20 Jugendliche prügeln 17-Jährigen ins Koma

SymbolbildAm U-Bahnhof Osloer Straße im Berliner Stadtteil Wedding haben rund 20 Jugendliche am Samstagabend gegen 21 Uhr einen 17-Jährigen bewusstlos geprügelt. Er wurde mit einem schweren Schädelhirntrauma in ein Krankenhaus transportiert. Warum die Polizei den brutalen Überfall erst heute bekannt gab, ist nicht bekannt.

SpOn berichtet:

Die Gruppe habe den jungen Mann auf einen Parkplatz gezerrt und ihn mit Tritten und Schlägen traktiert. Auch als das Opfer bereits am Boden lag, hätten die Angreifer nicht aufgehört, ihn zu verprügeln. Als sie von ihm abließen, sei er bereits bewusstlos gewesen. Der 17-Jährige erlitt ein Schädelhirntrauma und wird derzeit stationär in einem Krankenhaus behandelt. Die Täter entkamen zunächst unerkannt.

Bei den Ermittlungen nahm die Polizei am Montag sechs Jungen und Mädchen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren fest. Ihnen wird gemeinschaftlich begangene Körperverletzung vorgeworfen. Sowohl das Opfer als auch die Festgenommenen stammen aus Einwandererfamilien. Drei der Tatverdächtigen im Alter von 15, 16 und 17 Jahren sollen in Kürze dem Haftrichter vorgeführt werden, sagte Polizeipressesprecher Michael Gassen. Die Polizei suche noch nach Augenzeugen in dem Fall.

Cyber-Mobbing als Auslöser der Gewalt

Der Tat vorausgegangen war der Berliner Polizei zufolge eine Hetzkampagne im Internet gegen die Freundin des Opfers. Demnach sollen Mitschüler die 18-Jährige Schülerin einer Sekundarschule in Reinickendorf auf einer einschlägig bekannten Mobbing-Site schwer beleidigt haben.

Der 17-Jährige wollte etwas gegen das Cyber-Mobbing unternehmen und hatte am Samstag im Wedding ein Streitgespräch auf offener Straße initiiert, um den Konflikt zu schlichten, wie ein Polizeisprecher sagte. Das Gespräch scheiterte offenbar, als sich zahlreiche männliche Jugendliche zu der Gruppe von Schülern gesellten. Sie warfen dem Streitschlichter vor, er würde die Mädchen bedrohen. Die auf 20 Personen angewachsene Gruppe lauerte dem 17-Jährigen anschließend vor dem U-Bahnhof Osloer Straße auf.

20 gegen einen – das war aber wirklich eine Heldentat…

(Foto oben: Jugendgewalt, Symbolbild)