An-gekommenBei der Eröffnung der Ausstellung „Angekommen?! Lebenswege jüdischer Einwanderer“ am 4. April in Düsseldorf versuchen wir, einige dieser Einwanderer, die frei denkenden Juden, der deutschen Politik schwierige und unbequeme Fragen zu stellen. So ein Gespräch ist natürlich im Programm der Eröffnung nicht geplant wie auch wurde und wird immer weiter in der politischen Kampagne namens „Aufbau des jüdischen Lebens“ nicht geplant ein Dialog mit den „russischen“ Juden, die heute die absolute Mehrheit der jüdischen Bevölkerung Deutschlands ausmachen. Im Gegensatz sind diese Menschen bei der deutsch-jüdischen politischen Farce als Stumme, als Statisten erforderlich, wie auch bei dieser Ausstellung – als stimmlose „Exponate“.

Im politisch korrekten Raum Deutschlands hat so ein Dialog bis jetzt keinen Platz. Wir laden die PI-Leser ein, die Ausstellungseröffnung zu besuchen, mit uns, frei denkenden Juden, in Kontakt zu kommen und uns bei Diskussionen zu unterstützen (PI berichtete zum Thema: „Kritische Juden” rufen zu Protest gegen ZdJ auf).

Aus dem Programm:

Ausstellungseröffnung

Eröffnungsvortrag: Dr. Svetlana Jebrak, Kuratorin der Ausstellung: Angekommen?! Lebenswege jüdischer Einwanderer

In Deutschland lebten vor 20 Jahren rund 30.000 Juden, die auf einige wenige meist großstädtische Gemeinden als Zentren verteilt waren. Heute gibt es mehr als 100 jüdische Gemeinden. Die meisten heute in Deutschland lebenden Juden sind aschkenasischer Herkunft und stammen aus der Ukraine, Weißrussland, Moldawien, den baltischen Staaten und Russland. Die jüdische Gemeinschaft hat dank dieser Einwanderung wieder eine Zukunft in Deutschland.

Wer sind diese Menschen, die im Einwanderungsland Deutschland ein jüdisches Leben sichern? Welche Erfahrungen haben sie gemacht? Sind sie in der Gesellschaft angekommen? Wie hat die deutsche Gesellschaft sie aufgenommen? Welche Formen des Jüdischseins werden gelebt? Wie sehen die Einwanderer ihre Perspektiven und die des Judentums in Deutschland?

Mit Grußworten, Führung durch die Ausstellung sowie musikalische Begleitung von Alexander Fainstein, Klarinette

Wir werden zusätzlich zu diesem offiziellen Event-Programm (wie immer!) die Möglichkeiten finden, unsere Position zu erläutern. Hier einige Aspekte des Themas.

Maria Wischer: zunehmend wütender

Nach der Publikation in PI im November 2010 unseres Aufrufs zu den Protestdemonstration gegen die nicht demokratischen Wahlen des Zentralrat der Juden in Deutschland („Kritische Juden” rufen zu Protest gegen ZdJ auf“) meldete sich bei uns die Ärztin Maria Wischer aus Leipzig und beschrieb uns ihre Erfahrungen und Gedanken über die reale Lage der jüdischen und deutsch-jüdischen Gegenwart:

Liebe jüdische Freunde,

mit großem Interesse verfolge ich als Nichtjüdin Ihre Ziele. Wir, mein Mann und ich, haben in Leipzig, wo wir leben, viele jüdische Freunde, die vor etwa 10 Jahren aus der Ukraine nach Deutschland übersiedelten.

Mit offenem Herzen und in großer Freude besuchten sie die Synagoge, begannen jüdische Bräuche zu lernen, zusammen mit ihren Kindern und versuchten auch danach zu leben. Leider stellten sie schnell und zunehmend mehr fest, dass weder sie selbst, noch gar ihre Meinung gefragt war. An einem autoritären Stil der Gemeindeführung und der Nichtachtung ihrer Person sind sie ernüchtert nach einigen Jahren nicht mehr in die Synagoge gegangen.

Sie besuchen auch nicht mehr das neugebaute jüdische Gemeindezentrum in Leipzig. Dort geben sich eher die Honoratioren der Stadt und Kirche die Hand, dazwischen sitzen als Füllwerk ärmlich gekleidete jüdische Menschen und das macht mich traurig, mit ansehen zu müssen, so dass auch wir als Gäste das jüdische Leben nicht mehr so häufig bei Veranstaltungen besuchen, da man dort immer die gleichen Gesichter sieht, die definiert sind. An diesen geht kein Weg vorbei.

Diese haben jedenfalls mit dem, was sich die jüdischen Menschen, die nach Deutschland kamen, nicht viel zu tun. Die jüdisch-christlichen Arbeitskreise sind auch nur aufgeblasene Vereine, die am meisten sich mit sich selbst beschäftigen und den Zustand innerhalb der jüdischen Gemeinden gar nicht wahrnehmen oder wahrnehmen wollen. So läuft alles aneinander vorbei. Die Kirchen blasen den gleichen Mainstream wie der Zentralrat der Juden mit, was den „normalen Bürgern“ selbstverständlich auch nicht verborgen bleibt.

Ich habe deshalb auch schon mehrfach an den Zentralrat der Juden geschrieben, aber wie zu erwarten, keine Antwort bekommen.

Ich finde auch die Aussagen von Frau Knobloch und Herrn Stephan Kramer eher mehr unsäglich als hilfreich und ich finde es außerordentlich gut, dass Sie auch der eher unwissenden nichtjüdischen Bevölkerung durch Ihr Handeln ein Zeichen setzen, dass nicht alle Juden in Deutschland die Meinung des Zentralrates der Juden in Deutschland vertreten. Über jüdisches Leben in Deutschland wissen die meisten Bürger eher nur etwas aus den Medien und das klingt eher verlogen und schwülstig und weckt eher bekannte Antipathien als es Nutzen bringen müsste.

Darüber bin ich in der Regel nicht mehr traurig, sondern zunehmend wütender. Ich wünsche Ihnen ganz viel Kraft und vor allem einen erfolgreichen Durchbruch die verkrusteten Strukturen aufzuweichen und für Glaubwürdigkeit Sorge zu tragen. Denn die Bevölkerung kann sehr wohl unterscheiden was Wahrheit ist und was nicht. Für die Juden in Deutschland ein wichtiges Ziel, hier eine Veränderung herbeiführen zu wollen. […]

Sie können sehr gern diesen Brief an Sie für Ihre Publikationen verwenden, auch mit meinem Namen. Wir haben nichts zu verbergen, ganz im Gegenteil setzen wir uns gern für die Wahrheit ein. Ich freue mich, dass ich endlich Internetseite Menschen gefunden habe, die nicht nur schweigen und resigniert sind, sondern etwas tun.

Immer meiner vollen Unterstützung gewiss grüßen Sie ganz herzlich

Dr. Maria Wischer und Familie

Russisch-jüdische Migration – ein einzigartiges zeitgenössisches Phänomen

Im Jahre 1990 öffneten Dr. Irene Runge und andere in der Ex-DDR die Türen für „russische“ Juden, die durch den Antisemitismus der UdSSR benachteiligt wurden. Eingeladen war jeder ohne Ausnahme. Nach dem Fall der Berliner Mauer wurde dieser Prozess durch die Bundesrepublik Deutschland weitergeführt, aber die Einwanderungsabsicht wurde zur Rekonsolidierung der durch den Holocaust zerstörten jüdischen Gemeinden eingesetzt. Die Abhängigkeit der Migrationsprozesse von religiösen Organisationen und Zwang zur Konfessionalisierung basieren auf der Missachtung der Prinzipien der Trennung von Staat und Kirche und der Religionsfreiheit. Den „russischen“ Juden war kaum klar, welche historische Mission sie erfüllen sollten, wofür sie bestimmt und eingeladen wurden: Das deutsche Judentum wieder auf die Beine stellen.

Die absolut einzigartige Geschichte der Russisch sprechenden Juden bildete eine spezielle Gemeinschaft, die sich von anderen mit dessen Eigenschaften und Identifizierung unterscheidet. Weltlich und mit einem hohen Bildungsniveau sowie kulturellem Potenzial, beeinflussen die russischen Juden alle sozialen Phänomene in den Ländern, wo sie verstreut sind. Viele Analytiker vorhersagen den Russisch sprechenden Juden eine spezielle Rolle in den Prozessen der Globalisierung und der Bildung einer zeitgenössischen jüdischen Identität auf der Grundlage vom Pluralismus.

Seit der 20-jährigen Existenz in Deutschland hat die russische Einwanderung die beispiellose Belebung verschiedener Aspekte des jüdischen kulturellen Lebens hervorgerufen, führte aber auch eine Last von Problemen ein, wo eines der schlimmsten das Problem der Selbstidentifizierung des deutschen Judentums ist. Wer sind wir, wie ist unser gemeinsames nationales Interesse? Es gibt keine Antwort auf diese Fragen bis jetzt.

Russische Juden kamen mit ihrer eigenen Selbstidentifizierung nach Deutschland, die durch eine Mischung von verschiedenen historisch gebildeten Teilen gemacht ist, die wir freiwillig, froh, stolz und mit einem starken Gefühl der Selbstidentifikation akzeptieren und dadurch leben. Wir betrachten uns als europäische Juden und einen Teil des jüdischen Volkes, das auf dem Planeten verstreut ist. Für uns sind Juden zuallererst ein Volk, unsere Selbstidentifizierung ist ethnisch, und für die Mehrheit von uns ist es ohne Religion stark genug.

In Deutschland stießen wir auf einen klaren Begriff und Wahrnehmung von Juden als eine religiöse Gruppe. Der Atheist Albert Einstein, der Christianisierte Heinrich Heine (beide kehrten zu ihren Wurzeln am Ende ihrer Leben zurück), Millionen von säkularen Juden, die durch den Holocaust ausgerottet wurden – als ob es sie alle nicht gäbe, werden zurzeit Juden in Deutschland identifiziert. „Russische“ Juden sind für die Deutschen und für viele ortsansässige Juden auffallend, nicht echt; sie sollten alle unbedingt unter der Ägide deutscher Juden religiös werden.

Sowohl Deutsche als auch die Mehrheit der deutschen Juden betrachten Juden als Opfer des Holocausts. Diesbezüglich fühlen wir uns siegreich und als Befreier Europas vom Faschismus. Wir wollen heute leben und keine ewige Symbole des Holocaust-Gedächtnisses sein. Leider nimmt Deutschland die Juden nicht als unterschiedliche und im Hier und Jetzt lebende Menschen wahr. Stattdessen besteht dort nur ein starkes Stereotyp, ein Klischee – „Juden“.

Durch ihre Anwesenheit in Gemeinden und das Wachsen einer absoluten Mehrheit führen „russische“ Juden unwissentlich eine Änderung, eine Umgestaltung in der jüdischen Identifizierung des deutschen Judentums. Bis heute führt dies zu Konflikten, die nur zu verständlich und logisch sind. Denn was heutzutage in Deutschland getan und der Aufbau des jüdischen Lebens genannt wird, ist in Wirklichkeit nun eine politische Aktion, die durch Verwaltungsmethoden mechanisch durchgeführt wird, wo Juden als Stumme, als Statisten erforderlich sind, ohne die Eigenart dieser Menschen zu beachten. Das ist in der Tat eine obligatorische, zwangsläufige Konfessionalisierung. Jedoch kann niemand die Identität eines anderen zwangsweise ändern. Zwangsmaßnahmen, die mit groben Methoden spirituelle Sphäre einer erwachsenden gereiften Person verletzen, führen zu Widerstand und Verwerfung.

Und noch ein anderer Aspekt: „In der existierenden Situation bleiben russische Mitglieder von jüdischen Gemeinden in derselben heuchlerischen Ambivalenz, die für ihr vorheriges Leben in der UdSSR typisch war, wo Heuchelei im Glauben und Überzeugungen eine Art des Überlebens war. Jetzt, in Deutschland, werden Menschen gezwungen, um Hilfe im Beheben ihrer zahlreichen Probleme zu bekommen und ohne einen Bezug zur Religion zu haben, Mitglieder von religiösen Gemeinden zu werden.

Dies ist analog zu unserer Existenz in der ehemaligen Sowjetunion: um studieren zu können, ein Pionier und später ein Komsomol-Mitglied werden zu müssen, und dann ein Parteimitglied für eine erfolgreiche Karriere zu sein. Das war die Essenz unserer unterwürfigen ideologischen Abhängigkeit. So fördert die vorhandene Situation das Diskreditieren des Judentums statt der Renaissance „ (E. Derevjanchenko, Recklinghausen)

Viele ehemalige Sowjetbürger jüdischer Herkunft, die die nicht integrierte Mehrheit der Mitglieder der Gemeinden bilden, benötigen dringend die Vermittlung demokratischen Bewusstseins. Geschädigt durch die Erziehung in einem totalitären Staat, sind sie nicht in der Lage, die Demokratie als einen bedeutenden Wert anzuerkennen. Jedoch, die Schule der Demokratie, die die ankommenden Juden, gemäß der Behauptungen des Zentralrats der Juden in Deutschland (ZRJD), in jüdischen Gemeinden durchleben (und für die meisten von ihnen ist es die einzige Form gesellschaftlichen Lebens), erweckt die Menschen nicht nur nicht, sondern beschließt endgültig ihre Degradierung.( M. Izkovitch, Magdeburg)

Nur wenige versuchen, dagegen anzukämpfen (einheimische und „russische“ Juden). Der Kampf dieser wenigen erinnert an den Kampf von Don Quichotte mit den Windmühlen oder David gegen Goliath. Analog zu unserer totalitären Vergangenheit, kämpfen die autoritären jüdischen Strukturen mit freigeistig und anders Denkenden mit den uns bekannten, repressiven Methoden. Zu den Opfern werden die Besten – die aktiven, kompetenten, ehrlichen – diejenigen, die man als intellektuelle Elite bezeichnen kann. Den Menschen wird nicht nur ein nicht wieder gut zu machender moralischer Schaden zugefügt, sondern auch ein körperlicher. Ich kenne nicht wenige Beispiele dramatischer und sogar tragischer Folgen dieses ungleichen Kampfes.

Das ist ein Artikel in der Serie „Atid – Zukunft“. Fortsetzung folgt.

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28 KOMMENTARE

  1. Die falschen Opfer, ganz dumm gelaufen, das interessiert niemanden.

    (Wenn PI den Anfangssatz ein wenig ändern würde, wäre vielleicht der Einstieg verständlicher:
    „.. versuchen wir, einigen dieser Einwanderer, den frei denkenden Juden, der deutschen Politik schwierige und unbequeme Fragen zu stellen.“ Behutsame Korrektur vielleicht auch noch im nächsten Satz.)

    Im übrigen ist es im abgehobenen „Kulturbetrieb“ ja fast schon üblich, die Opfer der Beobachtung und „Befreiung“ so weit es geht zu ignorieren, sollten sie die Unverschämtheit besitzen, zu ihrer eigenen Zurschausstellung zu erscheinen.

    Deutschland schaut wie gebannt ins Mohammed-Land, dabei wäre alles in Russland auch zu bekommen – aber dort „werden ja die Menschenrechte verletzt“! Gottseidank nicht in Saudi-Arabien und allen anderen mohammedanischen Staaten. Was können wir froh sein!

  2. Endlich Klartext in der Sache. Ich begrüße diese Veröffentlichung außerordentlich. Deren Inhalt ist allerdings erschütternd.

    Anbei

    #1 marcell (03. Apr 2011 21:31)

    OT: PI bitte übernehmen

    Mann fährt Ex-Freundin in Bottrop an

    Ich finde es recht unpassend, hier mit einem Off Topic zu beginnen.

  3. Das hab ich schon vor etlichen Jahren mitgekriegt, daß der ZdJ vielleicht 10% der deutschen Juden vertritt.
    Schon seit Mitte der Achtziger hatte ich als Schüler eine tiefe Abneigung gegen die jeweiligen ZdJ-Vorsitzenden wegen ihres ständig erhobenen moralischen Zeigefingers. Mittlerweile weiß ich, daß man die nicht allzu ernst nehmen darf, jedoch bedenken sollte, daß sie Einfluß auf einflußreiche Kreise haben.

  4. Scheint ein ziemlich zerstrittener haufen zu sein, die deutschen-russischen-juden. Wie soll der noch so vergangenheitsbewußte und wohlgesinnte deutscher sich da zurechtfinden ohne bei eine seite in der kritik zu geraten?

    Darf ich , als engländer, hier das motto des blogs in anspruch nehmen, und politically incorrect sein? – Wenn’s hier nicht gefällt, kann anderswo sein glück suchen.

  5. manche „engländer“ sind vielleicht in anderen, extremen, foren besser aufgehoben…

  6. manche engländer wundern sich nur das manche deutsche anscheinend probleme mit manche deutschjuden haben.

  7. Liebe russische, ukrainische usw. Juden,
    so geht das nicht! Ihr könnt nicht einfach nach Deutschwitzland kommen um „normal“ zu leben, zudem vielleicht sogar noch wie ihr selber leben wollt! Das läuft nicht. Nein, ihr habt hier DIN-Juden zu sein. Und das bedeutet, daß ihr wandelnde Mahnmale zu sein habt, damit „es nie wieder geschieht“. Und da gehört nun ‚mal zu, daß ihr schön dem gewünschten Bild vom „deutschen Juden (Holocaustüberlebenden)“ in jeder Hinsicht entsprecht. Ihr könnt hier, wenn ihr irgendwie feiern wollt, ja auch nicht einfach irgend ’ne bekiffte Rockband zur Bedröhnung einladen – nein, ihr habt dann ja auch gefälligst eine Klezmer-Kapelle aufzubieten! Auch wenn euch deren Gedudel genau wie allen anderen nur auf den Sack geht – das ist unwichtig! Das einzig Wichtige ist, daß die Deutschen vor lauter Schuldgefühlen keuchen, auch wenn ihr das ebenfalls überhaupt nicht wollt. Ihr habt auf der gesamten Linie – also auch in „eurer Gemeinde“ – die ewigen deutschen Juden zu sein, damit „die Deutschen“ die ewigen Nazis sind. Denn ohne Schuldgefühle sind sie nicht mehr so hübsch steuerbar und ausnutzbar/dressierbar.
    Tja, und so wie die Kartoffeldeutschen durch ihre Gutmenschen, = ihre geifernden, politisch korrekt abgerichteten Bewachhunde terrorisiert und erstickt werden, so werdet ihr halt durch die deutschen Judmenschen terrorisiert und erstickt. So läuft das hier nun ‚mal.
    Und wenn ihr nicht freiwillig gekommen wäret, dann hätten wir euch früher oder später nach Deutschland ‚reindeportiert, damit die Welt sieht, wie lieb wir, nein, wie lieb die Gutis, unsere Abwehrer und Aufpasser sind. Es geht hier um die politisch korrekte Statistik und um das entsprechende Schmückwerk, nicht um euch. Sonst würden unsere „Eliten“ ja wohl kaum millionenweise die größten Judenhasser nach hier holen, nichwahr.

    Diesmal sind wir mit euch dran, aber ob das wirklich tröstlich für euch ist?

  8. #4 Tom62 (03. Apr 2011 22:04)
    „Endlich Klartext in der Sache. Ich begrüße diese Veröffentlichung außerordentlich. Deren Inhalt ist allerdings erschütternd.“

    Danke (ich bin der Autor).
    Man braucht unbedingt in jeder Sache einen Klartext. Gerade in der Sache jüdischer und deutsch-jüdischer Gegenwart gibt es heutzutage in D. so wenig Klartext wie kaum in einer anderen. Durch uns bekommt Ihr hier noch viele Äußerungen zum Klartext in dieser Thematik. Aber schon jetzt kann man viele wahre Infos haben: http://www.freie-juedische-meinung.de.
    ……..

    Lieber #9 exguti (04. Apr 2011 04:36),
    danke für so einen umfassenden und besorgten Kommentar. Wie gesagt in meinem Statement „Stimmlose „Exponate“?“, werden diesmal nur einige Aspekte der Problematik erwähnt. Die Problematik ist in der Tat sehr breit und tief. In der Serie „Atid –Zukunft“ werdet Ihr mehr darüber erfahren, dann diskutieren wir. Und nun ein Fragment zum Thema:

    Viele deutsche Juden befürchten, was selbst der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland (ZdJ), S. Kramer, eingesteht, dass die jüdische Gemeinschaft in Deutschland (eine der größten jüdischen Diasporen) innerhalb der nächsten 15 – 20 Jahre untergeht. Das bedeutet, dass die Bemühungen der Bundes- und Landesregierungen, der Kommunen wie auch der jüdischen Funktionäre nicht dazu geführt haben, dass das Projekt „Jüdische Gemeinschaft Deutschlands“ realisiert werden konnte. Auch die Einwanderung von 220 000 Juden aus den GUS- Ländern hat nicht geholfen. Und die Ausschüttung von kolossalen finanziellen Mitteln (oft für Schau-Projekte) hat nicht adäquat bewirkt, sondern im Gegensatz zu vielen bitteren Folgen geführt.

    „Atid“ – auf Hebräisch Zukunft. Ich wie auch viele andere deutsche Juden mache mir große Sorgen um die Gegenwart und die Zukunft des Judentums in Deutschland. Ich gehöre zu den Juden, die nicht können einfach tatenlos zusehen, wie jener geistige Reichtum, welcher uns von unseren Vorfahren vererbt wurde, einfach verschwendet wird. Wir sehen es als unsere Pflicht an, alles dafür zu tun, um diesen Verlust abzuwenden. Es hat sich bereits eine Bewegung für die Zukunft des Judentums in Deutschland bundesweit gebildet. PI berichtete bereits über eine Aktion, die diese Bewegung veranstaltete: http://www.pi-news.net/2010/11/kritische-juden-rufen-zu-protest-gegen-zdj-auf/.

    Den Weg zur Verbesserung der Lage schaffen wir Juden allein nicht. Das ist auch kein intern jüdisches Problem, sondern ein der deutschen Gesellschaft. Durch unsere gemeinsame Vergangenheit und Gegenwart gehören wir, jüdische und nicht-jüdische Bürger, zusammen. Wir brauchen einen ehrlichen offenen Dialog auf der Augenhöhe, und zwar direkt und nicht durch die so genannten „Vertreter“. Es ist ein gemeinsames Nachdenken notwendig, eine Analyse der Situation. Dafür sollen unsere nicht-jüdischen Mitmenschen die Wahrheit über die Situation wissen und die Hintergründe verstehen. Mit diesem Artikel möchte ich bei PI eine Serie der Veröffentlichungen unter dem Titel „Atid – Zukunft„ beginnen, die die Realität und die Problematik des heutigen Lebens der Juden in Deutschland klar machen. Viele Publikationen zum Thema gibt es bereits auf dem Portal „Freie jüdische Meinung“ http://www.freie-juedische-meinung.de, einige davon werde ich auch zitieren.
    ……..

    #3 Fensterzu (03. Apr 2011 21:43)
    „Wenn PI den Anfangssatz ein wenig ändern würde, wäre vielleicht der Einstieg verständlicher […]
    Behutsame Korrektur vielleicht auch noch im nächsten Satz.

    Wir haben große Probleme mit deutschen Versionen unserer Texte. Wir haben kein Geld für die professionellen Übersetzer. Wir wären sehr dankbar denjenigen, die bereit sind, uns freiwillig mit der grammatischen und stilistischen Korrektur zu helfen. Kontakt: siteFJM@gmx.de; forumfzid@)gmx.de, http://www.freie-juedische-meinung.de/de/impressum

  9. PPS:
    Noch ein wichtiger Aspekt, das ist nicht akzeptabel, darüber werden wir noch sprechen:

    Jüdische Religion ist Instrument der Politik und der Macht geworden und ein Schirmschild für die mächtigen Funktionäre.

  10. Es ist ausserordentlich kontraproduktiv und sicherlich überhaupt nicht im Interesse eines tiefgreifenden Miteinanders wie der ZDJ ständig mit dem moralisierenden, erhobenen Zeigefinger durch die „Nachkriegszeit“ rennt.–zu jedem Ihnen genehmen Anlass geben Sie ungefragt und unaufgefordert ihren Senf dazu. Daraus erwächst bestimmt keine Sympatie für ein Miteinander ,eher das Gegenteil ist der Fall. Aber in der BRD läuft es ja genauso,die Führung vom Volke abgehoben regiert und entscheidet zum grossen Teil gegen die Interessen der Menschen.

  11. Danke für den Artikel!

    Er ist gut geschrieben und gut verständlich.
    Deutsche und Juden haben gemeinsam der Welt viel gegeben. Es gibt eine lange gemeinsame Zeit durch die Jahrhunderte hindurch. Diese gemeinsame Geschichte auf das „Dritte Reich“ zu reduzieren ist grundfalsch. Es trennt die Menschen in der Gegenwart und in der Zukunft.
    Wir haben in den vergangenen Jahren einen erschüttenden wie fatalen Missbrauch des deutschen Politikbetriebs zu der Thematik der Judenverfolgung durch das Dritte Reich erleben müssen. Der Missbrauch wurde vielleicht nur noch durch die Heuchelei des deutschen Politikbetriebes hierzu überboten.
    Das was der ZDJ hierzu geleistet hat, geht analog zur deutschen Politik.
    Ich fühle mich abgestoßen hiervon.

    Der Artikel ist erfrischen ehrlich. Er kommt ohne gekünstelte Attitüden aus. Es könnte ein Anfang sein.

  12. Hier muß jemand eine lanze für der zdr brechen. Es sollte nicht völlig untergehen das der zdr , eine klein, von vielen seiten angefeindete schar, großartiges bei der unterstützung, integration und eingliederung der gus juden geleistet hat. Ohne sie hätten die gus kontingentjuden in deutschland vor dem nichts gestanden und dass zur eine zeit als deutschland vollauf damit beschäftigt war seine neuen bundesländer zu integrieren. Das sollte mann nicht vergessen……..der zdj als institution muß unbeschadet bleiben. Das ist wichtig für deutschland und noch wichtiger für die deutschen juden, woher sie auch stammen mögen.

  13. Den jüdischen Einwanderern aus Rußland, die sich in erster Linie als ethnische Juden definieren und ihre Aufgabe nicht im Neuaufbau der jüdischen Kultur in Deutschland als deutsche Juden sehen, muß man sagen, daß sie in Israel dringender gebraucht werden, als in Deutschland. Als jüdischer Patriot gehört man dorthin, wo das eigene Volk ums Überleben kämpft und nicht an die Fleischtöpfe Ägyptendeutschlands. Der ZdJ ist dagegen so gut in die politische Klasse integriert, daß sie sogar dasselbe Hobby haben: sich selbst ins Knie Schießen.

  14. @michel3

    Als was sich juden „definieren“, welche „aufgabe“ ihnen zukommt und wo sie letzendlich „hingehören“ gehörte immer schon zu den unseligsten debatten in deztschland. Diese sollte man jetzt nicht wieder beginnen.

  15. Welch ein unsäglich einseitiger und destruktiver Artikel, da geht mir vor Wut das Messer in der Hose auf!

    …wurde und wird immer weiter in der politischen Kampagne namens „Aufbau des jüdischen Lebens“ nicht geplant ein Dialog mit den „russischen“ Juden,…

    Ach Ihr armen(!), dabei wissen Sie genau wie ich, dass die meisten Probleme seitens der russischen Juden „Hausgemacht“ sind. Wenn z.B. Gemeindversammlungen vom deutschen ins Russische oder visa verde übersetzt werden müssen, weil die Mehrheit nach 20 Jahren immer noch kein Deutsch gelernt hat usw.
    Und was den ZdJ betrifft, der hat seit seiner Gründung hervorragendes für die Juden in Deutschland geleistet, als z.B. die BRD in den 50er-, 60er- und 70er Jahren von „Persilschein“-gewaschenen Nazis regiert wurde, die alles Andere als die Entstehung eines neuen jüdischen Gemeinwesens in Deutschland im Kopf hatten. Nicht zu vergessen, die Integration russischer Juden in die jüdischen Gemeinden Deutschlands, wäre ohne die Arbeit des ZdJ ganz anders (wenn überhaupt) verlaufen.
    Doch um das zu erkennen, muss man sich mit der Geschichte des ZdJ und der BRD beschäftigen. Es reicht nicht, die Hände in den Schoss zu legen und zu sagen: „hier bin ich, kümmert euch mal um mich“!

  16. Erstmal, die Mail-Adresse war wieder falsch, sorry, die richtige ist:.

    Zu #19 ukmirror (04. Apr 2011 13:55)
    Ich schaffe heute zeitlich nicht, darüber zu disskutieren. In meinen weiteren Artikel werden mehr Infos gegeben, die die letzte Aüßerung widersprechen. Im Moment kann man einige Anworte hier finden: http://www.freie-juedische-meinung.de/de/ueber-deutsches-judentum/118-gedanken-ueber-die-deutsch-juedische-beziehungde, http://www.freie-juedische-meinung.de/de/ueber-deutsches-judentum/127-zentralrat-der-juden-in-deutschland-und-menschenrechtverletzung, http://www.freie-juedische-meinung.de/de/ueber-deutsches-judentum/269-weg2, http://www.freie-juedische-meinung.de/de/unsere-mission-forum-juedische-zukunft-de/88-wir-sind-nicht-einverstanden-de.

    Danke allen, die kommentierten.
    Bis später, shalom undalles Gute.
    Bis später, shalom und alles Gute

  17. zu 9:

    Sehr richtig! Leider dürfte den wenigsten „Kontingentjuden“ bewusst sein, dass sie sich haben instrumentalisieren lassen und zwar durch den hochgradig neurotischen Philosemitismus der deutschen Politkaste „Ja. schaut nur alle her, die ganze Welt möge herschauen, um zu erkennen wie gut, anständig, human wir doch sind und dass wir nichts, aber auch nichts mehr mit unserer brutalen Geschichte zu tun haben. Ja, wir haben uns geändert, wir haben aus unserer Geschichte gelernt, und wir brauchen euch so sehr, um unsere verdammten Komplexe durch euch auf- und abzuarbeiten, damit wir durch euch so eine Art Gütesiegel bekommen, denn wenn bei uns Hunderttausende Juden, Millionen Muslime und überhaupt Millionen Ausländer, oh Verzeihung, natürlich Migranten, leben, dann können eir ja so schlecht nicht sein und bekommen auch durch euch eine gute Reputation in der Welt!“
    Oh, ihr verdammten Deutschen, ihr seid einfach nur lächerlich und so extrem leicht zu durchschauen!
    Unterwürflinge und Jasager!

  18. #20 ATID
    Gerne bin ich bereit, mit Ihnen die angesprochene Thematik zu diskutieren, ausserhalb dieser Plattform.
    Übrigens, ich habe gerade Ihre Seite besucht und bin verwundert darüber, dass deren Inhalte auch 20 Jahre nach Integration russischer Juden, zu 99% in russischer Sprache und nicht in deutsch verfasst sind, obwohl die Seite sich doch an „Juden in Deutschland“ richtet.
    Um das zu ändern bin ich gerne bereit, Ihnen bei der Aus- und Überarbeitung deutschsprachiger Texte behilflich zu sein. Bei Interesse, bitte kurze eMail mit Telefon an: webmaster@gmg.zzn.com

  19. Angekommen – dass ich nicht lache!
    Wir sind schon wieder am Abreisen. Deutschland ist einfach unerträglich. Als Zwischenstation vieleicht… aber mehr auch nicht. Und „Deutsche Juden“- so was gibt es gar nicht. Entweder, man ist Jude oder Deutscher. Jude zu sein reicht doch auch. Und wer will schon Deutscher sein, außer einigen Deutschen(die man z.B. hier trifft und die sich noch Sorgen um ihr Land machen und verantwortlich handeln)

  20. #25 BenDavid (04. Apr 2011 16:18) Angekommen – dass ich nicht lache!
    Wir sind schon wieder am Abreisen. Deutschland ist einfach unerträglich. Als Zwischenstation vieleicht… aber mehr auch nicht. Und “Deutsche Juden”- so was gibt es gar nicht. Entweder, man ist Jude oder Deutscher. Jude zu sein reicht doch auch. Und wer will schon Deutscher sein, außer einigen Deutschen(die man z.B. hier trifft und die sich noch Sorgen um ihr Land machen und verantwortlich handeln)

    ________________________________________

    Nein…
    Und “Deutsche Juden”- so was gibt es gar nicht. Entweder, man ist Jude oder Deutscher.

    Man kann BEIDES SEIN, hier ist meine Heimat.

  21. Zitat…19 ukmirror (04. Apr 2011 13:55
    „Und was den ZdJ betrifft, der hat seit seiner Gründung hervorragendes für die Juden in Deutschland geleistet, als z.B. die BRD in den 50er-, 60er- und 70er Jahren von “Persilschein”-gewaschenen Nazis regiert wurde, die alles Andere als die Entstehung eines neuen jüdischen Gemeinwesens in Deutschland im Kopf hatten“
    ____________________________

    Danke

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