PI-Einzelkämpfer darf nicht zu Sarrazin

Manfred BezAnfang März berichtete PI über die Gesprächsreihe „Halberstädter Abend“, zu der Thilo Sarrazin eingeladen war – und von der er auf Druck der geschiedenen Magdeburger Bischöfin Junkermann zunächst wieder ausgeladen wurde. Der konservative jüdische Historiker Michael Wolffsohn hatte daraufhin seinerseits aus Protest und Solidarität auf eine Teilnahme als Gast der Gesprächsreihe verzichtet.

(Von Thorsten M.)

Die veranstaltenden Pfarrer Harald Kunze (Evangelisches Kirchspiel Halberstadt) und Pfarrer i.R. Hartmut Bartmuß (SELK) – entsetzt über diese Gängelung – kündigten als Konsequenz ihrerseits das Ende ihrer Tätigkeit als Gastgeber der Gesprächsreihe an.

Was in den in der Regel politisch korrekten Westkirchen sicher problemlos durchgegangen wäre, hatte in Halberstadt allerdings ein mächtiges Nachspiel. Der dortige Kirchengemeinderat begehrte auf und forderte nicht nur die Fortsetzung der Gesprächsreihe, sondern eine Erneuerung der Einladung von Thilo Sarrazin.

Am Ende konnte die Magdeburger Kirchenleitung nicht mehr anders, als die streitbaren Halberstädter, die von einem Oberbürgermeister der Linken regiert werden, und darum Kummer gewöhnt sind, gewähren zu lassen. Natürlich war dies keine Niederlage für die wiederverheiratete Bischöfin aus dem Westen. Vielmehr hätte sich deren ursprüngliche Kritik natürlich auf den Termin kurz vor der Landtagswahl bezogen und darauf, dass die NPD angekündigt hatte, den Abend für den eigenen Wahlkampf nutzen zu wollen.

Nun war es am vergangenen Donnerstag also tatsächlich so weit und Thilo Sarrazin konnte zu Gast in der bis zum letzten Platz besetzten Halberstädter Moritzkirche sein. Wenn man den Presseberichten glauben darf, war die Veranstaltung einer dieser zahllosen Sarrazin-Auftritte über die landesweit immer gleich berichtet wird. Wir ersparen den Lesern die Einzelheiten. Nachdem die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt nun vorbei war, ließen sich allerdings weder linke Gegendemonstranten, noch Nazis bei der Veranstaltung blicken.

Damit die Polizei in Zivil nicht ganz umsonst anwesend war – und sicher weil bei den verantwortlichen Pfarrern immer noch die Nerven blank lagen – kam es allerdings zu einem unerfreulichen Hausverbot für einen PI-Einzelkämpfer.

Manfred Bez (Foto oben), der in Bad Frankenhausen, zu Füßen des Kyffhäuser, die „Pension Schönblick“ betreibt, wurde wegen des Mitführens eines Plakats, auf dem er lediglich mit den zwei Worten „Meinungsfreiheit bewahren“ auf den Artikel 5 unseres Grundgesetztes verwies, am Betreten der Kirche gehindert.

Nun muss es ein Gastgeber nicht mögen, wenn man zu solch einer Veranstaltung mit politischen Plakaten erscheint. Doch dieses hätte Manfred Bez ganz sicher vor der Kirche abstellen können. Aber Herr Bez erdreistete sich auch noch, ein T-Shirt zu tragen, auf dem „Danke! Thilo Sarrazin“ und darunter „blue-wonder.org“ stand. Des weiteren zierte seine Jacke eine aufgenähte kleine Deutschlandfahne, wodurch er sich als Patriot outete, was in diesem Land (selbst für einen Pfarrer) bekanntlich schlimmer ist als sich zur Homosexualität zu bekennen.

Das war dann doch zu viel für die durch eine linke Bischöfin und einen linken Oberbürgermeister geschwächten Nerven der Veranstalter. Das ironischerweise „Volksstimme“ heißende örtliche Käseblatt sprach deswegen auch gleich von der „Faschistenfalle, die zugeschnappt habe“ und befand die altersbedingte Glatze unseres Aktivisten als „kurze Haare“ (die an einen Skinhead denken lassen) für erwähnenswert.

Das Fazit der Veranstaltung ist: Als lobenswert kann die Zivilcourage der Pfarrer und Kirchengemeinderäte bezeichnet werden, dass sie die Veranstaltung mit Thilo Sarrazin gegen Bischöfin Junkermann durchgesetzt haben. Und erfreulich ist natürlich auch der Mut von Manfred Bez. Der Ausschluss des PI-Aktivisten von der Veranstaltung ist gleichwohl ein Wermutstropfen, wofür man allerdings vor allem die linke Bischöfin und die Sarrazin-feindliche veröffentlichte Meinung in der Verantwortung sehen muss. Anders als mit Medienangst ist eine solch panische Reaktion auf einen schwarz-rot-goldenen Aufnäher und ein „Danke Thilo“-T-Shirt bei einer Sarrazin-Veranstaltung nämlich nicht zu erklären.

Manfred Bez