Ägypten wünscht sich mehr Islam

Unsere Medien überschlagen sich wieder einmal in der Hoffnung auf eine Demokratie westlichen Gepräges in Ägypten. Dabei würde ein Blick in die Umfragen der letzten Jahre genügen, um klarzumachen, dass die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung in Ägypten und anderen islamischen Ländern sich eine beherrschende Rolle des Islam auf die Politik wünscht.

(Von Schalk Golodkowski)

Das Pew Research Center hat am 2. Dezember 2010 eine Umfrage aus sieben Staaten veröffentlicht. Demnach finden 95% der Befragten in Ägypten es richtig, dass der Islam eine große Rolle in der Politik spielen sollte. Damit ist Ägypten Spitzenreiter und steht noch vor Indonesien und Pakistan. Bezeichnend ist, dass in Ägypten nur 48% der Ansicht sind, dass der Islam bereits jetzt eine große Rolle in der Politik des Landes spiele. Es ist also eindeutig, dass sich die Ägypter mehr Islam in der Politik wünschen, als es jetzt der Fall ist.

Die Zustimmung zu Hisbollah, Hamas und Al Qaida bewegt sich unter Ägyptens Muslimen zwischen 20% (Al Qaida) und 49% (Hamas). Die Terrororganisationen werden also zwar nicht von der Mehrheit unterstützt, haben aber trotzdem einen hohen Anteil an Befürwortern.

Eine überwältigende Mehrheit der ägyptischen Muslime spricht sich für harte Strafen nach islamischem Recht aus:

– Steinigung bei Ehebruch: 82%
– Auspeitschung/Handabschlagen bei Diebstahl und Raub: 77%
– Todesstrafe bei Apostasie (Austritt aus dem Islam): 84%

Selbstmordattentate sind nur in den Augen von 46% der ägyptischen Muslime nicht gerechtfertigt. 54% finden sie dagegen entweder oft (8%), manchmal (12%) oder selten (34%) gerechtfertigt.

Wohin wird also Ägyptens Weg wohl führen?

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