Ist die „Antifa“ rassistisch?

Der neue Faschismus sagt nicht 'Ich bin der Faschismus'. Er sagt 'Ich bin der Antifaschismus' (Ignazio Silone, italienischer Sozialist)Uns Islamkritikern wird von der sogenannten „Antifa“ gern der Vorwurf gemacht, wir seien „rassistisch“. Der Islam zeichnet sich zwar nicht dadurch aus, dass er durch Gene determiniert wäre, wie das bei Rassen so üblich und von der Natur auch vorgesehen ist, weshalb man der Natur vielleicht den Vorwurf machen könnte, rassistisch zu sein – oder zumindest „biologistisch“. Aber das kümmert die „Antifaschisten“ nicht, sie haben im Biologieunterricht möglicherweise nicht aufgepasst.

(Von Eckhardt Kiwitt, Freising)

Nun ist das italienisch-französische Wort Rasse in Deutschland seit dem Untergang der Nazi-Tyrannei zwar verpönt, was aber „Meyers enzyklopädisches Lexikon in 25 Bänden“ in der Ausgabe aus dem Jahr 1981 nicht daran hinderte, den Begriff zu erläutern:

1. (geographische Rasse) in der Biologie sinnverwandt Unterart

2. (Zucht-Rasse) in der Züchtungsforschung nicht immer eindeutig gefasster Begriff als Bezeichnung für Formengruppen mit kennzeichnenden, gleichen Merkmalen. Die Übergänge zwischen einzelnen Rassen sind meist fließend und daher nicht scharf zu ziehen; sie werden insbesondere durch Rassenmischung verwischt, da Angehörige verschiedener Rassen ein und derselben Art unbegrenzt untereinander fortpflanzungsfähig sind. Deshalb wird die Rasse zur Erhaltung ihrer (erwünschten) Merkmale in sexueller Isolation gehalten; hinzu kommen laufende Kontrollen, wie z.B. Saatgutkontrolle, Zuchtwahl gemäß ‚Körordnung’ und ‚Herdbuch’. – Siehe auch Tierzucht, Rassenstandard.

Seltsam: Religionen oder politische Ideologien tauchen in dieser Definition des Rasse-Begriffs nicht auf, obwohl es doch auch anno 1981 schon „Antifaschisten“ gegeben hat, die den Lektoren und Redakteuren dieser Enzyklopädie ein wenig Nachhilfeunterricht zum Wort Rasse und zum „richtigen“ Verständnis der daraus abgeleiteten Begriffe „Rassismus“ sowie „rassistisch“ hätten geben können.

Etwas anders liest sich die Erklärung zum Begriff Rasse heute in der Wikipedia:

Rasse ist ein abstrakter Ordnungsbegriff, vergleichbar mit der Klasse in der Logik oder der Sorte, der Art im umgangssprachlichen Sinne. Er bezeichnet beliebige Zusammenfassungen von nach subjektivem Ermessen gruppierten Lebewesen einer Art. Seine fachlich korrekte Verwendung beschränkt sich auf die Klassifikation von Zuchtformen; frühere Anwendungen, etwa in den biologischen oder anthropologischen Wissenschaften, sind weitgehend obsolet. In der Wissenschaft hat sich seit dem 19. Jahrhundert anstelle der „Rasse“ allmählich die Unterart durchgesetzt, die weniger Raum für willkürliche Unterteilungen bietet, da sie deutlich strenger definiert ist.

Immerhin weist man seitens Wikipedia auf dies hin: „Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig.“

So weit, so gut. Sollte es nun jedoch tatsächlich „rassistisch“ sein, wenn man Kritik am Islam übt (wohlgemerkt am Islam als „Religion“ oder Ideologie; nicht zu verwechseln mit Muslimen als Menschen!), dann wäre es logischerweise auch „rassistisch“, Kritik an anderen Religionen oder z.B. an politischen Ideologien zu üben.

So wäre denn auch derjenige ein Rassist, der den Stalinismus kritisiert – oder den Nationalsozialismus, den Kommunismus, den Sozialismus, den Kapitalismus, die Demokratie usw. Alle wären sie Rassisten.

Natürlich wären auch jene indonesischen Muslime Rassisten, die, wie berichtet, kürzlich drei ihrer Landsleute und Glaubensbrüder gelyncht und mit Steinen, Stöcken und Messern ermordet haben, nur weil die einer anderen Glaubensrichtung des Islams anhingen [nämlich der in Indonesien sowie in ihrem Herkunftsland Pakistan verbotenen islamischen Ahmadiyya-Gemeinde]. Aber was juckt das einen gestandenen „Antifaschisten“? Solange sich die Muslime gegenseitig abschlachten, in die Luft sprengen oder sonstige Bluttaten begehen, ist das für die „Antifa“ offenbar nicht der Rede wert. Aber wehe, jemand wagt es, an diesen Missständen der islamischen, auf Koran und Sunna basierenden „Kultur“ Kritik zu üben. Das geht für die „Antifa“ gar nicht!

Dummerweise wären aber auch die selbsternannten „Antifaschisten“ gemäß ihrer eigenen Definition von Rassismus Rassisten. Denn wenn es rassistisch ist, gegen den Islam zu sein, dann ist es auch rassistisch, gegen den Faschismus zu sein, wie auch ich es bin.

Da die „Antifaschisten“ laut ihres Eigennamens nur gegen den Faschismus sind, aber nicht gegen den Nationalsozialismus oder gegen andere totalitäre Ideologien – der Nationalsozialismus ist bekanntlich etwas ganz anderes als der Faschismus, wie es Sebastian Haffner in seinem sehr lesenswerten Büchlein „Anmerkungen zu Hitler“ eindrucksvoll erklärt hat – sind die „Antifaschisten“ in der bedauerlichen Lage, gemäß ihrer Definition von Rassismus nur „einfache Rassisten“ zu sein.

Islamkritiker hingegen sind i.d.R. nicht nur gegen den Islam, sondern auch gegen jede andere totalitäre Ideologie, gegen jede Diktatur und Tyrannei und dürfen sich deshalb glücklich schätzen – und vielleicht auch ein wenig stolz darauf sein –, gemäß der Rassismus-Definition der „Antifa“ „multiple Rassisten“ zu sein.

Ich für meinen Teil bin, wie bereits erwähnt, gegen den Faschismus (jedoch wahrlich kein Mitglied der aus meiner Sicht döseligen und geistig ziemlich unterbelichteten „Antifa“-Bewegung), aber auch gegen den Nationalsozialismus und somit logischerweise gegen den Islam, den ich kritisiere, weil er dem Nationalsozialismus in vielerlei Hinsicht sehr ähnlich ist, gegen den Kommunismus, gegen den Sozialismus – aber für den freiheitlichen, demokratischen Rechtsstaat.

Was nun, „liebe Antifa“? Vielleicht solltet ihr es mal mit logischem und dialektischem Denken versuchen. Frau Dr. Sabine Schiffer vom IMV in Erlangen, bitte nehmen Sie sich dieses delikaten Falls an!

(Foto oben: Teilnehmer der Antiislamisierungsdemo in Köln 2008)