Vortrag: Das Dschihadsystem

Am letzten Donnerstag luden die Frankfurter Freien Wähler zu einer Veranstaltung unter dem Titel „Kann der Islam zu Deutschland und Frankfurt gehören?“ ein. Im Zentrum stand ein Vortrag von Manfred Kleine-Hartlage, der Ansätze aus seinem Buch „Das Dschihadsystem – Wie der Islam funktioniert“ vorstellte. Für PI war Frank Furter vor Ort und berichtet von seinen Eindrücken.

Es war die Sorte Saal, in der man eine solche Veranstaltung in der heutigen Zeit wohl am besten durchführen kann: im ersten Stock eines unscheinbaren Gebäudes, etwas ausserhalb in einem Frankfurter Stadtteil. Surrendes Neonlicht, unbequeme Stühle, stickige Luft – aber immerhin: kein großes Getöse, keine randalierende Antifa, keine gewaltbereiten Integrationsversager, die den geneigten Zuhörer beim Verlassen des Saales erwarteten. Kein RTL, kein Spiegel-TV, kein Polizeiaufgebot. Nicht einmal Hitradio FFH! Es war ja auch nicht Sarrazin, der da seine Thesen verkündete. Nur Manfred Kleine-Hartlage. Wer ist das schon?

Ein Sozialwissenschaftler, offensichtlich. Und ein Christdemokrat, das ließ er zumindest in einem Nebensatz vermuten. Und ein Islamkritiker. Ungewöhnliche Konstellation – vielleicht gerade deshalb umso sympathischer. Etwa 100 interessierte Bürger waren dem Aufruf der Freien Wähler gefolgt, deren Fraktionsvorsitzender im Römer, Wolfgang Hübner, in der Vergangenheit bereits häufiger mit erfreulich kritischen Tönen zu Islam und Integration auf sich aufmerksam gemacht hat.

Hübner war es dann auch vorbehalten, die Veranstaltung zu eröffnen. In dem Zuge empfahl er das Buch Kleine-Hartlages* und stellte den Besuchern in Aussicht, „sollte der Vortrag nur halb so gut werden wie das Buch, dann wäre es schon ein ganz hervorragender Beitrag“. Er sollte recht behalten.

Also reichte er das Mikrofon an Kleine-Hartlage weiter, der nun seinen Vortrag begann und nicht zufällig in den ersten Zügen häufiger das Christentum als den Islam erwähnte. Die Auseinandersetzung mit letzterem habe er aus Interesse begonnen, und aus einer durchaus „sympathisierenden“ Haltung, wie Kleine-Hartlage betonte. Er habe – wie so viele andere auch – gelernt, zwischen Islam und Islamismus zu unterscheiden, „bis ich das erste mal den Koran gelesen habe“.

„Es gehört fast schon zur Allgemeinbildung, zu sagen, der Islam habe keine Säkularisierung erlebt. Aber es wird selten gefragt, erstens, warum ist das so und zweitens, welche Konsequenzen hat das?“

Auch in der Folge nahm das Christentum einen wesentlichen Platz in dem Vortrag ein. Ziel war es offenkundig, die tiefgründig verwurzelten Unterschiede zwischen der Kultur des christlichen Westens und des islamischen Orients aufzuzeigen. Kultur würde in diesem Zusammenhang häufig auf Brauchtum reduziert, tatsächlich sei Kultur jedoch viel mehr: der konglomerierte Wertekanon einer Gesellschaft, ihre grundlegenden ethischen und moralischen Säulen. Diese seien sowohl im Westen als auch im Orient vornehmlich aus der Religion abgeleitet, so die These Kleine-Hartlages. Selbst jene hierzulande, die sich politisch nur allzuoft gegen das Christentum positionieren, würden doch ihre Haltung aus ebenjener christlichen Morallehre ableiten: wenn Gutmenschen wie Ströbele – als „paradigmatisches Beispiel“ – ihre Ablehnung gegenüber dem Christentum und ihre Fürsprache für die Rechte anderer Religionen begründeten, dann sei gerade das – wissentlich oder nicht – Ausdruck christlicher Moral, die tief im Denken der Menschen verwurzelt ist, gleich ob sie sich nun aktiv zum Christentum bekennen oder nicht.

„Normen- und Wertesysteme, die in einer Kultur erst einmal verinnerlicht sind, sind weitaus langlebiger als die Religionen, denen sie ihre Entstehung verdanken.“

Auf diesem Wege eröffnete Kleine-Hartlage dem Zuhöhrer seine grundlegende Argumentation, die darauf beruht, dass Kulturkreise aus ihrer jeweiligen Religion Verhaltensmuster und Denkweisen ableiten mit dem Resultat, dass Menschen innerhalb dieser Kulturkreise die Normen und Werte verinnerlicht haben, selbst wenn sie sich nicht oder nur kaum mit der Theologie ihrer Religion beschäftigen. Auf dieser Basis wandte sich Kleine-Hartlage nun dem Islam zu, um vorzuführen, wie elementar unterschiedlich die Weltanschaung dieser Religion ist, und somit folglich auch die der Menschen, deren Werte und Normen sich aus ebenjener Religion ableiten.

Im Gegensatz zum Christentum betrachte der Islam die Welt nicht als etwas, das „verbesserungswürdig“ wäre, abgesehen freilich von dem Makel, dass nicht die ganze Welt muslimisch sei. Aber ansonsten, so Kleine-Hartlage, sei nach islamischem Verständnis die Welt gut, so wie sie ist, weil Allah sie so erschaffen hat. Der Optimalzustand einer Gesellschaft sei demnach bereits im 7. Jahrhundert etabliert worden, und diesen Zustand gelte es zu bewahren und zu erweitern.

Im nun folgenden Abschnitt erläuterte der Redner viele der Grundlagen islamischer Theologie, die dem geneigten PI-Leser nur allzu gut vertraut sind. Die islamische Welt habe deswegen bis heute keine Säkularisierung erfahren, da dies mit der Natur des Islam nicht vereinbar sei, schließlich handele es sich nicht um eine mit dem Christentum vergleichbare spirituelle Religion, sondern um ein allumfassendes gesellschaftliches, politisches und rechtliches System, dessen Anspruch es ist, das Leben der Menschen bis ins Detail zu diktieren. Anders als im Christentum sei Gewalt im Islam nicht geächtet, sondern im Gegenteil ein legitimes Mittel, das zum Schutz und zur Ausbreitung islamischer Interessen angewendet werden darf, so wie es der Prophet Mohammed selber tat.

„Der Islam ächtet nicht die Gewalt, er regelt sie. Der Islam ist ein Rechtssystem, das auf die Existenz eines autonomen Staates nicht angewiesen ist, weil er Normen bereit stellt, wer gegen wen unter welchen Umständen Gewalt ausüben darf, und wer nicht.“

Der Islam würde zwar nicht grundsätzlich immer Gewalt predigen, er betrachte sie aber auch nicht als etwas „grundsätzlich böses“. Zur Untermauerung dieser vollkommen andersartigen Wertevorstellung verlas Kleine-Hartlage eine Rede, die Ayatollah Khomeini 1981 anlässlich des Propheten-Geburtstags hielt – auf das Christentum übertragen also quasi eine „Weihnachtsansprache“.

„Der Koran sagt tötet, sperrt ein. Merab – das ist die Gebetsniesche in der Mosche – ist ein Ort des Kampfes und des Krieges. Aus der Merab heraus sollten Kriege begonnen werden, wie alle Kriege des Islam aus den Merabs heraus begannen! Der Prophet hatte ein Schwert, um Menschen zu töten. Unsere Imame waren Militärs. Sie alle waren Krieger. Sie führten das Schwert. Sie töteten Menschen. Wir brauchen einen Imam, der Hände abhackt, Kehlen durchschneidet, und Menschen steinigt, genau wie der Gesandte Allahs Hände abzuhacken, Kehlen durchzuschneiden und Menschen zu steinigen pflegte. Genauso wie er die Juden der Banu Kuraiza massakrierte, weil sie ein aufsässiger Haufen waren. Wenn der Prophet befahl, ein Haus niederzubrennen, oder einen Stamm auszurotten, war das Gerechtigkeit.“

Im weiteren Verlauf führte Kleine-Hartlage vor, dass die Benachteiligung Andersgläubiger innerhalb muslimischer Gesellschaften (Dhimmi-Status) zum einen in der islamischen Theologie begründet und erwünscht ist, und zum anderen zur Folge hat, dass Nicht-Muslime in mehrheitlich muslimischen Gesellschaften auch ohne Missionierung zwangsläufig zum Islam konvertieren, um ihrer Diskriminierung zu entgehen. Grundsätzlich seien im Islam – anders als im Christentum – nicht alle Menschen gleich, er predige keine Liebe für den Feind, sondern unterteile die Menschen in Muslime und Nicht-Muslime, in Menschen erster und zweiter Klasse, was Kleine-Hartlage als „rassistisch“ bezeichnete.

„Diese Verachtung, die wir sehr häufig erleben, wenn gerade muslimische Jugendliche von Schweinefleischfressern und deutschen Schlampen sprechen, hat ihre Wurzel in dieser Vorstellung von Religion. Die Menschheit wird aufgeteilt in eine Hierarchie von höherwertigen und minderwertigen Menschen. Das heißt, wir haben es mit einer Ideologie zu tun, die in dem Sinne rassistisch ist, als sie den Wert eines Menschen von der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe abhängig macht.“

Über diese und weitere Argumente arbeitete sich Kleine-Hartlage zunehmend zu den hiesigen Problemen mit Migranten aus muslimischen Ländern vor, und zeigte auf, wie die Glaubensgrundlagen des Islam und seine Werte- und Moralvorstellungen nicht zufällig, sondern zwangsläufig zu den wohlbekannten Missständen wie Integrationsverweigerung, Sozialbetrug, Parallelgesellschaften und Deutschenfeindlichkeit führen mussten.

„Muslimische Herrscher sind legitim, nicht muslimische sind grundsätzlich nicht legitim. Der Islam herrscht, er wird nicht beherrscht. Das ist einer der wesentlichen Grundsätze dieser Religion.“

Nach dem circa einstündigen Vortrag Kleine-Hartlages, der zwar viel vertraute Argumentation, aber auch zahlreiche inspirierende Ansätze enthielt, war es den Besuchern vorbehalten, ihrerseits Fragen zu stellen. Kleine-Hartlage schien vorerst in Deckung zu gehen, hatte er wohl nicht damit gerechnet, dass es sich bei den Zuhörern im Saal offensichtlich überwiegend um gut informierte islamkritische Zeitgenossen handelte. Schnell wandten sich die Bürger der eigentlich entscheidenden Frage zu, die sinngemäß lautet: Wenn wir alle einer Meinung sind, welcher Bedrohung unser Land ausgesetzt ist, was können wir denn dann tun, um diese Bedrohung abzuwenden? Kleine-Hartlages Antwort fiel genauso kurz wie pragmatisch aus:

„Erstens müssen wir dafür sorgen, dass der Zuzug von Migranten aus dem islamischen Kulturkreis gestoppt wird. Und zweitens müssen wir dafür sorgen, dass deutsche Frauen endlich wieder mehr Kinder bekommen.“

Insbesondere der zweite Punkt – so richtig er auch sein mag – erscheint doch schwer umsetzbar hinsichtlich des gesellschaftlichen Wandels der jüngeren Vergangenheit. Doch bevor sich hierzu eine Debatte hätte entwickeln können, überschlugen sich im Saal die Ereignisse: ein älterer Herr, kleingewachsen, dunkle Haare, braune Haut, erhob sich, und ging zum Rednerpult, wo das Mikrophon für Fragensteller aufgebaut war. Er stellte sich vor als Einwanderer aus einem islamischen Land. Er sei vor Jahrzehnten nach Deutschland gekommen, habe studiert, sei Diplom-Ingenieur. Woher er denn komme, wurde er aus dem Publikum gefragt. „Aus Ägypten, und ich bin Christ“, sagte er, „koptischer Christ“.

„In dem Land, aus dem ich komme, waren wir (Christen) auch einmal in der Mehrzahl, vor 1400 Jahren! Heute sind wir eine Minderheit. Ich bin ein Zeuge! Ich kann bezeugen, dass alles, was hier gesagt wurde, stimmt. Und ich bin gekommen, um Euch zu sagen: Wacht endlich auf! Wacht auf, Ihr Deutschen! Die Demokratie hat Euch die Freiheit gebracht. Und die Demokratie wird Euch die Freiheit kosten. Wacht endlich auf!“

Damit hatte dieser unscheinbare ältere Herr für einen weiteren Höhepunkt des Abends gesorgt: ein Gänsehaut-Moment für viele Anwesenden, quasi das Tüpfelchen auf dem „i“. Sollten die Muslime einmal in der Mehrheit sein, so seine weitere Ausführung, dann sei es mit der Freiheit vorbei. Sie würden sich der Demokratie bedienen, um diese zu stürzen. Sie bräuchten keine Waffen, und jeder in der islamischen Welt wüsste das. So sei es in Ägpyten gewesen, so war es anderswo, und so würde es hierzulande sein: „Wenn sie in der Mehrzahl sind, werden sie die Macht übernehmen.“

Das, fürwahr, ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Video der Veranstaltung in 720p HD-Qualität (Danke an Hausener Bub):


*Das Buch von Manfred Kleine-Hartlage: „Das Dschihadsystem. Wie der Islam funktioniert.“ Resch Verlag Gräfelfing, Paperback, 296 Seiten, € 19,90, ISBN: 978-3-935197-96-0. Rezension zum Buch auf PI.