Es wird Geschichte geschrieben!

Das Jahr 2011 beginnt mit einem weltpolitischen Paukenschlag: die Proteste in Tunesien sind auf das größte Land der arabischen Welt übergeschwappt. So außergewöhnlich und unerwartet die Ereignisse einerseits sind, so unabsehbar ist jedoch, zu welchem Ergebnis sie führen werden. Sicher ist nur: es wird Geschichte geschrieben. So oder so.

(Kommentar zur Lage in Ägypten von Frank Furter)

Wer hätte das vor nicht allzu langer Zeit für möglich gehalten? Nachdem in Tunesien die Menschen für mehr Freiheit, Gerechtigkeit und Wohlstand demonstrierten, ist diese Bewegung nun auch auf Ägypten übergeschwappt. Proteste sind in der arabischen Welt nichts neues. Im Gegenteil. Ungewohnt ist jedoch, dass keine amerikanischen oder israelischen Flaggen brennen. Auch hasserfüllte „Allahu-Akbar“ Rufe sind kaum zu hören.

Das Außergewöhnliche ist, dass die Proteste nicht dem verhassten Westen gelten, sondern den wahren Feinden der ägyptischen Bevölkerung: ihrer eigenen Regierung unter Staatspräsident Muhammad Husni Mubarak. Der hält sich seit Jahrzehnten mit Notstandsgesetzen an der Macht. Von Demokratie kann, wie überhaupt in der arabischen Welt, keine Rede sein.

Ob es überhaupt Demokratie ist, wonach die Demonstranten streben, mag fraglich sein. Ein Blick in die Vororte Kairos und Alexandrias erklärt jedoch, worum es den Menschen mindestens geht: um mehr Lebensqualität und Wohlstand. Den wiederum lassen Systeme wie die ägyptische Militärregierung kaum zu. Vielmehr wird beinahe jeder Dollar, der von wo-auch-immer ins Land getragen wird, innerhalb der Herrscherklicke umverteilt. Der Islam kommt diesem System zugute, er wirkt wie Marx’ berühmtes „Opium fürs Volk“ und gibt den patriarchalischen Machtstrukturen in muslimischen Ländern ihre moralische Legitimität.

Das Aufbegehren der Menschen – wenn es auch vornehmlich im Streben nach mehr Wohlstand begründet ist – kann also durchaus als Zeichen einer Entwicklung gewertet werden, die in der arabischen Welt längst überfällig ist: Aufklärung nämlich, und Emanzipation von dem archaischen Gesellschaftstyp, der mit dem Islam notwendigerweise einher geht. Denn breitverteilter Wohlstand, Freiheit und Selbstbestimmung scheinen in einer Gesellschaft undenkbar, zumindest so lange sie ihre Moral aus jenem Islam bezieht, der an der Kairoer Universität gelehrt wird.

Kein Wunder also, dass die Islamisten, von denen es in Ägypten weit mehr gibt, als dieser Tage ersichtlich, mit dieser Form des Protestes scheinbar nicht allzuviel anfangen können. Ihnen sind die Ziele der Demonstranten befremdlich, wenngleich sie der Hass auf die Regierung einen müsste. Doch Seit an Seit mit Freiheitskämpfern werden sich die Islamisten nicht aufs Schlachtfeld begeben. Mutmaßlich sehen sie die Zeit auf ihrer Seite. Denn sollten die Proteste zu demokratischen Wahlen führen, wäre das auch für sie die Chance, die Macht im Land zu übernehmen. Diejenigen unter den Ägyptern, die nun für Freiheit und Wohlstand demonstrieren, könnten also am Ende gar vom Regen in die Traufe kommen. Für Lobgesang ist es somit noch zu früh.

Ähnlich schwierig wie für die Islamisten ist die Lage auch für westliche Machtpolitiker. Sie haben Mubarak und sein System jahrzehntelang gestützt, allen voran die Amerikaner. Im Zentrum ihres Interesses stand und steht vornehmlich die geostrategische Bedeutung des Landes am Nil. Wer Ägypten kontrolliert, kontrolliert den Suez Kanal. Ein islamischer Gottesstaat, durch den diese Lebensader der Weltwirtschaft fließt, und der zudem an den Gazastreifen und Israel grenzt, käme einer sicherheitspolitischen Katastrophe gleich.

Darüber hinaus sitzt der Westen in seiner selbsterschaffenen Glaubwürdigkeitsfalle: denn demokratische Werte standen im Falle Ägyptens stets hinter geostrategischen Interessen zurück. Die Unterstützung für Mubarak wird so zum Boomerang. Nun, da es eine Bewegung für Freiheit und Demokratie in Ägypten gibt, sollte gerade der freie demokratische Westen keinen Einfluss üben. Denn jede Einflussnahme könnte im schlimmsten Falle gar den Islamisten in die Hände spielen. Und die wiederum sind das größte annehmbare Übel, das bedrohlich über den aktuellen Geschehnissen schwebt.

Dabei ist dem Westen seine Haltung gegenüber Mubarak und anderen arabischen Herrschern kaum vorzuwerfen. Die Geschichte – zuletzt im Fall Iraks und Afghanistans – hat bewiesen, dass streng islamische Gesellschaften nicht einfach per Anweisung demokratisierbar sind. Im Gegenteil hat gerade das den islamischen Kräften weltweit in die Hände gespielt, und ihr Wiedererstarken begründet.

So ruht die Hoffnung nun also auf den Muslimen selber, beziehungsweise auf den aufgeklärten unter ihnen. Dass es solche gibt, war und ist unbestritten. Selbst der Iran, seit Jahrzehnten unter dem Joch einer streng islamischen Diktatur gefangen, hat sich eine wohlgebildete Bürgerschaft bewahrt. Deren Kinder sind es nun, die als „Generation Facebook“ in die Geschichte eingehen könnten.

Denn was im ersten Moment leicht befremdlich klingt, macht bei genauerer Betrachtung durchaus Sinn. Das Internet hat die Welt verändert, nicht nur hierzulande. Und da es arabische Staaten nicht vermögen, den Informationsfluss in einem Maße zu kontrollieren, wie es beispielsweise die Sozialisten in China tun, könnte sich das Internet in einiger Zeit rückwirkend als die beste Waffe des Westens erweisen. Denn es hat die ungefilterte Wahrheit in die Stuben ägyptischer Studenten gebracht, und damit vielleicht die Erkenntnis genährt, dass es nicht die Amerikaner sind, oder die Juden, oder der Herrgott höchstpersönlich, die für die schlechten Lebensbedingungen im Land verantwortlich sind.

So mögen viele der Demonstranten erkannt haben, was eigentlich jeder sehen kann: Wohlstand ist auf dieser Erde nicht zufällig, sondern folgerichtig dort weitverbeitet, wo Demokratie und Freiheit einen solchen überhaupt zulassen. In der arabischen Welt jedoch steht der Islam dem gesellschaftlichen Fortschritt wie ein frühmittelalterliches Bollwerk entgegen.

Die Demonstranten haben also ihre größte Prüfung noch vor sich. Denn um ihre Ziele zu erreichen, wird es früher oder später notwendig sein, sich mit dem wahren Grund für die grassierende Armut in der arabischen Welt auseinanderzusetzen. Fakt aber ist auch, dass ein Prozess der gesellschaftlichen Aufklärung nicht in ein paar Wochen erfolgen kann. Vielmehr wird es Jahre brauchen, wenn nicht gar Jahrzehnte. Umso wichtiger also, dass dieser Prozess nunmehr vielleicht endlich beginnt, und das sogar dort, wo er notwendigerweise erfolgen muss: in der arabischen Welt selber, und aus der Unzufriedenheit der Menschen heraus.

So wird also dieser Tage Geschichte geschrieben. Der Ausgang ist freilich offen. Und so verführerisch die Vorstellung einer selbst injizierten Aufklärung der muslimischen Welt mitsamt der längst überfälligen Emanzipation von den gesellschaftlichen Fängen des Islam sein mag, so bedrohlich und beängstigend ist doch auf der anderen Seite das schlimmste denkbare Szenario: ein Gottesstaat am Nil. Sollte sich letzteres am Ende bewahrheiten, erscheint ein globaler Krieg der Kulturen langfristig kaum noch abwendbar. Letztlich hätte aber auch das sein Gutes, würde es doch vielen Träumern hierzulande endlich die Augen öffnen.

Denn irrwitzigerweise sind die Proteste in Ägypten auch ein Fingerzeig in die Mitte unserer Gesellschaft. Dort, in Kairo, wo die wichtigste Instanz der islamischen Welt ihren Sitz hat, demonstrieren die Menschen für etwas, dass wir hierzulande sukzessive zu verlieren drohen: Freiheit und Wohlstand. Das ist dann wohl „die Ironie an der Geschichte“ – im wahrsten Sinne des Wortes.




Die Kritiker der Kritiker

Dass Islamkritiker immer wieder angegriffen und ihnen zu wenig Kenntnisse des Islams angelastet werden, wird nicht neu sein. Dabei bewegen sich die Kritiker der Islamkritiker oft auf dünnem Eis. So auch der Islambeauftragte der evangelischen Landeskirche, Rainer Oechslen, der sich am 28. Januar 2011 in der Print-Ausgabe der Nürnberger Zeitung zu dem Thema äußert.

(Von Eckhardt Kiwitt, Freising, PI-München)

Unter der Überschrift „Muslime unter permanentem Rechtfertigungsdruck“ wird angekündigt, dass sich Oechslen „mit der gegenwärtig grassierenden Furcht vor dem Islam“ auseinandersetzt. Diese Ankündigung lässt hoffen, dass es zu einer differenzierten und dialektischen Auseinandersetzung Oechslens mit den Islamkritikern kommen möge.

Oechslen beginnt mit dem Hinweis, dass, sobald sich der Landesbischof zum Islam äußere, Briefe kämen, in denen er „belehrt“ und als naiv hingestellt würde, weil er nicht verstanden habe, welche Gefahr vom Islam ausgeht. Die Briefschreiber stellten sich meist als Bürger vor, die sich ihre Kenntnis des Islams im Selbststudium erarbeitet hätten.

Nun, ganz so einfach ist es wohl nicht, Herr Oechslen, denn wir beobachten z.B. auch, was in islamischen Staaten und Gesellschaften vor sich geht und was über die Verhältnisse in muslimischen Familien hierzulande leider immer wieder berichtet wird. Stichworte Ehrenmorde und Zwangsheiraten, die in muslimischen Familien erstaunlich häufig vorkommen. Außerdem stellt sich die Frage, über welche „Kenntnis des Islams“ die ca. 1,5 Milliarden Muslimen weltweit verfügen. Haben die alle ein Studium in Islamwissenschaften absolviert? „Wissen“ die, an was sie „glauben“?

Diese Briefschreiber, so Oechslen weiter, seien besorgt angesichts der „political correctness“, die „eine echte Auseinandersetzung mit dem Islam angeblich nicht gestattet“. Deshalb tauschten sich die Islamkritiker im Internetforum „Politically Incorrect“ aus.

Schön, dass Oechslen hier offenbar mitliest. Vielleicht liest er auch diesen Gastbeitrag bis zum Ende und lernt etwas für ihn ganz Neues.

Nun unterstellt Oechslen PI allerdings, die Einträge dort seien teils rassistisch, teils gehässig und erfüllten in manchen Fällen die Definition von § 130 StGB (Volksverhetzung). Welche „Einträge“ er konkret meint, erwähnt Oechslen leider nicht. Es mag sich um „Einträge“ im Kommentarbereich handeln, die manchmal in der Tat mehr als grenzwertig sind, die jedoch nicht von PI-Autoren stammen, sondern anonym abgegeben und, sofern angesichts der täglichen Fülle an Kommentaren entdeckt, auch gelöscht werden. Denn PI will – nach dem Selbstverständnis seiner Macher und seiner Autoren – keine Dreckschleuder sein, sondern ein seriöses Medium. Es kann also nicht ausgeschlossen werden, dass so mancher „rassistische“ Kommentator von der Gegenseite stammt und sich sehr abfällig äußert, um PI gezielt zu diskreditieren.

Im nächsten Punkt kommt Oechslen auf die Taqiyya zu sprechen; seine Ausführungen hierzu müssen nicht näher betrachtet werden, weil uninteressant.

Darauf folgt Oechslens Aussage: „Die Kritiker glauben, sie kennten das Wesen, die ‚Essenz’ des Islams“, würden sich nur solche Koranverse oder Zitate aus den Hadithsammlungen herauspicken, die ein möglichst abschreckendes Bild des Islams ergeben. Dies sei gerade so, als würde man einige der derben Tischreden Luthers zitieren, um daraus ein Bild der lutherischen Lehre zu zeichnen.

Hier übersieht Oechslen geflissentlich, dass die Lehren Luthers wie das Christentum insgesamt dank der Europäischen Aufklärung gezügelt, die Macht der Kirchen massiv eingeschränkt und dem säkularen, freiheitlichen und demokratischen Rechtsstaat untergeordnet wurden. Etwas, das mit der Europäischen Aufklärung verglichen werden könnte, hat es bislang in keinem islamischen Staat, in keiner islamischen Gesellschaft gegeben; im Gegenteil wurden alle Autoritäten, die in islamischen Staaten einen Versuch der Aufklärung des Islams vorschlugen, ausnahmslos kaltgestellt oder gar ermordet.

In seinem nächsten Punkt kommt Oechslen auf den Weltbeherrschungsanspruch des Islams zu sprechen und offenbart erstaunlich wenig Sachkenntnis, wenn er schreibt: „Ein weiteres Argument, das immer wieder in ‚islamkritischen’ Zuschriften auftaucht, heißt: ‚Der Islam strebt nach der Weltherrschaft’.“
Hat Oechslen den Koran nicht gelesen? Darin ist dieser Weltbeherrschungsanspruch unmissverständlich und in einer – gelinde gesagt „wenig allegorischen“ – Weise manifestiert:

Z.B. in Sure 2 Vers 115:

Und Allah gehört der Osten und der Westen; wo immer ihr euch also hinwendet, dort ist das Antlitz Allahs. Wahrlich, Allah ist Allumfassend, Allwissend.

Oder in Sure 8 Vers 39:

Und kämpft gegen sie, damit keine Verführung mehr stattfinden kann und (kämpft,) bis sämtliche Verehrung auf Allah allein gerichtet ist. Stehen sie jedoch (vom Unglauben) ab, dann, wahrlich, sieht Allah sehr wohl, was sie tun.

Ebenso in Sure 9 Vers 20:

Diejenigen, die glauben und auswandern und mit ihrem Gut und ihrem Blut für Allahs Sache kämpfen, nehmen den höchsten Rang bei Allah ein; und sie sind es, die gewinnen werden.

Und in Sure 13 Vers 15:

Wer immer in den Himmeln und auf der Erde ist, wirft sich vor Allah in Anbetung nieder, willig oder widerwillig, und (ebenfalls tun dies) ihre Schatten am Morgen und am Abend.

In seinen näheren Ausführungen zum Weltbeherrschungsanspruch des Islams erwähnt Oechslen zwar das Unterlegenheitsgefühl der islamischen Welt gegenüber „dem Westen“, fragt aber nicht nach den Ursachen dieser faktisch gegebenen Unterlegenheit. Oechslen fragt nicht danach, warum es in der islamischen Welt seit Jahrhunderten eine eklatante Stagnation in Wissenschaft, Kunst, Forschung usw. gibt, fragt nicht, warum aus der islamischen Welt bislang nur sehr sehr wenige – an weniger als zehn Fingern zu zählende – Nobelpreisträger hervorgegangen sind.

Zum Abschluss seiner Ausführungen über die Islamkritiker wirft Oechslen den Repräsentanten des Staates (ohne zu erklären, welche Repräsentanten welchen Staates er meint) vor, sie glaubten, diese Islamkritik ignorieren zu können oder sie gelegentlich gar populistisch zu nutzen. Es breite sich aber auch unter Muslimen ein „Zweifel am Sinn des interreligiösen Dialogs“ aus.

Das ist nun sehr interessant:

Oechslen schreibt zwar vom Zweifel der Muslime am Sinn des interreligiösen Dialogs, fragt jedoch nicht, warum sie daran zweifeln, fragt auch nicht, warum solche „Dialoge“ häufig scheitern, und warum es einen solchen „Dialog“ nur zwischen Muslimen und der deutschen Mehrheitsgesellschaft gibt, nicht jedoch zwischen der Mehrheitsgesellschaft und den Angehörigen anderer Religionen oder anderer Gruppen von Einwanderern. Auch fragt er nicht danach, was dieser interreligiöse Dialog bislang an greifbaren Ergebnissen gebracht hat. Oechslen fragt nicht danach, ob Muslime oder deren Verbandsvertreter in diesen ganzen „Dialogen“ jemals den Willen und die Bereitschaft gezeigt haben, sich und ihre Mitglieder an die Werte unseres aufgeklärten, freiheitlichen und demokratischen Rechtsstaats heranzuführen statt nur Forderungen im Sinne und im Interesse des Islams und seiner frühmittelalterlichen Rechtslehre zu stellen (Stichworte „Badetage nur für Muslimas, Mittagessen in Kindertagesstätten oder Schulen für alle gemäß den islamischen Vorschriften ohne Schweinefleisch – Juden würden so etwas Absurdes niemals fordern).

Mein Schlusswort als bekennender Atheist an Rainer Oechslen:

Herr Oechslen, verbringen Sie bitte mal einen mehrwöchigen Urlaub z.B. in Saudi-Arabien oder auf den Malediven. Nehmen Sie eine Bibel mit, damit Sie täglich was zum Lesen haben, und tragen Sie eine Halskette mit einem christlichen Kreuz oder eine Anstecknadel mit einem christlichen Symbol, damit Sie dort Ihren Glauben öffentlich bekunden. Ich wünsche Ihnen so manche praktische Erkenntnisse und Erfahrungen sowie ganz viel Erfolg bei „Dialog“-Veranstaltungen, die Sie bitte in Ländern abhalten sollten, in denen der Islam Staatsreligion ist.

» rainer.oechslen@elkb.de




ABN-Talk: Robert Spencer vs. Moustafa Zayed

ABN-Talk: Robert Spencer vs. Moustafa ZayedDie islamkritische Szene erwartet heute, am 28. Januar 20:00 Michigan-USA-Zeit. (Ortszeit in Deutschland, Samstag, den 29. Januar 02:00) wieder ein absolutes Highlight. Robert Spencer, Buchautor und Herausgeber des Internet-Blogs „Jihad Watch“, wird in der ABN-Talkshow „Debate Night“ mit dem Imam und Buchautor Moustafa Zayed debattieren.

Hier ein Trailer:

Die Debatte kann via Livestream hier verfolgt werden. Das ist eine Fortsetzung der Diskussion von Spencer und Zayed die im Dezember letzten Jahres auf ABN gesendet wurde, PI berichtete darüber.

Hier kann man sich die gesamte Talkshow mit deutschen Untertiteln anschauen:

Teil 1:

Teil 2Teil 3Teil 4Teil 5Teil 6Teil 7 (mit Erwähnung von PI bei 4:12 min)

Robert Spencer hatte in dieser Sendung den Imam Zayed und dessen Lügen und persönliche Angriffe bloßgestellt. Zayed ließ der Sendung verlauten, dass er nicht genug Zeit hatte seine Punkte vorzutragen und daher eine klassische Debatte, bei dem jedem Sprecher die gleiche Zeit zur Verfügung steht, fordere.

ABN ist dieser Forderung nachgekommen und heute bzw. Samstag früh um 2 Uhr unserer Zeit kann jeder für sich selbst entscheiden, wer nun recht hat – die islamkritische Seite vertreten durch Robert Spencer, die pro-islamische Seite vertreten durch Moustafa Zayed.

Viele werden sich fragen, seit wann im Fernsehen offen über den Islam diskutiert werden kann, denn normalerweise stellen die Medien den Islam als „Religion des Friedens“ dar, und alle Kritiker werden als Rassisten und Islamophobe bezeichnet. Doch erfreulicherweise gibt es mit ABN endlich einen TV-Sender, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Menschen im Westen über die Gefahren des Islams aufzuklären. ABN (Aramaic Broadcasting Network) ist ein unabhängiger christlicher TV-Sender, der in Arabisch, Aramäisch und Englisch sendet und sich durch Spenden von Zuschauern finanziert. Zurzeit erreicht der TV-Sender ca. zehn Millionen US-Haushalte und ca. zwei Millionen weitere Haushalte via Internet-Livestreaming. 50 Prozent des TV-Programms sollen aus Livesendungen mit der Möglichkeit der Zuschauerbeteiligung bestehen, so soll eine starke Bindung zwischen Programmgestaltern und Zuschauern erreicht werden.

Zu den Zielen des Senders erklärt dessen Präsident, Dr. Bassim Gorial: “Die Mainstream-Medien verschweigen die Wahrheit über den Islam, die Gründe hierfür sind Angst, Ignoranz und Political Correctness… Wir glauben, dass der Islam im Kern darauf abzielt, als Religion und als Staatsform die Welt zu beherrschen. Das Medium TV ist ein kraftvolles Werkzeug, die Wahrheit darüber klar und deutlich zu verbreiten.“

Aus diesem Grund will ABN dieses Jahr (2011) einen neuen englischsprachigen Sender via Hot-Bird-Satellit auch nach Europa, Nordafrika und in den Nahen Osten ausstrahlen, dessen Sendungen so gelegt werden, dass die Zuschauer in Europa und im Nahen Osten wegen der Zeitverschiebung nicht bis spät nachts aufbleiben müssen. Wer keine Satellitenschüssel hat, kann ABN und auch den neuen englischsprachigen Sender per Internet-Livestream anschauen.

www.abnsat.com

(Bärchen / PI-Gruppe Berlin)




OB Ude bestätigt Moscheebaupläne am Stachus

Christian UdeDer Münchner Oberbürgerneister Ude hat heute im Bayerischen Fernsehen die Moscheebaupläne am Stachus im Zentrum von München bestätigt (PI berichtete). Ude befürwortete den Plan, macht ihn lediglich vom Finanzierungsnachweis abhängig.

Ude:

„Natürlich würde aber ein innerstädtischer Standort, der in die Wohnbebauung eingebunden ist, der verkehrsgünstig gelegen ist, mehr hermachen, als irgendein randständiges Gewerbegebiet und wäre auch würdiger und angemessener. Deswegen schließen wir eine zentrale Lage nicht aus.“

Auch Imam Idriz kommt in dem BR-Beitrag zu Wort:




Taliban steinigen ein Liebespaar

Hinrichtung AfghanistanIn der nähe der afghanischen Stadt Kunduz haben Taliban bereits im August 2010 ein junges Pärchen gesteinigt, weil die beiden sich liebten, ohne verheiratet zu sein. Man versprach dem Paar, nicht nach der Scharia verurteilt zu werden, was eine Falle war. Jetzt sind schockierende Videoaufnahmen von der Hinrichtung aufgetaucht.

Die in eine Burka eingesperrte und in den Boden eingegrabene 25-jährige Frau versucht vergeblich, sich zu retten und leidet minutenlange Qualen unter dem Steinhagel. Als sie von einem Stein am Kopf getroffen hilflos am Boden liegt, wird die junge Frau mit drei Schüssen hingerichtet. Daraufhin trifft die Hinrichtung auch ihren Freund. Er muss sich mit gefesselten Händen auf den Boden knien, bevor die Männer des Dorfes ihn Steine mit Steinen bewerfen. Ein Wimmern ist zu hören, dann herrscht Totenstille.

Das Video zur Doppel-Hinrichtung sehen Sie hier:




Ägypten im Ausnahmezustand

Proteste in ÄgyptenNach dem Umsturz in Tunesien demonstrieren jetzt Tausende in Ägypten gegen die Regierung Mubarak. Diese hat in Reaktion darauf eine Nachrichtensperre verhängt, nur noch wenige staatliche Fernsehsender können empfangen werden. Der Diktator hat die Internetverbindungen in Kairo und anderen Gegenden unterbrechen lassen, auch SMS- und Mail-Dienste sind blockiert.

SpOn berichtet:

Die Server des Hauptanbieters in Ägypten waren nach CNN-Angaben am Morgen nicht erreichbar. Ein SPIEGEL-ONLINE-Reporter in Kairo bestätigte die Blockade.

* Textnachrichten können nicht mehr mit Blackberry-Handys versendet werden.

* Web-Seiten wie Twitter, Facebook und der E-Mail-Dienst von Google sind vollständig blockiert.

* Auch die Server für Web-Seiten der ägyptischen Regierung und der US-Botschaft in Kairo sind offenkundig lahmgelegt. …

Die ägyptischen Telekommunikationsfirmen sollen in einer Geheimsitzung beschlossen haben, im Falle einer Eskalation der Proteste nach dem Freitagsgebet alle Kommunikationskanäle zu kappen.

Mubarak ist ein Diktator, der sein Land jahrelang mit eiserner Faust regiert und jede Opposition im Keim erstickt hat, doch der ägyptische Widerstand ist auch nicht unbedingt demokratisch. Einen großen Einfluss hat die radikal-islamische Moslembruderschaft.

In der Nacht nahm die ägyptische Polizei nach Angaben eines Anwalts mindestens 20 Mitglieder der oppositionellen Muslimbruderschaft fest. Unter ihnen sollen auch fünf frühere Parlamentsabgeordnete sein. Ein Vertreter der Sicherheitsbehörden sagte, die Behörden hätten eine Razzia angeordnet. Die verbotene Organisation hatte zuvor erstmals erklärt, sich an den Protesten nach dem Freitagsgebet zu beteiligen, die die größten seit dem Amtsantritt von Mubarak im Jahre 1981 werden sollen. Die Muslimbrüder fordern unter anderem die Auflösung des Parlaments, Verfassungsänderungen und die Freilassung von Demonstranten.

Die vollkommene Kommunikationssperre verhindert nicht nur den Austausch der Oppositionellen untereinander, sondern auch, dass Nachrichten über gewaltsames Einschreiten der Regierung nach außen dringen.

Die Sicherheitskräfte sollen für Freitagmittag Gebete in den meisten Moscheen im Zentrum von Kairo sowie in größeren Moscheen im Land verboten haben, um Versammlungen von Demonstranten zu verhindern, berichtet die Website Akher al-Akhbar. …

Die Polizei will die Massendemonstration notfalls auch mit brachialer Gewalt stoppen. „Die Polizei hat klare Anweisungen erhalten, jede Demonstration zu verhindern und notfalls auch direkt auf mögliche Demonstranten zu schießen“, hieß es aus ägyptischen Sicherheitskreisen. Auf den großen Plätzen von Kairo fuhren am Vormittag gepanzerte Truppentransporter der Polizei auf. In den Nebenstraßen standen zahlreiche Polizeiwagen.

Zu befürchten sind Straßenschlachten und Bürgerkriegszustände. Ägypten könnte durch die Revolution in die Demokratie, aber genauso gut auch vom diktatorischen Regen in die fundamental-islamische Traufe kommen.

Trotz der Internet-Sperre gibt existieren einige Video-Ausschnitte aus Ägypten:




Neujahrs-SMS tötet Selbstmordattentäterin

Silvester in MoskauIn der Silvesternacht kam, wie jetzt bekannt wurde, in Moskau eine Frau ums Leben, die vermutlich zu der selben Gruppe gehörte, die auch den Anschlag auf den Moskauer Flughafen Domodedowo verübte (PI berichtete). Sie wollte möglichst viele mit in den Tod reißen. Die Behörden vermuten, die Frau hatte geplant, sich während der Silvesterfeiern mit einem Bombengürtel auf dem Roten Platz in die Luft zu sprengen.

Ein Attentat, das viele Opfer gefordert hätte. Doch dann kam alles anders: Der Mobilfunkanbieter der Frau sandte ihr zum Fest einen unverhofften Neujahrsgruß und brachte damit die Bombe vorzeitig zur Explosion. Außer der Frau selbst kam niemand ums Leben. Von einem islamischen Hintergrund des Anschlags ist auszugehen.




HC Strache per Ferndiagnose über Geert Wilders

Der Chef der österreichischen FPÖ, Heinz-Christian Strache hat sich wie berichtet auf Israel Reise begeben, um hinterher festzustellen, dass nicht alle in seiner Partei davon begeistert sind. Damit er denn offenbar innerhalb seiner Partei als furchtbar empfundene Verdacht, er sei pro-israelisch, zerstreut wird, diffamiert der österreichische Oppositionspolitiker nun diejenigen, die an der Seite Israels stehen.

Dabei bedient er sich nicht nur der „Ferndiagnose“, wie das Video zu seinen verschiedenen Aussagen zeigt:

(Foto oben: HC Strache Anfang Dezember 2010 beim Besuch der israelischen Armee – der Heiligenschein war damals noch unsichtbar)




Muslim schießt mit Flinte auf EDL-Anführer

Kevin CarrollVor wenigen Stunden gab ein 27-jähriger islamischer Dschihadist mehrere Schüsse aus einer Flinte auf das führende EDL-Mitglied Kevin Caroll ab. Die EDL erklärt gegenüber Logan’s Warning: „Mit Bedauern muss ich Ihnen diese zu erwarten gewesenen Neuigkeiten überbringen, aber heute Abend haben wir die Religion des Friedens in ihrem vollen Ruhm gesehen.“

Einer der EDL-Anführer, Kevin Carrol, wurde von Moslem-Gangs in Luton angegriffen und mehrfach beschossen. Die Details sind etwas lückenhaft, da bewaffnete Polizei das Gebiet momentan abgeriegelt hat. Kev und seine Familie sind in Sicherheit, soviel kann ich bestätigen. Weitere Infos folgen.

Video zum Vorfall in Luton:

Kevin Carroll auf BBC:

» Senior English Defence League (EDL) Activist Kevin Carroll Attacked With Sawn Off Shotgun in Luton Last Night

Update: Zu den Ereignissen existieren widersprüchliche Schilderungen. Anscheinend wurden die Schüsse in der Nähe abgefeuert, waren aber nicht direkt auf Kevin Carroll gerichtet.




Türkenpartei zur Hamburger Bürgerschaftswahl

Yasar ErdoganDer Betriebswirt und Kulturmanager Yasar Erdogan (Foto) ist ein smarter Typ, der fließend Deutsch spricht. Er war Mitglied im Deutsch-Türkischen Forum der CDU Hamburg. Dort gab es Knatsch, das heißt Erdogan und seine Leute kamen nicht so zum Zuge, wie sie es sich erträumten. Er ist zugleich Mitglied der Union Europäisch-Türkischer Demokraten, das ist nach Einschätzung der taz Hamburg „der verlängerte Arm der türkisch-konservativen Partei AKP“. Jetzt gründete er wie schon zuvor in Nordrhein-Westfalen die Partei BIG in Hamburg.

(Von Islamkritik Hamburg)

Die taz schreibt weiter:

Erdogans neue Partei schickte in Bonn mit Hülya Dogan vergangenes Jahr die erste Kopftuchträgerin in ein deutsches Parlament. Behauptungen, die BIG wäre ausschließlich eine Migrantenpartei, weist Erdogan aber zurück: „Bei uns darf jeder eintreten. Unter unseren 35 Hamburger Mitgliedern sind viele Kulturen, Nationalitäten und Religionen vertreten“, sagt er. Wobei schon hauptsächlich „Neubürger“ dabei wären, so der 50-Jährige weiter.

Die drei Buchstaben stehen für Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit. Merkwürdigerweise bedeutet BIG auch: Bündnis Islamischer Gemeinden (in Norddeutschland). Das ist eine Milli-Görüs-Dachorganisation. Und tatsächlich ist Yasar Erdogan auch ein Milli-Görüs-Mann, schließlich arbeitet er führend bei der Jugendorganisation von Milli Görüs (ijb = Islamischer Jugendbund) mit. Er ist also ein Multifunktionär der Turkislam-Lobby auf deutschem Boden.

Das Kürzel BIG ist in seiner Doppeldeutigkeit geschickt gewählt. Jeder Türke versteht bei BIG sofort, dass hier die Milli Görüs antritt, und der Deutsche denkt nur an Innovation und Gerechtigkeit. Zum Schein distanziert man sich aber voneinander. So lässt die Centrumsmoschee in der Böckmannstraße in Hamburg St. Georg (Milli Görüs) verlauten:

„Das Bündnis der Islamischen Gemeinden in Norddeutschland e.V. (kurz BIG e.V.) hat keine Zusammenarbeit und keine Zusammengehörigkeit weder personelle und rechtliche Art [Anm.: Grammatikfehler im Original] zu der Partei Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit (kurz BIG Hamburg). Auf Anfragen unserer Mitglieder und Partner möchte das Bündnis der Islamischen Gemeinden in Norddeutschland e.V. folgende Erklärung abgeben: Die Ähnlichkeit in den Kürzeln der Institution hat zu Namensverwechslungen geführt bzw. eine Zusammenarbeit oder Zusammengehörigkeit suggeriert. Das Bündnis der Islamischen Gemeinden in Norddeutschland e.V. (kurz BIG e.V.) ist eine islamische Religionsgemeinschaft und gehört keiner politischen Partei an. Das BIG e.V. ist überparteilich organisiert und neutral gegenüber den demokratischen Parteien.“

Von einem gerichtlichen Vorgehen gegen die Verwendung ihres Kürzels ist aber nichts bekannt. Wir sehen hier also dieselbe Taktik wie bei der IHH des Herrn Mustafa Yoldas, die angeblich mit der türkischen IHH, die die Marmara-Flotille organisiert hatte, nichts zu tun habe. Und die deutschen Behörden fallen nur zu gern auf diesen Trick herein.

Auch der frustrierte deutsche Nichtwähler soll den Köder BIG schnappen. So heißt es im Wahlaufruf der Partei:

Das Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit wendet sich an alle Hamburger, die sich von etablierten Parteien nicht mehr vertreten fühlen.

Bleibt zu hoffen, dass die Hamburger bei der Wahl zur Bürgerschaft am 20. Februar 2011 die Erdogan-Partei BIG als das erkennen, was sie ist – ein Trojanisches Pferd.




2030 wird jeder Vierte ein Moslem sein

Gemäß der Studie eines US-Forschungsinstituts wird die Zahl der Muslime in den nächsten 20 Jahren doppelt so schnell wachsen (jährlich um 1,5 Prozent) wie die restliche Weltbevölkerung (jährlich um 0,7 Prozent). Heute sind bereits 23 Prozent aller Menschen Muslime, 33 Prozent sind Christen. Im Jahr 2030 werden nach den Berechnungen 26,4 Prozent der Menschen islamischen Glaubens sein.

Das ist schon über ein Viertel der angestrebten 100 Prozent. Besonders stark soll der Islam in europäischen Ländern an Boden gewinnen.

Die Bild berichtet:

In Europa soll der Anteil der Muslime von heute sechs auf acht Prozent in 20 Jahren steigen, von 44,1 Millionen Einwohnern islamischen Glaubens auf dann 58,2 Millionen, so die Studie.

In einigen europäischen Ländern wird der Anteil noch stärker wachsen: In Belgien von sechs auf 10,2 Prozent, in Frankreich von 7,5 auf 10,3 Prozent. In Schweden wird sich der Anteil auf zehn Prozent verdoppeln.

In den USA dürfte der Anteil der Muslime von weniger als einem auf 1,7 Prozent steigen.

Pi berichtete bereits öfter über den unaufhaltsamen demographischen Selbstmord Europas, beispielsweise hier.




Göttingen: Jan Fleischhauer unter Linken

Göttingen: Jan Fleischhauer unter LinkenAm 17. Januar kam der Spiegel-Kolumnist Jan Fleischhauer auf Einladung des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) und der Jungen Union in die Universität Göttingen, um aus seinem Buch „Unter Linken – wie ich aus Versehen konservativ wurde“ vorzulesen. Unter dem Motto „getroffene Hunde bellen“ ließen es sich auch ein Dutzend „Basisdemokraten“ (Göttinger Sammelbegriff für „Anti“-Faschisten, Anarchisten und sonstige Linksextreme) nicht nehmen, ihre Diskussionskultur dem breiten Publikum zu präsentieren.

(Von StaderGeest)

Da das „Schafsvolk“ frühzeitig die ca. 500 Plätze des Hörsaals eingenommen hatten, blieben ihnen lediglich die „billigen Plätze“ auf der Treppe und am oberen Ausgang (siehe Videos unten). Dies tat der Stimmung jedoch keinen Abbruch. Die andauernden Beleidigungen und Störversuche konterte Jan Fleischhauer mit manch spitzer Bemerkung.

Die anderthalbstündige Veranstaltung begann mit der Lesung eines Auszugs über das Wesen der bundesdeutschen Opferindustrie. Als Fleischhauer anmerkte, dass die Betroffenen ihren Status oft selbst zu verantworten hätten, kam es zu Tumulten. Nach einem Hinweis auf die Parallelen der Jugendbewegungen vom Ende der Weimarer Republik und heute mit Verweis auf Götz Alys „Unser Kampf“ verließ der erste von der „Massendynamik“ entsetzte Langzeitstudent wutentbrannt den Saal. Jan Fleischhauer konnte dessen verbliebene Kumpanen später beruhigen, dass die ihm Wohlgesonnenen „keine neue Sturmabteilung“ bilden würden.

Als Opfergruppe, die sich zuletzt vermehrt hervortut, bezeichnete Fleischhauer die Muslime. Hieraus entwickelte sich folgender amüsanter Dialog zwischen einem Empörten und Jan Fleischhauer:

Empörter: „Was hast du für ein Problem mit Muslimen?“
J.F.: „Das kann ich dir sagen. Ich habe ein ganz massives Problem damit, dass ihre Frauen unterdrückt und Homosexuelle mit dem Tode bestraft werden.“
Empörter: „Rassist! Sie weisen damit bestimmten Ethnien negative Charaktermerkmale zu.“
J.F.: „Ich beschreibe den Zustand in autoritären Regimen, in denen Muslime die Mehrheit stellen. Ich rede nicht von allen Muslimen. […] Der einzige Moslem, mit dem du Kontakt hast, ist dein Gemüsehändler.“
Empörter: „Das ist Rassismus! Jetzt sind auch noch alle Muslime Gemüsehändler?!“
J.F.: „Ich rede von einem, von DEINEM Gemüsehändler. Da ist nichts rassistisch dran. Und dieser Gemüsehändler trägt auch noch mehr zum Sozialprodukt bei, als du es je tun wirst.“

Erfreulicherweise kam es im Verlauf der anschließenden Diskussion zu gepflegteren Dialogen und aufschlussreichen Analysen. So stellte sich heraus, dass Fleischhauer eher ein (Rechts-)Liberaler denn ein Konservativer ist, dies sich „im Buchtitel [jedoch] nicht gut gemacht“ hätte. Er sei „zunächst einmal nicht links“. Nachdem er 2005 Angela Merkel seine Stimme gab, fiel seine Wahl 2009 auf Westerwelles FDP. Neben den üblichen Enttäuschungen, die Wähler der selbsternannten Liberalen erleiden mussten, gefallen ihm die Haltungen der FDP zum Rechtsstaat (Vorratsdatenspeicherung etc.) und jene zu „Bindungen an die Familie“ und andere Institutionen nicht. Diese Bindungen machten ihn unter Anderem zu einem Konservativen. Von der Genderforschung ließe er sich nicht überzeugen.

Auch wenn diese Veranstaltung den Einen oder Anderen für gesellschaftliche Entwicklungen sensibilisiert haben dürfte, so bleiben für den politisch Unkorrekten doch zwei Wermutstropfen. Auf die neben seinem Buch auf dem Büchertisch ausgestellten Werke Thilo Sarrazins und Hans-Olaf Henkels angesprochen, sagte Jan Fleischhauer, dass er deren Analysen nicht teile. Außerdem wünsche er „keine Personen wie Geert Wilders oder Le Pen“ in der hiesigen politischen Landschaft. Die Nachfrage eines Kommilitonen, ob er den Unterschied zwischen Le Pen und Wilders sehe, beantwortete er nur zögerlich. Le Pen sei ein Antisemit und National-Chauvinist des alten Schlages. Wilders hingegen sei… [lange Pause] „kein Rechtsextremer. Aber er ist viel gefährlicher.“ Welcher Aspekt Wilders gefährlich mache und für wen dieser gefährlich sei, ließ Fleischhauer offen.

Immerhin konstatierte er, dass der meiste Antisemitismus im politischen System heutzutage von der Linkspartei ausgehe. Des Weiteren müssten die Verbrechen des Kommunismus in der öffentlichen Debatte ebenso geächtet werden wie diejenigen des Nationalsozialismus. Auch von Oskar Lafontaine, von dem er sich tags zuvor bei Anne Will aufklären lassen durfte, erwarte er eine klarere Stellungnahme zur gegenwärtigen Debatte. Alles in Allem hat diese Lesung gezeigt, dass sich viele Studenten lieber selbst eine Meinung bilden möchten, anstatt sich von nicht hilfreichen Einschätzungen über nicht gelesene oder nicht verstandene Bücher leiten zu lassen.

Videos: