Frauen mit Dekolleté Schuld an Vergewaltigungen

Merkel und der türkische Theologie-Professor Orhan Ceker.Als hätten wir es nicht längst gewusst: Frauen mit tiefen Ausschnitten sind es selbst schuld, wenn sie anschließend vergewaltigt werden. Das meint zumindest der türkische Theologie-Professor Orhan Ceker (Foto r.) aus dem anatolischen Konya und reiht sich damit in die lange Liste der türkischen Politiker und Theologen ein, denen man eine fundamentalistisch-islamische Gesinnung nachsagen kann.

(Von Andreas, PI-Koblenz)

Doch seine Äußerungen sorgen derzeit selbst in der re-islamisierten Türkei für einen Sturm der Empörung. Frauenverbände – ja sogar das türkische Religionsamt – kritisieren Ceker scharf. Fürchtet man, dass die Politik und die Medien im europäischen Ausland ansonsten auf die Idee kommen könnten, dass eine re-islamierte Türkei für den EU-Beitritt nicht geeignet ist? Eigentlich kein Grund zur Besorgnis, denn die politische Korrektheit und Borniertheit hat zumindest den größten Teil der deutschen Politiker und Medien fest im Griff.

Die WELT berichtet:

Theologe gibt Dekolleté Schuld an sexueller Gewalt

Eine Frau mit tiefem Ausschnitt müsse sich über eine Vergewaltigung nicht wundern, meint Theologie-Professor Orhan Ceker. Nun geht ein Aufschrei durchs Land.

Ein türkischer Theologe hat sexuelle Gewalt gegen Frauen mit dem Anblick tief ausgeschnittener Dekolletés gerechtfertigt und damit einen Sturm der Empörung ausgelöst. Wie die türkische Presse berichtete, leitete die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung gegen den Theologie-Professor Orhan Ceker aus dem zentralanatolischen Konya ein.

Mitglieder von Frauenverbänden demonstrierten in mehreren Städten gegen die Äußerungen des Theologen. Auch das staatliche Religionsamt kritisierte den Professor.

Laut Ceker müssen sich Frauen mit tiefem Ausschnitt nicht wundern, wenn sie vergewaltigt würden. Die Äußerung wurde von der türkischen Hochschulbehörde und Cekers eigener Universität scharf zurückgewiesen. Teilnehmer einer Frauendemonstration in Istanbul erklärten, immerhin habe sich Ceker mit seiner Äußerung offen als Frauenfeind zu erkennen gegeben. Auch im westtürkischen Izmir gingen Frauenrechtlerinnen auf die Straße.

Der Chef des türkischen Religionsamtes, Mehmet Görmez, griff Ceker ebenfalls an. Die Vorschriften des Islam dürften nicht als Vorwand zur Rechtfertigung sexueller Gewalt missbraucht werden, sagte Görmez. Sexueller Missbrauch und Vergewaltigung seien nicht nur Verbrechen gegen Frauen, sondern Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Er könne sich nicht vorstellen, dass ein türkischer Theologe so etwas behaupte. Ceker gab unterdessen an, seine Äußerungen seien falsch wiedergegeben worden.

Besonders deutlich wird die Heuchelei des türkischen Religionsamtes im letzten Teil des Artikels. Mehmet Görmez kritisiert Ceker zunächst und stellt den Islam als missbrauchte Religion dar, um anschließend deutlich zu machen, dass er sich eine solche Äußerung eines türkischen Theologen nicht vorstellen kann. Nein, Islam und sexuelle Gewalt haben in keiner Weise etwas miteinander zu tun. Tagtägliche sexuelle Gewalt, die von Moslems an ihren Frauen überall in der islamischen Welt ausgeübt wird, und frauenfeindliche Koransuren (Sure 2.223: Eure Frauen sind für euch ein Saatfeld. Geht zu eurem Saatfeld, wo immer ihr wollt) scheinen auch nichts mit dem Islam zu tun zu haben. So bleibt abschließend wieder mal nur festzuhalten: Der Islam hat nichts mit dem Islam zu tun.