Özdemir schwingt die Nazi-Keule

ÖzdemirEs ist so abgedroschen, so stumpf, so inhaltslos und so peinlich für einen Spitzenpolitiker. Doch er tut es immer wieder. Grünen Chef Cem Özdemir macht nun mit der Nazi-Keule Jagd auf CDU Ministerpräsident Stefan Mappus. Der wiederum hatte sich gar nicht ausländerfeindlich geäußert, sondern nur Kritik am Einfluss Özdemirs auf den grünen Landesverband geübt. In Deutschland 2011 reicht aber bekanntlich schon das, um die üblichen Diffamierungen aus dem linksgrünen Lager ertragen zu müssen.

Welt-Online berichtet:

Der Bundesvorsitzende der Grünen, Cem Özdemir, hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) vorgeworfen, mit „ausländerfeindlichen Ressentiments“ zu arbeiten. Mappus hatte sieben Wochen vor der Landtagswahl in einem Zeitungs-Interview vor einem grünen Regierungschef Özdemir gewarnt. Nicht Grünen-Spitzenkandidat Winfried Kretschmann (62), sondern der Bundesvorsitzende Özdemir (45) habe in jüngster Zeit den Kurs der Landespartei bestimmt.

Am Rande eines Argentinienbesuchs sagte Özdemir dem ARD-Hörfunk in Buenos Aires, das sei „im Prinzip nichts anderes, als dass man mit ausländerfeindlichen Ressentiments versucht, Stimmung zu machen“. „Nach dem Motto: da steht ein Türke zur Wahl. Ihr wählt zwar den Kretschmann, bekommt aber dann den Deutsch-Türken Özdemir. Das ist schon perfide, was Mappus da macht“, sagte Özdemir. Er stehe in Baden-Württemberg nicht zu Wahl, betonte der Politiker. Dass Mappus trotz mehrfacher Dementis immer wieder behaupte, Özdemir wolle Ministerpräsident werden, bezeichnete Özdemir als Versuch einer Angstkampagne. Dabei scheue Mappus nur die Auseinandersetzung mit dem Grünen-Kandidaten Winfried Kretschmann.

Auch die Südwest-Grünen warfen dem CDU-Landeschef ein „armseliges wahltaktisches Manöver ohne jede Substanz“ vor. „Winfried Kretschmann ist unser Spitzenkandidat und er wird jede Aufgabe mit Entschlossenheit wahrnehmen, die ihm die Wählerinnen und Wähler zuweisen“, erklärte die Grünen-Landesvorsitzende Silke Krebs. Mappus hatte der Zeitung „Die Welt“ gesagt, Özdemir, der aus Baden-Württemberg kommt, ziehe schon länger die Fäden. „Schon in der Hochphase der Auseinandersetzungen um Stuttgart 21 haben die Herren Özdemir und (Tübingens grüner Oberbürgermeister Boris) Palmer Herrn Kretschmann das Heft aus der Hand genommen.“ Dass die Grünen den Schlichterspruch nicht akzeptiert hätten, trage deren Handschrift. In Baden-Württemberg wird am 27. März ein neues Landesparlament gewählt. Nach den jüngsten Umfragen liegen die schwarz-gelbe Koalition und Grün-Rot etwa gleichauf.

Halten wir fest: Wegen inhaltlicher Kritik am Bundesvorsitzenden der Grünen, Cem Özdemir, und dessen Einfluss auf den Landesverband in Baden-Württemberg wird Stefan Mappus Ausländerfeindlichkeit unterstellt. Das lässt Schlimmes vermuten: Wird es in Zukunft überhaupt noch erlaubt sein, das grüne Scheinheiligtum zu kritisieren? Oder wird demnächst jede Kritik an der Partei und ihrem Bundesvorsitzenden per se als ausländerfeindlich erklärt, weil nun mal der Parteichef ein Deutsch-Türke ist?

Eigentlich – so heißt es immer wieder – sei Özdemir ja Deutscher. Tatsächlich verhält es sich wohl eher so: Özdemir ist deutsch, wann immer es ihm nützt. Wird er jedoch kritisiert, dann ist er Türke, und jede Kritik an ihm von daher schon ausländerfeindlich. Mal sehen, wie lange es dauert, bis Özdemir-Kritiker in diesem Land als „türkophob“ bezeichnet werden.