Thilo Sarrazin über Erdogans Ghostwriter

Thilo Sarrazin über Erdogans Ghostwriter, Patrick Bahners (r.)Patrick Bahners Buch „Die Panikmacher“ war jetzt schon mehrfach Thema bei PI. Das Buch erscheint offiziell heute, ist aber jetzt schon etwas Besonderes.

(Von Roland)

Zum einen, weil Bahners in einer sprachlosmachenden Unbescheidenheit sein „Werk“ bereits zweimal in der FAZ bzw. der FAS im Feuilletonteil prominent und aggressiv bewerben und bepreisen ließ (zur Erinnerung: er ist selbst Feuilleton-CHEF!). Üblich – wenigstens zur Wahrung der äußeren Form – wäre es gewesen, sich lediglich darauf zu beschränken, die Werbung diskret durch einen „Freund“ erledigen zu lassen (Zitat Broder: „In den Feuilletons [sitzen]megalomanische Zwerge […], die sich ihre verschwurbelten Texte gegenseitig zum Rezensieren zuschicken.“); diese Aufgabe übernahm flankierend SZ-Feuilletonchef Thomas Steinfeld, der „zufällig“ massivst in Bahners Werk zitiert wird.

Zum anderen verdanken wir dem Buch bereits jetzt einige Repliken und Rezensionen, deren Lektüre förmlich Genuss bereitet, und zwar für den Leser jeglicher Couleur: nach Matussek im SPIEGEL (PI berichtete) druckt die FAZ selbst (aus welchen Gründen auch immer) eine Rezension des Buches durch Thilo Sarrazin persönlich! In seinem sachlich-unaufgeregtem, wissenschaftlich-scharfsinnigem Stil seziert er Bahners Werk bis auf die Knochen.

Und zusätzlich findet sich auf der Achse des Guten eine polemisch-geniale Erwiderung von Henryk M. Broder sowie ein sehr uncharmanter und lesenswerter Beitrag von Bernd Zeller.

Auf dem literarischen Parkett werden also die Klingen gekreuzt, vom Florett bis zum Säbel ist alles dabei. Und nach den plumpen Breitseiten Bahners werden noch mehr der Angegriffenen (u.a. Necla Kelek) sich zu wehren wissen. Und die Debatte wird das Thema Islamkritik weiter ins Bewußtsein der Leser tragen, die ansonsten nur das Gesäusel der Islamapologeten zu lesen kriegen.