Total verhüllt – ZEIT plädiert fürs Kopftuch

KopftücherDie ehemalige Qualitätszeitung „Die ZEIT“, einst die S-Klasse unter den Zeitungen, heute wohl eher der Ford-Transit (schwerfällig, aber mit viel Platz für türkische Großfamilien), geht nach dem abgewandelten Wulff-Motto „Der Islam gehört in die ZEIT“ mit gutem Beispiel voran und lässt muslimische Einwanderer an der Redaktion „teilhaben“, damit diese zusammen mit Alt-68er-Fossilien wie Jens Jessen (wir erinnern uns: Deutschland hat ein Problem mit nörgelnden Rentnern, die sich deshalb nicht wundern müssen, wenn sie von Migrantenjugendlichen zusammengetreten werden) in der Mitte der deutschen Gesellschaft „Rassismus“ und „Rechtsextremismus“ bekämpfen können.

Insbesondere eine gewisse Deniz Baspinar ist wie keine Zweite in der Lage, den Redaktionsauftrag „Schreibt den Islam schön – ganz egal, wie!“ zu erfüllen, denn erstens quellen ihr Herz und Feder über von dem immensen Reichtum, der unglaublichen Vielfalt und den großartigen Schönheiten so glücklich mit dem Türkentum verwobenen Moslemseins, und zweitens hat sie dafür eine regelmäßige „Kolümne“ erhalten, um in ihr die immer noch uneinsichtig und verstockt auf ihrem Deutschtum – was immer das sein soll – beharrenden Ureinwohner belehren zu können.

In der vorletzten Ausgabe schilderte Frau Baspinar ihr „Jahr mit [dem oberverstockten] Onkel Sarrazin“ und zeigte auf, wie „wir Türken“ darunter leiden, durch die Sarrazindebatte dauernd in den Mittelpunkt gestellt zu werden – wo doch jeder weiß, wie wenig dem bescheidenen Türkentum daran liegt. Wegen der leidigen Sarrazindebatte habe sogar der türkische (oder etwa deutsche?) Nationalspieler Mesut Özil den Integrationsbambi erhalten – wozu der gut sein sein soll, weiß zwar auch kein Mensch, nicht einmal ein deutscher – was Frau Baspinar zu dem empörten Aufschrei brachte: „Kann man einen Menschen schlimmer erniedrigen?“ Schande über Sarrazin und Schande über ein integrationsbambiverleihendes Deutschland!

In ihrer jüngsten Kolümne „Der Reiz des Kopftuches“ schildert sie nun, wie junge selbstbewusste Kopftuchträgerinnen das Flirtpotenzial dieses anmutig wehenden und bunt-leuchtenden Stückes Stoff erkannt haben und dieses gekonnt und kokett im ewigen Geschlechterspiel einsetzen, selbst wenn sie „Gespräche und Körperkontakt mit Männern vermeiden und damit Ehrbarkeit signalisieren“.

Aus der Grundthese, dass Bedecktes durchaus reizvoller sein kann als offen Dargelegtes, folgert sie in messer(uups)scharfer Logik, dass Kopftüchlerinnen mehr erotisches Potenzial haben als Unbedeckte, d.h. in normale Kleidung Gewandete. Diesen Schluss konnte sie durch die Erfahrungen von Kopftuchträgerinnen belegen, die auf der Suche nach einem Arbeitsplatz von der ausgrenzenden Mehrheitsgesellschaft gezwungen wurden, das [Scham-, nein eigentlich: Flirt-] Tuch abzulegen und nun empört feststellten, dass sie ohne Kopftuch viel weniger angeschaut werden als zuvor. Frau Baspinar steht nunmehr kurz vor einem empirischen Selbstversuch! Die absolute Wissenschaftlichkeit eines solches Beweises wäre dann selbstredend nicht anzuzweifeln – wer wollte schon leugnen, dass z.B. eine Burkaträgerin nicht tatsächlich alle Blicke auf sich zöge!

Zudem führte sie als unbestechlichen Zeugen einen iranischen Freund an, der sich in einer Bar im leider noch unzureichend islamisierten Istanbul wehmütig daran erinnerte, wie es seinerzeit im wunderschönen Iran noch völlig ausreichte, nur den unbeabsichtigt enthüllten Knöchel einer Frau zu sehen, um so richtig in Fahrt zu kommen, während ihn die knapp verhüllten Frauen um ihn herum inzwischen nur noch langweilen. Man möchte dem so schnöde um seine „sexuelle Erregung“ geprellten Baspinarfreund so gerne zurufen: Dann komm doch nach Deutschland und „flirte“ islamkonform in Wedding oder Neukölln-Nord, dort wirst du garantiert auf deine Kosten kommen, und Deutschland könnte einmal, ein einziges Mal, stolz darauf sein, seine Bringschuld erbracht zu haben.

Das lockende Geschlechterspiel ist aber nur das eine – die ernsthafte Erfüllung (des Fortpflanzungs- und Vermehrungsauftrages) in der Ehe ist jedoch das andere. Doch auch hier haben die Kopftuchträgerinnen eindeutig die Nase vorn. Während die Ureinwohnerin zwar leichtbekleidet signalisiert, „sexuell verfügbar (!) zu sein“, obwohl dies doch jemanden, der keine „Schlampe“ zur Frau will, gar nicht interessieren dürfte, zeigt die Bedeckte, dass sie sich in erster Linie selbstbewusst-modern als durch und durch sexuelles Wesen definiert, welches aber nur dem Richtigen [als Acker, s. Koran]) „zur Verfügung steht“. Wenn das keine Emanzipation ist!

Leider hat ein Großteil der latent rassistischen und islamophoben Kommentatoren dies überhaupt nicht verstanden und mokiert sich in einer Vielzahl von Kommentaren z.B. darüber, dass eine – nach moslemischen, also richtigen Maßstäben – nur mangelhaft verhüllte Frau von vielen Moslems als „Schlampe“ angesehen wird, obwohl „Schlampe“ doch ein urdeutsches Wort ist und die deutsche Sprache hier noch viel drastischere Worte kennt. Es liegt somit auf der Hand – und nur böswillig Verstockte können dies bestreiten – dass das Problem ein deutsches ist. Manche Kommentatoren behaupten sogar dreist, dass das Kopftuch bei ihnen gar keine erotischen Gedanken hervorrufe. So gibt es noch viel Integrationsarbeit von Seiten der Deutschen zu tun, doch wir können sicher sein, Frau Baspinar wird sich in den kommenden „Kolümnen“ unserer zahlreichen Defizite annehmen – der ZEIT sei Dank!

(Eisbärin, PI-Gruppe Berlin)