TV-Tipp: Filmportrait über Geert Wilders auf 3sat

„Geert Wilders, der Rechtsausleger der niederländischen Politik. Wo immer er auftritt, schürt er Hass gegen Ausländer und gegen den Islam“, heißt es im Trailer zum Filmportrait über Geert Wilders, das heute Abend um 20.15 uhr auf 3sat gezeigt wird. Dass Wilders alles andere als ein „Rechter“, sondern ein Liberaler ist, interessiert die 3sat-Journalisten dabei wenig. Den prominentesten Islamkritiker Europas kann man eben am einfachsten mit der Rechtspopulismus-Keule diffamieren. JETZT mit Videos!

Und so werden auch in der Beschreibung zum Film so oft wie möglich die bösen Wörter „Rechts, Rechtspopulist, neue Rechte, extreme rechte Blogger, etc.“ eingestreut, egal ob es sich um die islamkritische US-Bloggerin Pamela Geller (Autorin von Atlas Shrugs) oder den israelischen Knesset-Abgeordneten Aryeh Eldad handelt:

Der Rechtspopulist

Geert Wilders im Porträt

Ohne Geert Wilders geht fast nichts mehr in der niederländischen Politik. Die neue Minderheitsregierung kommt an dem Rechtspopulisten nicht vorbei. Bei Gastvorträgen in Deutschland attackiert der Mann mit der blondierten Mähne auch Angela Merkel und profiliert sich zusehends als Kopf einer neuen europäischen Rechten.

In Großbritannien, wohin er nur aufgrund einer Einladung des Chefs der rechten Independence Party Lord Malcolm Pearson reisen darf, zeigt er seinen islamfeindlichen Film „Fitna“ und entfacht wütende Demonstrationen von Anhängern und Gegnern. Anders als ihre politischen Ahnen geben sich die neuen Rechten intellektuell und stylish und bekommen so viel mehr Rückenwind.

Radikaler Islamhasser mit Verbindungen nach Israel

Wilders sieht sich als logische Reaktion auf die, wie er meint, fortschreitende Ausbreitung des Islam in Europa. Anfangs noch moderat, entwickelt sich Geert Wilders nach der Ermordung des populären Rechtspopulisten Pim Fortuyn zum radikalen Islamhasser. In seinen Reden vergleicht er den Koran mit Adolf Hitlers „Mein Kampf“, nennt den Propheten Mohammed einen Pädophilen und tritt für ein striktes Kopftuchverbot im öffentlichen Raum ein. Die Folge ist eine Klage wegen Volksverhetzung.

Der Film „Der Rechtspopulist“ begleitet Geert Wilders beim Wahlkampf in Holland, besucht Problembezirke in Den Haag und anderen Städten, interviewt langjährige politische Wegbegleiter wie Geert Tomlow und lässt sowohl glühende Anhänger und Gegner als auch die so aggressiv angefeindeten Bürger moslemischen Glaubens zu Wort kommen.

Geert Wilders internationales Netzwerk, das sich hauptsächlich über das Internet formiert, wird klar offengelegt. Zu Wort kommen außerdem die extrem rechten Blogger aus den USA Pamela Geller und Chaim Ben Pessach: ein ehemaliger jüdischer Terrorist, der mit seinen wütenden Videobotschaften gegen den Islam ein Star der rechten Szene ist.

Es ist kein Zufall, dass Wilders stets von Leibwächtern begleitet wird. Er weiß, dass das voraussichtlich nie wieder anders sein wird, auch wenn seine politische Karriere einmal vorbei sein sollte.

Die Dokumentation, eine deutschsprachige Erstausstrahlung auf 3sat, deckt auch Verbindungen zwischen Wilders und der israelischen Politik auf. Wilders, der nach seinem Schulabschluss ein Jahr lang in Israel lebte, pflegt beste Kontakte zu führenden israelischen Politikern. Denn manchen Kreisen in Israel kommt es offenbar sehr zupass, dass einer wie Wilders so vehement gegen die Ausbreitung des Islam in Europa wettert. Das Team besuchte den rechten Knesset Abgeordneten und Wilders Freund Aryeh Eldad. Gemeinsam diskutierten sie den Plan, die Palästinenser einfach in unbewohntes Wüstengebiet Jordaniens auszusiedeln.

Zum Film selber ist nicht viel zu sagen, weil PI-Leser das Machwerk des linken Filmemachers Joos van der Falk in der BBC-Originalfassung längst kennen. Wilders wird während der gesamten Doku in ein negatives Licht gerückt und mit ihm alle, die ihn unterstützen, also selbstverständlich auch PI (wir berichteten).

Wer sich den Film noch einmal in der englischen Fassung anschauen möchte, kann dies hier tun:

Die deutsche 3sat-Version:

Hinweis: Im Anschluss an den Wilders-Film zeigt 3sat um 21.05 Uhr die Reportage „Teuflische Karikaturen – Mohammed-Satire: Kunstfreiheit oder Gotteslästerung?“ von Karsten Kjaer.

Hier das Video dazu:

» Email an 3sat: 3sat@swr.de