Der Präsident der Regierung des Südsudan, H.E. Salva Kiir MayarditWährend die Mainstreammedien ihren Blick nach Tunesien, Ägypten, Jordanien richten – oder worauf auch immer sich die stets vom Drang nach modernen Märchen inspirierten, oft absonderlichen Interessen europäischer Journalisten in diesen Tagen fokussieren – geht eine kleine, wichtige Nachricht unter. Wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet, erkennt die Regierung des Sudan das Votum des Südens für eine Abspaltung an. Damit entsteht der 193. Staat der Erde, und es ist ein christlich geprägter Staat in Afrika.

Knapp vier Millionen Menschen stimmten bei dem Volksentscheid im Januar ab. 98,83% entschieden sich für eine Abspaltung des Südens vom Norden. Nun hat der Stellvertreter des per internationalem Haftbefehl wegen Völkermords gesuchten und vom türkischen Premier Erdogan protegierten Staatschef des Sudan, Omer el Baschir, verkündet, dass die Regierung das Votum anerkennen wird.

Zwanzig Jahre dauerte der Bürgerkrieg zwischen dem afrikanisch-christlichen Süden und dem arabisch-islamischen Norden. Er forderte zwei Millionen Tote. Ziel des Nordens war die Islamisierung und gewaltsame Arabisierung der Zivilgesellschaft. Die angewandten Methoden reichten von ethnischen Säuberungen über systematische Vergewaltigungen und Zwangsehen, Folterung und Verbrennung bei lebendigem Leib bis hin zu Vernichtungsfeldzügen des Nordens, die ganz offiziell als „Heiliger Krieg“ deklariert wurden.

Am Ende siegte nun der Selbstbehauptungswille des Südens. Man darf gespannt sein, wer sich jetzt bei der EU für ihn einsetzt. Die USA haben es getan, ihnen ist es zu verdanken, dass gegen den Norden seit 1997 Sanktionen ausgesprochen wurden und seit 2002 Friedensverhandlungen stattfanden, die schließlich in das Referendum einmündeten.

(Foto oben: Der Präsident des Südsudan, H.E. Salva Kiir Mayardit)

image_pdfimage_print

 

54 KOMMENTARE

  1. Endlich, nach langer Zeit mal wieder eine wirklich positive Nachricht. Bleibt zu hoffen, dass diese Teilung ohne weitere Massaker abläuft. Tote gab es dort bereits viel zu viele…

  2. Zitat: „… und es ist ein christlich geprägter Staat in Afrika.“

    Bis der Erste Mohamedaner seinen Fuß in das Land setzt, dann ist es schnell vorbei mit „christlich geprägt“.

  3. Endlich mal eine gute Nachricht; der 193. Staat ist christlich geprägt.
    Wie schön wäre es, würde die Zahl gefährlicher, bedrohlicher , terroristischer, intoleranter (= islamischer) Staaten abnehmen!
    Es wäre doch toll, nähme die Zahl derer ab, die sich auf das „Handbuch für Terror, Gewalt und Unterdrückung“ -Koran genannt- gleichzeitig ab!
    Man darf ja mal träumen!

  4. Das ist sicher diesem Wulff ein Dorn im Auge und das Bundesferkel findet es sicher „nicht hilfreich“.
    Was hält das blöde, ausgetrocknete und frustrierte Warzenschwein von Fatima Roth davon?

  5. @ #5 DeutschlandMussVerteidigtWerden

    Ungenaue Frage, ungenaue Antwort. Völlig korrekt.

    Mal anders: Wie sieht denn ihre Lösung, bzw. Antwort aus?

  6. Cool. Jetzt löscht PI sogar noch Glückwünsche an den Südsudan.

    🙂 Zensur. Zensur. 😉

  7. Viel Glück und Gottes Seegen den Leuten im Südsudan und möge euch eine Regierung wie die unsere auf Ewig erspart bleiben .

  8. Bleibt festzuhalten, dass die Friedensverhandlungen unter George W. Bush begannen und liefen und dieser somit gar nicht so schlecht in der Geschichte da stehen dürfte.

  9. Wie groß war doch der Jubel in Europa über den neuen Staat „Kosovo“ – verständlich, da konnte man sich von einem schlechten Gewissen durch reiche und ewig fließende Spenden loskaufen, den vom europäischen Christenclub unterdrückten Moslems Solidarität ausdrücken und zeigen, dass man nicht nur fortschrittlich war, sondern dem Fortschritt 20 Jahre vorauslief.

    Jetzt – „Süd-Sudan“ – Schwarze, Afrikaner, die sich vom romantischen Islam lossagen? Pfui!

  10. OT:
    Die Ideen, wie man den dummen deutschen Michel abzocken kann, werden immer abenteuerlicher. Eine Marokkanerin, die seit Jahren bei der Stadt Frankfurt beschäftigt war, will ab jetzt auf einmal in Burka auf der Arbeit erscheinen. Da die Stadt das nicht dulden will, verlangt die Anwältin der Frau 40.000 Euro Abfindung.

    http://www.faz.net/s/RubFAE83B7DDEFD4F2882ED5B3C15AC43E2/Doc~EDB85C868563D432AA47D0ED3D4A7717C~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    Also liebe Freunde, braucht Ihr zufällig bischen Urlaubsgeld für den Sommer? Ganz einfach: geht ab morgen in Burka oder in Taliban-Bettlaken zur Arbeit. Den ganzen Kram erledigt dann Euer Anwalt. Ihr müßt halt nur eine Kontonummer angeben, für die Überweisung der Abfindung, Antidiskriminierungs-Entschädigung und natürlich Schmerzensgeld.

  11. Man kann nur auf einen Staat ohne blutige Geburt hoffen.

    Man kann nur hoffen, daß sie die Waffenkammern voll haben um gegen mögliche Gelüste militärischer Art präventiv gerüstet zu sein.

  12. So sehr man sich für den christlichen Süden freue, gebe ich zu bedenken: noch ist die Spaltung nicht vollzogen, und zu allem Überfluss scheint der allgemeine Aufruhr in der arabischen Welt jetzt auch noch auf den Nordsudan überzugreifen:

    Nun bläst Al-Baschir, der für die absehbare Teilung des Landes verantwortlich gemacht wird, ein zunehmend scharfer Wind ins Gesicht. Er wird massiv von der Opposition bedrängt. Preissteigerungen und Sparmaßnahmen, die die Regierung in Khartum mit Blick auf die absehbaren Einnahmeverluste nach dem Wegfall der Ölquellen im Südsudan einleitete, sorgen in der Bevölkerung für Unmut. „Man sieht, dass Baschir das Wasser bis zum Hals steht“, ist aus Kreisen ausländischer Diplomaten zu hören. Die Parteigänger Al-Baschirs seien zunehmend verunsichert.

    Im Norden gärt es. Über soziale Netzwerke haben Regierungsgegner zu Demonstrationen aufgerufen. „Es ist an der Zeit, dass wir unsere gottgegebene Stimme nutzen, um gegen eine ungerechte Regierung zu demonstrieren, die bereit ist, ihr Volk und ihr Land zu opfern, um an der Macht zu bleiben“, heißt es in dem Facebook-Aufruf zu Kundgebungen am Sonntag. „Es ist an der Zeit, dass wir für unsere Rechte kämpfen, so wie unsere Brüder in Tunesien und Ägypten.“

    http://www.welt.de/politik/ausland/article12388112/Eigenstaendiger-Suedsudan-wird-Problem-fuer-Al-Baschir.html

    Wenn sich die Machtverhältnisse ändern sollten, bevor die Abspaltung vollzogen ist, bleibt das Schicksal der Südsudanesen ungewiss.

  13. #9 Pazifaust (01. Feb 2011 21:40)

    Auf jeden Fall würde ich Verbote nicht von vornherein ausschließen. Ich würde Volksentscheide in die Diskussion bringen, was ja wohl ein Maximum an Demokratie darstellt.

  14. Übernehmen die Muslime Ägypten massakrieren sie als erstes die Kopten u. als zweites gehen sie pleite, schlechte Infrastruktur u. der Touristenzustrom ans rote Meer u. nach Kairo versiegt. Der Südsudan wird dann die neue Taucher u. Badedestination am roten Meer und Ägypten hat feddich!

  15. @ #20 Querschuss (01. Feb 2011 22:32)

    Im Südsudan kann man vielleicht in vielem tauchen – in Freude z.B., aber nicht im Roten Meer.

  16. @ #19 DeutschlandMussVerteidigtWerden

    Damit machst du doch das Gleiche! Sollte Stadtkewitz also sagen, sowie du: „Ja, ich bin für Verbote, aber man muss die Bevölkerung fragen!“

    Das ist genau das Gleiche im Ergebnis, nur absolut undiplomatisch und zur Zeit noch unwählbar für den Großteil der Bevölkerung.

  17. #21 Jochen10 (01. Feb 2011 22:37)

    In der Tat. Wen hat das von den Politikheinis hier schon interessiert? Sie haben keinen Finger gekrümmt für die Menschen dort.
    Bashir tappt immer noch unbehelligt rum. Die hier brauchen mir nicht mit Menschenrechten zu kommen. Davon wissen die nichts. Nur wenn mal einer ne Karikatur von Mohammed malt, dann werden sie aktiv mit ihrem Menschenrechtsgefasel.

  18. #18 Kassandra Komplex

    Wenn sich die Machtverhältnisse ändern sollten, bevor die Abspaltung vollzogen ist, bleibt das Schicksal der Südsudanesen ungewiss.

    Die USA haben sich für die Kosovo Muslime eingesetzt dann werden die dass doch auch für die Christen im Südsudan können.

  19. Halb OT:
    Ein Interview mit „Simon Deng“, einem Sudanesen, der seit nun mehreren Jahren in Amerika lebt, jedoch selbst 3+ Jahre als Sklave in Nordsudan war, bis ihm jemand heraushalf. (8min 29sec)

    „Simon Deng -Arab enslavement and slaughter of black christian africans in Sudan“
    http://www.youtube.com/watch?v=xw72FCRsbS8

  20. #24 Occident
    Ich glaube einzig Heiner Geißler und Norbert Blüm haben ihre pensionierten Ärsche in Bewegung gesetzt und sich über vor Ort da unten informiert.
    Traurig wenig 🙁

    Heiner Geißler: Auszug aus „Ein Traum“:

    Mir fallen die Fundamentalisten in Afghanistan ein, die Ehebrecherinnen bis zur Brust in den Sand
    eingraben und dann mit Bulldozern plattmachen. Dann möchte ich Revolutionär werden und die Welt
    verändern und stelle mir vor, reden zu können wie Jesus, bei dem, »als sie seine Worte hörten, die
    Scharen außer sich gerieten«. In den Wachträumen mitten in der Nacht stelle ich mir vor, wie es in
    den Menschen aussieht, die wegen einer Erhöhung der Kapitalrendite ihres Unternehmens wegrationalisiert
    werden, und ich ertappe mich bei dem Gedanken, was ich mit Folterern machte, wenn ich sie
    erwischte, und erschrecke über mich selbst. Aber ich könnte mir vorstellen, an der Spitze einer Armee
    die Frauen in Afghanistan und die Christen im Sudan zu befreien.
    Solche Schwärme verfliegen mit dem Morgengrauen. Aber alle Ideale und alle Revolutionen kommen
    aus den Träumen für eine bessere Welt, sind die Folgen eines zündenden Funkens und des Aufruhrs
    des Geistes gegen gewalttätige Macht. Warum sind so wenige Künstler auch Politiker, warum sind so
    wenige Politiker Feingeister und wirkliche Humanisten? Warum sind die meisten angepasste Feiglinge, …

    Soweit sind wir von ihm gar nicht weg.
    Hier sein ganzer Gedankengang:
    http://www.heiner-geissler.de/documents/heiner-geissler.de_thema_der-traum.pdf

  21. Ich wünsche den Leuten im Südsudan alles Gute und drücke ihnen die Daumen, daß es ab jetzt bergauf für sie geht.
    Allerdings hätte sich der Süden des Landes gar nicht erst abspalten müssen, wenn die Schwarzafrikaner auf dem gesamten Kontinent das machen würden, was ich schon seit Jahren sage: sie sollten die Araber ins Mittelmeer oder aber über das Rote Meer zurück zu den Saudis treiben. Die Araber haben meiner Meinung nach in Afrika nichts verloren.

  22. Was der Südsudan gemacht hat ist ungefähr als würde Berlin einen gewissen Stadtteil expatrieren. Eine Notbremse, eigentlich bedenklich aber leider doch notwendig.

  23. Bürgerkrieg war es nicht. Es war Sklavenjagt. Wie schon immer. Da, wo der Islam waltet, herrschen Unfreiheit und Krieg und Sklaverei.

    Aus Brehms „Reisen im Sudan 1847-1852“:

    Beknechtung und qualvoller Frohndienst, Unterdrückung der heimischen Sitte, Trennung der heiligsten Banden, Schändung des Theuerften, Vernichtung der edelsten Gefühle steht dem Abyssinier oder Neger bevor, wenn sich die Rhassua oder die auf flügelschnellen Rossen herankommende Araberhorde seinem Heimathslande nähert. Kein Wunder, daß der Mann mit Mannesmuth dem blutdürstigen, beutelustigen Feinde zum fürchterlichen Kampfe entgegentritt; kein Wunder, daß er mit entsetzlicher Grausamkeit Grausamkeit vergilt. Das türkische Gouvernement will Menschen fangen, um sie an Soldes Statt seinen Beamten zu geben; der Araber will Sklaven haben, um sie als Diener, denen Alles aufgebürdet werden kann, zu benutzen oder als gewinnbringende Ware zu verschachern. Der braune oder schwarze Mann des Gebirges oder des Urwaldes kennt sein Los; er weiß seinen Herd zu vertheidigen — und thut es. Die Sklavenjagd ist jetzt nicht mehr einträglich, wie sie es war, ehe der Neger seinen grimmigsten Feind als sterbliches Wesen kennen lernte; jetzt fallen oft mehr Soldaten, als Feinde gefangen werden…

    Von Kewil eingescannt: http://fact-fiction.net/?p=5586

  24. @#33 Serapio (02. Feb 2011 00:12)

    Was der Südsudan gemacht hat ist ungefähr als würde Berlin einen gewissen Stadtteil expatrieren. Eine Notbremse, eigentlich bedenklich aber leider doch notwendig.

    Du meinst das „Arm aber Sexy“ Berlin? Das ist doch nur noch ein heruntergekommenes Drecksloch. Ohne Länderfinanzausgleich wäre Berlin völlig am Ende. Deutschland täte gut daran, sich von ganz Berlin zu trennen. Mauer drum und gut. Dann sollen doch die ganzen Roten, Grünen, Autonomen, Multikultifreaks und wer auch immmer möchte, in ihrer eigenen Welt leben. Viel Spaß dabei. Aber bitte ohne Unterstützung der arbeitenden Bevölkerung.

  25. Das wird solange gut gehen, bis Omer el Baschir abgesetzt wird, ein noch schlimmerer Führer den (Nord-)Sudan übernimmt und dann im Süden einfällt. Danach gibt’s Ruanda 2.0.

    Langfristig wird genau das passieren.

  26. Tja, dann hoffen wir mal, dass die Mohammedaner im Norden nicht den Eindruck bekommen, dass die Abspaltung des Südens einen Angriff auf die koranbefohlene Expansion des Islams darstellt.

    Kusch…

  27. Sehr gute Nachricht! Es leben viele südsudanesische Flüchtlinge in aller Welt verstreut, die vor dem Terror des moslemischen Nordens geflohen sind. Vielleicht können sie in ihre Heimat zurückkehren. Alles Gute dem neuen Land.

  28. Fragt sich nur was unsere Politdeppen dazu sagen, das passt nicht in ihre Anschauung. Die finden den Islam ja so toll.

    Hat Moslem Wulff schon gratuliert?

  29. Es geht im Grunde immer um die Frage: Was ist eigentlich besser: Gegensätzliche Gemeinschaften sollen in vollkommen abgetrennten Gebieten leben. Oder: Gegensätzliche Gemeinschaften sollen in einer sogenannten Vermischung im selben Gebiet leben? Oder: Die gegensätzlichen Gemeinschaften sollen in Parallelgemeinschaften nebeneinander in einem bestimmten Gebiet leben.

    Der Islam z.B. sagt: Keine Vermischung mit anderen Gemeinschaften, es sei denn die anderen übernehmen zu 100 % die Regeln des Islam.
    Die westliche (amerikanische) Meinung ist: Alle verschiedenen Gemeinschaften in einen Topf werfen, das Zusammenleben regelt sich in einer Demokratie von ganz alleine.
    Aber es fällt auf, dass sich in großen westlichen Städten immer mehr Parallelgemeinschaften bilden. Je größer die Parallelgemeinschaften in einem Gebiet, desto größer ihre Macht, die eine ganze Stadt zum Pulverfass werden lassen kann.

    Manchmal denke ich, obwohl ich ganz und gar nicht „rechts“ bin, dass die alten Grenzen (vielleicht sogar mit Mauer) zwischen den einzelnen Ländern noch das beste Mittel waren, die unheilvolle Vermischung der unterschiedlichen Gruppen zu verhindern.

    Ich finde es gut, dass man hier bei PI so etwas noch sagen darf.

  30. Ich wünsche es den tapferen Menschen im Südsudan so sehr, daß sie in einem eigenen Staat endlich Ruhe und Frieden finden und einen Aufschwung schaffen (der alte msl. Sklavenhandel florierte laut CSI ja auch noch in diesen Gebieten gg. die Andersgläubigen).

  31. Muslime und Nicht-Muslime in einem Staat geht auf die Dauer nicht gut. Es sei denn, die Nicht-Moslems sind Juden und Christen und fügen sich in ihre eniedrigte „Dhimmi“-Position, wozu ein Mensch mit Selbstachtung aber nicht fähig sein sollte.

    Bei Wikipedia liest man unter dem Stichwort „Zwei-Nationen-Theorie“:

    Die Zwei-Nationen-Theorie ist die Grundlage für die Rechtfertigung von Pakistan als eigenem Staat auf dem Indischen Subkontinent. Sie besagt, dass Muslime und Hindus aufgrund ihrer verschiedenen Religion nicht im selben Staat zusammen leben können.

    Die Theorie basiert auf einer Rede von Muhammad Iqbal, als Präsident der All-India Muslim League (AIML) bei einer Versammlung in Allahabad am 29. Dezember 1930:

    „Hindus und Moslems haben verschiedene religiöse Hintergründe, haben ein anderes Alltagsleben und eine andere Literatur. Sie heiraten nicht untereinander und essen auch nicht miteinander, da sie zu zwei verschiedenen Kulturen gehören, die auf widersprüchlichen Ideen und Konzepten beruhen. […] Das Zusammenzwängen solcher Völker in einem einzigen Staat – die einen als zahlenmäßige Minderheit, die anderen als Mehrheit – muss zu wachsender Unzufriedenheit und schlussendlicher Zerstörung der Regierungsstrukturen eines solchen Staates führen.[1][2]“

    Die Zwei-Nationen-Theorie wurde nicht von der ganzen indischen Unabhängigkeitsbewegung getragen. Der mehrheitlich hinduistische Indian National Congress (INC) lehnte sie ab, da er sich als eine weltliche Organisation betrachtete und religiöse Themen nicht in die Staatsgründung einbeziehen wollte. Die Verfechter der Zwei-Nationen-Theorie setzten sich durch, was mit der Umsetzung des Mountbattenplans zur Teilung Britisch-Indiens in die beiden Staaten Indien und Pakistan führte.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Zwei-Nationen-Theorie

    Wohlgemerkt: Ein Muslim (!), nämlich Muhammad Iqbal, hatte diese Einsicht, dass Muslime und Hindus nicht zusammen in einem Staat leben können.

    Und dennoch ist es sicher kein Zufall, dass prozentual immer noch weit mehr Muslime in Indien als umgekehrt Hindus in Pakistan leben.

    Und dass der Dalai Lama mit seinem Gefolge 1959 nach Indien und nicht etwa nach Pakistan geflohen ist, ist sicher auch nicht allein der Tatsache geschuldet, dass Indien näher an Tibet liegt.

    Insofern überrascht die Speration des Süd-Sudan vom Nord-Sudan nicht weiter.

  32. Wenn der neue Staat „offiziell“ anerkannt wird, sollte unsere Schwesterwelle beim Antrittsbesuch vorsichtig sein: Der Präsident Kiir Mayardit mag keine Schwulen…

    Aus der US-Wikipedia:

    In a speech in Juba, Kiir promised democracy, equality and justice for all in Southern Sudan. Homosexuals, however, would not be accepted in the new country, he said. „It is not in our character […] it is not there and if anybody wants to import it to Sudan […] it will always be condemned by everybody,“ he told Radio Netherlands Worldwide.

    Mehr hier: http://en.wikipedia.org/wiki/Salva_Kiir_Mayardit

  33. #43 Rojas (02. Feb 2011 10:52)
    Die Zwei-Nationen-Theorie ist die Grundlage für die Rechtfertigung von Pakistan als eigenem Staat auf dem Indischen Subkontinent. Sie besagt, dass Muslime und Hindus aufgrund ihrer verschiedenen Religion nicht im selben Staat zusammen leben können.
    —————-
    Ihre Ausführungen zur Zwei-Nationen-Theorie finde ich interessant.
    Wie schon in Indien/Pakistan soll das nun im Sudan erneut praktiziert werden.

    Für Deutschland, das wir nicht mehr aufteilen wollen in einen mohammedanischen Teil und einen anderen christlichen Teil, sollte das bedeuten, dass wir es nicht zulassen dürfen, dass die Mohammedaner sich hier in Deutschland fest verankern.
    Denn die Erkenntnis, dass Mohammedaner und Christen (und Andersgläubige) nicht wirklich friedlich für alle Zeiten zusammen leben können, wird immer mehr zur bitteren Wahrheit.
    Das ist nicht nur im Nahost-Konflikt so, sondern war doch auch der Grund für den europäischen Kosovo-Konflikt. Wo doch alle meinten, dass es in Europa wohl nie mehr Kriege geben würde. Doch! Wo Mohammedaner leben, ist Krieg immer möglich.

    Ich erinnere mich, dass ein Taxifahrer vor wenigen Wochen zu mir sagte, es gäbe bald einen Krieg: schlimmer, als man es sich je vorstellen kann.

    Bleibt nur zu hoffen, dass die Mohammedaner vorher noch zur Vernunft kommen und erkennen, wie dumm ihr Islam ist.

  34. #45 menschenfreund 10

    Auch zwischen Griechenland und der Türkei gab es 1923 einen Bevölkerungsaustausch, der von beiden Seiten, besonders aber der Türkei, erwünscht war. Dabei wurde, bis auf wenige Promille, fast die gesamte muslimische Bevölkerung Griechenlands in der Türkei angesiedelt und umgekehrt fast die gesamte griechisch-orthodoxe Bevölkerung der Türkei in Griechenland.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_von_Lausanne#Konvention_.C3.BCber_den_Bev.C3.B6lkerungsaustausch_zwischen_Griechenland_und_der_T.C3.BCrkei

    Denn: Unabhängig davon, welche Religion man nun selbst für „wahr“ hält (oder überhaupt eine), das Zusammenleben von Muslimen und Nicht-Muslimen ist auf die Dauer unmöglich, es sei denn, Muslime schwören komplett ihrer Religion ab.

    Das ergibt sich schon aus Sure 5,51 des Koran: „Nehmt euch nicht Juden und Christen zu Freunden“

  35. Äääh, warum lese ich darüber nichts in meiner TZ?

    Warum kam das nicht in der „aktuellen Kamera“?

    Hat das jemand im Staatsrundfunk gehört?

    Nein?

    Deshalb lese ich PI!

  36. #47 Rojas (02. Feb 2011 15:13)
    Der Spiegelartikel von 1990 ist interessant, aber sehr lang. Geißler stellt dem Nationalstaat die neue Multikulturelle Gesellschaft gegenüber.
    Das mir Wichtigste kopiere ich mal hier:

    Ein Staat, der sich in erster Linie als Nationalstaat definiert, in dem Bürgerschaft durch völkische Zugehörigkeit begründet wird, ist in seinem Selbstverständnis in die Vergangenheit gerichtet.

    Die kulturelle Identität hat in der multikulturellen Gesellschaft eine Grenze. Moslems, Hindus, Freigeister und Agnostiker, Materialisten, Existentialisten, Sektierer, Polytheisten, Dämonenverehrer, Positivisten, Gottesleugner und Christen, sie alle müssen die universalen Menschenrechte, wie sie der europäischen Geistesgeschichte und damit der europäischen Kultur entsprechen, achten. Religions- und Kulturimperialismus stoßen in einer freiheitlichen Gesellschaft an die immanenten Schranken der modernen Verfassung.

    Folter und Diskriminierung bleiben Verletzungen der Menschenrechte, gleichgültig ob sie im Namen Allahs oder der Weltrevolution oder der Inquisition praktiziert werden. Es gibt keine Kultur dort, so der französische Kultursoziologe Alain Finkielkraut, „wo man über Delinquenten körperliche Züchtigungen verhängt, wo die unfruchtbare Frau verstoßen und die Ehebrecherin mit dem Tode bestraft wird, wo die Aussage eines Mannes so viel wert ist wie die von zwei Frauen, wo eine Schwester nur Anspruch auf die Hälfte des Erbes hat, das ihrem Bruder zufällt, wo die Frauen beschnitten werden, wo die Mischehe verboten und die Polygamie erlaubt ist“.

    Was ist also multikulturelle Gesellschaft? Multikulturelle Gesellschaft bedeutet die Bereitschaft, mit Menschen aus anderen Ländern und Kulturen zusammenzuleben, ihre Eigenart zu respektieren, ohne sie germanisieren und assimilieren zu wollen. Das heißt auf der anderen Seite, ihnen, wenn sie es wollen, ihre kulturelle Identität zu lassen, aber gleichzeitig von ihnen zu verlangen, daß sie die universellen Menschenrechte und die Grundwerte der Republik, zum Beispiel die Gleichberechtigung der Frau und die Glaubens- und die Gewissensfreiheit, achten und zweitens die deutsche Sprache beherrschen. Unter diesen Prämissen ist Zusammenarbeit und gegenseitige Akzeptanz möglich.

    Wird sich der Glaube an die menschlichen Werte stärker erweisen als Dummheit, Borniertheit und Überheblichkeit? Der Geist der Freiheit und der Gerechtigkeit hat sich gegen den Nationalsozialismus und den Kommunismus, aber noch nicht überall gegen den Rassismus durchgesetzt, der den Wert des Menschen nach seiner Hautfarbe und seiner Zugehörigkeit zu einer Volksgruppe bemißt.

    Was für eine engstirnige, kleinkarierte Mentalität, die es für unmöglich hält, daß der Mensch, der ins Weltall fliegt und die Atom- und Genspaltung erfunden hat, nicht fähig sein soll, als Deutscher mit einem Türken, als Christ mit einem Moslem, als Weißer mit einem Schwarzen zusammenleben zu können.

  37. #47 Rojas (02. Feb 2011 15:13)
    Mein bescheidenes (!) Fazit:
    Geißler verteidigt in dem Artikel sein idealistisches Konzept von Multikulti, das Angela Merkel ja nun für tot erklärt hat.
    Geißlers Konzept hätte verwirklicht werden können, wenn die Menschen sich nur auf die reine Vernunft besinnen würden. Aber die Menschen sind eben keine reinen Vernunftwesen.
    Verbindender als die Vernunft ist eben doch die gemeinsame Religion, die gemeinsame Hautfarbe und die Zugehörigkeit zu einer Volksgruppe. Und dies kann ganz plötzlich zum gegenseitigen Zerfleischen führen. Wie z. B. im ehemal. Jugoslawien, wo sich viele unterschiedliche Gruppen schon vermischt hatten durch Heirat…, aber trotzdem ging der Krieg dann quer durch die Familien, und ein Volk kämpfte gegen das andere Volk.

    Deswegen bleibe ich bei meiner Meinung, die ich oben beschrieben habe.

    „Manchmal denke ich, dass die alten Grenzen (vielleicht sogar mit Mauer) zwischen den einzelnen Ländern noch das beste Mittel waren, die unheilvolle Vermischung der unterschiedlichen Gruppen zu verhindern.“

  38. wie soll den der Staat heißen?

    Darüber denken sie jetzt dort nach und finden nicht Gescheites.
    Wichtiger ist:
    Wird es ein Staat, in dem die Menschen ihr Auskommen finden werden.
    Begeisterung ist das eine, Realität das andere.
    Mich würde interessieren, wieso der Norden des Sudan nach so lange grausamen Krieg plötzlich eine Volksabstimmung zu gelassen hat.

  39. #47 Rojas

    Darf ich ein ums andere Mal an Heiner Geisslers “Plädoyer für die multikulturelle Gesellschaft” erinnern:

    Kann man vergessen
    Der Artikel ist vom 26.03.1990
    Da hatte von uns hier keiner einen Plan was noch kommt. Kurz uvor haben wir noch den afghanischen Volksmudschahedin in den Rambo Filmen mit Sylvester Stallone zugejubelt.

  40. #53 Jochen10 (02. Feb 2011 19:57)
    Kann man vergessen
    Der Artikel ist vom 26.03.1990
    ___________
    Ist DOCH interessant, weil Geißler den Begriff MultiKulti erfunden und die Ziele von MultiKulti beschrieben hat. Nach diesem Begriff wurde ja bis vor kurzem immer argumentiert. Jetzt nicht mehr. Aber bisher habe ich noch nicht richtig vernommen, wie das Verhältnis zu den Zugewanderten denn jetzt aussehen soll. Es ist immer nur von Integration die Rede, die aber auch in die falsche Richtung zu laufen scheint.

Comments are closed.