Großmoschee am Münchner Stachus?

Nachdem der Bau einer Großmoschee am Gotzinger Platz in München an den finanziellen Problemen des Trägers DITIM und am Widerstand der Sendlinger Bürger scheiterte, könnte es nun für die Münchner noch viel dicker kommen: Als neuen Platz für das Islam-Zentrum „Ziem“ favorisiert der Stadtrat mit breiter Mehrheit von SPD, CSU, Grünen, FDP nun ausgerechnet einen Standort in unmittelbarer Nähe zum altehrwürdigen Karlsplatz, im Volksmund kurz „Stachus“ genannt.

Der Münchner Merkur berichtet:

Die Pläne für das Islam-Zentrum „Ziem“ werden konkret. Als wahrscheinlichster Standort gilt nach Merkur-Informationen die Herzog-Wilhelm- Straße – nahe dem Stachus. Bei der Finanzierung sehe es gut aus, betont die Stadtspitze.

Die vergangenen Monate waren keine leichten für die rotgrüne Stadtregierung. Über Jahre hatte sie den Bau einer Moschee und eines Gemeindezentrums am Gotzinger Platz gegen heftigen Widerstand unterstützt, zuletzt aber scheiterte das Vorhaben. Aus einem gänzlich profanen Grund: Dem Moscheeverein Ditim fehlte das Geld.

Dies war wohl auch der Grund, warum sich der Münchner Stadtrat mit breiter Mehrheit von SPD, CSU, Grünen, FDP und kleiner Parteien hinter Idriz’ Vorhaben gestellt hatte, in München ein Islam- Zentrum einzurichten, bestehend aus einer Moschee, einem Gemeindezentrum, einer Bibliothek, einem Museum, aber auch einer Akademie zur Ausbildung von Imamen und Religionslehrern.

Die Stadt hatte sich bereit erklärt, Idriz bei der Suche nach einem Grundstück zu unterstützen. Im Gegenzug soll der eine gesicherte Finanzierung vorlegen. Man hat aus den Fehlern gelernt. „Einen zweiten Gotzinger Platz brauche ich nicht“, betont Bürgermeister Hep Monatzeder (Grüne), der sich auf Seiten der Stadt federführend um das Vorhaben kümmert. Zwar „bewegt sich was“ bei der Finanzierungsfrage, und es könne in diesem Punkt zeitnah einen Durchbruch geben. „Über ein Grundstück kann man aber noch nicht reden“, sagt Monatzeder.

Nach Auskunft des Kommunalreferats ist die Stadt Eigentümer des Grundstücks und hat schon länger vor, die Abfahrt in die Tiefgarage zu überbauen – nun womöglich mit dem „Ziem“. Bestätigen will Monatzeder dies nicht. Welches Areal in Frage komme, hänge ja auch davon ab, wieviel Geld Idriz aufbringen könne, erklärt er.

Neben der Finanzierung sieht der Merkur aber auch noch ein weiteres Problem:

Zwar sind die Konzeptpapiere für „Ziem“ wohl kaum zu beanstanden: Idriz und seine Mitstreiter plädieren darin für einen Islam, der mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Sie wollen Imame in deutscher Sprache ausbilden, damit Moscheen nicht länger auf Geistliche aus der Türkei oder Arabien angewiesen sind. Doch das bayerische Innenministerium ist skeptisch – denn der Verfassungsschutz wirft Idriz dubiose Kontakte vor.

Unter anderem wird er beschuldigt, mehrfach mit Personen telefoniert zu haben, die dem islamisch-extremistischen Spektrum zugeordnet werden. Idriz bestreitet die Gespräche nicht – betont aber, er sei dabei nicht beeinflusst worden. Auch Stadtpolitiker wie Christian Ude (SPD) und CSU-Fraktionschef Josef Schmid widersprechen der Bewertung des Verfassungsschutzes – und unterstützen „Ziem“ weiter.

Am 3. März erscheint der neue Verfassungsschutzbericht. Es dürfte für das Projekt von größter Bedeutung sein, ob Idriz und seine Gemeinde erneut darin aufgeführt werden. Denn, so Monatzeder: „Das Projekt ist nur durchzusetzen, wenn es eine große politische Zustimmung gibt. Auch die des Landtags.“

Da braucht man kein Hellseher zu sein, um vorauszusagen, wer im neuen Verfassungsschutzbericht mit Sicherheit nicht mehr aufgeführt sein wird. Dann stünde der Stachus-Großmoschee nichts mehr im Wege – es sei denn, es entwickelt sich wieder ein großer Widerstand der Münchner Bürger wie zuvor bei den Bauvorhaben in Sendling.

Eine Umfrage in der Abendzeitung lässt zumindest erkennen, dass die Münchner alles andere als begeistert sind von einer Moschee mitten in ihrer Stadt!