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ARTE: Deutsch-französisch vs. Türkisch-arabisch?

TesbihSeit über sechs Jahren wird jeden Sonntag um 20 Uhr auf ARTE ein an sich sehr interessantes Format ausgestrahlt. Es geht um die Sendung „Karambolage“, bei der wechselseitig deutsch-französische Eigenheiten und Kuriositäten auf „künstlerische, humorvolle und experimentelle Art und Weise vorgestellt und erklärt werden“. Die Schöpferin der Sendung, Claire Doutriaux, hat für diese Serie 2006 sogar den renommierten Adolf-Grimme-Preis erhalten.

Am Sonntag wurde dem geneigten Zuschauer nun sehr plastisch vor Augen geführt, wie sich die Begrifflichkeit „deutsch“ im Wandel befindet. Durfte doch der in Hamburg lebende türkische Drehbuchautor Tonguc Baykurt seine muslimische Gebetskette – sozusagen als „typisch deutschen Gegenstand“ – vorstellen. Auch wenn er dies auf durchaus sympathische Art und Weise tat, gehört der Beitrag doch wohl eher in ein anderes Sendeformat. Oder will ARTE jetzt nach der erfolgreichen Aufarbeitung von Verdun auch noch die seit dem Untergang des Osmanischen Reiches ausstehende „Versöhnung“ zwischen „deutschen“ Türken und „französischen“ Arabern zu einer „europäischen (Rundfunkgebühren-)Aufgabe“ machen?

Das Video zur Sendung:

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(Spürnase: Michael S.)