Rachid al-Ghannouchi – Vorbild für Imam Idriz?

Rached al-GhannouchiWie PI schon mehrfach berichtete stellt der Imam der Islamischen Gemeinde Penzberg, Bajrambejamin Idriz, den bosnischen Theologen Husein Djozo (1912-1982), der sich als Freiwilliger zur 13. Waffen-SS Division Handschar meldete, wo er von 1943-1945 als Hauptsturmführer und Hauptimam diente, als wegweisenden Islamreformer vor. Doch der Nazi Djozo ist nicht das einzige fragwürdige Vorbild des Bauherren der geplanten Mega-Moschee im Herzen Münchens.

(Von nockerl)

In seinem durch den Präsidenten des Zentralkomitees der Katholiken und CSU-Politikers Alois Glück vorgestellten Buch „Gruß Gott, Herr Imam“ bezieht sich Idriz ausdrücklich auf den Führer der in Tunesien verbotenen En-Nahda Bewegung Rachid al-Ghannouchi (Foto). Mit diesem Hassprediger lässt sich die Hoffnung auf einen „Euro-Islam“ wohl kaum begründen.

Idriz bezeichnet auf Seite 104 seines neuesten Machwerks Rachid al-Ghannouchi als progressiven, demokratisch gesinnten Muslim. Wer sich allerdings näher mit dem geistlichen Vorbild des angeblichen Reform-Imams Idriz beschäftigt, wird bezüglich dieser Einschätzung wohl sehr starke Zweifel entwickeln. Mehr noch, Ghannouchi wird sicherlich sogar von jenen, die allzu kunstvoll zwischen Islam und Islamismus unterscheiden, als ein Islamist bezeichnet werden müssen.

Offizielle Stellungnahmen al-Ghannouchis und seine Schriften

Die Islamwissenschaftlerin Khadija Katja Wöhler-Khalfallah hat sich ausgiebig mit dem geistlichen Vorbild des Penzberger Grüß-Gott-Imams beschäftigt. Sie legt dar, wie sehr die Medien auf Ghannouchi eingegangen sind, da er die Möglichkeit einer Demokratie im Islam propagierte. Zwar müsste man schon misstrauisch werden, wenn es eine Sensation darstellt, eine Religion mit Demokratie als vereinbar zu erklären. Aber da es schon zu dieser Wachsamkeit nicht ausreicht, bleibt eine weitere Auseinandersetzung mit den Sichtweisen Ghannouchis – jedenfalls was die verzweifelt nach einem Euro-Islam Suchenden betrifft – aus. Zumindest insofern ist Ghannouchi ein passendes Beispiel für Imam Idriz und seine Apologeten-Groupies.

Wie die Islamwissenschaftlerin Wöhler aufzeigt, spricht der angeblich Progressive zwar von Freiheiten, aber bei seinen schriftlichen Darlegungen zeigt er auf, dass er – gemäß der Scharia – den Abfall vom Glauben als Meuterei und (Hoch-) Verrat betrachtet, der durch den Staat, den er nicht von der Religion trennen will, auch als ein solcher verfolgt werden muss.

Demokratie unter den Beschränkungen der Scharia

Nicht unähnlich zur Kairoer Erklärung der Menschenrechte, errichtet Ghannouchi einen Zaun, innerhalb dessen er dann einen modernen Begriff – und in seinem Fall ist das die Demokratie – einpfercht. In dem Wissen, dass intellektuell träge Personen nur dem Schein der Taschenlampe folgen, wirft er den Lichtkegel auf den vom ihm verwandten Begriff, der in den Ohren des westlich Orientierten wohlklingend ist. Nur wer, wie Wöhler-Khalfallah, das Umfeld ausleuchtet, stellt fest, dass die schönen Begriffe Menschenrechte und Demokratie durch die eisernen Backen der Zange Scharia eingezwängt werden.

Die Demokratie kann sich aber nicht mit der Scharia versöhnen, da Volksherrschaft voraussetzt, dass sich die Gesellschaft durch sie selbst veränderbare Gesetze gibt. Ein unveränderbares, weil göttliches, und jeden Lebensbereich bestimmendes Gesetz kann daher nicht mit Demokratie vereinbart werden.

Die von Ghannouchi geführte En-Nahda-Bewegung radikalisierte sich nach dem Eindruck der Islamwissenschaftlerin. Auf deren Website wurde ein Traktat des Gründers der ein Kalifat anstrebenden Muslimbruderschaft, Hassan al Banna (1906 – 1948), eingestellt. Auch in der Penzberger Moschee des Imam Idriz findet sich Literatur dieser Islamorganisation. Das durch die tunesische Islam-Bewegung online gestellte Schriftstück legitimiert den Dschihad nicht nur als Verteidigungskrieg, sondern es werden auch Eroberungen als sozial akzeptabel darstellt. Wöhler-Khalfallah weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der französische Untersuchungsrichter Jean-Francois Ricard im Jahre 2002 davon ausging, dass die nächste Generation der Al-Kaida sich aus Tunesiern zusammen setzen werde.

Ghannouchi und der Terror

Sollte das Idriz alles übersehen haben? Haben sich seine Unterstützer mit denen beschäftigt, die Idriz ausdrücklich als vorbildlich bezeichnet? Wohl kaum. Letztere lassen sich lieber mit den Zauberbegriffen von Demokratie und Menschenrechten einlullen und kommen in ihrer geistigen Trägheit oder in ihrer Scheinintellektualität nicht einmal im Ansatz auf die Idee, dass ein Begriff unterschiedliche Bedeutungsinhalte haben könnte. Für diesen naheliegenden Gedankengang wäre in diesem Fall aber kulturelle Kompetenz notwendig. Ein Begriff, der wiederum von den Gutmenschen selbst semantisch entkernt wurde.

Doch auch andere Quellen lassen im Hinblick auf Idriz‘ geistliches und wohl auch geistiges Vorbild tief blicken. So pries der aus Sicht des Penzberger Vorzeige-Imams progressive Muslim Ghannouchi die Mütter von Selbstmordattentätern:

„Ich möchte meine Segenswünsche den Müttern dieser Jugendlichen übermitteln, dieser Männer, denen es gelungen ist, ein neues Gleichgewicht der Kräfte zu erringen … Ich segne die Mütter, die im gesegneten Palästina den Samen dieser Jugendlichen gepflanzt haben, die dem internationalen System und den von den USA unterstützten arroganten Israelis eine wichtige Lehre erteilt haben. Die palästinensische Frau, die Mutter der Shahids [Märtyrer], ist selbst eine Märtyrerin, und sie hat ein neues Vorbild für die Frau geschaffen …“

Und so dürfte es kein Wunder sein, dass neben Idriz auch die Terrororganisation Hamas von Ghannouchi begeistert ist. Kein Wunder, ist der Tunesier ein enthusiastischer Unterstützer der Terrorganisation, die ihn als einen der Ihren bezeichnete.

Man mag sich vorstellen, wie die Heimfahrten Glücks und Idriz‘ im Anschluss an die Buchvorstellung des Werkes „Grüß Gott, Herr Imam“ ausgesehen haben mögen. Während sich der eine wohl selbstzufrieden in seiner von ihm selbst attestierten geistigen Offenheit und Toleranz sonnte, die nichts anderes als eine unausgeleuchtete Bildungslücke ist, dürfte der zweite angesichts seiner gelungenen Taqiyya laut lachend nach Penzberg zurückgekehrt sein.




Neue Anschläge in Thailand und Philippinen

Auch in Asien machen Terroristen wieder mal Überstunden. Bei einem Bombenanschlag im Süden Thailands (Foto) sind neun Zivilisten getötet und zwei verletzt worden. Nach Angaben der Polizei handelte es sich um den schwersten Angriff in der überwiegend muslimischen Region seit 19 Monaten. Bei den Opfern handelte es sich freilich um Buddhisten.

Welt online berichtet mit Video. Daraus lernen wir auch:

„Seit Jahren kommt es im Süden Thailands zu Zusammenstößen zwischen malaysischen Muslimen, die für ihre Unabhängigkeit kämpfen und der buddhistischen Mehrheit.“

Ah, malaysische Unabhängigkeitskämpfer. Na, dann ist’s ja gut, möchte man meinen. Man könnte jetzt höchstens die Frage stellen, warum sie das in Thailand tun und nicht in ihrer Heimat. Und man könnte auch fragen, warum es den Medien keine Erwähnung wert ist, dass bei diesen Übergriffen in den letzten zehn Jahren rund 4.500 Menschen ums Leben kamen. Eine weit höhere Anzahl als 9/11, wie schon Michael Mannheimer ganz korrekt feststellte.

In der philippinischen Hauptstadt wurde am Dienstag im Distrikt Makati ein Bombenanschlag auf einen Bus verübt, bei dem fünf Menschen getötet und dreizehn weitere verletzt wurden. Ein Bekennerschreiben liegt derzeit nicht vor, man geht jedoch von einem islamistischen Hintergrund aus. Bereits im vergangenem Jahr hatte es Hinweise auf geplante Anschläge gegeben, wurde von Präsident Benigno Aquino bestätigt. Die USA und einige andere Länder hatten daraufhin auch Reisewarnungen für die Philippinen ausgesprochen. Der Geheimdienst hatte jedoch nicht daran geglaubt, dass diese Gruppen über die notwendigen Ressourcen zur Durchführung verfügen würden. Mittlerweile wurde man von der Realität eines Besseren belehrt.

Ein weiteres Indiz für einen islamistischen Hintergrund stellen die Reste der ferngezündeten Bombe dar, die jenen glich, die immer wieder bei Anschlägen islamistischer Gruppen im Süden des Landes verwendet wurden. Im Jahr 2005 kamen bei einem ähnlichen Anschlag auf der gleichen Straße ebenfalls fünf Menschen ums Leben. Dieser Anschlag ging auf das Konto der Abu Sayyaf, einer philippinischen Terrororganisation, die für die südliche Insel Mindanao Unabhängigkeit für sich beansprucht.

Es ist ja nun nicht so, dass ich irgend jemand seine Unabhängigkeit nicht gönnen würde (jedenfalls solange er das in seinem Land tut und nicht in unserem), aber ginge das nicht etwas weniger blutig?

(Von Kassandra Komplex)




Terrorverdacht: Deutsch-Afghane festgenommen

Angesichts der vielen deutschen Terrorhelfer, die besonders im Nahen Osten operieren, kann es uns in Deutschland Angst und Bange werden. Anschläge wie die in Moskau, Bagdad oder Alexandria führen uns immer wieder die Gefahr des islamischen Terrorismus vor Augen. Doch nur weil diese Anschläge nicht in Deutschland stattgefunden haben, dürfen wir uns hier nicht in Sicherheit wiegen. Wie wir wissen, entkamen wir nämlich nur knapp einem geplanten Kofferbombenanschlag.

(Von Andreas, PI-Koblenz)

Aus diesem Grund sollten wir uns über jede Abwehr von Terrorismus, egal in welchem Land, freuen: Die US-Army soll am 8. Januar 2011 in Kabul einen mutmaßlichen Terroristen gefangen genommen haben. Bei dem 23-jährigen Deutsch-Afghanen Haddid N. handelt es sich offenbar um einen ehemaligen Studenten, der an der Frankfurter Hochschule Bauingenieurswesen studiert haben soll. Außenminister Guido Westerwelle bestätigte die Medienberichte, äußerte sich aber nicht zu den Einzelheiten. Es wird angenommen, dass Haddid N. in einem US-Militärgefängnis in Bagram festgehalten wird.

Anscheinend scheint der Terrorismusverdacht nicht unbegründet zu sein, denn in Deutschland wurde gegen den 23-jährigen Muslim bereits im März 2010 wegen Terrorverdachts ermittelt. Allerdings sind die Ermittlungen später eingestellt worden.

Die FAZ berichtet am 26. Januar 2011:

Die Bundesregierung bemüht sich bei den amerikanischen Behörden um Zugang zu einem Deutsch-Afghanen, der in Afghanistan verhaftet wurde. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) bestätigte am Mittwoch in Berlin, dass sich der Bundesbürger in Gewahrsam der amerikanischen Behörden befindet. Vermutet wird, dass der 23 Jahre alte Mann im Militärgefängnis Bagram festgehalten wird. Zu weiteren Details wollte Westerwelle keine Auskunft geben.

Der Mann, der am 8. Januar im Haus seines Vaters in Kabul verhaftet worden sein soll, steht nach Medienberichten offensichtlich unter Terrorverdacht. Gründe für die Festnahme seien den Angehörigen in Frankfurt jedoch nicht genannt worden. Haddid N. soll an der Frankfurter Fachhochschule Bauingenieurswesen studiert haben.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt bestätigte, dass der Deutsch-Afghane vorübergehend auch im Visier der deutschen Justiz war. Sie ermittelte bis Mitte 2010 gegen den Mann. „Wir hatten Hinweise darauf, dass er möglicherweise ausreisen wollte, um in den Dschihad (Heiligen Krieg) zu gehen“, sagte eine Sprecherin. Daraufhin sei dem 1987 in Frankfurt geborenen Afghanen der Pass abgenommen worden.

Die Ermittlungen seien aber eingestellt worden, weil ihm keine konkreten Kontakte zu Terroristen nachgewiesen werden konnten. „Es hat auch Durchsuchungen gegeben.“ N. sei während dieser Zeit an einer Ausreise nach Bahrain gehindert worden. Er hatte angegeben, auf dem Weg zu seinem Bruder nach Dubai zu sein, um dort Urlaub zu machen. Gegen die Wegnahme seines Passes habe er später vor dem Verwaltungsgericht geklagt und Recht bekommen.

Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ kehrte der Mann Mitte Dezember nach Afghanistan zurück. Bis Mittwochnachmittag hatte die deutsche Botschaft in Kabul keinen Kontakt zu dem Festgenommenen. Westerwelle wollte zum Stand der Bemühungen keine nähere Auskunft geben. „Das Ergebnis zählt und nicht die öffentliche Intonierung“, sagte der Minister.

Der 23-jährige Haddid N., der an der Frankfurter Hochschule Bauingenieurswesen studiert haben soll, ist ein gutes Beispiel dafür, dass religiöser Fundamentalismus mit guter Bildung nicht nachlassen muss. Diese Nachricht ist ein Schlag ins Gesicht für unsere Gutmenschen, die immer wieder rosenkranzartig herunterbeten, dass Bildung gegen den religiösen Fundamentalismus helfen solle. Viele Terroristen und Terrorhelfer, beispielsweise die Attentäter des 11. Septembers, galten als gut integriert und gebildet. Wenn sich der Verdacht bewahrheitet, reiht sich Haddid N. wohl in diese Reihe ein.


UPDATE: Unser Leser Johannes K. schickte uns folgende Bilddatei, die einen Ausschnitt der Facebook-Pinwand des Terrorverdächtigen Haddid N. enthält. Wie unschwer zu erkennen ist, ist er gegenüber dem Salafistenverein (Terrornetzwerk) Einladung zum Paradies e.V. nicht abgeneigt. Das Facebook-Profil ist (noch) für jedermann bei Facebook einsehbar, ohne direkte Verbindung zu ihm.

Facebook-Pinwand des Terrorverdächtigen Haddid N.




Das Geisterschiff

„Mein Muslim, dein Muslim – wie das Bild vom Islam in der Öffentlichkeit entworfen wird“ – Podiumsdiskussion im Rahmen der Reihe „Streitraum“ an der Berliner Schaubühne.

Kapitän: Sabine Schiffer mit ihrem „Institut für Medienverantwortung“
Steuerfrau: Carolin Emcke, investigative Journalistin
Leichtmatrosin: Naika Foroutan, Sozialwissenschaftlerin mit Zahlenschwäche
Schiffsjunge: Prof. Dr. Rainer Geißler, Soziologe von der Uni Siegen
Passagiere: ca. 300 Zuhörer, zumeist aus der Westberliner Kulturschickeria.

Vorspiel: Schwere Schlagseite

Verwunderlich war vor Beginn gleich zweierlei: zunächst einmal die symbolträchtige Einrahmung des Podiums durch Dutzende überdimensionierter Kopfkissen, die sich als Kulissen des gerade in der Schaubühne laufenden Theaterstücks „Lulu – die Nuttenrepublik“ entpuppten, dann natürlich die extrem einseitige Besetzung des Podiums – 100% Islamlobby, einschließlich Moderatorin Carolin Emcke (ihr ZEIT-Artikel „Liberaler Rassismus“ vom 25.2.2010 ).

Die nahm möglichen Einwänden vorab gleich den Wind aus den Segeln: die Bezeichnung „Streitraum“ für ihre Diskussionsreihe sei eigentlich ein Etikettenschwindel, denn „es geht uns nicht um die Inszenierung von Konflikten, sondern um eine sachliche Erörterung von Themen, die uns bewegen“.

Als „lockerer Einstieg“ prasselte nun eine Reihe von Fragen auf das Publikum nieder:

„Was meinen Sie, wie viele Muslime leben in Deutschland?“
„Eine Million“, schallte es zurück. „Acht Millionen, drei Millionen…“
„Es sind genau 4,6 Millionen“, klärte Emcke auf. „Ist nicht schlimm, ich wusste es auch nicht. Und wie viele der muslimischen Frauen tragen ein Kopftuch? Hat keiner eine Idee? Ist nicht schlimm, es sind 28%. Und nimmt diese Zahl in der zweiten Generation ab oder zu? Sie nimmt signifikant ab!“

1. Akt: Positive Konstrukte statt negativer Realität

Auftritt Naika Foroutan, iranischstämmige Vorzeigemuslima und selbsternannte Anti-Sarrazin-Aufklärerin: Sie sammele auf der Homepage ihres Projekts „Heymat“ alle möglichen Studien über Muslime in Europa, 90 seien es bisher, erst seit dem Integrationsgipfel 2006 seien Schlagworte wie „Parallelgesellschaft“, „Zwangsehen“ oder „Ehrenmorde“ aufgekommen, als Untersuchungsgegenstände dieser Studien.

Damit klang eines der Leitmotive der Veranstaltung an, das von jedem der Teilnehmer auf seine spezifische Weise variiert werden sollte: all die hässlichen Dinge, die man den Muslimen bzw. dem Islam so nachsagt, sind für sie „Konstrukte“ von Studien, Medien oder Politikern. Will man das Bild vom Islam positiver und integrationsfördernder gestalten, braucht man eben positivere Konstrukte. Die äußere Realität – der Vormarsch des radikalen und gewalttätigen Islams in vielen Teilen der Welt, Attentate und Selbstmordanschläge, die muslimische Massenzuwanderung nach Westeuropa – spielte weder in der mentalen Parallelwelt der vier Podiumsteilnehmer noch – wie sich später zeigen sollte – für das ebenfalls sehr spezielle Publikum irgendeine Rolle.

Auftritt Geißler: „Das Islam-Bild in unseren Köpfen wird maßgeblich von Medienbildern geprägt.“
Auch hier: Die keineswegs immer positiven Erfahrungen der Bevölkerung im alltäglichen Zusammenleben mit Muslimen spielen keine Rolle. Wieso? Meine These: weil die Diskutanten das Alltagsleben der Bevölkerung weder kennen noch kennen lernen wollen.

Auftritt Sabine Schiffer, nachdem sie von Emcke die folgende Frage gestellt bekam: „Mit welchen Methoden untersucht Ihr Institut für Medienverantwortung die Berichterstattung der Medien über den Islam?“ Die Medien würden lügen, erläuterte Schiffer, durch ihre Auswahl an Fakten oder durch eine unnötige Dramatisierung von Begriffen. „Wir haben festgestellt, dass Artikel über Probleme oft mit Fotos von Kopftuchfrauen illustriert werden, während man etwa bei Berichten über positive Entwicklungen gern Muslimas ohne Kopftuch zeigt.“
Diese Frau muss man live erleben! Wie sie es schafft, wortreich und mit Dauerlächeln über eine Frage hinwegzugehen, auszuweichen, wegzuglitschen, das ist schon eine Klasse für sich! Eindeutig die routinierteste Schauspielerin in der Runde!

Der Soziologe sekundierte: Laut einer Umfrage würde eine Mehrheit der Bevölkerung beim Stichwort Islam an „Benachteiligung der Frau“, „Fanatismus“ oder „Gewaltbereitschaft“ denken. Seine eigene Studie habe ergeben, dass drei Viertel der untersuchten BILD- und SPIEGEL-Artikel negativ berichten würden, so entstünden zwei stereotype Zerrbilder, nämlich das des gewalttätigen jungen Mannes und das der entrechteten Kopftuchfrau. Als Beleg führte Geißler SPIEGEL-Titelbilder vor, die sich auf das Attentat auf die pakistanische Regierungschefin Benazir Bhutto, auf die Sauerland-Bomber, den Karikaturen-Streit und das Kopftuch-Urteil des Bundesverfassungsgerichts bezogen.

Ja, hat sich denn der SPIEGEL all die Attentate von Al-Kaida, die dramatische Destabilisierung der Atommacht Pakistan oder die Versuche islamistischer Kreise, das Grundgesetz auszuhöhlen, nur ausgedacht? Oder genügen die Medien einfach ihrer selbstverständlichen Berichtspflicht über die Realität? Aber so kommt man jemandem nicht bei, für den Realität nur ein „Konstrukt“ ist. Maßgeblich ist nicht, ob etwas „wahr“ oder „real“ ist, sondern, so der Soziologe in dankenswerter Offenheit: „Muslime fühlen sich durch diese Berichterstattung ausgegrenzt, daher ist sie eindeutig integrationshemmend.“

2. Akt: ICH und die ANDEREN

„Ich als Journalistin“, plusterte sich Moderatorin Emcke auf „weiß ja nun, wie in Nachrichtenredaktionen gedacht wird. Dort ist die Meinung sehr verbreitet, dass es gerade Aufgabe der Medien sei, vorrangig über Missstände zu berichten und nicht über das, was gut läuft. So wird es ja eigentlich auch gegenüber der katholischen Kirche bei den Berichten über die Missbrauchsfälle praktiziert. Ein weiteres Argument in den Nachrichtenredaktionen lautet: Den Leser dort abholen, wo er steht, wir müssen die Ängste der Bevölkerung ernstnehmen.“

Über andere Gruppen werde ausgewogener berichtet als über die Muslime, widersprach Geißler. In den Redaktionen werde nach der zynischen Formel verfahren: Only good news is bad news. „Aber gilt das nicht für alle Gruppen?“, hakte Emcke nach. Schiffer griff ein: Wieso werde zum Beispiel im Zusammenhang mit Muslimen immer ganz groß von „Razzien“ berichtet, wenn bei diesen Razzien gar nichts gefunden werde? Dieses entlastende Moment werde dann jedoch unterschlagen. Unser negatives Islambild sei schon 30 Jahre alt und maßgeblich von der Islamischen Revolution im Iran und dem Roman „Nicht ohne meine Tochter“ geprägt. Der 11. September habe gar keine qualitative Veränderung in der Berichterstattung gebracht, es werde nur sehr viel mehr berichtet, eine Medienmaschinerie sei da im Gange, die sich aus sich selbst heraus speise.

Das habe auch mit der veränderten Selbstwahrnehmung der Deutschen und dem fortwährenden Gegensatzpaar ICH – der ANDERE zu tun, ergänzte Foroutan. Früher hätten sich die Deutschen für sauber, ordentlich und pünktlich gehalten und die Türken demgegenüber für schmutzig, unordentlich und chaotisch. Heute hingegen gerierten sich die Deutschen als „aufgeklärt“. Die Stereotypen hätten also gewechselt, aber der Gegensatz ICH – der ANDERE sei geblieben. In den Printmedien arbeiteten nur drei Prozent Migranten, obwohl es nach ihrem Bevölkerungsanteil 20 Prozent sein müssten, dann würde sich auch die Berichterstattung über den Islam ändern.

Die Sozialwissenschaftlerin steht mit Zahlen und Statistiken auf Kriegsfuß, das ist ja mittlerweile allgemein bekannt. Geht es um die muslimische Masseneinwanderung, behauptet sie, es gebe nur drei Prozent Muslime in Deutschland. Fordert sie hingegen „Teilhabe“, kann der muslimische Bevölkerungsanteil überhaupt nicht hoch genug sein. Und hatte sie bei der TV-Diskussion über Sarrazin noch von 27 Prozent türkischen Abiturienten gesprochen, erzählte sie nun auf dem Podium, in NRW machten 30 Prozent der Muslime Abitur und erzielten geradezu unglaubliche Bildungserfolge – was aber machten die Zeitungen daraus: „Ein Drittel aller Muslime sind Hartz 4-Empfänger!“

3. Akt: „Pressekodex 12.1“

„Trotzdem bleibt mir als Journalistin eine Frage“, würgte Emcke die Zahlenjongleuse ab. „Wann müssen wir die Differenz der Anderen anerkennen, wenn wir ihnen mit Respekt begegnen wollen, und wann müssen wir über die Differenz hinweggehen, wenn wir ihnen mit Respekt begegnen wollen?“

Spätestens hier wurde offenbar, dass aus der im Gegensatz zur verbiesterten Foroutan noch jung und frisch wirkenden Carolin Emcke niemals eine WIRKLICH kritische Journalistin werden kann. Dazu ist sie zu stark infiziert von Sprache und Denken der Political Correctness, hat sich dieser freiwillig und ohne erkennbare Not unterworfen. Hinter all der gespielten Lockerheit und Forschheit schimmerte bei jedem ihrer Wortbeiträge die Angst hindurch, etwas „Falsches“ zu sagen, was Muslime oder deren Lobbyisten missverstehen könnten. Daher dieses bis zur Unkenntlichkeit verbrämte und verklausulierte Orwell’sche Neusprech. Ach Carolin, in der DDR hättest Du bestimmt Karriere gemacht, in diesem Leben aber dürfte es für Dich schwierig werden, Dich noch einmal aus dem Gestrüpp der kreativitätstötenden Denk- und Sprechverbote zu befreien. In normalem Deutsch, das sie und ihresgleichen verachten, wahrscheinlich weil es zu nahe am „Volk“ ist und daher unter NS-Verdacht steht, sollte Emckes Frage wohl lauten: Wie weit darf die Kritik an Muslimen gehen?

Als Erste antwortete Schiffer und verwies auf den „Pressekodex 12.1“, wo es um den Begriff Relevanz gehe: „Etwas ist passiert, der Täter war ein Jude oder ein Ossi – aber ist das relevant?“
„Woran machen Sie Relevanz fest?“, fragte Emcke.
Schiffer faselte von „Gruppenzuweisungen“ und Kontext-Abhängigkeiten und landete plötzlich beim Karikaturenstreit. Die Mohammed-Karikaturen seien eben keine Satire gewesen, denn zur Satire gehöre immer der Selbstbezug. „Doch diese Karikaturen hatten nichts mit uns zu tun, sondern richteten sich gegen eine andere Community.“
„Aber dann dürfte Harald Schmidt ja gar keine Witze mehr machen“, rutschte es Emcke heraus, die mit der nächsten Frage an Foroutan ihren ganzen Mut zusammennahm: „Wie sähe eine berechtigte Islamkritik aus?“
Die Heitmeyer-Studie habe ergeben, lautete die verblüffende Antwort, dass die größte Kritik am Islam von den Muslimen selbst geübt werde. „Die Selbstkritik in der islamischen Welt ist sehr, sehr groß, und das ist auch messbar!“
Emcke schien mit dieser Antwort nicht ganz zufrieden: „In Berlin gibt es ein schwules Überfalltelefon, das massiv kritisiert wurde, weil es bei manchen Übergriffen gegen Homosexuelle darauf hinwies, dass die Täter arabisch ausgesehen oder möglicherweise einen muslimischen Hintergrund gehabt hätten – gehört so etwas zu Berichterstattung?“

Schiffer verwies erneut auf „Pressekodex 12.1“ und empfahl, die Gruppenzugehörigkeit wegzulassen, weil es sonst einen Zusammenhang suggeriere, der nicht gegeben sei. „Pressekodex 12.1 sagt aber auch“, widersprach überraschend der Soziologe, dass die Gruppenzugehörigkeit genannt werden soll, wenn solche Überfälle von einer bestimmten Gruppe sehr häufig begangen werden.“

Bevor sich im „Streitraum“ der Schaubühne so etwas wie ein winziger Dissens ausbreiten konnte, beschwichtigte Emcke wieder: „Ich habe das nur gefragt, um klarzumachen, wie kompliziert diese Fragen sind. Ich würde auch durchaus sagen, dass es bei der Berichterstattung über den 11. September eine Relevanz hatte, den Hintergrund zu untersuchen. Da stecken nicht immer nur rassistische Strategien dahinter.“

Was für eine bahnbrechende Erkenntnis: Es war nicht rassistisch, über den islamistischen Hintergrund der Attentäter vom 11. September zu berichten. Danke, Carolin, Tausende Journalisten in aller Welt dürfen sich von dem schwerwiegenden Vorwurf des Rassismus entlastet fühlen!

4. Akt: Die Banker sind schuld

Wie aus Angst vor der eigenen Courage nannte Emcke nun das Reizwort „Islamophobie“, eine Vorlage, die Foroutan dankbar aufgriff: Prof. Heitmeyer von der Uni Bielefeld habe bei seinen Untersuchungen zur „gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ (PI berichtete) festgestellt, dass islamophobe Tendenzen immer mehr zunähmen und das nicht nur bei Ungebildeten, sondern in der Mittelschicht. Dabei gelte die Regel: je weniger Kontakt zu Muslimen, desto islamophober. Ursache seien natürlich die Finanz- und Wirtschaftskrise und die damit verbundenen Abstiegsängste der Mittelschicht. Hier versage auch die Politik. So habe Innenminister de Maizière zwar die Brandanschläge auf Berliner Moscheen verurteilt, aber gleich hinzugefügt, es gebe auch viel Gewalttätigkeit unter Muslimen.

Soziologe Geißler lobte hingegen den früheren NRW-Integrationsminister Armin Laschet (CDU), der immer die Erfolge der Migranten herausgestellt habe. Das wäre in der jetzigen Wirtschaftskrise, gab Schiffer zu bedenken, vielleicht sogar kontraproduktiv, wenn man die vielen erfolgreichen Migranten hervorheben würde, „85 Prozent sind es, glaube ich“.

„Liegt denn ein Teil der Probleme auch in der schlechten Kommunikation der Muslime selbst?“, fragte Emcke.
„Auf Aktion folgt Reaktion“, entgegnete Foroutan.
Die Antiposition Muslime – Deutsche müsse endlich aufgebrochen werden, die Ersteren müssten endlich als selbstverständliche Akteure in Deutschland ernstgenommen werden. Probleme seien als schichtspezifische oder genderspezifische Probleme anzugehen.

5. Akt: Der kleine Moritz ist schuld

Eigentlich sollte Schiffer noch über den Einfluss des Internets (soll wohl heißen: der islamkrischen Blogs) auf das Islambild referieren, doch dafür reichte die Zeit nicht. Stattdessen durfte das Publikum Fragen stellen.

Eine angebliche Lehrerin aus Kreuzberg mit weinerlicher Stimme: „Man hat festgestellt, dass die Gewaltbereitschaft muslimischer Jungen stark sinkt, wenn sie schon als Sechsjährige zu den Kindergeburtstagen ihrer deutschen Spielkameraden eingeladen wurden. Aber leider erlebe ich, dass viele Kreuzberger Eltern Muslime als eine Bedrohung für die Bildung ihrer Kinder ansehen.“
Darauf Foroutan: „Pfeiffer hat ja in seiner Studie festgestellt, wenn Mehmet mit Moritz im Sandkasten spielt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Mehmet gewalttätig wird, viel geringer. Nun haben aber in Frankfurt am Main bereits 72 Prozent aller Kinder einen Migrationshintergrund. Also müsste man den Satz von Pfeiffer entsprechend umformulieren: Wenn Mehmet mit Ali im Sandkasten spielt… – Ja, Deutschland wird vielfältiger!“
Emcke: „Ach so, ich dachte, die Pointe wäre: Wenn Mehmet mit Moritz im Sandkasten spielt, wird Moritz später nicht gewalttätig…“

In die allgemeine Harmonieduseligkeit platzte die einzige kritische Frage einer Zuhörerin, die ein bezeichnendes Licht auf Schiffers „Institut für Medienverantwortung“ warf: Sie habe im Blog Hagalil von einem Briefwechsel zwischen einer Ramona Ambs und Schiffer gelesen. Schiffer habe in einem Artikel vom 31.8.2010 folgendes geschrieben:

Jedoch sind es in der Tat inzwischen nicht wenige jüdische Organisationen, die dem gezielt gelegten Missverständnis aufgesessen sind, dass sie mit der Verbreitung des antiislamischen Rassismus im Sinne Israels handeln würden. So mischen sich zunehmend Israel-Fahnen selbsternannter „Israel-Freunde“ mit antiislamischen Hetzkampagnen, deren Argumentationen aus den Hochzeiten des Antisemitismus eigentlich bekannt sein müssten…

Nicht wenige jüdische Organisationen verbreiten antiislamischen Rassismus? Da musste Ramona Ambs nachfragen. Die Antwort von Schiffer kam noch am selben Tag und war von entwaffnender Ehrlichkeit: „Ehrlich gesagt, kann ich gar nicht belegen, ob die Richtung, die ich dem Wirken des antiislamischen Spins gebe, so stimmt – aber da ich ja viel von Muslimen rezipiert werde, habe ich das einfach – strategisch – so beschlossen.“

„Wenn Sie diffamierende Behauptungen, die Sie nicht belegen können, einfach strategisch beschließen“, folgerte die Fragestellerin, „darf ich dann als Motto für Ihr kleines Privatinstitut formulieren: Forschung on demand – ich schreibe das, wofür mich meine Auftraggeber bezahlen?“

Au weia! Das war eine ebenso anspruchsvolle wie boshafte Frage. Erstmals ging so etwas wie ein irritiertes Raunen durchs Publikum, und auch Emcke machte kein glückliches Gesicht, schien ihr doch plötzlich zu schwanen, wen sie da in ihren „Streitraum“ geladen hatte. Doch Schiffer ließ auch diesen Angriff an sich abperlen, bedankte sich strahlend für die Frage, bestätigte die Richtigkeit des Zitats, erklärte, sie habe damit jüdische Organisationen vor einer weiteren Eskalation „schützen“ wollen und ließ sich abschließend lang und breit über „Zionisten“ in den USA und anderswo aus, ohne dass sich irgendjemand daran störte.

Für den Schiffer’schen Antisemitismus war dieses Publikum längst viel zu abgestumpft. „Islamhass“ heißt der neue Auslöser für das übliche Pawlow’sche Betroffenheitsgetue, und wenn Schiffer diesen Leuten erklärt hätte, dass die neuen Nazis in Israel wohnen, hätte es wahrscheinlich zustimmende „Nazis raus!“-Sprechchöre gegeben.

Wie es auch spontanen Beifall für die nächste Frage eines jungen Antifa-Kämpfers gab: „Sind Sie auch der Meinung, dass unsere Regierung durch die ständige Ausgabe von Terrordrohungen Angst schüren und das Feindbild Islam aufrechterhalten will?“

Da aber war es mit meiner Aufmerksamkeit endgültig geschehen. Ich musste an die frische Luft, und zwei Minuten später war die Veranstaltung sowieso zu Ende.

Nachbetrachtung: Es ist doch schlimm!

„War ja grausam!“, meinten die Mitglieder meiner Bezugsgruppe hinterher beim Kaffee. „Nur die Moderatorin hat ein bisschen dagegen gehalten.“

Naja, Schiffer ist ein grienender Teflon-Panzer und Neusprech-Roboter, Geißler ein unverbesserlicher Alt-68er-Gutmensch, der in ein paar Jahren und nach ein paar weiteren „Studien“ über „Islamophobie“ in Rente gehen wird, Foroutan eine fanatische Ideologin der „neuen Deutschen“, nach dem Motto: „Jetzt sind wir schon 20 Prozent, und bald sind wir sogar 70 Prozent, ätsch, und ihr könnt nichts dagegen tun!“

Emcke war die einzige in dieser Runde, die sich noch einige wenige nachvollziehbare Regungen erhalten hat: ihr kindlicher Geltungsdrang („Ich als Journalistin“) und Reste von Auflehnung gegen den selbstgewählten PC-Käfig machten sie menschlich. Hoffnung für sie kann man dennoch nicht haben. Sie war Kriegsreporterin, kennt die Welt, kann gut schreiben, ist intelligent – und trotzdem schleimt sie sich an die Islamlobby ran. Das ist nicht zu verstehen. Und auch ihre nächste Veranstaltung im „Streitraum“ verheißt nichts Gutes: „Muslime und Homosexualität – oder die doppelte Diskriminierung“. Ich wette einen Kasten Bier, dass es bei dieser Veranstaltung NICHT um die verbreitete muslimische Homophobie in Deutschland gehen wird (wenn doch, dann nur in pc-verträglichen Minidosen), sondern um die „Diskriminierung durch die deutsche Mehrheitsgesellschaft“ – stimmts, Carolin?

Ein paar Fragen blieben ungestellt: Ist es nicht so, dass die Mehrheit der in Deutschland lebenden Muslime sich gar nicht über deutsche Medien, sondern vielmehr über HÜRRIYET oder AL-JAZEERA informiert? Und ist das Bild, das die muslimischen Medien von Deutschland und den Deutschen zeichnen, der Integration förderlich? Diese Frage würde mich brennend interessieren, aber die untersucht keines der zahlreichen Institute, die davon leben, immer neue Studien über „Diskriminierung“ und „islamfeindlichen Rassismus“ auf den Markt zu werfen. Denn die Antworten darauf könnten unangenehm sein und dazu führen, dass die von der Islamlobby entmündigten Muslime in Deutschland ihre eigenen „Bilder in den Köpfen“, ihre eigenen Stereotype und Vorurteile hinterfragen und sich der eigenen Verantwortung für ihre Integration in die deutsche Gesellschaft stellen müssten. Und das würde große Teile der Integrationsindustrie schlicht arbeitslos machen.

Nein, Foroutan, Schiffer und Emcke betreiben eine systematische Umwertung der Begriffe, zwecks Konstruktion ihrer „schönen neuen Welt“ und im Dienste der Islamisierung Westeuropas: „Aufklärung“, behaupten sie rotzfrech, sei zu einem reaktionären Kampfbegriff der Islamfeinde geworden, mit „Migranten“ sind immer nur die Muslime gemeint (außer den wirklich kritischen Muslimen und Musliminnen, die werden zum Dank für ihren Mut noch als „Hetzer“ diffamiert), und mit ihrem Projekt „Heymat“ ist Foroutan intensiv bemüht, die Begriffe „Deutschland“ und „Deutsche“ von ihren traditionellen Inhalten zu befreien und mit neuen, muslimischen zu füllen.

„Ist nicht schlimm!“ – Doch, Carolin, es ist schlimm, dass Du glaubst, man dürfe sich in „Streiträumen“ nicht streiten. Es ist schlimm, dass die Islamlobby in Deutschland mit lautem Getöse vor „Islamophobie“ warnt, während in Ägypten die Kopten massakriert, in vielen islamischen Ländern „Ungläubige“ verfolgt, in manchen Berliner Bezirken Juden, Homosexuelle und ganz normale nichtmuslimische Jugendliche berechtigte Angst haben, von sich auf den Islam berufenden Macho-Gangs überfallen zu werden.

Und deshalb ist es auch schlimm, wenn das Geisterschiff in dem Nebel stochert, den es vorher selbst produziert hat. Denn dieses Geisterschiff erhebt den maßlosen und durch nichts gerechtfertigten Anspruch, für uns alle den Kurs zu bestimmen.

(Bärchen / PI-Berlin)




Tony Blair von Schwägerin angeklagt

Lauren BoothLauren Booth (Foto), die nach einem Iranbesuch zum Islam konvertierte 43-jährige Schwägerin des britischen Ex-Premierministers Tony Blair, ist eine glühende Kämpferin für mehr Moslemrechte und gegen ihren Schwager, dem sie Kriegsverbrechen vorwirft. Gegenwärtig ist sie in Malaysia und hält Vorträge, organisiert von „Viva Palestina„. Booth, die schon seit jahren die Palästinenser unterstützt, ist überzeugt, Blair gehöre wegen des „Angriffskrieges“ gegen den Irak vor das Kriegsverbrechertribunal in den Haag.




Bitte mehr Dankbarkeit für den Döner!

Maria Böhmer und der türkische Staatsminister Faruk CelikBILD und die türkische Zeitung Hürriyet, an deren Muttergesellschaft Dogan Media Group die Axel Springer AG bekanntlich zu 29% beteiligt ist, lassen heute in einem Doppelinterview Maria Böhmer und den türkischen Staatsminister Faruk Celik (55), zuständig „für im Ausland lebende Türken“, zum Thema Sarrazin zu Wort kommen.

Maria Böhmer meint, Integration sei über viele Jahre vernachlässigt worden, sagt aber nicht von wem. Immerhin gesteht sie ein, dass Sarrazin die richtigen Problemfelder angesprochen habe. Allerdings zeichne er ein einseitiges Bild von Integration. Er stelle Muslime unter Generalverdacht und verschweige die vielen positiven Beispiele von gelungenem Zusammenleben. Böhmer hat also Sarrazins Buch immer noch nicht gelesen, es wäre Sarrazin anzuraten, endlich einmal gegen solche beleidigenden Unterstellungen Strafanzeige zu erstatten.

Der türkische Minister bläst ins gleiche Horn und wundert sich, dass das Buch 1,2 Millionen Mal verkauft wurde. Er appelliert an die in Deutschland lebenden „Mitbürger“ (der Türkei?), die deutsche Sprache zu lernen. Aber die Deutschen sollten sich bei der Gewährung der Rechte von Migranten nicht zurückhalten. Deutschland sollte nie vergessen, dass die türkischen Arbeitskräfte viel zum Aufbau der Industrie und damit dem Wohlstand dieses Landes beigetragen hätten. Auch ihre Kultur und ihre Werte hätten die deutsche Gesellschaft bereichert. Und die türkische Küche sei hier nicht mehr wegzudenken.

Mahlzeit!

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Moschee-Brandstifter beim Nervenarzt, Linke still

Foto links: Ermittler tragen Kartons mit Beweismaterial, das sie in der Wohnung des Moschee-Brandstifters Manuel K. in Neukölln sichergestellt haben.Der Berliner Moscheen-Brandstifter hat inzwischen 13 Anschläge gestanden und befindet sich in nervenärztlicher Behandlung. Die Ermittler schließen ausländerfeindliche Motive aus. Es sei bislang eher davon auszugehen, dass der 30-Jährige die Taten beging, weil er nach Aufmerksamkeit suchte, sagte Polizeipräsident Glietsch im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses.

Der Täter war vor seiner Festnahme bereits durch ungewöhnliches Verhalten aufgefallen. Der Berliner Kurier berichtet:

Er peitscht sich am offenen Fenster aus, brüllt dabei lauthals. Der mutmaßliche Moscheen-Brandstifter Manuel K. (30) scheint ein durchgedrehter Psychopath zu sein. Er soll vier der insgesamt zehn Berliner Attentate verübt haben. Gestern bekam er einen Haftbefehl.

Mehrfach am Tag soll Manuel K. vor einem Spiegel am offenen Fenster seiner Wohnung im 1. Stock gestanden und sich ausgepeitscht haben. „Dabei brüllte er. Das war furchtbar“, sagt eine Nachbarin. Mieter halten ihn für völlig irre. Sie fürchten sich vor Manuel K., sind froh, dass er endlich eingesperrt ist. „Im November sah ich, wie er eine Propangas-Flasche ins Haus schleppte“, sagt Nachbar Hans-Jürgen F. „Ich alarmierte den Vermieter, es geschah nichts.

Trotzdem glauben die Leute in dem Viertel nicht, dass die Moscheen-Anschläge auf „seinem Mist gewachsen sind“. Manuel K. soll zeitweise in einem Behindertenheim gearbeitet haben, stand unter Betreuung. „Er hatte einen arabischen Freund“, sagen Nachbarn.

Ulla JelpkeNach den Anschlägen hatte es – ohne jeden Informationshintergrund – die abenteuerlichsten Mutmaßungen über die Täter gegeben. Besonders blamiert hat sich dabei Ulla Jelpke (Foto l.), innenpolitische Sprecherin der Linkspartei, die vor kurzem mit einem Grußwort an Ex-Stasi-Auslandsagenten auffiel. Jelpke schrieb am 9. Dezember 2010:

Erneuter Brandanschlag ist Folge des staatlichen Rassismus

„Ich verurteile den erneuten Brandanschlag auf ein muslimisches Kulturzentrum in Berlin. Dies ist bereits der sechste Anschlag auf muslimische Einrichtungen in Berlin innerhalb eines Jahres“, erklärt Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE. anlässlich des heutigen Brandanschlages auf ein islamisches Kulturzentrum in Berlin-Tempelhof. Es befanden sich zwei Menschen in dem Gebäude, die bei dem Anschlag zum Glück nicht verletzt wurden. Erst im November wurden auf zwei Moscheen in Neukölln Brandsätze geworfen. Jelpke weiter:

„Ich kann diese menschenverachtenden Taten nur als Folge der Hetzkampagne von Sarrazin, Seehofer und Konsorten gegen angebliche muslimische Integrationsverweigerer sehen. Dabei handelt es sich in erster Linie um den Versuch, von der eigenen Verantwortung für die Wirtschaftskrise und den sozialen Kahlschlag abzulenken. Dafür sollen die Verlierer der Krise – die von Lohnarbeit Abhängigen mit und ohne Job – gegeneinander ausgespielt werden.“

(Foto oben links: Ermittler tragen Kartons mit Beweismaterial, das sie in der Wohnung des Moschee-Brandstifters Manuel K. in Neukölln sichergestellt haben)




Kann das Christentum die Islamisierung stoppen?

Papst Johannes Paul II. küsst 1999 den KoranDie Anregung zu diesem Essay verdanke ich einem – bei PI konsequenterweise noch erlaubten – Leser-Kommentar, der bei meinem Artikel zur Berichterstattung über Geert Wilders‘ Berliner Rede vom Oktober 2010 abgegeben wurde. Er bezog sich nicht auf den Artikel, sondern auf den Beitrag eines anderen Kommentators, der sich für das Grundgesetz stark gemacht.

(Von Wolfgang Halder)

Dafür bekam er von Leser „Surgeon“ (#87) folgendes zu hören:

„Da ist ja jeder Moslemmensch besser! Das Grundgesetz ist Gott. Du erhebst wohl das Nichts zum Etwas. Sag mir, was ist Dein Lebenssinn? Als Cyborg oder Teufelsanbeter? Schlafen, essen, arbeiten, kacken, Sex haben, Auto fahren, mehr nicht. Das ist alles. Ich sage Dir eins: Du bist es gar nicht mehr wert, dich Mensch zu nennen. Die Atheisten sind die schlimmsten, Tote ohne Geist und Seele. Sie sind so hohl, denn sie haben keine Sinnbedürfnisse mehr. Das Tote reicht ihnen. Jeder Buddhist, Moslem, Hinduist etc. pp ist besser als ein Atheist“.

Etwas vornehmer im Ton, aber gleich in der Sache hat der Schriftsteller und Büchner-Preisträger Martin Mosebach diese Haltung kürzlich in einem Interview zum Ausdruck gebracht:

„Ein gläubiger Muslim steht mir unendlich viel näher als ein deutscher Atheist. (…) Ich kann mir meine Bewunderung und Liebe für Menschen nicht verhehlen, die sich jeden Tag fünf Mal vor ihrem Schöpfer auf den Boden werfen. (…) Eine Gefahr für das Christentum in Europa liegt vor allem darin, dass zu wenige Christen noch Christen sein wollen. Die Gefahren, die der säkularen liberalistischen Kultur vom Islam her drohen mögen, interessieren mich nicht besonders, weil mich säkulare Kultur nicht besonders interessiert“.

Auch Angela Merkel stieß letzten Herbst ins gleiche Horn, als sie in einer Rede feststellte:

„Es ist doch nicht so, dass wir ein Zuviel an Islam haben, sondern wir haben ein Zuwenig an Christentum.“

Kapituliert der Großteil Europas so widerstandslos vor der Islamisierung, weil das Christentum zu schwach geworden ist? Bedürfte es nur einer größeren Dosis Christentums, um die Islamisierung zu stoppen? Ist ein Wiedererstarken des Christentums wünschenswert? Welcher Preis wäre dafür zu bezahlen? – Das sind die Fragen, die ich in diesem Essay beantworten möchte.

Zunächst werde ich die Gemeinsamkeiten aller Glaubenssysteme darstellen – das Christentum ist nur eines davon -, um zu sehen, wozu ein Mehr an Christentum führen würde. Schließlich würdige ich die besondere Rolle, die das Christentum aufgrund seiner Geschichte und seiner derzeitigen Ausprägung im Kampf gegen die Islamisierung spielen könnte.

1. Die Logik der Glaubenssysteme

Martin Mosebachs Zitat eignet sich wunderbar als Startpunkt, denn von ihm aus lässt sich die Logik und Weltwahrnehmung der Glaubenssysteme entfalten, die für die Beantwortung meiner Fragen zentral ist.

1. a) Jeder Glaube ist besser als kein Glaube

Der Katholik Martin Mosebach bewundert Muslime dafür, dass sie „sich jeden Tag fünf Mal vor ihrem Schöpfer auf den Boden werfen“. Mit anderen Worten: Wer sich in blinder Unterwerfung vor einer barbarischen Religion auf den Boden wirft, findet von katholischer Seite Bewunderung; wer – die Errungenschaften einer säkularen liberalen Kultur verwirklichend – aufrecht geht und selbst denkt, der ist für Mosebach nicht von Interesse.

Werden die Mosebachs dieser Welt in „säkularen liberalistischen Kulturen“ wegen Ihrer Meinungsäußerungen verfolgt, verhört, gefoltert, verbrannt, wie es Giordano Bruno im Jahr 1600 widerfahren ist, nur weil er in einigen Punkten anderer Meinung war als die Kirche? Schon ein kurzes Nachdenken über die Bedingungen der Möglichkeit seines eigenen Tuns müsste Mosebach zeigen, dass er etwas für sich in Anspruch nimmt, das es gar nicht gäbe, wenn die Glaubensgemeinschaft, für die er eintritt, noch die einstige Macht hätte. Mosebach kann nur deshalb seine Meinung zu Islam und Atheismus in einem Interview äußern, weil säkular-liberale Atheisten die Meinungs- und Pressefreiheit gegen eben jene Religionen erkämpft haben, die er glaubt verteidigen zu müssen. Hier zeigt sich ein weit verbreitetes Muster: katholisch reden, säkular leben …

An Mosebachs Äußerung gibt sich das erste Merkmal von Glaubenssystemen zu erkennen: Ein Gläubiger ist immer besser als ein Ungläubiger; ganz gleich, woran er glaubt; Hauptsache, es wird irgend etwas geglaubt. Die islamische und christliche Wertungshierarchie sind sich hierin gleich. Oben stehen die Gläubigen der anderen abrahamitischen Schriftreligionen, Polytheisten sind schon deutlich niedriger angesiedelt – und ganz unten stehen die Ungläubigen, die Atheisten.

1. b) Wir und sie

Ein weiteres zentrales Merkmal von Glaubenssystemen ist die doppelte Ethik, das heißt, dass für Mitglieder der eigenen Gruppe andere moralische Maßstäbe gelten als für Nichtmitglieder („in-group morality“ und „out-group morality“). Schon die zehn Gebote galten nur für die eigene Gruppe. Du sollst nicht töten, nicht ehebrechen, nicht stehlen, nicht falsch Zeugnis reden. Und das in bezug auf wen? Auf „deinen Nächsten“. Und „Nächste“ sind nur die Angehörigen der eigenen Gruppe. Gegenüber anderen ist all das erlaubt, was den Angehörigen der eigenen Gruppe gegenüber verboten ist. „Du sollst von Deinem Bruder nicht Zinsen nehmen. Von dem Ausländer darfst du Zinsen nehmen“ (5. Moses 23,20).

Auch Jesus sprach stets nur für die eigene Gruppe, die Juden. „Ihr sollt das Heilige nicht den Hunden geben, und eure Perlen sollt ihr nicht vor die Säue werfen“ (Mt 7,6) – sprich: Der Heilsplan darf den verbliebenen Kanaanitern und Samaritern (den „Hunden“) nicht offenbart werden, und die In-group-Weisheit („Perlen“) ist nichts für die ungläubigen Out-group-Schweinefleischesser („Säue“). Der amerikanische Anthropologe John Hartung hat das in seinem Aufsatz „Love thy neighbor – The evolution of in-group morality“ prägnant dargestellt.

So wie es für einen Moslem Glaubenspflicht ist, sich den Ungläubigen gegenüber zu verstellen und diese über seine wahren Absichten zu täuschen („Taqiyya“), bis man stark genug ist, die Ungläubigen zu unterwerfen, so ist es für gläubige Kommunisten selbstverständlich, den Feind zu täuschen und die „nützlichen Idioten“ sogar dabei mithelfen zu lassen, ihre eigene Vernichtung voranzutreiben. Rosa Luxemburgs vielzitierte „Freiheit des Andersdenkenden“ galt nur für andersdenkende Kommunisten, nicht für Bürgerliche.

Der Gläubige sieht sich und seinesgleichen als moralisch höherwertig an, er setzt Glauben mit Moral gleich; ein Mensch, der nicht glaubt, hat demnach keine Moral. Es spielt dabei keine Rolle, ob der Glaube sich auf Religion, Rasse, Klasse oder Nation bezieht.

1. c) Missionarisches Sendungsbewusstsein

Glaubenssysteme sind nicht zufrieden damit, dass ihre Anhänger nach ihrem Glauben leben, sie wollen, dass andere ebenfalls nach ihrem Glauben leben und setzen diesen missionarischen Drang falls nötig mit Gewalt durch. Auch hier ist es unwesentlich, ob es um den Glauben an den einen Gott oder die historische Aufgabe einer Klasse oder Rasse geht. Da es aus Sicht des Gläubigen um das Wohl und Wehe der ganzen Welt geht, sind Zwang und Gewalt anderen gegenüber für ihn gerechtfertigt.

1. d) Anti-kapitalistisch und anti-individualistisch

Die großen Glaubenssysteme – Islam, Christentum, Sozialismus – haben einen gemeinsamen Feind: Individualismus / Kapitalismus / Liberalismus. Diese drei Begriffe lassen sich beliebig gegeneinander austauschen, denn sie vertreten alle dasselbe: die Freiheit des Individuums, sein Leben nach eigenen Maßstäben zu gestalten und auf eigene Verantwortung zu führen.

Für Glaubenssysteme ist das Individuum nur ein Opfertier. Seine Glückseligkeit spielt keine Rolle, wird im Gegenteil sogar abgelehnt, verachtet, bekämpft. Nur das Opfer für das Kollektiv zählt. Heil gibt es nur in der Kirche. Aus Sicht der Glaubenssyteme kann der einzelne Mensch seinem Leben keinen Sinn geben, er empfängt diesen nur. „Sinn, der selbst gemacht ist, ist im letzten gar kein Sinn. Sinn kann nicht gemacht, sondern nur empfangen werden“, schreibt Joseph Ratzinger.

Ganz gleich, ob es heißt „Allah hat es so gewollt“ oder „Dein Wille geschehe“, ob „Führer befiehl, wir folgen dir“ oder „Die Partei hat immer recht“ – in allen Fällen empfängt der Einzelne seinen Lebenssinn, unterwirft sich einem Kollektiv, verzichtet auf eigene Entscheidungen und ist damit auch frei von aller Verantwortung. Die Unterwerfung unter etwas Größeres, Absolutes, gibt dem Leben des Gläubigen Sinn. Ob dieses Größere jenseitig oder diesseitig ist (Gott, Klasse, Rasse), ist nicht entscheidend, die Persönlichkeitsstruktur und religiöse Weltwahrnehmung, die diese Sehnsucht hervorbringt, ist immer die gleiche. Der Gläubige will nicht selbst denken und wollen – er will gehorchen. Er sucht das, was der Theologe Friedrich Schleiermacher vor bald zweihundert Jahren als die Essenz jeder Religion benannt hat: „das Gefühl schlechthinniger Abhängigkeit“.
Hierin kommt primitives Denken zum Ausdruck: Menschen werden nicht als Individuen wahrgenommen, sondern über ihre Zugehörigkeit zu einer Gruppe definiert. Alle Rechte, die sie haben, kommen ihnen nicht selbst zu, sondern nur über ihre Zugehörigkeit zu einem Kollektiv. Dass die verschiedenen Glaubenssysteme sich gegenseitig die Schädel einschlagen, weil jedes für sich beansprucht, das einzig wahre Kollektiv zu sein, liegt in der Logik der Sache und macht die grundsätzliche strukturelle Gleichheit ihrer Welt- und Menschensicht augenfällig.

Das Schlimmste für Gläubige aller Art ist das, was die islamische Organisation Hizb ut-Tahrir (Partei der Befreiung) als „tödliche Mischung aus Freiheit und Kapitalismus“ („lethal cocktail of liberty and capitalism“) bezeichnet, der in den westlichen Gesellschaften herrsche. Daher auch die Sympathie der westlichen Linken wie Rechten für den Islam, da er seine anti-liberale, anti-amerikanische, anti-kapitalistische, anti-individualistische und anti-freiheitliche Haltung ebenso deutlich zum Ausdruck bringt wie der Sozialismus in seinen nationalen wie internationalen Ausprägungen.

1. e) Die Weigerung, erwachsen zu werden

Die Fähigkeit, in sich selbst Halt zu finden, sich selbst beruhigen und die eigene Angst bezähmen zu können und sich nicht von der Angst anderer anstecken zu lassen, ist das Kennzeichen des Erwachsenseins. Gläubige bleiben entwicklungspsychologisch stets Kinder („Schafe“), die sich von anderen (Hirten, Führern), die ihnen versprechen, ihnen die Angst zu nehmen, leiten und führen lassen. Gläubige sind unreif, denn sie sind selbst nicht in der Lage, ihre Gedanken und Emotionen zu modulieren, sie sind ihren Gefühlen ausgeliefert, die ihre Urteilskraft überwältigen, so dass sie die Welt als Bedrohung wahrnehmen und Schutz suchen beim großen Hirten.

Für den Gläubigen ist Freiheit etwas Beängstigendes, das ihn dazu zwingt, selbst zu denken, zu entscheiden, zu handeln. Damit wäre er auch für sein Leben verantwortlich. Doch eben das behagt ihm nicht. Er möchte Kind bleiben, an der Hand genommen, geführt und geleitet werden, denn dann ist er von der Last der Verantwortung für sein Leben befreit und kann immer sagen, „der Herr hat es so gewollt“ oder „ich habe nur getan, was man mir befohlen hat“.

Adolf Hitlers „Mein Kampf“ beginnt mit einem Satz, der beispielhaft das Bewusstsein eines Gläubigen zum Ausdruck bringt: „Als glückliche Bestimmung gilt es mir heute, dass das Schicksal mir zum Geburtsort gerade Braunau am Inn zuwies“. Der Gläubige versteht sich als Werkzeug eines größeren Willens, er tut, was ihm von einer höheren Instanz aufgetragen ist, und ist selbst von jeder Verantwortung befreit.

In einer Welt lauter reifer Erwachsener könnten Glaubenssysteme nicht überleben. Deshalb legen alle Glaubenssysteme so großen Wert darauf, Menschen möglichst früh als zu ihrem Kollektiv zugehörig zu kennzeichnen, sie abzurichten und ihnen das entsprechende Brandzeichen zu verpassen. Sie sollen sich gar nicht erst zu einem Individuum entwickeln, das aus eigener Kraft seinen eigenen Weg zur Glückseligkeit sucht, sondern sich über eine Kollektiv-Zugehörigkeit definieren. Islam und Judentum begründen die Zugehörigkeit zu ihrem Glauben biologisch – das Kind eines moslemischen Vater ist Moslem, das Kind einer jüdischen Mutter ist Jude. Im Christentum werden wenige Wochen alte Säuglinge getauft, die Sozialismen sichern sich ihren Möglichkeiten der ideologischen Erziehung durch Kinderkrippen und Jugendorganisationen. In allen Fällen erfolgt keine wohlüberlegte Entscheidung des Kindes für Islam, Judentum, Christentum oder Sozialismus, sondern eine von außen auferlegte, mehr oder weniger gewaltsame Zuordnung.

1. f) Sexualfeindlichkeit

Glaubenssysteme sind besessen von der Kontrolle über den Körper der Frau, diesen „bemerkenswertesten Organismus auf unserem Planeten“ (Desmond Morris), und die Lust, die dieser zu schenken in der Lage ist. Auch daran zeigt sich, dass Glaubenssysteme sich auf einer frühen Entwicklungsstufe der Menschheit befinden, dem Bewusstseinsstand von Stammeskulturen, in denen Frauen als Eigentum der Männer betrachtet werden.

Dass Liebe und sexuelle Anziehung in Verbindung mit dem Wörtchen „Ich“ die größte Gefahr für totalitäre Glaubenssyteme sind, hat Ayn Rand in ihrem dystopischen kleinen Roman „Anthem“ von1938 eindringlich dargestellt. Menschen, die „ich“ sagen, stören das Funktionieren der Glaubenssysteme, deshalb muss jedes Ich aufgelöst werden im Wir des Kollektivs, in der Tyrannei der erzwungenen Brüderlichkeit.

Der Satz „Ich empfinde Lust“ ist für alle Glaubenssysteme der Gipfel des Unerträglichen, denn er verdoppelt das Verbotene: Ein Ich, das Lust empfindet, kann nicht geduldet werden. Im stalinistischen Russland galt sexuelles Vergnügen als „unsozialistisch“ und „konterrevolutionär“ – war mithin lebensgefährlich. Die islamische und katholische Verachtung der körperlichen Lust speist sich aus derselben Quelle. Das Individuum darf sich nicht an sich und seinesgleichen erfreuen. Die entsexualisierende Mao-Uniform entspringt demselben Geist wie die Burka. Der katholischen Forderung nach Kopfbedeckung der Frauen im Gottesdienst, damit der Anblick ihrer Haare die Männer nicht auf „unzüchtige Gedanken“ bringt, liegt dasselbe Motiv zugrunde wie der islamischen Forderung nach der Verschleierung: Angst vor der sexuellen Kraft der Frauen.

Sexualität ist nur erwünscht, wenn Gott oder dem Führer dadurch ein Kind geschenkt wird. Nur als Mittel wird sie in Glaubenssystemen toleriert, nicht als Zweck in sich, als Ausdruck der Lebenslust und Freude an sich und am anderen – „for its own sweet sake“, wie Thomas Hardy es in seinem Roman „Tess of the d’Urbervilles“ so herrlich formuliert.

Frage an Katholiken und Moslems: Warum hat Gott die Frau mit Klitoris geschaffen? Dieses Organ ist für die Fortpflanzung nicht nötig und hat nur die Funktion, Lust zu bereiten. Doch das darf nicht sein. Der in vielen islamischen Ländern betriebenen Genitalverstümmelung bei Mädchen (gern multikulturell „korrekt“ als „Beschneidung“ und „Tradition“ verharmlost), liegt die Verteufelung weiblicher Sexualität zugrunde. Die Frauen, die Opfer dieser „heiligen“ Praxis wurden, können nach wie vor Kinder bekommen, aber ihre Fähigkeit, Lust zu empfinden, ist stark eingeschränkt.

Und noch eine Frage: Warum ist nach katholischer Lehre Unzucht zwischen Mann und Frau schlimmer als eine Vergewaltigung? Der Katechismus der katholischen Kirche gibt die Antwort: „Unzucht ist die körperliche Vereinigung zwischen Mann und Frau, die nicht miteinander verheiratet sind. Sie ist ein schweres Verbrechen gegen die Würde des Menschen“ (Hervorhebung von mir). Und die Vergewaltigung? Sie ist nach katholischer Lehre nur „ein Verstoß gegen die Gerechtigkeit und die Liebe“. (Katechismus 2353 und 2356)

1. g) Gläubige sind Hinterweltler

Die Sexualfeindlichkeit der Glaubenssysteme steht in unmittelbarer Verbindung mit deren Hinterweltlertum. Wie heißt es im Leser-Kommentar, den ich zu Anfang zitiert habe: „Schlafen, essen, arbeiten, kacken, Sex haben, Auto fahren, mehr nicht. Das ist alles“. Die materielle, leibliche Existenz des Menschen wird vom Gläubigen verächtlich gemacht. Diese Welt und der Mensch, wie er ist, ist ihm nicht genug. Es braucht eine andere Welt hinter dieser Welt, die von ihm als die wahre Welt propagiert wird, und erst in dieser kann der Mensch wirklich Mensch sein. Diese Hinterwelt kann ein allumfassendes Jenseits sein wie das Paradies von Islam und Christentum oder ein zeitliches Jenseits wie der vollendete Kommunismus. Stets muss der Mensch im Diesseits leiden und Opfer bringen, damit die Hinterwelt erreicht werden kann, am besten das höchste Opfer, das eigene Leben.

1. h) Zweifel und Kritik sind verboten

Ein weiteres Kennzeichen von Glaubenssystemen ist, dass sie keine Kritik an sich erlauben, ja schon der Zweifel ist verboten. Nicht zufällig verlangt gleich das erste der zehn Gebote laut katholischem Katechismus, „alles zurückzuweisen, was unserem Glauben widerspricht. (…) Freiwilliger Glaubenszweifel besteht in der Vernachlässigung oder Weigerung, für wahr zu halten, was Gott geoffenbart hat und die Kirche zu glauben vorlegt. (…) Wird der Zweifel mit Absicht gepflegt, kann er zu geistiger Verblendung führen“. (Katechismus 2088)

Mit Absicht zu zweifeln, also die für den Menschen essentielle Fähigkeit auszuüben, selbst zu denken, wird auch im Islam nicht gern gesehen. Schon auf der ersten Seite des Korans steht klar und deutlich: „Dies ist die Schrift, an der nicht zu zweifeln ist“. (2:2 nach Paret) Im Vokabular eines weltlichen Glaubenssystems heißt das, „die Partei hat immer recht“, ganz gleich, was der Einzelne in seiner Verblendung denken mag.

Am Anfang der Kultur der Freiheit, die Europa so einzigartig macht, steht der Tod des Sokrates. Er wurde 399 v. u. Z. zum Tode verurteilt, weil er, so die Begründung, „nicht an die Götter glaubt, die der Staat anerkennt“. Das „nicht geprüfte Leben“, und zwar geprüft durch den je Einzelnen, der sein Leben lebt, war für Sokrates nicht lebenswert. Deshalb trank er den Giftbecher, den die Vertreter des religiösen Kollektivs ihm reichten, und schlug die Fluchtmöglichkeit aus. Zweifel und Kritik an Religion bilden das Fundament der Freiheit. Die Gewaltlogik von Glaubenssystemen, die Kritik an sich verbieten und die Menschen, die solche Kritik äußern, physisch vernichten, zieht sich von Sokrates über Giordano Bruno bis zu Theo van Gogh.

Wie es anders geht, zeigt eine Urteil des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten, in dem es heißt: „Die amerikanische Flagge steht unter anderem für das Recht, diese Flagge zu verbrennen“. Das ist der entscheidende Unterschied. In einem Glaubenssystem gibt es so ein Recht niemals. Knapper als mit der Antwort eines KZ-Wärters an einen jüdischen Häftling, der eine Frage gestellt hatte, lässt sich die Logik eines Glaubenssystems nicht zum Ausdruck bringen: „Hier gibt es kein Warum!“.

1. i) Der religiöse Weltzugang

Wer Religion kritisiert und auf deren barbarisches Wirken im Namen Gottes hinweist, kann mit absoluter Sicherheit damit rechnen, dass ihm sofort entgegengehalten wird: Und was ist mit Hitler und Stalin, diesen atheistischen Diktatoren!?

Doch diese Entgegensetzung lenkt die Debatte auf ein falsches Feld, denn die entscheidende Trennungslinie verläuft nicht zwischen Theismus und Atheismus, sondern zwischen einer „dezidiert religiösen und einer dezidiert nicht-religiösen Zugangsweise zur Welt“ (Michael Schmidt-Salomon). Kennzeichen eines religiösen Weltzugangs sind heilige Schriften, unantastbare Wahrheiten, absolute Unterwerfung, Vernichtung Andersdenkender, Kritikverbot, Herrschaft durch Angst und Terror. Die Sozialisten aller Couleur haben ebenso einen religiösen Weltzugang wie Christen und Moslems. Der Terror der französischen Revolution entsprang genauso einer religiösen Weltsicht wie die Vernichtungslager, welche die gläubigen Anhänger der politischen Religionen Stalins und Hitler errichtet haben, zutiefst davon überzeugt, dass sie dem Guten dienen.

Auf welcher Basis die Annahme eines Glaubens in der Regel erfolgt, das hat Nietzsche in unvergleichlicherweise Weise auf den Punkt gebracht: „Einen Glauben annehmen, bloß weil er Sitte ist, – das heißt doch: unredlich sein, feige sein, faul sein. – Und so wären Unredlichkeit, Feigheit und Faulheit die Voraussetzungen der Sittlichkeit?“ (Morgenröthe 101). Aus Sicht der modernen Biologie ist Glauben „eine Form, die frühkindlichen Denkgewohnheiten mit in das Erwachsenenalter zu übernehmen“ (Andreas Kilian: Die Logik der Nicht-Logik. Wie Wissenschaft das Phänomen Religion heute biologisch erklären kann, 2010). Ob das im Namen eines Gottes, Führers oder Parteivorsitzenden geschieht, macht keinen grundsätzlichen Unterschied.

2. Meinungsfreiheit

Die Meinungsfreiheit ist der Dreh- und Angelpunkt im Kampf gegen die Islamisierung, an ihr entscheidet sich alles. Die Möglichkeit, Kritik zu äußern, ist die Basis der Freiheit. Zerbricht dieses Fundament, stürzt das ganze Gebäude zusammen. Verlieren die Verteidiger der Freiheiten des Westens den Kampf um die Meinungsfreiheit, ist der ganze Krieg verloren.

Ayaan Hirsi Ali berichtet in ihrem jüngsten Buch „Nomad – From Islam to America: A Personal Journey Through the Clash of Civilizations“, wie ihr während eines Vortrags an einem amerikanischen College ein Mädchen mit Kopftuch zugebrüllt habe, „wer zum Teufel gibt Ihnen das Recht über den Islam zu reden?“. Hirsi Ali musste nicht selbst antworten, denn ein Zuhörer aus dem Auditorium rief: „The first Amendment“, der erste Verfassungszusatz. Mehr muss in den USA nicht gesagt werden.

Der erste Verfassungszusatz der Bill of Rights von 1791 ist die tragende Säule der Meinungsfreiheit. Kein anderes Land kennt solch eine uneingeschränkte Garantie dieses Rechts: „Congress shall make no law abridging the freedom of speech, or of the press“ (Der Kongress darf kein Gesetz erlassen, das die Rede- oder Pressefreiheit einschränkt.) Welche Klarheit und Knappheit, welche Eleganz und Präszision! (Was waren das für Politiker, die zu solchen Sätzen fähig waren. Man tut ihnen tiefes Unrecht, wenn man sie mit demselben Begriff belegt wie diejenigen, die heutzutage Politiker genannt werden – die Obamas und Merkels, Roths und Gabriels, Putins und Wulffs …)

Die Betreiber der Islamisierung setzen alles daran über UNO, EU und andere Organisationen das Recht der Meinungsfreiheit zu schwächen und zu zerstören. So führen Dschihadisten ihre Prozesse gegen amerikanische Islamkritiker mit Vorliebe von England aus, weil sie so den ersten Verfassungszusatz aushebeln können.

Wie wenig in Deutschland bisher begriffen wurde, an welchem historischen Wendepunkt wir stehen, sieht man daran, worüber hierzulande gestritten wird, wenn es um Meinungsfreiheit geht. Wenn die deutschen Medien für Meinungs- und Pressefreiheit kämpfen, dann meinen Sie ihr Recht auf Voyeur-Berichterstattung über Prominente. So wurde der Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 14. September 2010, dass Medien wertend über Parties der ältesten Tochter Carolines von Hannover berichten dürfen, völlig weltfremd als „Stärkung der Meinungs- und Pressefreiheit“ gefeiert.

3. Wofür kämpfen wir, wenn wir uns gegen die Islamisierung des Westens wenden?

Für die Frage, welche Rolle das Christentum im Kampf gegen die Islamisierung spielen kann, ist es entscheidend, die geistesgeschichtliche Grundlage zu erkennen, die die oben zitierte Antwort „The first Amendment“ möglich macht. Der amerikanische Autor Bruce Bawer stellt in seinem Buch „Surrender: Appeasing Islam, Sacrificing Freedom“ die entscheidene Frage: „Lieben wir unsere Freiheiten so, wie sie [die Moslems] sie hassen?“

Diese Freiheiten, das sind Menschenrechte und Meinungsfreiheit, Glaubensfreiheit und Wissenschaftsfreiheit, Gleichheit vor dem Recht und das Recht des Individuums gemäß seinen eigenen Vorstellungen nach Glückseligkeit zu streben. Mit anderen Worten, nämlich denen Thomas Jeffersons: „life, liberty, and the pursuit of happiness“.

Hat das Christentum dazu beigetragen, diese Werte zu verwirklichen? Hat es die Bill of Rights und die in ihr festgehaltenen Freiheiten ermöglicht? War es ein Kämpfer für Glaubensfreiheit und Menschenrechte? All diese Fragen muss man mit einem klaren Nein beantworten. Die Grundlage unserer Freiheit ist nicht christlich. Es kommt nicht von ungefähr, dass im ersten Verfassungszusatz das Verbot, eine Staatsreligion einzurichten im direkten Zusammenhang mit der Garantie der Rede- und Pressefreiheit steht. Die Gründer der ersten säkularen Republik der Menschheitsgeschichte wussten, dass Religionen eben diese Freiheiten nicht wollen; das haben sie aus den Erfahrungen mit den christlich legitimierten Tyranneien Europas gelernt.

All das, was wir heute gegen den Islam verteidigen, ist in einem jahrhundertelangen Kampf der größten Geister Europas unter Einsatz ihre Lebens gegen den erbitterten Widerstand des Christentums errungen worden. Der maßgebende Unterschied zwischen Christentum und Islam ist, dass der Islam rund 600 Jahre jünger ist. Man vergegenwärtige sich den Entwicklungsstand des Christentums im 14. Jahrhundert und sieht sofort die Parallelen zum heutigen Islam. Damals war das Christentum noch genauso ungezähmt und unzivilisiert wie der Islam heute. Man stelle sich eine Diskussion über Christus-Karikaturen im Jahre 1400 vor. Was wären die „Argumente“ der Christen gewesen, die gegen diese „Verletzung ihrer religiösen Gefühle“ mit aller ihnen damals zur Verfügung stehenden Macht vorgegangen wären? Ein Blick in die Geschichte des Christentums gibt die Antwort: Gewalt. Die Logik des Islams – Islam ist die Religion des Friedens, und wer das bestreitet, den töten wir -, war einst auch die Logik des Christentums: Das Christentum ist die Religion der Liebe, und wer das bestreitet, den töten wir.

Papst Pius IX. hat das, was Martin Mosebach die „säkulare liberalistische Kultur“ nennt, 1864 in seiner „Zusammenstellung der hauptsächlichen Irrtümer unseres Zeitalters“ verdammt: Liberalismus, Naturalismus, Rationalismus, Trennung von Kirche und Staat. Die Menschenrechte wurden von der katholischen Kirche erst 1961 widerwillig anerkannt, der Vatikan hat bis heute die Europäische Menschenrechtskonvention nicht ratifiziert. Der Index der verbotenen Bücher wurde erst 1964 aufgehoben. Bezeichnenderweise stand Hitlers „Mein Kampf“, dieses hohe Lied des Hasses und Massenmordes, nicht auf dem Index, während die Werke des Philosophen Baruch de Spinoza, dieses großen Denkers des friedlichen geglückten Lebens, verboten waren.

Dass ein konsequent und nicht lauwarm gelebtes Christentum in letzter Konsequenz ebenso wie der Islam auf die Vernichtung all dessen hinausläuft, was den Menschen zum Menschen macht – Freude, Freiheit, Liebe, Selbstbewusstsein, Geist, Erfindungskraft, selbständiges Denken – hat Ayn Rand 1967 in ihrer brillanten Analyse von Papst Pauls VI. Enzyklika „Populorum progressio“ vor Augen geführt („Requiem for Man“, in „Capitalism: The Unknown Ideal“).

Laut Johannes Müller und Johannes Wallacher, zweier Professoren der katholischen „Hochschule für Philosophie München“, prangert die Enzyklika „in klarer Sprache die Auswüchse eines ungehemmten Kapitalismus und einer individualistisch verkürzten Sicht des Rechts auf Privateigentum ohne soziale Rückgebundenheit an“. Anders gesagt: Die Enzyklika formuliert die großen Übereinstimmungen zwischen Christentum und Sozialismus. Sie liest sich teils wie ein Auszug aus dem „Kommunistischen Manifest“, teils wie aus dem Parteiprogramm der NSDAP von 1920 abgeschrieben:

– „Das Eigentumsrecht darf niemals zum Schaden des Gemeinwohls genutzt werden.“ (Enzyklika)
– „Gemeinnutz vor Eigennutz.“ (NSDAP-Parteiprogramm)
– „Egoistische Spekulationen dürfen keinen Platz haben.“ (Enzyklika)
– „Wir fordern den Rücksichtslosen Kampf gegen diejenigen, die durch ihre Tätigkeit das Gemeininteresse schädigen“. (NSDAP-Parteiprogramm)
– „… haben sich Vorstellungen in die menschliche Gesellschaft eingeschlichen, wonach das Eigentum an den Produktionsmitteln ein absolutes Recht, ohne Schranken, ohne entsprechende Verpflichtungen der Gesellschaft gegenüber darstellt.“ (Enzyklika)
– „Die Tätigkeit des einzelnen darf nicht gegen die Interessen der Allgemeinheit verstoßen, sondern muss im Rahmen des Gesamten und zum Nutzen aller erfolgen.“ (NSDAP-Parteiprogramm)

Papst Paul VI. verlangte eine zentrale Wirtschaftsplanung, die den Menschen vorschreibt, welche Ziele sie mit welchen Mittel zu verfolgen haben; freier Handel, der Kern einer liberalen Wirtschaftsordnung, wird abgelehnt. Kurzum: Der Papst redet einem totalitären Wirtschaftssystem das Wort. Dazu Ayn Rand: „Die Enzyklika befasst sich nicht mit dem Individuum, die Einheit ihres Denkens ist der ‚Stamm‘: Nationen, Länder, Völker – und sie spricht über diese, als hätten sie totalitäre Macht, um über ihre Bürger verfügen zu können, als wären Individuen vollkommen unbedeutend. (…) Die Enzyklika ist beherrscht von Hass auf den Geist und Verstand des Menschen. Daher der Hass auf den Menschen, daher der Hass auf das Leben und auf diese Erde, daher der Hass auf die Freuden des Menschen auf dieser Erde, und daher schließlich der Hass auf das einzige Gesellschaftssystem, das all diese Werte in der Praxis ermöglicht: den Kapitalismus“.

Rund vierzig Jahre später setzte Papst Benedikt XVI. diese menschen- und freiheitsfeindliche Tradition fort. In seiner im Juli 2009 veröffentlichten Sozialenzyklika „Caritas in veritate“ sah er in einer zentral steuernden „Weltautorität“ die Lösung der wichtigen Probleme unserer Zeit: „Um die Weltwirtschaft zu steuern, die von der Krise betroffenen Wirtschaften zu sanieren, einer Verschlimmerung der Krise und sich daraus ergebenden Ungleichgewichten vorzubeugen, um eine geeignete vollständige Abrüstung zu verwirklichen, die Sicherheit und den Frieden zu nähren, den Umweltschutz zu gewährleisten und die Migrationsströme zu regulieren, ist das Vorhandensein einer echten politischen Weltautorität … dringend nötig.“ Klarer kann man ein weltumspannendes totalitäres Zwangsbeglückungssystem nicht fordern.

Wie sagte Angela Merkel: „Es ist doch nicht so, dass wir ein Zuviel an Islam haben, sondern wir haben ein Zuwenig an Christentum“. Christen beneiden Moslems oft um deren Glaubensgewissheit. Die hatte das Christentum auch einmal. Die Folge dieser Gewissheit in Verbindung mit der Möglichkeit, sie nahezu uneingeschränkt umzusetzen, waren schrecklich, denn wo das Christentum mit derselben Glaubensgewissheit auftreten kann wie der Islam, ist es auch mit denselben Fehlern einer aus barbarischen Zeiten stammenden Lehre behaftet. Heute werden von Christen keine Ketzer mehr verbrannt, aber nicht aus eigener Einsicht in das Verwerfliche solchen Tuns, sondern aus Mangel an weltlicher Macht, die kritischen Stimmen zu vernichten.

Die meisten Menschen, die sich heutzutage Christen nennen, sind so stark säkularisiert, dass sie die Bedrohung durch den Islam nicht erkennen, weil sie ihn als ebenso säkularisiert und gezähmt wahrnehmen wie ihr Christentum und sich überhaupt nicht vorstellen können, dass ein Glaube so tief verwurzelt ist, dass man dafür tötet, obwohl ein Blick in die Geschichte ihrer eigenen Religion ihnen vor Augen führen würde, dass ihr eigener Glaube über viele Jahrhunderte eben das getan hat. Das Christentum hat sich immer nur durch Druck von außen geändert, und dann immer nur so weit, wie es unvermeidlich war, aber keinen Millimeter weiter. Ein mehr an Christentum führt zu weniger Freiheit und mehr Gesinnungsterror – es wäre mehr oder weniger das Gleiche wie die Herrschaft des Islams, nur unter anderem Namen. Das kann also kein Weg sein.

Dass die Bereitschaft zur gewalttätigen Verbreitung des Glaubens auch im Christentum wieder ausbrechen kann, hat man im Oktober 2010 in der Schweiz gesehen: Im Kanton Luzern hatte der Vater zweier Schulkinder die Entfernung der Kruzifixe im Klassenzimmer verlangt. Er berief sich dabei auf ein Urteil des höchsten Schweizer Gerichts, nach dem Kruzifixe in Schulzimmern gegen die religiöse Neutralität verstoßen. Daraufhin hat die Familie Morddrohungen erhalten …

Viele Christen sehen den Islam und auch den Multikulturalismus und Ökologismus als Verbündeten, weil er gleichermaßen gegen weltliche Freiheiten, gegen Kapitalismus und Amerika ist wie sie. Im Kampf gegen dieses „Böse“ sind alle Allianzen erlaubt, denn es gilt die Maxime „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“. Das kann kurzfristig durchaus Erfolge bringen, mittel- und langfristig ist diese Logik aber verhängnisvoll, denn der Feind des Feindes ist immer nur solange Freund, wie es dem eigenen Interesse dient.

Die westliche Linke wird sich noch umschauen, wie ihr vermeintlicher Freund Islam mit ihr verfahren wird, wenn er erst einmal so stark ist, dass er die Linke im Kampf gegen Freiheit, Amerika, Liberalismus und Kapitalismus nicht mehr braucht und sie ihre Rolle als nützlicher Idiot ausgespielt hat. Dann rollen die Köpfe – und das nicht nur metaphorisch.

4. Warum das Christentum trotzdem wertvoll ist im Kampf gegen die Islamisierung

Kann das Christentum trotz dieses Fazits eine Rolle im Kampf gegen die Islamisierung spielen? Ja, es kann. Ich hätte noch vor kurzem nicht geglaubt, dass ich diese Frage jemals mit ja beantworten würde. Diese neue Einschätzung verdanke ich Ayaan Hirsi Ali. Die Argumente, die sie in ihrem jüngsten Buch „Nomad“ vorbringt, haben mich überzeugt. Hirsi Ali schlägt eine Allianz aus säkular denkenden Menschen und Christen vor, um gemeinsam gegen die Islamisierung zu kämpfen. Diese paradoxe Allianz sei möglich, da die Meinungsunterschiede zwischen diesen Gruppen des Westens heutzutage nur noch zu Debatten führten, aber nicht mehr zu Kriegen. Hirsi Ali erzählt, wie tief erstaunt sie war, dass im Westen Gläubige, Ungläubige und Agnostiker ihre Meinungsverschiedenheiten argumentierend austrügen, ohne gewalttätig gegeneinander zu werden. In der islamischen Welt gebe es das nicht.

Hier schlägt dem heutigen Christentum etwas zum Vorteil aus, was mich in Diskussionen mit Christen immer ärgert: Dass sie ihren Glauben kaum kennen und nicht wissen, was sie alles glauben müssten, um sich wirklich Christ nennen zu können, und sich statt dessen eine im hohen Grade säkularisierte Patchwork-Privatreligion zusammengezimmert haben. Es ist ebenso schwer, einen Katholiken zu finden, der den Katechismus der katholischen Kirche gelesen hat, wie einen Linken, der das „Kapital“ gelesen hat. Beide kennen ihren Glauben meist nur aus zweiter und dritter Hand. Sie glauben an ihre Vorstellung von ihrem Glauben statt an die Inhalte ihres Glaubens.

Mein Lackmustest für Katholiken ist die Transsubstantiation, also die Verwandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi während der Eucharistie. Wenn ich einen Katholiken frage, wie denn die Wandlung zu verstehen sei, habe ich bisher ausnahmslos die protestantische Sicht der Dinge zu hören bekommen, sie sei nur symbolisch gemeint. Wenn ich dann sage, dass diese Auffassung vor nicht allzu langer Zeit als Ketzerei gegolten hätte und dass er sich damit nicht als katholisch bezeichnen dürfte, blicke ich nur in fassungslose Gesichter.

Doch der Katechismus beantwortet die Frage eindeutig:

„Im heiligsten Sakrament der Eucharistie ist wahrhaft, wirklich und substanzhaft der Leib und das Blut zusammen mit der Seele und Gottheit unseres Herrn Jesus Christus und daher der ganze Christus enthalten. (…) Durch die Konsekration des Brotes und Weines geschieht eine Verwandlung der ganzen Substanz des Brotes in die Substanz des Leibes Christi und der ganzen Substanz des Weines in die Substanz seines Blutes“. (Katechismus 1374-1376)

Doch welcher Katholik liest schon den Katechismus der katholischen Kirche?

Früher habe ich mich daran gestoßen, heute sage ich: zum Glück tun sie das nicht. Denn gerade durch dieses Nicht-ernst-Nehmen des eigenen Glaubens kann das Christentum eine Schleusenfunktion haben und dabei helfen, Moslems aus dem barbarischen 7. Jahrhundert ins 21. zu begleiten. Im Kampf gegen die Islamisierung ist gerade jene halbgare säkularisierte Einstellung zur eigenen Religion wertvoll, die die wirklich gläubigen Christen verachten. Dieses Christentum taugt als Mittel, gläubigen Moslems vorzuleben, dass man den Glauben nicht allzu wichtig nehmen muss und trotzdem moralisch leben kann. Zugleich gibt es ihnen die Wärme, die Geborgenheit und den Schutz einer Gemeinschaft, den sie noch brauchen, da sie fast immer aus Gesellschaften kommen, die vom Clan- und Sippen-Ordnungen beherrscht werden.

Religion ist in ihrem Kern ritualisierte Angstbewältigung. Im Islam ist das noch weit stärker ausgeprägt als im Christentum, deshalb sind christliche Rituale, auch wenn sie für die meisten Christen nur noch eine nostalgisch-sentimentale Bedeutung haben, sehr hilfreich dabei, Moslems zu helfen, sich aus dem Würgegriff des tyrannischen polit-religiösen Systems des Islam zu befreien, ohne sich verloren und unmoralisch zu fühlen.

Diese Verwandlung, die im Christentum Jahrhunderte dauerte, müssen Moslems heute innerhalb von wenigen Jahren durchlaufen. Um diesen Sprung allein zu schaffen, muss man aus einem ganz besonderen Holz geschnitzt sein – so wie Ayaan Hirsi Ali. Wer lange Zeit gefesselt in einem finsteren Kerker gefangen gehalten wurde, der kann, wenn man ihm die Fesseln löst und ihn ins Tageslicht bringt, keinen Freudentanz aufführen, er wird vielmehr zunächst geblendet herumtorkeln, gequält von den Schmerzen, die das Blut beim Hineinströmen in die fast abgestorbenen Glieder hervorruft. Die Freude über die Freiheit kommt erst langsam. Und wenn die Freiheit keine wiedergewonnene, sondern eine zum ersten Mal erfahrene ist, wird die Angst vor der Freiheit, die auch Verantwortung und eigenes Urteilen und Entscheiden bedeutet, dominieren. Freiheit muss gelernt werden!

Hirsi Ali hat ausführlich beschrieben, was das im Alltag bedeutet – vom Tragen einer Hose, das wundersamerweise nicht dazu führt, dass einen der Zorn Gottes in Form eines Blitzes trifft, bis hin zum Verständnis, wie ein Ratenkredit funktioniert. Dabei kann das gezähmte säkularisierte Christentum helfen, denn christliche Gemeinschaften können das Gefühl von Gruppenzugehörigkeit und -wärme bieten und so den sich befreienden Moslems in einer kritischen Übergangszeit Halt und Orientierung geben, bis sie irgendwann so weit sind, dass sie ihre Flügel selbst entfalten und ohne Angst aus eigener Kraft frei fliegen können.

Dann sind sie jenseits aller Glaubenssysteme, die von einer lebensfeindlichen Todesbesessenheit durchdrungen sind und die Menschen mit einem ständigen Memento mori knechten. Dagegen ist das Leben, das von diesen Glaubenssystemen verdammt wird, frei von der Angst vor dem Tod, so wie es Spinoza schon 1675 in seiner „Ethik“ formuliert hat: „Der freie Mensch denkt an nichts weniger als an den Tod, und seine Weisheit ist nicht eine Betrachtung des Todes, sondern des Lebens“.

(Foto oben: Papst Johannes Paul II. küsst 1999 den Koran)




Verwestlichte Tochter „aus Versehen“ getötet

NoorDer aus dem Irak stammende muslimische Vater Faleh Hassan Almaleki hat seine 20-jährige Tochter Noor (Foto) im Oktober 2009 mit seinem Jeep angefahren, weil er wütend war und sie zu „verwestlicht“ gewesen sei. Nach zwei Wochen im Koma starb Noor. Jetzt steht der Vater in Phoenix, Arizona, wegen Ehrenmordes vor Gericht, ist sich aber keinerlei Schuld bewusst: Er habe seine Tochte „versehentlich“ überfahren, meint er.

Dies, obwohl es Zeugen dafür gibt, dass er seinen Wagen direkt auf seine Tochter richtete und beschleunigte, bevor er sie direkt traf. Schon vor dem „Unfall“ hatte Almaleki Streit mit seiner Tochter wegen ihrer „verwestlichten“ Lebensführung. Die traditionell-islamische Familie Almaleki war in den 90er Jahren durch die US-Armee in die USA gekommen. Tochter Noor wollte aber als amerikanisches Mädchen leben und weigerte sich, mit 17 eine arrangierte Ehe mit einem Iraker einzugehen. Zuhause wurde sie geschlagen, darum zog Noor mit ihrem Freund zusammen und arbeitete in einem Fast-Food-Restaurant, was sie aufgab, weil ihre Eltern dort ständig auftauchten, um sie nach Hause zu holen.

Der Fall wird von einem Geschworenengericht entschieden. Ein Urteil wird erst in einigen Wochen erwartet.

(Spürnase: mousseman)




Weilheim: Dialog-Veranstaltung abgesagt

Ein Vortrag von Stuttgarts Integrationsbeauftragten Abdelmalik Hibaoui (Foto l.) gemeinsam mit dem Islambeauftragten der baden-württembergischen evangelischen Landeskirche, Heinrich Georg Rothe (r.), am heutigen Mittwoch in Weilheim wurde kurzfristig abgesagt. Laut Pfarrer Brändle sei der Grund, dass es bei Hibaoui eine Überschneidung mit einem anderen Termin gäbe. Der Islambeauftragte Rothe wollte den Vortrag dann nicht alleine halten, so dass letztendlich die ganze Veranstaltung abgesagt wurde.

(Von Werner Sigel)

„Der Islam und die freiheitliche demokratische Grundordnung – ein Widerspruch?“, war der geplante Titel im evangelischen Gemeindezentrum Egelsberg (Foto oben Mitte) in Weilheim an der Teck. Überraschend, dass der Islambeauftragte Heinrich Georg Rothe einen Ersatzvortrag nicht kurzfristig auf die Beine stellte, referierte er seine früheren Vorträge doch oft, um nicht zu sagen meist, alleine.

Abdelmalik Hibaoui, Teilnehmer der Islamkonferenz und von der Stuttgarter Zeitung noch vor knapp einem Jahr als „Brückenbauer aus der Wüste“ bezeichnet, war offenbar zu stark in die Kritik geraten. Er wurde eine Woche vorher wortwörtlich „als überzeugter Vertreter der Demokratie“ angekündigt. Der Meinungsumschwung erfolgte offenbar, nachdem mein Informationsbrief im Pfarramt aufmerksam gelesen wurde. Hibaoui hatte in einem Vortrag im Kloster Denkendorf auf die Frage einer Zuhörerin, welche Koranübersetzung er empfehlen würde, die Koranübersetzung von Henning genannt, mit der dazugehörigen Erläuterung von Murad W. Hofmann, auf welche er besonderen Wert legte. Monate später in Reutlingen sagte er bei einer Veranstaltung, dass er bei seiner Tätigkeit als Dozent an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, wo er die zukünftigen islamischen Religionslehrer ausbildet, ebenfalls mit Hofmanns Koranerläuterung arbeitet. Murad W. Hofmann hatte den Henning-Koran zeitgemäß übersetzt, wurde doch die Henning-Übersetzung als altertümlich empfunden, da dort unter anderem Frauen als Weiber bezeichnet wurden. Seine Koranerläuterung dazu, welche ein Verkaufserfolg ist, empfinde ich als fachlich sehr fundiert, systematisch gut gegliedert und gut lesbar. Allerdings steht Hofmann eben auch offen zu jenen wesentlichen Teilen im Koran, die nicht grundgesetzkonform sind. So listet er unter Scharia auf Seite 79 akribisch die Versanzahl auf, die sich jeweils mit dem Familien-, Erb-, Staats-, Wirtschafts-, Finanz-, Völker- und dem Strafrecht befasst. Dann kommt der entscheidende Satz:

All die genannten Aspekte – nicht nur das Strafrecht – sind Gegenstand der Scharia. Dies steht als göttliches Recht grundsätzlich nicht zur Disposition des Gesetzgebers.

Mit solchen grundgesetzwidrigen Lehrmaterialien werden also unseren zukünftigen muslimischen Religionslehrer ausgebildet. Noch weiter geht Hofmann in seinem Buch „Der Islam als Alternative“, wo er zur Rettung einer im Bestand gefährdeten Ehe religiös das Schlagen der Frau rechtfertigt, und zwar mit einem Handtuch oder einem Fächer.

Ferner befürwortet und rechtfertigt Hofmann religiös, dass Schwestern nur die Hälfte wie deren Brüder erben, auch dass vor Gericht die Zeugenaussage einer Frau nur halb soviel Gewicht hat wie die eines Mannes, da, so Hofmann, „nach Überzeugung islamischer Juristen Frauen an bestimmten Tagen möglicherweise weniger zuverlässig wahrnehmen können“.

Hofmann befürwortet auch Zwangsheirat mit der religiösen Begründung, dass eine jungfräuliche muslimische Frau ihre Zustimmung zur Ehe stillschweigend geben kann, mit Rücksichtnahme auf ihre Scheu und Scham. Meine Anmerkung: Hier tritt er für das muslimische Prinzip des Wali, also Heiratsvormund, ein. Diese Vormundschaft ist grundgesetzwidrig.

Diese Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen. Ich möchte jedoch auf die Literaturauswahl zurückkommen, die Hibaoui in der PH Ludwigsburg empfiehlt. Da ist auch der berüchtigte Amir Zaidan vorhanden, der die berüchtigte Kamel-Fatwa geschrieben hat.

Hibaouis nächster Auftritt steht schon diesen Freitag in Nürtingen an:

„Gelebte Religiosität in einer modernen Gesellschaft – Islamunterricht an deutschen Schulen“

lautet der Titel.




Prozessauftakt gegen Steinewerfer auf Juden

Dass der Antisemitismus unter den Muslimen weit verbreitet ist, ist für PI-Leser nichts Neues. Ein besonders trauriger Höhepunkt des islamischen Antisemitismus waren die Steinwürfe auf eine jüdische Tanzgruppe im Juli 2010 in Hannover (PI berichtete), die von bis zu 30 Kindern und Jugendlichen islamischer Herkunft ausgeführt wurden.

Bis heute konnte die deutsche Justiz fünf Täter ausmachen, dennoch muss sich nur einer von ihnen vor dem Jugendgericht Hannover verantworten. Abgesehen von den Steinwürfen werden dem 15-jährigen Angeklagten auch Diebstahl, räuberische Erpressung und Hehlerei zur Last gelegt. Seine Mittäter, die fast alle arabischer Herkunft sind, können aufgrund ihres Alters oder wegen Behinderung nicht belangt werden. Dem Angeklagten, dem vom Gerichtssprecher kein antisemitisches Motiv zur Tatausübung unterstellt wird, drohen nach dem Jugendstrafrecht erzieherische Maßnahmen.

Die taz berichtete am 25.01.2011:

Vor dem Jugendgericht Hannover hat am Dienstag der Prozess gegen einen 15-Jährigen begonnen, der im vergangenen Sommer einen Stein auf eine jüdische Tanzgruppe geworfen haben soll. Ihm wird gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Der Angeklagte habe in dem unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführten Verfahren gleich am ersten Tag ein Teilgeständnis abgelegt, sagte ein Gerichtssprecher.

Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte zusammen mit acht anderen Jugendlichen im Juni 2010 Kieselsteine auf eine Tanzgruppe geworfen und dabei eine Tänzerin am Bein verletzt haben. Vier Steine trafen ihr Ziel, einen davon soll der Angeklagte geworfen haben. Auch antisemitische Parolen sollen gerufen worden sein. Jemand habe durch ein Megafon „Juden raus!“ skandiert, berichteten Zeugen. Die Tanzgruppe der Liberalen Jüdischen Gemeinde brach ihren Auftritt auf dem Kulturfest in Hannover daraufhin ab.

Die Tat hatte damals eine Debatte über Antisemitismus insbesondere unter Jugendlichen mit arabischem Hintergrund ausgelöst. Zwar haben fast alle der mutmaßlichen Mittäter des Angeklagten tatsächlich einen arabischen Migrationshintergrund. Er selbst jedoch nicht. Ihm würden auch keine „politischen, antisemitischen oder ethnischen Motive“ unterstellt, sagte ein Gerichtssprecher. Er habe vermutlich „einfach mitgemacht“.

Die Ermittlungen gegen vier mutmaßliche Mittäter des Jugendlichen wurden unterdessen eingestellt. Drei von ihnen sind laut Ermittlungsakte Kinder und somit nicht strafmündig. Ein 19-Jähriger sei geistig behindert und deshalb nicht schuldfähig. Insgesamt sollen neun Kinder und Jugendliche an der Attacke beteiligt gewesen sein.

Der nun angeklagte 15-Jährige muss sich unabhängig davon wegen Diebstahl, räuberischer Erpressung und Hehlerei verantworten, so der Sprecher. Das Jugendgericht verhandelt diese Vorwürfe gleich mit.

Dem Angeklagten drohen erzieherische Maßnahmen, die der Richter nach dem Jugendstrafrecht anordnen kann. Die Vorsitzende des Liberal-Islamischen Bundes, Lamya Kaddor, hatte im Sommer vorgeschlagen, „dass die Täter zum Beispiel Sozialstunden in einer Synagoge ableisten.“

Der 15-Jährige bestreitet inzwischen die Steinwürfe auf die jüdische Tanzgruppe…

(Foto: Symbolbild)




Andreas Mölzer, die FPÖ, der Islam und Israel

Andreas Mölzer in Yad VashemAnfang Dezember fand eine gemeinsame Israel-Reise einiger europäischer Parteien statt, auf der neben FPÖ-Chef HC Strache seitens der österreichischen Delegation auch Andreas Mölzer (Foto) mit von der Partie war. Die dabei getroffenen Aussagen, das gezeigte Verhalten und die von Strache unterzeichnete „Jerusalemer Erklärung“ scheint für erhebliche Irritationen in den Reihen der eigenen Partei und dem nahen und fernen Sympathisantenkreis geführt zu haben.

Die Jerusalemer Erklärung enthielt unter anderem folgende Passage:

[…]
Nachdem die totalitären Systeme des 20. Jahrhunderts überwunden wurden, sieht sich die Menschheit gegenwärtig einer neuen weltweiten totalitären Bedrohung ausgesetzt: dem fundamentalistischen Islam. Wir betrachten uns als Teil des weltweiten Kampfes der Verteidiger von Demokratie und Menschenrechten gegenüber allen totalitären Systemen und deren Helfershelfern. Damit stehen wir an vorderster Front des Kampfes für die westlich-demokratische Wertegemeinschaft.

Dabei lehnen wir jenen kulturellen Relativismus ab, der unter dem Vorwand der Achtung fremder Kulturen und Traditionen toleriert, dass Menschen, insbesondere nicht-islamische Minderheiten, in Teilen des muslimischen Kulturkreises in ihrem Recht auf Freiheit, Gleichheit und Mitbestimmung eingeschränkt werden. Dies gilt für alle Teile der Welt, selbstverständlich in erster Linie auch für Europa, da die Menschenrechte universell und geografisch unteilbar sind.
[…]
Israel als einzige wirkliche Demokratie im Nahen Osten ist uns wichtiger Ansprechpartner in dieser bewegten Weltregion. Eine Region, die sich in den letzten Jahrzehnten immer wieder mit Extremismus und Terror auseinander setzen musste. Ohne jede Einschränkung bekennen wir uns zum Existenzrecht des Staates Israel innerhalb sicherer und völkerrechtlich anerkannter Grenzen. Ebenso ist das Recht Israels auf Selbstverteidigung gegenüber allen Aggressionen, insbesondere gegenüber islamischem Terror, zu akzeptieren. Wir glauben, dass dies bei gleichzeitigem Respekt gegenüber den Menschenrechten und auch den politischen Rechten der arabischen Bevölkerung möglich sein muss.*
[…]
*Anhang DIE FREIHEIT: Gegen diesen Satz hegt DIE FREIHEIT Vorbehalte und ersetzt ihn durch folgenden Satz: Die Anerkennung der Menschenrechte – auch die der arabischen Bevölkerung – muss selbstverständlich sein.

Mölzer und Strache haben nach ihrer Rückkehr nach Österreich wohl festgestellt, dass sie mit ihrer Reise an die Frontlinie Israel (Strache im PI-Interview ab ca. 8:20 min) einen nicht unerheblichen Teil in der eigenen Partei überfordert haben.

Die Reaktion von Altermedia Deutschland (Naziforum in deutscher Sprache) auf Straches „Jerusalemer Erklärung“ vom 7.12.2010 könnte ein zarter Hinweis für das „Denken“ innerhalb dieser Fraktion sein:

Allem Wortgeklingel dieser Erklärung [Jerusalemer Erklärung – PI] zum Trotz, macht dieses Statement deutlich, daß sich die “Rechtsparteien”, die dieses Dokument unterzeichnet haben, zum willigen Vasallen des Staates Israel und seiner Diaspora-Sektionen gemacht haben. Es ist daher nicht verkehrt, in ihnen künftig nichts weiter zu sehen, als eine Art Fünfter Kolonne im Dienste des Weltjudentums, die den vorgeblichen Islamismus lediglich als Feindbild nutzt [im Original kein Fettdruck – PI], um jegliche Opposition gegen seine Interessen zu bekämpfen.

Kennern der politischen Materie war dies eigentlich schon vorher klar, doch kann man die obige Erklärung wohl als endgültiges Outing besagter Parteien für die Allgemeinheit verstehen, nach der nunmehr kein, in verschiedenen Kreisen noch gängiger wohlwollender, absichtlich mißverstehender Zweifel an ihrem eigentlichen Wesen übrig ist.

Und so sieht sich die Parteispitze anscheinend gezwungen, zur Beruhigung der innerparteilichen Widersacher von Straches geäußerten islamkritischen und pro-demokratischen/pro-israelischen Positionen und von unbedeutenden Handlungen, wie das Tragen einer jüdisch-religiös vorgeschriebenen Kopfbedeckung durch Strache wie üblich bei allen Besuchern der Klagemauer, wieder abzurücken.

Vor allem ist es bedauerlich, dass die FPÖ-Führung und insbesondere Heinz-Christian Strache es aufgrund des Widerstandes innerhalb der Partei nicht vermögen, gewisse Ressentiments gegenüber Israel abzubauen. Strache und die Parteiführung insgesamt haben unterschätzt, wie heftig die Debatte innerhalb der FPÖ werden würde. Ihm persönlich kann man glauben, dass er offen auf Israel zugehen und sich einer innerparteilichen Debatte stellen wollte. Doch er selbst und manche seiner Parteifreunde haben die Stimmung innerhalb der Partei augenscheinlich verkannt, zumindest aber unterschätzt. Ob Strache bei der so erzwungenen Distanzierung von Israel und pro-israelischen Positionen nach seiner Rückkehr immer so eine glückliche Figur machte, ist an anderer Stelle zu beurteilen.

Zunächst ist einmal die Reaktion Andreas Mölzers nach der Rückkehr interessant. So gibt er dem österreichischen Nachrichtenmagazin Profil ein Interview, in dem er erklärt, die FPÖ habe sich immer „deklaratorisch vom Antisemitismus distanziert“. Auf die Frage, ob die FPÖ von ihrer in Mölzers eigener Wochenzeitung „Zur Zeit“ dargelegte Position, laut der von Israel ein „talmudischer Vernichtungswahn“ ausgehe, abrücke, meint der Vordenker der Partei, es gäbe im Falle Israels einen „Ansatz von Staatsterrorismus“. Dies zu sagen sei kein Antisemitismus. Ebenfalls wichtig ist dem „Geschichtsbuch der Partei“ die Behauptung, dass es für die Israelis zwar psychisch belastend sei, wenn sie innerhalb von Sekunden spielende Kinder von der Straße holen und in Bunker müssten, um sie vor Raketenangriffen zu schützen. Aber für die Palästinenser sei es noch viel brutaler, weil ein israelischer Luftangriff viel mehr Menschen tötet. Die Unterscheidung, dass die eine Seite gezielt Zivilisten ermordet, zumindest deren Tod aber in Kauf nimmt und voller Stolz ihre eigenen Kinder in den Tod schickt, während die israelische Seite beim Kampf gegen diejenigen, die Mölzer wohl sonst „dschihadistische Islamisten“ nennen würde, jeden Schaden von Unbeteiligten zu vermeiden sucht, ist Mölzer wohl nicht möglich.

Auch an anderer Stelle springt der Europaparlamentarier zu kurz. In seiner eigenen oben erwähnten Zeitung http://www.zurzeit.at/ „Zur Zeit“ erregt er sich über einen freundlicherweise dort abgedruckten Artikel von PI und die mitgereisten „Herrschaften“ dieses Blogs, die angeblich zum Beispiel die Palästinenser samt und sonders in die Wüste treiben wollten:

Mölzer-Artikel in der Wochenzeitung 'Zur Zeit'

Zwar bleibt er seinen Lesern schuldig, woraus er dies entnimmt, aber darauf wird es denen wohl nicht ankommen. Wichtiger ist allerdings der vom Parteiintellektuellen nicht gesehene Zusammenhang von Ursache und Wirkung zwischen Islam und Massenzuwanderung.

Ja zum Islam, aber ned daham

Nachdem Mölzer erst einmal seinen Lesern die Zwangslage vor Ort erklärt, die einem das Anlegen der Kippa an der Klagemauer auferlegt, postuliert er, wie sehr Österreichs Freiheitliche gegen die Islamisierung Europas und die Massenzuwanderung kämpften, aber den Islam als eine der großen Weltreligionen respektierten.

Es überfordert offensichtlich den Ausarbeiter tiefschürfender Grundsatzpapiere der Partei, die mit „Daham statt Islam“ für sich wirbt, zu erkennen, in welchem Ausmaß der Islam in den Herkunftsländern die Massenzuwanderung erst verursacht. Sollte es dem Hobby-Historiker entgangen sein, wie die Unterdrückung der Menschen durch den Islam die Lebensumstände in den Heimatländern beeinflusst? Man wird nur mit einer gehörigen Portion Ignoranz zu übersehen in der Lage sein, wie sehr die wirtschaftlichen Verhältnisse in den islamischen Ländern zum einen auf die Religion bzw. auf die durch sie transportierte archaische Lebensweise nicht zuletzt des absoluten Vorbilds Mohammed zurückgehen und zum anderen im Ergebnis zu der von Mölzer beklagten Massenzuwanderung nach Europa führen. Man muss auch nicht unbedingt Max Weber gelesen haben, um den Zusammenhang zwischen der religiösen Ausrichtung und dem ökonomischem Erfolg zu erkennen. Ein Blick auf die islamische Welt legt die Zusammenhänge nahe.

Die FPÖ sollte als Partei für sich einmal die Frage beantworten, in welchem Fall weniger Menschen z.B. aus Tunesien nach Europa auswandern. Wann ist die von Mölzer beklagte Massenzuwanderung nach Europa wahrscheinlicher? Wenn die säkularen Kräfte oder die religiösen Kräfte dauerhaft die Oberhand gewinnen? Wer an der Seite der Menschen in Tunesien ist, der hofft auf eine sich verfestigende Befreiung und, dass nicht der Islam das Leben noch enger in dem nordafrikanischen Land gestaltet, als es bisher ohnehin schon der Fall war. Aber in diesem Fall blieb ja immer noch, sich auf den „Respekt vor der großen Weltreligion“ zurückzuziehen.

Oder sollte Mölzer im Islam einen Verbündeten erkennen, der ihm solange angenehm ist, wie er nicht in der eigenen Umgebung seine Wirkung entfaltet? Sollte man diese Frage bejahen, stellte sich die Frage nach dem gemeinsamen Feind wohl kaum.

Mölzer findet daher den Islam eine wunderbare Sache, wenn er denn nicht in Österreich stattfindet. Während Strache im PI-Interview Israel noch zur Frontlinie im Clash of Civilizations erklärt, meint Mölzer augenscheinlich, der Islam werde um das neutrale(!) Österreich einen Bogen machen, wenn man ihn vor allem im Ausland als eine Weltreligion „respektiert“ und die Probleme mit ihm zu Fehlentwicklungen durch „Islamismus“ erklärt. Aber vielleicht glaubt er, der Islam wird Österreich als einziges Land auf dem alten Kontinent verschonen oder dass das „Spielen“ mit dem sich in Europa noch in der Minderheit befindlichen Islam wie das Kuscheln mit einem süßen Tigerbaby ist. Aber was spricht für diese Annahme, insbesondere dafür, dass das Tigerkätzchen nicht bald zu einem gefährlichen Raubtier heranwächst und seine „neutralen“ Spielkameraden zerfleischt?