF Heute-Journal war medialer Durchbruch

Zum Erfolg war eine erhöhte Medienpräsenz notwendig, die sie als Person der Öffentlichkeit unangreifbar machen würde. Vor allem in den Key-Printmedien und den TV-Nachrichten. Ich zog alle meine Medienkontakte in das Thema hinein, dann gaben sich alle von selbst die Klinke in die Hand.

Ich vereinbarte für sie Termine im Bundestag, damit die Bundestagsabgeordneten ihr Mut machten, ihren Weg weiterzugehen. Der endgültige Durchbruch in der bundesweiten Öffentlichkeit war Kirsten Heisigs Live-Interview im ZDF Heute-Journal am Freitag der ersten Januarwoche 2008 zum Thema des Münchner U-Bahn-Überfalls, den damals ganz Deutschland diskutierte. Das war wesentlich eine Leistung der ZDF-Journalistinnen Melanie Hubermann und Stefanie Gargosch, die das redaktionell durchsetzten.

Darauf reagierte Außenminister Frank-Walter Steinmeier nur einen Tag später mit einem persönlichen Anruf auf Heisigs Handy mit der Bitte um Beratung und Expertise. Danach war die Akzeptanz von Kirsten Heisig als kompetenter Richterin wesentlich höher. Auch der Justizsenat Berlin, Senatorin von der Aue, konnte Richterin Heisig nach der Anfrage von Franz-Walter Steinmeier die Unterstützung nicht mehr versagen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Justizsenat eher skeptisch auf die öffentliche Person Heisig reagiert.

Der Ruf nach beschleunigten Jugendverfahren wurde in Politik und Öffentlichkeit lauter, als das Mittel der Wahl. Alle mediale Aufmerksamkeit konzentrierte sich auf Kirsten Heisig. Sie hatte zwei Jobs, ihre Richtertätigkeit und die Konzeption und Organisation des „Neuköllner Modells“, des beschleunigten Verfahrens. Dieses beschleunigte Verfahren gab es zwar schon immer, die Richter setzten es aber nie ein. Soviel zur Kreativität der Richterschaft!

Cleverness auf hohem Niveau

Bei der Organisation durch alle Ressorts gab es für Kirsten Heisig oft Widerstand, Kompetenzgerangel und Beharrungswillen zwischen den beteiligten Ressorts Polizei, Justiz und Soziales. Ich gab ihr Tipps zur Verwendung etwas „subversiver“ Methoden, um diese Widerstände aus dem Weg zu räumen. Sie realisierte das mit bewundernswerter Verve, es klappte fast alles. So wurde Stein um Stein aus dem Weg geräumt.

Die Arbeitsmethode: Wenig Schriftliches, kein großes Konzept erstellen, um den „Bedenkenträgern“ keine Möglichkeit zu geben, alles auseinander zu nehmen und das Projekt in der Schublade verschwinden zu lassen. Einfach jeden einzelnen Schritt auf dem kleinen Dienstweg organisieren, persönlich, telefonisch und per Mail. Ihre Vorgesetzten ließen sie gewähren.

Wenn gar nichts mehr ging, half Kirsten Heisig fast immer der Hinweis, dass die Medien und die Öffentlichkeit Resultate erwarten würden und wenig Verständnis für kleinliches Kompetenzgerangel der Behörden aufbringen würden. Heisigs Hinweis in Meetings „Ich muss jetzt gleich live in die RBB-Abendschau und über welche Resultate soll ich da berichten?“, war als Entscheidungsbeschleuniger unschlagbar. Nach zwei Stunden fruchtloser Suche nach „dem Schuldigen“ mussten in 30 Minuten Entscheidungen getroffen werden. So hat sie ihre Medienpräsenz optimal genutzt, um die drei Ressorts Justiz, Inneres und Schule zu abgestimmtem Verhalten zu bewegen. Das war Cleverness auf hohem Niveau.

Durch den Runden Tisch in Berlin-Neukölln mit allen Verfahrensbeteiligten des Bezirkes begann sie sich mit den Jugendlichen mit Migrationshintergrund intensiv zu beschäftigen. Ein großes Problem waren die Schulschwänzer, die sie zu Schulanwesenheit verurteilte. Die Lehrer konnten bei ihr als Richterin jederzeit anrufen, wenn die Schüler fehlten. Ganz gegen die bis dahin geltende informelle Regel, nicht mit der Justiz zusammenzuarbeiten. Die Lehrer waren dankbar, denn jetzt wussten sie Richterin Heisig und ihren Kollegen Richter Günther Räcke hinter sich, die sanktionieren konnten. Ein Erfolg, heute wird bei Schulschwänzen deutlich härter in den Schulen gegengesteuert.

Erfinderin des „Neuköllner Modells“

Beim Umgang mit Kindern und Jugendlichen aus dem muslimischen Kulturkreis gab ich ihr Tipps, wie sie sich Respekt verschaffen konnte. Hatte ich doch 35 Jahre Erfahrung im Umgang mit Patriarchen aus muslimischem Kulturkreis, aus meiner eigenen Familie. Ich habe sie alle „geschafft“ mit meiner Penetranz und meinem Humor.

Respekt verschafft man sich mit einem bestimmten festen Auftreten, das unser Kulturkreis nicht mehr kennt, weil bei uns die wohltemperierte Konsens- und Diskussionskultur herrscht. Bei jugendlichen Migranten waren eher Anordnung und eisernes Schweigen das Mittel der Wahl, bis der Angeklagte alle Drohungen gegen sie als Richter („Schlampe Heisig“), seinen lauten Wutanfall, das Rumgeschreie und Toben rausgelassen hatte. Dann musste abgewartet werden, dann klare Worte zu den Gesetzesverstößen (die im Gerichtssaal mitgezählt) und das Urteil.

Das muss man erst mal aushalten können: Sie tat es und war verwundert, dass es tatsächlich funktionierte. Das sprach sich herum im Kiez und hat viele interessante Situationen ergeben, über die wir teilweise herzlich lachten.

Sie lernte meine Ziehtochter aus meiner muslimischen Familie kennen, eine emanzipierte Studentin, die ihr zeigte, dass es einen modernen Islam geben kann. Gerade das Beispiel machte ihr klar, dass sie bei den Frauen im Kiez ansetzen musste. Diese Kiez- und Sozialarbeit hat ihr sehr viel bedeutet. Und da war sie unermüdlich, es war ihr Herz, das sie trieb, denn sonst hätte sie das nicht schaffen können. Viele Journalisten begleiteten sie dabei, damit alles bezeugt werden konnte. Auch das ein wesentlicher Teil ihres Erfolges.

Dass das „Neuköllner Modell“ berlinweit einmal eingesetzt werden würde, hat sie sich nicht träumen lassen. Kam die Entscheidung doch von der Berliner Justizsenatorin selbst, die sich erst nach geraumer Zeit zur Unterstützung von Kirsten Heisig hatte durchringen können. Was für eine Erfolgsstory. Dazu das Buch, die Krönung ihrer Arbeit und Bilanz der Jahre 2006 bis 2010.

Erfolgsgeschichte hatte Schattenseite

Diese einmalige Erfolgsgeschichte von Kirsten hatte eine Schattenseite: Wenn nicht ihr enges privates Umfeld gewesen wäre, das auf ihren Erfolg als öffentliche Person zwiespältig reagierte. Partner, Eltern und Kinder waren zu Anfang eher Belastung als eine Stütze, darunter hat sie sehr gelitten. Als zum Beispiel die eigene Mutter an Weihnachten 2006 ihr riet, jedes öffentliche Engagement zu lassen und sich lieber um die Töchter zu kümmern, denn das Wichtigste für eine Frau sind die Kinder!

Das geht an die Substanz. Sie rief mich am selben Tag an, in der Seele tief getroffen, ich tröstete sie am Telefon, so gut ich konnte. Bis heute verzeihe ich es mir nicht, nicht zu ihr gefahren zu sein. Und so gab es über die Jahre viele Telefonate und Besuche, wo ich mein Bestes tat, ihr zu helfen. Aber auch mit ihr gestritten habe, wir haben uns beide nichts geschenkt.

Eine ihrer Töchter machte sich die Sichtweise des „vernachlässigten Kindes“ leider zu eigen. Mit der Unsachlichkeit pubertärer Teenager griff sie sie wegen ihrer öffentlichen Tätigkeit immer wieder an. Trotz Kirstens Doppel- und Dreifachbelastung (Richter, Neuköllner Modell, Medien) wurde jede noch so banale Mutter“dienstleistung“ von ihr abverlangt, von der sie meinte, sie stände ihr als Kind zu. Dabei hätte sie am Wochenende Ruhe gebraucht!

Der Vater hat es nicht vermocht, seiner Tochter den notwendigen Respekt vor der Arbeit ihrer Mutter abzuverlangen. Das ist aber die Pflicht eines erziehenden Elternteils. König Kind, das eine Fahrt zur Sportveranstaltung und eine wichtige Tagung oder Medienveranstaltung der Mutter als gleichwertig ansah. Eine ganz falsche Priorität in Erziehungsfragen, heute leider üblich.

Und daher war Kirsten an den Wochenenden viel mit ihren Kindern unterwegs. Um sie nicht zu verlieren. Es gab mit ihren Kindern auch wundervolle Zeiten, das machte sie glücklich. Sie wollte keine Rabenmutter sein, das sagte sie immer wieder. Das war ihr Verhängnis. Wer den Spagat zwischen beruflicher Höchstleistung und emotionalem Druck aus dem privaten Umfeld seit 2006 auszuhalten hat, kann irgendwann nicht mehr. Weil es nicht irgendwer ist, mit dem man Probleme hat, sondern das eigene Kind. Was für ein Drama.

„Ich kann Euch nichts recht machen“

Dann ist man plötzlich am Ende mit seiner psychischen Kraft, weil man schon Jahre unter Dreifachbelastung mit großem öffentlichen Erfolg gelebt hat, alle Kraft aufgewendet hat. Eine hundertmal gehörte Bemerkung reicht an einem Tag aus, um das Fass zum überlaufen zu bringen.

„Ich kann Euch nichts recht machen“, zigmal habe ich diese Aussage über die Jahre von Kirsten Heisig selbst gehört, wenn sie über ihre Familie sprach. Aber sie konnte sich nicht von den Kindern abnabeln, welche Mutter kann das schon?

Als ich diesen Wortlaut ihrer letzten SMS in der Zeitung las, habe ich vor Wut und Verbitterung nur noch geschrien. Ich wusste sofort, die Tür ist ins Schloss gefallen.

Wäre ihre Familie für Kirsten ein wirklicher Rückhalt in dieser beruflich erfolgreichen Zeit gewesen, hätten wir sie vielleicht nicht verloren. Die männlichen Vorstandvorsitzenden und Bundestagsabgeordnete können mit totalem Rückhalt ihrer Familien rechnen. Bei ihrem außergewöhnlichen Weg und Erfolg, wie ihn Kirsten Heisig erleben durfte, war ihr das nicht vergönnt. Das muss uns allen eine Lehre sein, dieser Blick „hinter die Kulissen“ einer öffentlichen Person und ihrem Umfeld ist dazu notwendig, um zu verstehen.

Und so haben wir einen der besten und couragiertesten Menschen in Deutschland verloren. Ihre unglaubliche Leistung hat sie in so hohe Sphären von Respekt und Bewunderung geführt, das bleibt für immer. Vom „kleinen Amtsrichterlein“ zur mutigsten und wichtigsten Richterin Deutschlands, eine mit Herz, Humor und Verstand, wie es sie selten gibt. Und das im deutschen „Untertanenland“. Ganz selten!

Bis heute fehlen mir unsere regelmäßigen Telefonate.