Moschee-Brandstifter beim Nervenarzt, Linke still

Foto links: Ermittler tragen Kartons mit Beweismaterial, das sie in der Wohnung des Moschee-Brandstifters Manuel K. in Neukölln sichergestellt haben.Der Berliner Moscheen-Brandstifter hat inzwischen 13 Anschläge gestanden und befindet sich in nervenärztlicher Behandlung. Die Ermittler schließen ausländerfeindliche Motive aus. Es sei bislang eher davon auszugehen, dass der 30-Jährige die Taten beging, weil er nach Aufmerksamkeit suchte, sagte Polizeipräsident Glietsch im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses.

Der Täter war vor seiner Festnahme bereits durch ungewöhnliches Verhalten aufgefallen. Der Berliner Kurier berichtet:

Er peitscht sich am offenen Fenster aus, brüllt dabei lauthals. Der mutmaßliche Moscheen-Brandstifter Manuel K. (30) scheint ein durchgedrehter Psychopath zu sein. Er soll vier der insgesamt zehn Berliner Attentate verübt haben. Gestern bekam er einen Haftbefehl.

Mehrfach am Tag soll Manuel K. vor einem Spiegel am offenen Fenster seiner Wohnung im 1. Stock gestanden und sich ausgepeitscht haben. „Dabei brüllte er. Das war furchtbar“, sagt eine Nachbarin. Mieter halten ihn für völlig irre. Sie fürchten sich vor Manuel K., sind froh, dass er endlich eingesperrt ist. „Im November sah ich, wie er eine Propangas-Flasche ins Haus schleppte“, sagt Nachbar Hans-Jürgen F. „Ich alarmierte den Vermieter, es geschah nichts.

Trotzdem glauben die Leute in dem Viertel nicht, dass die Moscheen-Anschläge auf „seinem Mist gewachsen sind“. Manuel K. soll zeitweise in einem Behindertenheim gearbeitet haben, stand unter Betreuung. „Er hatte einen arabischen Freund“, sagen Nachbarn.

Ulla JelpkeNach den Anschlägen hatte es – ohne jeden Informationshintergrund – die abenteuerlichsten Mutmaßungen über die Täter gegeben. Besonders blamiert hat sich dabei Ulla Jelpke (Foto l.), innenpolitische Sprecherin der Linkspartei, die vor kurzem mit einem Grußwort an Ex-Stasi-Auslandsagenten auffiel. Jelpke schrieb am 9. Dezember 2010:

Erneuter Brandanschlag ist Folge des staatlichen Rassismus

„Ich verurteile den erneuten Brandanschlag auf ein muslimisches Kulturzentrum in Berlin. Dies ist bereits der sechste Anschlag auf muslimische Einrichtungen in Berlin innerhalb eines Jahres“, erklärt Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE. anlässlich des heutigen Brandanschlages auf ein islamisches Kulturzentrum in Berlin-Tempelhof. Es befanden sich zwei Menschen in dem Gebäude, die bei dem Anschlag zum Glück nicht verletzt wurden. Erst im November wurden auf zwei Moscheen in Neukölln Brandsätze geworfen. Jelpke weiter:

„Ich kann diese menschenverachtenden Taten nur als Folge der Hetzkampagne von Sarrazin, Seehofer und Konsorten gegen angebliche muslimische Integrationsverweigerer sehen. Dabei handelt es sich in erster Linie um den Versuch, von der eigenen Verantwortung für die Wirtschaftskrise und den sozialen Kahlschlag abzulenken. Dafür sollen die Verlierer der Krise – die von Lohnarbeit Abhängigen mit und ohne Job – gegeneinander ausgespielt werden.“

(Foto oben links: Ermittler tragen Kartons mit Beweismaterial, das sie in der Wohnung des Moschee-Brandstifters Manuel K. in Neukölln sichergestellt haben)